Querfurt

Burg Querfurt

Deutschland / Sachsen-Anhalt

Burg des Monats

Burg Querfurt wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats April 2015 & Januar 2018" gewählt.
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Burg Querfurt gehört zu den ältesten und den größten Burgen der Region. Sie beherbergt heute eine Kreismusikschule und ein Museum. Mit drei mächtigen Türmen und zahlreichen Mauern, die bis in das zehnte Jahrhundert zurückreichen, hinterlässt sie beim Besucher einen bleibenden Eindruck. Alleine der Torbereich besitzt die Größe mancher Burganlage. Ein Besuch lohnt sich!

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Adresse

Burg Querfurt
Burg
06268 Querfurt
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Museum
Lage: 195 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:09-19:10 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
Apr-Okt:
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Eintrittspreise: Außenanlage, Burghof: frei
Burg: Museum
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Website: Burg-Querfurt.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Querfurt liegt auf einer Erhöhung oberhalb des gleichnamigen Ortes unweit des Harz. Sie gehört zu den größten mittelalterlichen Burganlagen Deutschlands und weist eine Grundfläche von mehr als 3 Hektar auf. Mit ihrem Ursprung im 10. Jahrhundert ist sie eines der ältesten erhaltenen Baudenkmäler der Region. Heute beherbergt die Anlage Teile der Kreismusikschule, eine Gastronomie, ein Museum und weitere Institutionen.

Äußere Wehranlage
Burg Querfurt ist seit dem 10. Jahrhundert von innen nach außen gewachsen. Die Anlage besitzt drei Eingänge, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Der älteste Eingang, so vermutet man, befindet sich im Nordwesten. Es handelt sich um die sogenannte Westtoranlage, die von ihren Dimensionen her teilweise größer ist als manche Burg. Im Nordosten entstand später das Nordosttor, das die Stadt mit der Burg verband. Direkt daneben befindet sich der Anschluss der Stadtmauer an die Burg. Im Süden liegt das sogenannte Südtor, das seinen Ursprung wahrscheinlich erst in der Neuzeit hat und nicht existent war, als die Burg noch militärischen Zwecken diente.

Äußere Wehranlage - Burggraben
Burg Querfurt wird im Westen, Süden und Osten durch einen tiefen Burggraben geschützt. Es handelt sich um einen Trockengraben, der bis zu 5 m tief und 11 m breit ist. Er wurde präzise in den Fels getrieben, sodass die Wände des Grabens nahezu senkrecht sind. Er stellte damit ein schwieriges Hindernis dar.

Äußere Wehranlage - gotische Ringmauer mit Bastionen
Hinter dem Burggraben liegen die Reste der gotischen Ringmauer. Sie wurde um 1350 errichtet und ist über 2 m dick. Ihre ursprüngliche Höhe, die sich vielerorts noch erkennen lässt, ist ca. 10 m. Die Mauer weist in alle Richtungen Schießscharten auf, die auf das freie Feld um die Burg gerichtet sind.
Mit der fortschreitenden Waffentechnologie wurde die Kanone als Belagerungswaffe immer populärer. Die Felder im Süden und im Westen der Burg eigneten sich hervorragend dazu die Anlage unter Beschuss zu nehmen. Aus diesem Grund errichtete man in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Süden, Südosten und im Nordosten Rondelle. Von ihnen aus konnte die Burgbesatzung sowohl den Graben, wie auch die Wehrmauern flankieren. Schießscharten gaben die Möglichkeit das Feld um die Burg herum unter Beschuss zu nehmen. Die Rondelle sind nach hinten offen und werden heute auch gerne von der Forschung in den Typus der Schalentürme eingeordnet.
Die Rondelle besaßen nur wenig Möglichkeiten Geschütze aufzustellen. Sie waren größtenteils für den Gebrauch von Handfeuerwaffen errichtet worden. Ihr niedriger Aufbau sorgte dafür, dass sie nicht vom Feld aus unter Beschuss genommen werden konnten. Das Südrondell am südlichen Eingang ist das älteste der drei Rondelle und stammt von ca. 1450. Die anderen beiden wurden zwischen 1461 und 1479 errichtet.

