Wasserburg Roßlau

Wasserburg Roßlau

Deutschland / Sachsen-Anhalt

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Burg Roßlau liegt im Südosten des gleichnamigen Ortes unweit von Dessau. Die schöne ovale Kernburg mit der weitläufigen Vorburg wird von einem Förderverein mit viel Liebe gepflegt. Die Anlage wurde im Laufe der Zeit mehrmals verändert, sodass man heute auf eine bunte Mischung aus zahlreichen Epochen stößt. So reicht zum Beispiel die Wassergrabenanlage zum Teil bis in die Zeit der Slawen zurück.
Sehenswert ist vor allem die Kernburg der Burg Roßlau, die mit einem Wohnturm ausgestattet ist. Der Palas besaß eine eigene Luftheizung. Unter dem Hof schlummern die Reste eines mächtigen Bergfrieds.
Vor allem bei Veranstaltungen wie zum Beispiel der jährliche Adventsmarkt lädt Burg Roßlau zu einem ausgiebigen Besuch ein. Es lohnt sich.

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Wasserburg Roßlau
Am Schloßgarten 18B
06862 Roßlau Elbe

Parken: Im angrenzenden Ort zu Wasserburg Roßlau gibt es zahlreiche, kostenlose Parkmöglichkeiten. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 100 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Niederungsburg
Nutzung: -
Lage: 58 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 09:08-16:56 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Wasserburg Roßlau

Burg Roßlau liegt an dem kleinen Flüsschen Rossel, unweit der Mündung in die Elbe. Die Anlage geht von der heutigen Bausubstanz bis in das 12. Jahrhundert zurück. Zuvor hatten Slawen hier eine größere Wallburg.
Burg Roßlau besteht aus einer Kern- und einer Vorburg. Während die Vorburg größtenteils im Zuge der letzten Jahrhunderte abgetragen wurde, hat sich die Kernburg gut erhalten.

Die ovale Kernburg der Burg Roßlau weist zahlreiche Epochen auf. Rechts im Bild: Der mächtige Wohnturm.
Die ovale Kernburg der Burg Roßlau weist zahlreiche Epochen auf. Rechts im Bild: Der mächtige Wohnturm.

Burg Roßlau - Kernburg

Bei der Kernburg handelt es sich um eine ovale Randhausburg. Im Laufe der Jahrhunderte wurde ihr Aussehen mehrmals verändert, sodass man heute auf einen recht bunten Mix aus verschiedenen Epochen stößt. Von außen lässt sich deutlich die mittelalterliche Ringmauer erkennen, die zu einigen Seiten aufgrund des weichen Untergrunds mit Stützpfeilern ausgestattet wurde.
Innerhalb der Ringmauer befinden sich 5 Wohngebäude. Den Südwesten nimmt der mächtige, dreigeschossige Wohnturm ein, der heute nur noch bedingt als solcher zu erkennen ist. Er besitzt eine außenliegende Treppe im Hof, über die der ehemalige Hocheingang im oberen Geschoss zu erreichen ist. Der Palas besaß eine Steinkammer mit Luftheizung. Zudem gab es auf Burg Roßlau noch einen Torturm und weitere Wohnbauten. Die heutigen Gebäude bestehen größtenteils aus Bruchsteinmauerwerk und Giebeln mit Sichtfachwerk.
Das Aussehen der Kernburg weicht heute von der mittelalterlichen Variante ab. Ursprünglich dominierte ein mächtiger Bergfried die Burg, der 2007 gefunden und 2009 archäologisch untersucht wurde.

Burg Roßlau - Der Bergfried

2007 fand man unter dem Hof der Kernburg die Reste eines mächtigen Bergfrieds. Bis 2009 wurden diese ausgegraben und archäologisch untersucht.
Der Turm prägte im Mittelalter das Aussehen der Burg Roßlau. Er war rund und stammte aus der Zeit um 1200. Mit 10,8 m im Durchmesser und 4,3 m Mauerstärke, die sich nach oben verjüngte, war er auf Beschuss ausgelegt. Bauweise und Qualität glichen vermutlich den Bergfrieden der Türme der Burgen Rabenstein und Belzig. Somit war das Gebäude vermutlich auch um die 25 m bis 30 m hoch.

