Schloss Suscinio

Schloss Suscinio

Schloss Suscinio

Frankreich / Bretagne

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Suscinio liegt an der Südküste der Bretagne, südlich von Vannes. Ursprünglich befand sich die Burg im Besitz der bretonischen Herzöge und wurde als Jagdschloss errichtet. Die recht kompakte Burg lag im Mittelalter direkt am Meer und besaß Grabenanlagen, die direkt vom Meer mit Wasser gespeist wurden. Im Zuge der Neuzeit restaurierte man Suscinio und integrierte ein Museum, das das Innere der Gebäude einnimmt. Heute ist sie ein Touristenmagnet, der mit seinen eindrucksvollen Außenmauern, den Wehrtürmen und dem großen Torturm zu einem Besuch und zum Entdecken einlädt.

Schloss Suscinio 1
Schloss Suscinio 2

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Suscinio liegt an der Südküste der Bretagne, südlich von Vannes. Ursprünglich befand sich die Burg im Besitz der bretonischen Herzöge und wurde als Jagdschloss errichtet. Die recht kompakte Burg lag im Mittelalter direkt am Meer und besaß Grabenanlagen, die direkt vom Meer mit Wasser gespeist wurden. Im Zuge der Neuzeit restaurierte man Suscinio und integrierte ein Museum, das das Innere der Gebäude einnimmt.
Suscinio wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut und besteht heute aus einer mächtigen Ringmauer, sowie einem großen Torbau und mehreren aus der Mauerflucht herausstehenden Türmen. Der Zugang erfolgt heute wie damals von Osten her. Eine kleine steinerne Brücke endet kurz vor dem Tor und ging in eine Zugbrücke über, die von beiden Seiten durch Flankierungstürme geschützt wurde. Von der ehemaligen Zugbrücke sind oberhalb des Tores noch die Lauflöcher für die Ketten erkennbar. Eine kleine Nische im Mauerwerk dahinter deutet auf die Verwendung eines zusätzlichen Fallgitters hin.
Der Torbau beherbergt heute den größten Teil des Museums und dessen Exponate, zu denen eine der größten mittelalterlichen Fliesensammlungen Europas gehört. Im Mittelalter war das Torhaus Sitz der Herzöge und der Wachen. Drei Wendeltreppen führen im Inneren nach oben und sorgen für einen Rundgang innerhalb des Museums. Im Erdgeschoss waren unter anderem die Wachen untergebracht. In der ersten Etage befanden sich die ersten Schlafräume. Große Kamine und hohe Räume sowie Fensternischen mit Sitzbänken und Mosaiken erinnern an eine herrschaftliche Nutzung. In der zweiten Etage befand sich unter anderem eine Kapelle, die nur dem jeweiligen Herzog und seiner Frau zum Beten diente. Das dritte Stockwerk wird durch die Schlafgemächer und Ankleideräume der Herzöge eingenommen. Im Dachgeschoss befindet sich eine Ausstellung über die Burg und ihre Geschichte. Dazu gehören auch Fotos aus der Bestandsaufnahme und der Zeit vor dem Wiederaufbau. Multimediale Inhalte geben auf Französisch das Leben auf der Burg und die Baugeschichte wieder. Einzelne Modelle veranschaulichen den Bestand und die wieder aufgebauten Bereiche. Diverse Informationsschilder weisen auf die Räume und ihre Nutzungen hin. Unter anderem trifft man hier auf die oberste Etage der Flankierungstürme des Tores, die zu den Privatgemächern des Herzogs gehörende kleine Balkone beherbergen. Pecherker und Pechlöcher weisen auf den Balkonen auf den eigentlichen Sinn als Abwehranlage hin.
Von der obersten Etage des Torhauses aus führt der Rundgang über den Wehrgang der nördlichen Ringmauer in den Westbau. Von der Ringmauer eröffnet sich der Blick auf die Grabenanlage und den Innenhof der Burg, der heute aufgrund fehlender Gebäude größer wirkt als er einst war. Die nördliche Ringmauer schließt die Burg nach Norden hin ab. Sie weist an den Enden jeweils zwei runde hervorstehende Wehrtürme auf, von denen der nordwestliche "Neuer Turm" genannt wird.
Mittelpunkt des nördlichen Parts der Ringmauer bildet ein sehr hoch erhaltener Turmstumpf eines dritten Wehrturms. Über die Wehrmauer gelangt man in den Neuen Turm, der heute im Inneren eine Treppe führt, über die die einzelnen Stockwerke im Nordwestbau erreichbar sind.
Der Nordwestbau bildet das zweite erhaltene Gebäude innerhalb der Burgmauern. Er ist etwas kleiner als der Torbau und beherbergt zum Hof hin einen polygonalen Treppenturm. Sein Inneres wurde nur bedingt restauriert und besitzt keine Decken mehr, womit der dadurch entstehende große Hohlraum einen imposanten Eindruck liefert. An den Innenseiten der erhaltenen Außenwände lassen sich Balkenauflager, Kamine und Fenster mit Sitzbänken erkennen. Die Kellergewölbe des Gebäudes, sowie des Turmes nahmen die alten Kasematten ein, die unter anderem Soldaten als Herberge dienten.
Der Rest der Burganlage von Suscinio wird heute durch einen großen Hof geprägt. Zentral beherbergt er einen rekonstruierten Brunnen, der einst mit dem Grundwasser verbunden war. Sowohl an dem Westbau wie auch an dem Torbau lassen sich noch abgehende Mauern erkennen, die auf weitere Gebäude hinweisen, die sich an die äußere Ringmauer anlehnten. Vereinzelte Fundamente und Grundmauern, die im Hof ausgegraben wurden, deuten auf diese Gebäude hin. Die Südseite beherbergte anscheinend ebenfalls Gebäude, wie Fenster, Balkenlöcher, Balkenauflager und ein andeutungsweise zu erkennender Kamin andeuten. Die Dimensionen und Positionen der Bauten werden heute durch angelegte Grasflächen gekennzeichnet.
Durch die Verlandung des Grabens im Laufe der Jahrhunderte entstand um Suscinio ein Wall, der einen Rundgang um die Burg beherbergt. Von außen lassen sich die hohe Ringmauer, die zahlreichen Wehrtürme mit ihren Schießscharten und Pecherkern, das Tor mit ehemaliger Zugbrücke, der Graben und die Außenfassaden der Gebäude erkennen. Zudem stößt man auf der Südseite auf die beiden Bastionen, die hier im 16. Jahrhundert entstanden sind. Die Überreste eines Batterieturms prägen das Bild der Südwestbastion. Abseits des Weges lassen sich die alten Fundamente der ehemaligen außen stehenden Kirche erkennen, die vor der Errichtung der Kapelle als sakrales Gebäude diente.
Von der Atmosphäre wirkt Burg Suscinio sehr angenehm und größtenteils auch imposant. Die Anlage ist mit ihrem mächtigen Auftreten einer der größten touristischen Attraktionen der Region und somit immer gut besucht. Die Besucherströme verlaufen sich aufgrund der Größe im Inneren, womit ein Besuch eher ruhig ausfällt.