Äußere Wehranlage - Westtoranlage
Ursprünglich erfolgte der Zugang zur Burg von Westen her über die Westtoranlage. Der Bereich war nur schwer zu verteidigen, sodass 1385 ein Bollwerk entstand, das 1479 vergrößert wurde. Heute findet man hier eine eindrucksvolle und imposante Toranlage, die größer als manche Burganlage ist. Von außen lassen sich am Westtor zahlreiche Umbaumaßnahmen erkennen, die aus unterschiedlichen Epochen stammen. An der Stelle der ehemaligen Zugbrücke findet man heute eine steinerne Brücke, die den tiefen Graben überspannt. Auch das Westtor ist recht niedrig gehalten, sodass es nicht mit der damaligen Artillerie effektiv beschossen und zum Einsturz gebracht werden konnte.
Hinter dem Westtor stößt man auf die erhöhte gotische Ringmauer der Kernburg. Der Bereich hinter dem Tor wurde so konzipiert, dass ein eingedrungene Gegner sich weder verschanzen noch verstecken konnte. Er war dem Beschuss von der Ringmauer aus ausgesetzt. Die Schießscharten in der Ringmauer sind so angelegt, dass sie den gesamten Bereich hinter dem Westtor flankieren konnten. Neben der gotischen Ringmauer führt ein kleines Tor auf den ehemaligen Burghof.

Kernburg
Die Kernburg von Burg Querfurt ist der älteste Teil der Anlage. Sie bestand ursprünglich aus mehreren Gebäuden, die von einer Ringmauer umgeben waren. In der Gotik kam schließlich eine weitere Ringmauer hinzu.
Älteste Gebäude sind das Korn- und Rüsthaus, sowie der Bergfried Dicker Heinrich und die Burgkirche. Das Korn- und Rüsthaus stammt von den Fundamenten her aus dem 10. Jahrhundert, also aus der Gründungszeit der Burg. Sie war zu dieser Zeit schon aus Stein, während die meisten anderen Burgen Deutschlands im 10. Jahrhundert noch größtenteils aus Holz errichtet wurden. Burg Querfurt schien daher recht wichtig gewesen zu sein. Man geht davon aus, dass sie aus Angst vor den sächsischen Bruderkriegen oder den Hussiteneinfällen errichtet und für das 10. Jahrhundert recht stark befestigt wurde. Schon zu dieser Zeit war die Burg recht groß. Die Ringmauer umfasste ein ausgedehntes Areal, das sich vermutlich zwischen dem Dicken Heinrich, dem Kornhaus und der Burgkirche befand.

Kernburg - Amtshaus, ehemaliger Torturm
Das Amtshaus steht direkt neben dem ehemaligen Tor am nordwestlichen Ende der Kernburg. Bei dem Gebäude handelt sich um einen zweigeschossigen Bau, der auf alten Fundamenten 1635 errichtet wurde. 1794 wurde das Gebäude durch einen Neubau ersetzt. Bis in das 20. Jahrhundert diente es als Wohnhaus und Verwaltung. In dem Bauwerk sind die mittelalterlichen Reste eines Torturms verbaut, der zu den ältesten Bauwerken der Burg gehört. Direkt am Tor lassen sich zwei abgehende Mauerreste erkennen, die Teil dieser ehemaligen Toranlage waren.

Kernburg - Türme
In den späteren Jahrhunderten wurde die Burg mehrmals vergrößert, sodass die Kernburg ein überdurchschnittliches Areal einnahm und heute noch einnimmt. Markanteste Bauwerke in diesem Bereich sind die drei Türme.

Kernburg - Dicker Heinrich
Innerhalb der heutigen Kernburg findet man drei eindrucksvolle Türme, die Dicker Heinrich, Marterturm und Pariser Turm genannt werden.
Der Dicke Heinrich ist der älteste der drei Türme. Es handelt sich um einen Rundturm, der im 12. Jahrhundert errichtet wurde. In dem Bauwerk gibt es keine Fenster, Kamine oder Aborte. Das Gebäude wurde im romanischen Stil erbaut. Der Turm ist 27,5 m hoch und hat einen Durchmesser von 14,3 m. Die Mauern sind unten 4,35 m dick und verjüngen sich nach oben. Sein Eingang liegt auf ca. 11 m Höhe. Im 14. oder 15. Jahrhundert wurde er erhöht und erhielt einen Kranz mit Schießscharten.
Bei Ausgrabungen fand man unter dem Turm die Überreste eines älteren Bauwerks aus der Zeit um 1000. Die Fundamente haben eine Grundfläche von 13,7 auf 13,7 m, sodass man davon ausgeht, dass sich an selbiger Stelle ursprünglich ein viereckiger Wohnturm befand.
Der Dicke Heinrich war nach Westen orientiert und lag somit zur Hauptangriffsseite hin. Er diente sowohl als Bergfried, wie auch zum Flankieren des Tors, das heute noch zu Füßen des Turms steht.

