Burg Lycka

Burg Lycka

Burg Lycka

Schweden / Schweden

Das Schloss Lycka liegt in strategisch guter Lage an der Flussmündung des Lyckeby in die Ostsee. Die Anlage wurde erst recht spät errichtet und besitzt zwei Vorgängerbauten, deren Standorte heute unbekannt sind. Von der ehemaligen Schlossburg hat sich nur der Hauptbau mit zwei Ecktürmen erhalten. Die Ruine ist frei zugänglich. Ein kurzer Besuch lohnt sich.

Burg Lycka 1
Burg Lycka 2

Baubestand & Beschreibung

Schloss Lycka befindet sich heute auf einer Lichtung in einem Wald 5 km nordöstlich von Karlskrona am Fluss Lyckaby. Die Anlage liegt auf einer kleinen Anhöhe und ist nur noch von den Grundmauern des Erdgeschosses her erhalten geblieben.
Die Burg besteht aus einem typischen schwedischen Burghaus aus Feldsteinen und Backsteinen, das wahrscheinlich einst von einem Wasser führenden Ringgraben umgeben war. Sie besitzt einen rechteckigen Grundriss mit 35 m auf 13 m Seitenlänge, an dessen Enden im Norden und im Süden an den Ecken zwei Rundetürme anschließen.
Das Haus weist eine auffällige Ähnlichkeit zu Lillö auf. Bei beiden Burgen werden die Seitenmauern durch runde Türme flankiert, die sowohl bei Lillö wie auch bei Lycka einen ungefähren Durchmesser von 9 m haben. Einziger Unterschied ist der fehlende Treppenturm vor dem Eingang, der bei Lillö zu finden ist.
Genau wie bei Lillö ist von Lycka heute nur noch das Erdgeschoss erhalten geblieben. Das Stockwerk besteht zum größten Teil aus Feldsteinen, zwischen denen man mithilfe von Backsteinen Fenster eingearbeitet hat. In den Fenstern, die nach außen hin nur als Schießscharten erkennbar sind, befinden sich Löcher, in denen einst Hölzer eingespannt waren, um Hakenbüchsen abfeuern zu können. Betrachtet man den nordöstlichen Bereich des Innenraums stößt man auf den Standort eines ehemaligen Backofens, der heute der Küche zugeteilt wird. In diesem Fall hätte sich die Küche, genau wie im Glimmingehus, links neben dem Eingang befunden. Im Zuge von Ausgrabungen hat man den Innenbereich von Lycka vollständig bis auf den Felsen freigelegt und ist zu dem überraschenden Ergebnis gekommen, dass es keinen Brunnen gab. Lillö und Glimmingehus beherbergen im Kellergeschoss einen Brunnen und setzten zu dieser Zeit einen internen Brunnen als Standard voraus. Von dem ehemaligen Treppenhaus, das sich wahrscheinlich direkt hinter dem Eingang befand, fehlt heute jede Spur.
An der Ostseite des Gebäudes stößt man auf verschlossene Balkenlöcher der einstigen Decke zwischen Kellergeschoss und erstem Stockwerk. Bis vor einigen Jahren waren die äußeren Mauern höher, so dass man im nördlichen Part eine starke Unterteilung in viele kleine Räume im ersten Stock erkennen konnte. Ansätze von abgehenden Innenwänden lassen sich heute noch erahnen.
Der südlicher Part beherbergte auf volle Breite einen großen Raum, der wahrscheinlich einen repräsentativen Zweck erfüllte. An der Südmauer lässt sich noch der Ansatz eines Kamines erkennen. Über das zweite Stockwerk oder das Dachgeschoss lassen sich heute keine Aussagen mehr treffen.
Die beiden Türme im Norden und im Süden wurden in Form von Rundtürmen an die Ecken des Gebäudes gebaut. Der Zugang zu den Türmen erfolgte damals wie heute über das Kellergeschoss, genau wie in Lillö. Der Nordturm lässt unter anderem noch eine Schießscharte erkennen, während der Südturm nur noch von den Grundmauern her erhalten geblieben ist. Die recht breiten Türme hatten verhältnismäßig dünne Außenwände und dienten allem Anschein nach nur zum Flankieren. Einem Beschuss mit schwerer Bewaffnung hätten sie nicht lange standgehalten.
Betrachtet man Lycka im Gesamtbild, so hat es sehr viel mit Lillö gemeinsam. Während sich in Lillö zahlreiche Details wie zum Beispiel Säulen, Balkenauflager und Gewölbeansätze durch die Überdachung und die Absperrungen, sowie die fachgerechte Sicherung erhalten haben, sind in Lycka nur die groben Reste aufzufinden. Zahlreiche Details, wie zum Beispiel die Überreste eines alten Backofens sind hier durch die Witterung, den Vandalismus und den Tourismus vollständig verschwunden.

Historie

Burg und Ort Lycka liegen nahe der ehemaligen Mündung des Flusses Lyckeby, 5km nordöstlich von Karlskrona. Die kleine Ortschaft entstand im frühen Mittelalter aufgrund der lukrativen und strategischen Handelsposition. Seit der ersten Ortsnennung besaß der Ort eine Gerichtsbarkeit und einen Marktplatz. Im Mittelalter war die Stadt von der einen Seite durch den Fluss und von der anderen durch einen Wassergraben geschützt, der bis in das 18. Jahrhundert existent war.
Der Ursprung der Burganlage Lycka liegt in einer kleinen Holzburg, die in der Stadt lag und wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammte. Im 14. Jahrhundert soll erstmals eine Burg aus Stein existent gewesen sein, deren Position man aber nicht mehr kennt. Sie wurde 1452 von den Schweden eingenommen und 1507 vermutlich zerstört. Um 1525 kam es zu einer weiteren Zerstörung durch aufständische Bauern. Um 1550 errichtete man in einem Zuge unter der Leitung von Ebbe Knudsen das heute in Ruinen erhaltene Steinhaus mit den beiden Rundtürmen. Um 1600 verlor das Schloss durch die neue Festungsanlage in Karlskrona an Bedeutung und wurde aufgegeben. Es begann der Abriss und der Verfall.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Ruine von Lycka liegt im Nordosten von Karlskrona. Über die E22 oder die Schnellstraße 28 über die Ausfahrt "Karlskrona-Öst" auf die 28 Richtung Karlskrona. Nicht nach Karlskrona fahren, sondern der 28 nach links Richtung Fährhafen folgen. Direkt hinter der Kreuzung kommt ein Kreisverkehr, hinter dem eine breite Straße nach links abgeht (Stationsvägen). Dieser folgt man über einen weiteren Kreisverkehr hinweg und biegt die erste Straße nach rechts ab (Gjuterivägen). Anschließend hält man sich gleich wieder rechts in den Slottsvägen. Der Slottsvägen endet parallel zur 28 am Wasser, wo man parken sollte. Die Anlage liegt fast direkt am Parkplatz an der Straße.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.03.2009


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