Wolfhagen

Burg Wolfhagen

Deutschland / Hessen

Auf einem lang gezogenen Sporn am südwestlichen Ende der Altstadt von Wolfhagen liegt die gleichnamige Burg. Von der mittelalterlichen Wehranlage haben sich kaum Reste erhalten. Sie besteht heute aus mehreren Gebäuden, die nicht älter als das 17. Jahrhundert sind. Das Grundstück beherbergt das Stadtarchiv, das Landratsamt und das liebevoll eingerichtete Regionalmuseum.

Adresse

Burg Wolfhagen
Ritterstr.
34466 Wolfhagen
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine, Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 270 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:18-19:21 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
Burg: offen
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Eintrittspreise: Außenanlage, Burg: frei
Museum: kostenpflichtig
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Website: Regionalmuseum-wolfhager-land.de

Baubestand & Beschreibung

Auf einem flachen Bergsporn am südwestlichen Ende der Altstadt von Wolfhagen liegt das landgräfliche Schloss Wolfhagen. Die Anlage entstand ursprünglich im Zusammenhang mit der Stadtmauer und diente lange Zeit zur Sicherung der nahen Grenze der Grafschaft. Heute beherbergt es das Landratsamt, das Stadtarchiv und des Regionalmuseum.

Lage
Die ursprünglich sehr großflächige Burg nimmt einen ausgedehnten Bergsporn ein, der nach Norden, Westen und Süden steil abfällt. Zu dieser Seite befand sich im Tal der Bach Mühlenwasser, der den Bereich zur Burg in eine sumpfige Wiese verwandelte. Noch heute dient der Bereich größtenteils als Park und weist einige Teiche auf, die durch den Bach Mühlenwasser gespeist werden.
Die Lage auf der ehemaligen Muschelkalk-Landstufe war nur von Osten her zugänglich und wurde zu dieser Seite von der befestigten Stadt geschützt. Ein Halsgraben, der die Burg vom Ort trennte, lässt sich heute noch im Gelände in der Ritterstraße erkennen.

Aufbau
Burg Wolfhagen bestand ursprünglich aus einer Kernburg im Westen und einer Vorburg im Osten. Von der mittelalterlichen Wehranlage sind nur noch Teile der Ringmauer und wenige Reste in einigen Gebäuden erkennbar, die im Laufe der Zeit stark verändert oder auf dessen Fundamente neue Bauwerke errichtet wurden.
Ursprünglich bestand die Burganlage aus mehreren Bauten, einer hohen Ringmauer mit Zinnen und einem gewaltigen Bergfried, der vermutlich das größte Gebäude der Stadt darstellte. Bilder von Dilich 1591, Meißner 1608 und Meridian ca. 1630 zeigen die eindrucksvolle Anlage vor ihrer Zerstörung. Heute besteht die Burg aus einem Park, einem Schloss und mehreren ehemaligen Wirtschaftsgebäuden.

Vorburg
Man betritt die Burg über die Altstadt von Osten her (Ritterstraße). An der Zufahrtsstraße lassen sich an der Südseite (linke Seite) Maurreste aus der Entstehungszeit 1312, eine Pforte und das heutige Stadtarchiv erkennen. Die Mauerreste gehören zur Verbindung zwischen Burg und Stadtbefestigung, die auf Verlangen der Bürger errichtet wurde. Das Archiv diente ursprünglich im 18. Jahrhundert als Zehntscheune und trug unter anderem den Namen Ostbau. 1920 wurde das Gebäude auf alten Grundmauern neu errichtet und in ein Archiv verwandelt. Der schlichte Sandsteinbau besitzt fünf große Zwerchhäuser und ist heute Teil des Museums.
Die Wiese vor dem Ostbau war ursprünglich der Burghof der Vorburg. Am westlichen Ende, also zur Kernburg hin, steht heute das Rentamt aus dem 17. Jahrhundert. Der verputzte Sandsteinbau weist aus dieser Zeit schlichte Verzierungen auf und ist mit seinen drei Achsen typisch für die Zeit des Barocks. Das zweigeschossige Gebäude besitzt ein flaches Giebeldreieck. Es war lange Zeit Amtssitz der Rentmeister. 1976-1981 wurde es zur Nutzung als Museum umgebaut. Die Eingangstür ist in Gewände gefasst und weist eine schlichte barocke Brettertür auf.
Die Nordseite des ehemaligen Burghofs wird durch ein großes Bürogebäude abgeschlossen. Ein steinerne Löwe von 1929 ist hier zu finden.

Kernburg
Durch das Tor im Rentamt gelangt man in die ehemalige Kernburg. Man vermutet, dass schon im Mittelalter sich hier der Eingang befand. Das Rentamt kann der Nachfolger eines ehemaligen Torbaus sein. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf einen großen Park, der nahezu die vollständige Kernburg einnimmt. Im Süden hat sich der sogenannte Landgrafenbau erhalten. Im Nordwesten trifft man auf einen Eingang in ein mittelalterliches Kellergewölbe. In der Burg stand ein mächtiger Bergfried, der im Grundriss vermutlich achteckig war. Das eindrucksvolle und anscheinend sehr hohe Gebäude wurde 1606 abgerissen. Noch heute wird die Kernburg von der ehemaligen Ringmauer eingerahmt.