Kernburg - Marterturm
Der Marterturm nimmt die Südwestseite der Kernburg ein. Er entstand nur wenige Jahrzehnte nach dem Dicken Heinrich. Es handelt sich um einen klassischen Wohnturm aus den Anfängen des 13. Jahrhunderts. Man vermutet, dass der Marterturm um ca. 1224 errichtet wurde.
Anfangs war das Bauwerk nur 15 m hoch und erreichte durch mehrmalige Erhöhungen erst im 17. Jahrhundert sein heutiges Aussehen mit 25 m Höhe. Der Turm hat eine Seitenlänge von 11,5 × 11,5 m und 2 m dicke Mauern. Sein Eingang liegt 5 m über dem Hof. Im 17. Jahrhundert verlor der Marterturm an Bedeutung und diente nur noch als Kornspeicher. In den oberen Geschossen lassen sich Kamine und eine Treppe in der Mauer finden.

Kernburg - Pariser Turm
Der Pariser Turm steht an der Nordseite der ehemaligen Kernburg. Er wurde im späten 14. Jahrhundert errichtet und hieß ursprünglich Hausmannsturm. Im Untergeschoss befindet sich ein Verlies. Die barocke Haube in Zwiebelform mit offener Laterne wurde ca. 1659 aufgesetzt. Durch die Haube erhielt der Turm eine stattliche und eindrucksvolle Höhe von 57m.

Kernburg - Kornhaus
Direkt neben dem Pariser Turm stößt man heute auf das Kornhaus. Das heutige Gebäude wurde 1535 errichtet. Es beherbergt heute einen Burgmuseum, zu dessen Ausstellung unter anderem Gefängniszellen im Keller (des Pariser Turms) gehören.
Das Bauwerk steht auf Fundamenten aus dem 10. Jahrhundert. Die Nordwestseite nahm ursprünglich der Torbau der ersten romanischen Burg ein. Mein integrierte zudem romanische Wohnhäuser aus der Ottonischen Zeit. Das Untergeschoss wurde später für Rüstzeug genutzt, sodass das Gebäude den Beinamen Korn- und Rüsthaus trägt. Sein heutiges Aussehen mit dem hohen Dach stammt aus der Zeit der Lagerung von Lebensmitteln und wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts geprägt.

Kernburg - Kapelle
Gegenüber des Kornhauses steht die Burgkapelle. Der heutige Sakralbau liegt auf den Grundmauern der ersten Kirche aus dem 10. Jahrhundert. Sie wurde vom heiligen Brun zu Querfurt gestiftet und taucht erstmals 1004 schriftlich auf. Schon 1162 überbaute man das Gebäude mit einem kreuzförmigen Kirchenbau im byzantinischen Stil. Der Vierungsturm mit seinem oktogonalen (achteckigen) Grundriss stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Von der Nordseite betrachtet, erkennt man, dass die Kirche keinen kreuzförmigen Grundriss mehr aufweist. Im 14. Jahrhundert wurde an der Nordseite eine gotische Seitenkapelle errichtet, die das Gebäude asymmetrisch wirken lässt. Sie beherbergt das Grab von Graf Gebhard XIV von Querfurt.
Zwischen 1698 und 1716 wurde die Burgkapelle aufwendig im Stil des Barock umgestaltet. Hierbei kam es zum Einsatz von Muschelornamentik und anderen dekorativen Mitteln. Im Inneren stößt man heute auf Deckengemälde, die im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch Restaurierungen stark verändert und entfremdet wurden. Am westlichen Ende des Langschiffs befindet sich im Inneren eine Herrschaftsempore, die über eine kleine Brücke mit dem Fürstenhaus verbunden ist. Auf diese Weise konnte der Burgherr trockenen Fußes zum Gottesdienst gehen.