Burg Roßlau - Vorburg und Außenanlage

Burg Roßlau war eine Niederungsburg bzw. Wasserburg. Sie besaß ein dreifaches Wall-Graben-System, d. h. sie wurde von drei Gräben umgeben. Diese führten Wasser, dass aus dem nahegelegenen Fluss Rossel stammte. Teile der Gräben haben sich bis heute erhalten und umschließen die Anlage noch zu einer Seite hin.

Noch deutlich lassen sich die Wälle und Gräben der Burg Roßlau erkennen, auch wenn sie zum Teil schon vollständig verschwunden sind.
Noch deutlich lassen sich die Wälle und Gräben der Burg Roßlau erkennen, auch wenn sie zum Teil schon vollständig verschwunden sind.

Das Grabensystem der Burg Roßlau ist allem Anschein nach sehr alt. Schon zu Zeiten der Slawen soll es existiert haben. Die damalige slawische Wallburg besaß vermutlich ebenfalls drei Gräben. Im Mittelalter wurde zwischen die äußeren Gräben ein höherer Erdwall gezogen, in dem vermutlich ein Torhaus stand. Der Wall schützte die Burg vor einschlagenden Geschossen, ähnlich wie Sandsäcke. Seine steile Außenseite war nur schwer zu überwinden.
Nach Nordosten, Süden und Südwesten wird die Kernburg von einer Vorburg umgeben. Im Mittelalter sah diese anders aus. Sie besaß mehr Gebäude, die im Laufe der Neuzeit abgebrochen worden. Die Gräben, die die Vorburg von der Kernburg trennten, sind mittlerweile verschwunden.

Am Südwesteingang der Burg Roßlau steht das Jagdschloss aus dem 18. Jahrhundert.
Am Südwesteingang der Burg Roßlau steht das Jagdschloss aus dem 18. Jahrhundert.

In der Vorburg der Burg Roßlau befindet sich ein kleines Jagdschloss, das 1740 errichtet wurde. Es war mit einer Brücke mit der Kernburg verbunden. Bei dem Schloss handelt es sich um einen zweigeschossigen Putzbau mit sieben Fensterachsen und Walmdach.

Burg Roßlau - Archäologische Funde

In und um die Burg Roßlau wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Funde gemacht. Darunter sind auch Schachfiguren und ein goldener Ring, der den Namen "Roßlauer Treuering" trägt. Der Ring zählt als der älteste, erhaltene Ehering Deutschlands. Mittlerweile kann man Kopien von diesem Ring erwerben. Die restlichen Funde ziehen sich über zahlreiche Epochen.

Burg Roßlau - Heutige Nutzung

Burg Roßlau ist seit 1986 nicht mehr bewohnt. Die Anlage wird immer wieder für Veranstaltungen genutzt. Ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt. Zu den Highlights gehören der jährliche Ostermarkt und der Adventsmarkt am zweiten Advent.

Fazit

Burg Roßlau strahlt dank des engagierten Fördervereins in neuem Glanz. Die ovale Anlage überrascht an allen Ecken mit Bausubstanz aus verschiedenen Epochen. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Burg zu den Öffnungszeiten einmal besichtigen. Vor allem mit einem Besuch der zahlreichen Veranstaltungen, die hier stattfinden, hilft man beim Erhalt.

Historie

983 - Burg Roßlau ist in deutscher, sächsischer Herrschaft. Vermutlich besaß die Anlage zu der Zeit schon einen doppelten, z.T. auch dreifachen Wassergraben wie es die Slawen zuvor schon oft auf ihren Burgen hatten.

12. Jahrhundert - Die ersten Teile der heutigen Burganlage werden errichtet.

13. Jahrhundert - Der Askanier Markgraf Otto und Albrecht der Bär sind Eigentümer der Region.

ca 1200 - Der mächtige Bergfried, dessen Reste unter dem Hof schlummern, wird errichtet.

1215 - Der ministeriale Albertus de Rozelowe wird schriftlich erwähnt. Als Beiname taucht Schlichting auf. Derer von Schlichting gelten als die Gründer der heutigen Burg Roßlau.