Historie

Burg Suscinio wird erstmals 1218 erwähnt. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bis in das späte 15. Jahrhundert kontinuierlich ausgebaut. Zu den Ursprüngen gehören die Ringmauer und ab 1341 das Torhaus. Im Süden stand einst außerhalb der Burg eine Kapelle, wegen der ein hinterer Südeingang entstand. Die Fundamente der Kapelle wurden ergraben und können heute im Park hinter der Burg besichtigt werden. Der neue Turm im Westen entstand zwischen 1460 und 1470.
Im 16. Jahrhundert kamen die Bastionen im Süden dazu. Die Anlage war eine der meist genutzten Jagdschlösser der bretonischen Herzöge, deren Herzogtum stets unabhängig vom französischem König war. Mit einbrechenden Kriegen beginnen die Herzöge mit dem Ausbau des Schlosses zur imposanten Festung. Der Hundertjährige Krieg und der bretonische Erbfolgekrieg sorgen für ein rasches Vorgehen beim Bau. 1532 unterzeichnet das Geschlecht einen Unionsvertrag mit König Franz I. und vereint ihre Eigentümer mit Frankreich. Ab der Französischen Revolution 1789-1799 wird Suscinio als Ruine genannt. Die Burg war größtenteils abgebrannt. Seit 1966 richtet man sie wieder her.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Das Château de Sucinio befindet sich nahe der Südküste der Bretagne, südlich von Vannes. Zu erreichen ist die Burg über die N165/E60 Ausfahrt nach Sarzeau. Über die D780 geht es vorbei an Noyalo und St. Armel nach St. Colombier. Kurz hinter St. Colombier beginnt eine ausgeschilderte Straße nach Suscinio.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Suscinio erwähnt:

Burg Comper, Schloss Josselin

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 22.11.2008


Burgen in der Umgebung

Burg Château du Plessis-Josso

Schloss
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Entfernung: 16.43 km

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