Amlishagen

Burg Amlishagen

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Amlishagen stammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt auf einem Sporn unweit des Ortes Amlishagen. Im 16. Jahrhundert errichtete man vor den Eingang der Burg ein kleines Schloss, zu dessen Privatgrundstück die Burg gehört. Die eckige, kompakte Anlage wurde im Laufe der Jahrhunderte ausgebaut. Bis heute haben sich die mächtige Schildmauer mit ihrem Fachwerkaufsatz und der Palas erhalten. Die Außenanlage, bestehend aus hohen Ringmauern und Rundtürmen, ist größtenteils noch existent. Die Burg wirkt eindrucksvoll, lässt sich aber nur bedingt besuchen.

Adresse

Burg Amlishagen
74582 Gerabronn - Amlishagen
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: privat
Lage: 430 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:06-18:29 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Ostern-Okt:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Amlishagen befindet sich auf einem Bergsporn oberhalb des Brettachtals. Sie liegt leicht unterhalb des Ortes am südlichen Ende der Gemeinde. Die Anlage besteht aus einer Vorburg und einer trapezförmigen, leicht niedriger gelegenen Kernburg mit vier Ecktürmen und einem Schalenturm.
Die Vorburg liegt zum Bergrücken hin und ist durch einen Halsgraben von der Kernburg getrennt. Eine steinerne Brücke, die wahrscheinlich eine Zugbrücke als Vorgängerin hat, verbindet die beiden Anlagen heute miteinander.
Die Vorburg ist erst im 16. und 17. Jahrhundert entstanden und umfasst einige Gebäude, die in Form eines Gebäuderings angeordnet sind. Nach außen hin werden die Bauwerke stark geschlossen gehalten und weisen nur bedingt Fenster auf. Zur Burg hin wurde ein repräsentatives Torhaus errichtet, das einen gut befestigten Eindruck macht. Barocke Portale weisen auf die Erbauungszeit hin. Das Schloss Amlishagen ist Teil der Vorburg und in dem Gebäudekomplex integriert.
Die Außenanlage der Kernburg besteht aus einer viereckigen Ringmauer mit runden, ausstehenden Wehrtürmen an den Ecken. Die Westseite wird zudem durch einen Schalenturm flankiert. Die Wehrtürme sind unterschiedlich gut erhalten und wurden zum Teil mit Fachwerkaufsätzen versehen. Im Inneren sind die Türme hohl und gewähren von außen her durch ehemalige Schießscharten einen Einblick in den Innenraum, der durch fehlende Stockwerke teilweise groß und imposant wirkt. Es gibt die Möglichkeit sich in den Graben der Kernburg zu begeben, der die Anlage einmal vollständig umgibt.
Die recht offen gestaltete Kernburg nimmt mit der Außenanlage eine Größe von circa 60 auf 60 Meter ein. Sie ist durch ein Torhaus mit vorstehender Außenfassade erschlossen. Das Torhaus weist noch Eckquader und ein rekonstruierte Wappen auf. Vor dem Torhaus lag ursprünglich eine Zugbrücke, die durch eine Steinbrücke ersetzt wurde. Das herausstehende Torhaus konnte von den Türmen aus flankiert werden und schützte den Eingang zum Schloss hin.
Die Kernburg besteht aus dem schon erwähnten Torhaus, dem Palas, der Schildmauer und den Fundamenten weiterer Gebäude, die einen Hof umgaben.
Eine äußeren Ringmauer und ein Zwinger, der zur Erschließung der Türme diente, umgeben die Burg. Mauern, Toröffnungen und Durchgänge weisen auf weitere Bebauungen im Zwinger hin.
Die eindrucksvolle Schildmauer ist in ihrer Form selten. Sie weist einen Fachwerkaufsatz auf. Eckquader wurden nach dem Prinzip der staufischen Buckelquadern zur Verstärkung und Verzierung der Ecken genutzt. Auf ungefähr zehn Meter Höhe lässt sich an der Hofseite der Zugang zur Schildmauer erkennen, der auf eine Funktion als Bergfried hindeutet.Sie ist 20m hoch, 19m lang und 2,5m dick. Im Inneren verläuft eine Wendeltreppe. Auf der Mauer ruht ein Fachwerkwehrgang. Eine Schildmauer dieses Ausmaßes war nötig, da die Burg niedriger als der Ort liegt und von diesem aus beschossen werden konnte. Die Mauer schützte folglich die Kernburg vor Beschuss.[1]
An der Innenseite weist die Schildmauer zwei Gebäude, sowie einen Burghof auf. Der östliche Bau besteht zum Teil aus Stein, weist aber als oberes Stockwerk einen Fachwerkaufsatz auf. Im Inneren lassen sich alte Wandmalereien erkennen, die auf das 16. Jahrhundert hindeuten. Die Westseite und die Südseite des Hofes wurden durch weitere Gebäude eingerahmt, die heute nur noch von den Fundamenten her existent sind. Die Gebäude wiesen größtenteils tiefe Keller auf.
Burg Amlishagen ist heute privat. Die Anlage wirkt durch ihre Wehrtürme und die Schildmauer eindrucksvoll und lädt innerhalb der Öffnungszeiten zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Amlishagen wird das erste Mal 1253 urkundlich erwähnt. Sie entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Ursprung liegt in einer kleinen Kernburg auf einem Sporn. Zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert folgten zahlreiche Umbauten. Die Schildmauer entstand Ende des 13. Jahrhunderts. Es folgten der äußere Verteidigungsring und die Türme, die auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts geschätzt werden. Das Schloss in der Vorburg ist aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Im 18. Jahrhundert sterben die Besitzer, genannt von Wollmershausen, aus. Es folgten mehrere Verkäufe bis sie schließlich 1821 von Johann Karl von Horlacher, einem Arzt, gekauft wurde. Heute gehört die Burg einem Nachfahren des Artzes.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Amlishagen liegt im gleichnamigen Ort bei Gerabronn. Über die A6 Ausfahrt "Crailsheim"auf die B290 Richtung Wallhausen / Rot am See. Hinter Rot am See abbiegen Richtung Amlishagen. In Amlishagen links abbiegen auf den Kirchplatz und der Straße bis zum Ende folgen. Vor der Burg sind Parkplätze.

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Literatur


- Wilhelm Gradmann, "Burgen und Schlösser in Hohenlohe", DRW Verlag, 1982, Stuttgart, ISBN: 3-87181-209-9
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.19
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.10.2013, 10.05.2005

Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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