Kernburg - Fürstenhaus und Brauhaus
Zeitgleich mit der Burgkirche entstand direkt daneben ein romanischer Palas, der heute als Fürstenhaus bezeichnet wird. Der ursprüngliche Name war Ottonenkeller. Das Gebäude wurde 1528 im Stil der Renaissance umgebaut und erweitert. Im 30-jährigen Krieg wurde das Gebäude stark beschädigt, sodass man es im Stil des Barocks wieder aufbaute. Das heutige Aussehen erhielt das Fürstenhaus somit zwischen 1660 und 1668.
Direkt neben dem Fürstenhaus schließt das kleine Brauhaus an. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und war ursprünglich ein Wohnhaus. Ab 1670 diente es als Küche für das Fürstenhaus. Man geht davon aus, dass hier nicht Bier gebraut wurde, sondern sich der Name vom Brunnenhaus ableitet. Direkt vor dem Gebäude befindet sich der Brunnen.

Kernburg - Brunnen
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen 1945 mit Schutt verfüllt, aber 1973 und im Jahre 2000 wieder ausgehoben. Heute weist er eine Tiefe von 33 m auf und reicht bis zum Grundwasser. Sein Wasserstand beträgt im Durchschnitt 2,5 m.

Kernburg - Pächterhaus, Scheune, Eselstall
Die Ostseite wird heute durch mehrere Gebäude geprägt, die sich an der Innenseite der ehemaligen romanischen Wehrmauer entlangziehen. Sie beherbergen unter anderem die Kreismusikschule.
Südlich des Gebäude ist das Pächterhaus, das von 1793 stammt. Ursprünglich diente es als Wirtschaftsgebäude so wie alle Bauten in der östlichen Kernburg. Das Pächterhaus wurde später auf Wunsch des Domänenpächters 1894 und 1912 erweitert, was heute deutlich das Aussehen prägt.
An das Pächterhaus schließt die Scheune an. In einem urkundlichen Bericht von 1469 wird von dem Bau einer Scheune berichtet. Ob es sich um diese Scheune handelte, ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Man geht davon aus, dass der große Wirtschaftsbau als Zehntscheune und später als Verwaltungssitz diente. Die Rückseite lehnt an der romanischen Ringmauer an. Direkt hinter dem Gebäude beginnt die äußere Abwehranlage zur Stadt hin. Im Nordosten der Scheune schließt eine kleine Terrasse an, von der sich eine schöne Aussicht über die Stadt ergibt.
Die Terrasse liegt zwischen der Scheune und dem sogenannten Eselstall. Das kleine Gebäude diente bis 1969 als Feuerwachturm und war ein Aussichtspunkt, um die Stadt zu beobachten. Falls ein Brand ausbrach, wurde von hier Alarm geschlagen.

