Burg Niederhaus

Burg Niederhaus

Deutschland / Bayern

Burg Niederhaus liegt unweit der Burg Hochhaus. Die kompakte Anlage aus dem 12. Jahrhundert hat sich in ruinösem Zustand gut erhalten. Sie besteht aus einem Palas, dem Bergfried und zahlreichen Wehrelementen. Vor allem im Sommer lädt die Burg mit ihrer abseits gelegenen Lage und der Ruhe zum Verweilen ein.

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Adresse

Burg Niederhaus 86739 Ederheim-Hürnheim-Niederhausen Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Kammburg
Nutzung: -
Lage: 480 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:37-19:11 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Niederhaus liegt auf einem separaten Berg, oberhalb des Flusses Forellenbach im Wald. Schon von weitem erhebt sich der Bergfried oberhalb der umliegenden Landschaft und zeugt vom genauen Standort der Anlage. Niederhaus ist Teil einer Burgengruppe und somit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Hochhaus und einer weiteren ehemaligen Burg, die nicht mehr existent ist und sich im Westen der anderen beiden Burgen befand.
Burg Niederhaus wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte dreimal gesichert und restauriert. Die Anlage ist von der Kernburg her gut erhalten und weist noch mehrere Elemente der äußeren Wehranlage auf. Der Zugang erfolgte von Osten her über ein großes Plateau, das sich vor der Burg erstreckt und keine Hinweise auf eine einstige Vorburg aufweist. Abgetrennt durch einen Halsgraben lag die Burg auf einem Bergsporn und war nur über eine Zugbrücke zugänglich gewesen, gefolgt von einem Tor, das durch den Bergfried flankiert wurde. Von der Zugbrücke sind heute noch die Fundamente erhalten, die in Folge der Restaurationen dazu genutzt wurden eine neue Brücke aus Holz zu errichten, die heute dem Besucher die Möglichkeit gibt die Burg zu betreten.
Von der Kernburg her sind noch fast alle Außenmauern existent. Burg Niederhaus hatte einen länglichen Aufbau, der sich über einen Felsrücken zog. Die Burg bestand aus einem Bergfried, einem Palas, dem Hof der Kernburg und einer nach Westen verlagerten Art Vorburg. Am besten erhalten sind Bergfried und Palas. Beide stehen von den Grundmauern her teils bis unter das Dach und weisen zahlreiche Details auf. Der Bergfried führt heute im Inneren keine Treppe mehr und kann nur auf Bodenniveau besucht werden. Sein oberstes Stockwerk deutet auf eine überdachte Aussichtsplattform hin.
Der Palas ist wie der Bergfried fast bis unter das Dach erhalten. Er weist in alle Richtungen Fenster und Fenstersitzbänke auf. Balkenlöcher zeugen von hohen Räumen und langgezogenen Etagen. Zahlreiche Details schmücken die vier erhaltenen Außenwände und laden zum Erkunden und Durchwandern ein. Teilweise bis zum zweiten Stockwerk erhalten, wirkt der Bau mächtig und imposant. Eine Seltenheit die am Palas zu finden ist, ist der ungewöhnlich breite Eingang zum Hof hin. Man vermutet, dass der Rundbogendurchgang durch ein dickes Tor und eine Zugbrücke gesichert war. Zum Burghof hin fällt das Gelände stark ab und Löcher einer Zugbrückenseilführung weisen auf eine merkwürdige Konstruktion dieser Art hin.
Eine weitere Seltenheit befindet sich direkt im Süden des Palas. Etwas versteckt in üppiger Vegetation trifft man auf einen schmalen und runden Brunnenturm, der außerhalb der Burg stand und wahrscheinlich über eine kleine Brücke erschlossen war. Der externe Brunnenturm ist eine seltene Konstruktion und wurde nur angewandt, wenn die Burg auf zu hartem Stein zum Graben erbaut wurde oder sich unmittelbar unter der Anlage kein Wasser befand. Einen erhaltenen Brunnenturm findet man auf Burg Trifels in Rheinland-Pfalz.
Der westliche Part der Anlage nimmt vom Erhalt her ab. Von Gebäuden sind nur wenige Reste existent, die sich teilweise nur noch schwer erkennen lassen. Die nördliche Wehrmauer, die die Burg zur Angriffsseite hin schützte, ist gut erhalten geblieben und weist zahlreiche Details wie Balkenlöcher auf, die auf Anbauten hindeuten. Im Sockelbereich stößt man auf Buckelquader, die auf die Herkunftszeit verweisen. Durch ein noch erhaltenes Tor gelangt man auf den zweiten Burghof, der unter anderem Wirtschaftsgebäude beherbergte. Von der Bebauung existieren heute noch Fenster, Balkenlöcher und eine Tür in einer stehen gebliebenen Hoffassade. Die westliche Wehrmauer weist in ihren oberen Stockwerken noch Fenster auf und deutet somit darauf hin, dass der Palas nicht der einzige Bau mit zwei oder mehr Stockwerken war.
Von der Atmosphäre her ist Burg Niederhaus sehr angenehm. Die Burg beherbergt zahlreiche Details, die zum Entdecken und Erkunden einladen. Seltenheiten, wie zum Beispiel der externe Brunnenturm oder die Zugbrücke am Eingang zum Palas, geben der Burg eine gewisse Extravaganz und Ausstrahlung. Teilweise leicht verwuchert, wirkt die Burg urig und interessant.

Historie

Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde 1340 erstmals genannt. Bergfried und Palas stammen aus der Gründungszeit. 1379 wurde sie zerstört und neu aufgebaut. 1633 wurde Niederhaus durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von 1597 bis 1709 war die Anlage im Besitz derer von Oettingen. Anschließend ging sie bis 1805 an die Deutschordenskomturei Ellingen. Seit 1805 ist Niederhaus im Besitz des Bayerischen Staates. 1868, 1901 und 1985 wurde die Burg renoviert.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Niederhaus liegt zwischen der Pulvermühle und Hürnheim. Zu erreichen ist die Anlage über die A7 Ausfahrt "Aalen / Westhausen" und "Heidenheim". Von beiden Ausfahrten gelangt man nach Nördlingen. Südlich von Nördlingen befindet sich nahe der B466 der Ort Ederheim. Über Ederheim gelangt man nach Hürnheim und weiter nach Niederhaus. Der Straße weiter folgend, gelangt man zum Sägewerk Pulvermühle. Sowohl von der Pulvermühle wie auch von Niederhaus gehen Wege hoch zur Burg.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 23.08.2007


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