Landgrafenbau
Eindrucksvollstes und größtes Gebäude der Burg Wolfhagen ist der sogenannte Landgrafenbau. Er wurde 1513 errichtet und steht vermutlich an der Stelle eines Vorgängerbaus. 1888 hat man das Gebäude erneuert. 1932 ist der Landratsamt eingezogen. Der schlichte, zweigeschossige Sandsteinbau ist unverputzt und besteht aus zwei Flügeln mit einem Knick.
Im östlichen Flügel wurden teilweise Reste des Erstbaus aus dem 16. Jahrhundert verbaut. Die meisten Elemente stammen aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert. Das Obergeschoss und der Erker an der Südfront sind aus dem späten 19. Jahrhundert.
Im Ostflügel hat sich ein gotisches Portal erhalten, das im Sturz die Jahreszahl 1513 trägt. In Kämpfersteinen lassen sich links das Elben'sche Wappen und rechts das hessische Wappen erkennen. Über der Tür zum Hof hin, an der Nordfront, stößt man auf die Inschrift 1888 und das Doppelwappen von Buttlar und Malsburg.

Sonstige Elemente
Im Westen der Kernburg befindet sich ein altes Kellergewölbe, das noch zur mittelalterlichen Burg gehört. Die zum Teil noch erhaltene Burgmauer, die das Grundstück umfasst, war ursprünglich 4-6 m hoch und über 1 m dick. Sie trug einen Wehrgang und war mit der Stadtmauer verbunden. Die Stadtmauer besaß elf Türme.
Über eine Tür am Westende der Kernburg lässt sich das Wappen derer von Buttlar erkennen. Der Durchgang ist jünger. Ob es im Mittelalter an dieser Stelle eine Ausfallpforte gab oder dies ein Zugang zu einem Zwinger war, der die Burg in diese Richtung schützte, ist bis heute unbekannt.
Hinter der Pforte führt ein Weg um die südliche Kernburg. Hierbei durchläuft man ein freistehendes Freiportal von Friedrich Landgraf von Hessen von 1771. Der Rundweg endet in der Vorburg zwischen Rentamt und Zehntscheune bzw. Ostbau. Hier wurden unter anderem einige Exponate des Museums ausgestellt, zu denen ein Portal aus der Gründungszeit der Stadt aus dem Rathaus und Grabsteine der ersten Generation der ehemals bedeutenden Papiermacherfamilie Scheurmann gehören.

Fazit
Burg Wolfhagen beherbergt heute das Stadtarchiv, ein Museum und städtische Einrichtungen. Von der Burganlage haben sich nur bedingt Reste erhalten, die heute eher an ein umfriedetes Schloss erinnern. Das liebevoll eingerichtete Museum weist zahlreiche Exponate aus der Region auf. Ein Audioguide gibt ausführlich Informationen zu sämtlichen Ausstellungsstücken. Unter anderem wird auch auf die Geschichte der Burg eingegangen. Ein Besuch im Zusammenhang mit der Altstadt lohnt sich.

Historie

Die Burg in Wolfhagen entstand zusammen mit dem Ort 1226 bzw. 1231 unter Landgraf von Hessen, bzw. Thüringen. Sie wurde als Grenzfeste und Großburg errichtet, um die Grenze zu den Erzbischöfen von Mainz und Köln zu sichern. Man nimmt an, dass sich der Landgraf mit dem Bau feindliche Gebiete aneignete und die Burg auf fremdem Territorium entstand. Er wollte die unkontrollierte Herrschaft der Adligen über die Bevölkerung brechen. Die Burg diente daher als Verwaltungssitz für landgräfliche Amtmänner und Burgmannen. Stadt und Burg wurden ursprünglich durch Konrad von Thüringen mit einem Wall, einem Graben und einer Palisade gesichert.
In der Folgezeit wurde die Burg mehrmals zerstört oder beschädigt und anschließend wieder aufgebaut. Gegen 1575 erwähnt ein Schriftstück die Wehranlage als verfallen. Wolfhagen wird anschließend erneuert und anscheinend in größeren Ausmaßen neu konzipiert, da sie 1591 bei Dilich, 1608 bei Meißner und ca. 1630 bei Merian als recht groß mit gewaltigem Bergfried dargestellt wird. 1631 ist die gesamte Anlage zerstört worden und abgebrannt. Das Hochschloss und der Bergfried wurden abgerissen. Die Steine wurden 1778 für den Bau neuer Gebäude auf dem Grundstück genutzt.
Heute befinden sich in der Burg städtische Einrichtungen, ein Regionalmuseum und ein Archiv.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A44 auf die B251 Ausfahrt "67-Zierenberg" abbiegen Richtung Wolfhagen. Hinter Istha auf die B450 wechseln und dieser bis innerorts folgen. Im Ort ist die Burg als Museum ausgeschildert.

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Literatur

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.12.2015

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