Fazit
Mit ihren drei Türmen und zahlreichen hohen Gebäuden wirkt Burg Querfurt sehr imposant und eindrucksvoll. Dem Besucher gibt man die Möglichkeit sich außerhalb der Gebäude frei umzusehen und nahezu jeden Winkel zu besuchen. Durch die zahlreichen Umbauten im Laufe der Jahrhunderte haben sich Elemente aus allen Epochen erhalten, die heute für einen sehr abwechslungsreichen Baustil sorgen. Durch die Gastronomie und die hier ansässige Kreismusikschule herrscht auf Burg Querfurt immer Leben. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Burg Querfurt liegt in topographischer Randlage, die schon in der frühen Bronzezeit zum Bau einer Fliehburg genutzt wurde. Bei archäologischen Untersuchungen stieß man im Süden der heutigen Burg auf Gräben und Äcker, die Hinweise auf eine befestigte Anlage geben.
Die Ortschaft Querfurt wird erstmals 881 und 899 in Urkunden des Klosters Hersfeld genannt. Die Burg wird schriftlich 979 unter Kaiser Otto II. erwähnt. Sie war zu diesem Zeitpunkt Stammsitz der Herren von Querfurt. Erster Besitzer der Anlage war Brun der Ältere von Querfurt.
1004 wird die Burgkapelle zusammen mit einem Chorherrenstift gegründet. 1162 errichtet man die romanische Kirche auf dem Burghof. Im 14. Jahrhundert wurde das sakrale Gebäude um einen Grabkapellenbau mit dem Grab von Gebhart XIV. von Querfurt erweitert.
Zu Anfang des 12. Jahrhunderts entsteht der Dicke Heinrich, der zukünftig als Bergfried dient. Anfang des 13. Jahrhunderts folgte der Bau des Marterturms, der wahrscheinlich zusammen mit einer Erweiterung der Ringmauer errichtet wurde. Anfang des 14. Jahrhunderts wird die äußere Verteidigungsanlage erneut ergänzt. Es wird der Pariser Turm gebaut. Gegen 1350 beginnt man mit dem Bau der äußeren Ringmauer.
Mit dem Aufkommen verbesserter Waffentechnologien wird auch Burg Querfurt im 15. Jahrhundert zu einer Festung verstärkt. So entstehen beispielsweise zwischen 1460 und 1490 die Bastionen und das Westtor.
1496 stirbt die Linie derer von Querfurt durch Bruno IX. aus. Die Anlage wird an das Erzbistum Magdeburg vererbt. Bis 1635 bleibt sie im Besitz des Bistums. Unter Albrecht von Brandenburg kommt es 1528 und 1535 zum Ausbau der Anlage. 1528 wird das Fürstenhaus großzügig umgebaut. 1535 entsteht das heutige Rüsthaus.
1635 geht Burg Querfurt mitsamt Herrschaft an Kursachsen. Noch während des 30-jährigen Krieges wird die Festung zwischen 1640 und 1642 mehrmals belagert und beschossen. Es folgen mehrere Besitzerwechsel, bis sie schließlich 1642 bis 1650 von Schweden besetzt wird. Die Anlage ist zu dieser Zeit stark beschädigt und wird von den Schweden nur notdürftig repariert. Erst 1652 beginnt man mit der Beseitigung der Kriegsschäden.
1663 erwirbt der Fürst von Sachsen-Querfurt Ort und Burg und erklärt Querfurt zur Hauptstadt seines Fürstentums. Er beginnt mit dem Ausbau der Festung zur Residenz. Das Fürstenhaus wird zwischen 1660 und 1668 erneut umgebaut und zeitgemäß repräsentativ gestaltet. Um 1700 entsteht oberhalb des Zwingers eine neue Geschützplattform. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wird die Burgkirche im Stil des Barock verändert.
1746 stirbt die Linie mit Adolf III. von Sachsen-Weißenfels aus. Neuer Besitzer wird das Kurfürstentum Sachsen. 1815 gehen durch Zusammenlegung der Stadt und Burg an Preußen. Querfurt wird Verwaltungssitz einer preußischen Domäne.
1846-1850 und 1903 kommt es zu mehreren Restaurationen, die vor allem die Burgkirche betreffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Burg nach und nach der Öffentlichkeit erschlossen und steht Besuchern zur Besichtigung frei. 1952 entsteht im Korn- und Rüsthaus ein Museum.
Zwischen 1950 und 1983 dient das Fürstenhaus als Poliklinik. 1972-1978 werden erstmals Bauforschungen auf der Burg durchgeführt. Es kommt zu ausgiebigen Sanierungen und Restaurationen. Im Jahre 2000 werden erneut wissenschaftliche Untersuchungen an der Bausubstanz vorgenommen. Seit 2001 wird auf Burg Querfurt eine Gastronomie betrieben. 2011 zog eine Außenstelle der Kreismusikschule ein.

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Anfahrt

Ort und Burg Querfurt liegen südwestlich von Halle. Von der A9 auf die A38 Richtung Göttingen. Von der A38 Ausfahrt "20 Querfurt" abfahren und der Straße Richtung Stadtzentrum folgen. Innerorts ist die Burg ausgeschildert.

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Gastronomie

Auf der Burg gibt es eine Gastronomie.

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Literatur


- http://www.querfurt.de/htmlsite/index.php?menuid=706&topmenu=702 - letzter Besuch: 22.03.2015
- http://burg-querfurt.de - letzter Besuch: 22.03.2015

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 22.03.2015

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