Hohennagold

Burg Hohennagold

Deutschland / Baden-Württemberg

Der Berg, auf dem Hohennagold steht, wurde schon vor 3400 Jahren besiedelt. Im 11. Jahrhundert entsteht schließlich auf den Resten einer Keltenfürstenburg eine weitläufige Burganlage, genannt Hohennagold. Die Burg ist heute teilweise noch existent. Es haben sich die Ringmauer der Vorburg und der Kernburg, die Zwingeranlagen, die Gräben, einige Türme und Turmstümpfe und mehrere Gebäudeüberreste erhalten. In der Vorburg befand sich ein Turnierplatz, eine Seltenheit.

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Adresse

Burg Hohennagold
72202 Nagold
Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 520 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:22-16:54 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Auf einem Bergrücken hoch über einer Flussschleife des Nagolds liegt die Burg Hohennagold. Die Burg in Spornlage stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde über die Jahrhunderte stetig vergrößert. Im Zuge der Neuzeit wurde sie teilweise wieder aufgebaut. Sie besteht aus einer Vorburg, einer Kernburg, einem Halsgraben und mehreren Zwingern.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über das Tor zur Vorburg. Die Vorburg ist fast so groß wie die Kernburg und beherbergte damals zahlreiche hölzerne Wirtschaftsgebäude, die nicht mehr existent sind. Zudem gab es in der Vorburg einen großen Turnierplatz, der der Vorburg den Name Turniergarten gab.
Die Kernburg befindet sich westlich der Vorburg auf einem Bergsporn. Zwischen Vor- und Kernburg befindet sich ein tiefer Halsgraben, der beide voneinander trennte.
Der Zugang zur Kernburg erfolgt über ein massive Tor mit Zugbrücke, das in der Mauer zur Vorburg hin eingelassen ist. Das Tor ist neben der Schildmauer errichtet worden und gewährt heute wie damals dem Besucher den Einlass in die mittelalterliche Kernburg.
Rechts neben dem Eingangstor steht der vollständig erhaltene (teilweise restaurierte) Bergfried, der leicht von der Schildmauer abgerückt, einen guten Verteidigungspunkt bildete und das Tor flankierte. Links neben dem Tor stößt man auf gut erhaltene Wohnbauten, die bis in den ersten Stock restauriert wurden. Am nördlichen Ende der Schildmauer wurde ein Wehrturm der inneren Verteidigungsanlage wieder vollständig aufgebaut und mit einem Zugang versehen.
Bis auf die beiden Türme sind die Reste der Burg nur bedingt erhalten. Von drei Gebäuden existieren nur noch die Fundamente, bei denen sich teilweise Türschwellen erhalten haben. Gut erhalten und an einigen Bauten noch zu finden, sind die Auflager der Türscharniere. Die anderen Gebäude sind noch bis zum ersten Stockwerk existent.
Die Kernburg wird durch einen tiefer gelegenen Zwinger geschützt. Der Zwinger ist fast vollständig erhalten, bzw. wurde großzügig restauriert und wieder fast vervollständigt. In der Außenmauer des Zwingers stehen halbrunde Schalentürme, die den Zwinger flankieren. Der Zwinger wiederum wird durch die Kernburg flankiert. Über den Halsgraben hat man die Möglichkeit sich die äußere Verteidigungsanlage genau anzusehen.
Von der Atmosphäre her ist Burg Hohennagold sehr angenehm. Die Burg wurde aufwendig konserviert, so dass sich zahlreiche kleine Details und Elemente erhalten haben. Das ehemalige Aussehen lässt sich grob nachvollziehen. Mit einer Aussicht über Ort und Tal lädt die Burg zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Der Berg ist nur von Nordwesten her ohne Schwierigkeiten zugänglich. Diese Situation wurde laut gefundenen Tonscherben schon 1400 v. Chr. von Menschen erkannt und zum Niederlassen benutzt. Von 1200 v. Chr. bis 400 v. Chr. wurde die ungefähr ein Hektar große Fläche zum Aufbau von Befestigungsanlagen genutzt. Es wird vermutet, dass der Keltenfürst von Krautbühl hier seinen Wohnsitz errichtet hat. Anhand von Terrassierungen, Funden von Bestattungen und Lehmelementen von Hüttenwänden wurde eine große Bebauung im 4. Jahrhundert v. Chr. festgestellt. Zu Römerzeiten im zweiten und dritten Jahrhundert soll eine Befestigung aus Holz existent gewesen sein.
Erst im 11. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg von den Grafen von Nagold errichtet. In der Zeit dazwischen galt der Hügel als unbewohnt. Die Grafen von Nagold, die ihr Herrschaftszentrum verlegten und anschließend von Tübingen hießen, wurden um 1145 Pfalzgrafen. Sie bauten die Burg von 1153-1162 stark aus. In der Mitte des 13. Jahrhunderts ging die Burg an die Grafen von Hohenberg. Einige Familienmitglieder benannten sich zu Grafen von Nagold um und bauten im 13. und 14. Jahrhundert die Burg zur Residenz aus. 1363 verkauften sie die Anlage an die Grafen von Württemberg, welche sie bis zur Zerstörung 1645/46 mit Dienstmannen besetzt hielten. Ältestes Element ist die gut erhaltene Schildmauer, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und staufische Buckelquader aufweist. Ebenfalls aus der Zeit sind das Wohnhaus neben dem Tor und der Bergfried, der im Laufe der Jahrhunderte erhöht wurde. Am jüngsten ist die Vorburg, die den Turniergarten beherbergt.

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Anfahrt

Burg Hohennagold liegt oberhalb des Ortes Nagold. Über die A81 Ausfahrt "Herrenberg" auf die B28 über Herrenberg nach Nagold. Innerorts der Ausschilderung folgen und sich hinter der Brücke rechts auf den Parkplatz stellen. Von hier zu Fuß dem Schild zum Naturpfad Schlossberg folgen. Dieser führt direkt zur Burg.

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Literatur


- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.458
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.01.2014, 20.11.2004

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