1348 - Die Rundburg ist Sitz der Herren von Schlichting. Diese waren zu der Zeit ein Ministerialengeschlecht. In jenem Jahr ist sie im Besitz der Fürsten von Anhalt.

1358 - Burg Roßlau wird erstmals mit dem Namen "rozlowe" urkundlich genannt. Sie wird von den Lindauer Grafen an die Fürsten von Anhalt zurückverkauft.

15. Jahrhundert - Die Anlage wird zu einem Ökonomieamt umgebaut.

Bis 16. Jahrhundert - Die Burg wird kontinuierlich erweitert und ausgebaut.

1583 - Eine Elbbrücke wird errichtet.

25. April 1626 - An der Elbbrücke kommt es zur Schlacht. Die Burg Roßlau wird dabei verwüstet, geplündert und teilweise in Brand gesteckt.

1643 bis 1662 - Unter der Baronin von Metzsch kommt es zu einem Wiederaufbau.

Mitte 17. Jahrhundert - Burg Roßlau verliert stark an Bedeutung. Die Fürsten von Anhalt-Zerbst ziehen auf das Schloss Zerbst um.

1740 - Unweit der Wehranlage entsteht ein Jagdschloss, das mit einer Brücke mit der Burg verbunden wird.

1742 - Nachdem das Rathaus errichtet wurde, zieht die Verwaltung aus der Burg aus.

1743 - Der Treppenturm wird erneuert.

1745 - Eine neue Schlossbrücke wird gebaut.

1750 - Die Domänengebäude werden erneuert.

1793 - Die Seitenlinie der Fürsten von Anhalt-Zerbst sterben aus. Das Erbe geht an die Fürsten von Anhalt-Köthen.
1825 bis 1826 - Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen lässt einen Schlossgarten anlegen.

1836 bis 1838 - Herzog Heinrich von Anhalt-Köthen saniert Burg Roßlau und baut sie zum Herrschaftssitz aus.

1847 - Die Fürsten von Anhalt-Köthen sterben aus.

Mitte 19. Jahrhundert - Das Schloss wird zur herzoglichen Revierförsterei umfunktioniert.

1870 - Burg Roßlau brennt komplett aus. Sie bleibt lange eine Ruine.

1875 - Mehrere Domänengebäude werden abgebrochen.

1879 - Das Gefängnis wird aus der Burg in das Rathaus verlegt.

Nach 1920 - Der Anhaltinisch-Askanische Familienverein e.V. wird neuer Eigentümer der Burg Roßlau.

1924 - Die Anlage wird saniert und es entstehen Wohnungen, die bis 1986 genutzt werden.

1945 - Die Burg wird unter den Russen zum Gefängnis.

Nach 1945 - Das Katasteramt der Gemeinde zieht im Schloss ein.

1947 - Burg Roßlau geht in den Besitz der Stadt Roßlau über.

1999 - Der Förderverein "Burg Roßlau" e.V. wird gegründet.

Nach 2000 - Es folgen zahlreiche Sanierungen, Restaurationen, Bauforschungen und archäologische Ausgrabungen. Die Burg wird genauestens untersucht.

Eintritt und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Außenanlage: offen
Burg: unbekannt
Eintrittspreise: frei
Website: BurgRosslau.de

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Anfahrt

Burg Roßlau liegt nördlich von Dessau, unweit der A9. Von der A9 Abfahrt "8 Coswig"auf die B187 Richtung Dessau-Roßlau. In Roßlau von der Bundesstraße rechts in die Straße "Am Schlossgarten" abbiegen und direkt hier parken. Anschließend zurück über die Bundesstraße auf die andere Straßenseite gehen. Neben dem Jagdschloss befindet sich der Eingang zum Burggelände. Alternativ kann man auch in der "Küchenbreite" parken und über das nördliche Tor das Grundstück betreten.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Roßlau erwähnt:

Burg Lindau

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 24.10.2021


Burgen in der Umgebung

Burg Lindau

ehemalige Burg
39264 Zerbst-Lindau
Entfernung: 19.98 km

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