Fougéres

Burg Fougéres

Burg Fougéres

Frankreich / Bretagne

Auf einem hohen Felsblock oberhalb des Flusses Nancon entstand im 12. Jahrhundert die kleine Burg Fougéres, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer eindrucksvollen, imposanten und gigantischen Anlage heranwuchs. Die Burg bestand aus mehreren Abschnitten, die durch Toranlagen und Wehrmauern voneinander getrennt waren. Bis heute haben sich eindrucksvolle und sehenswerte Reste erhalten, die Fougéres zu einer der schönsten Burgen der Bretagne zählen lassen.

Burg Fougéres
Burg Fougéres
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Adresse

Burg Fougéres F 353 Fougéres Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Schanzenburg, Wasserburg
Nutzung: Museum
Lage: 99 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:24-17:16 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal:
mehr
Eintrittspreise: Burg: kostenpflichtig
Außenanlage: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Fougéres

Die Burg von Fougères liegt auf einem hohen Felsblock am Fluss Nancon inmitten des gleichnamigen Ortes. Die nach 1166 errichtete Steinburg wurde im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich ausgebaut und nimmt heute ein Areal von über 2 Hektar ein. Mit 13 Wehrtürmen und einer 320 m langen Ringmauer, die 30 m hoch und 5 m dick ist, gehört Fougères zu den größten Burganlagen Europas. Durch die ständigen Erweiterungen der Anlage besteht sie heute aus drei Burghöfen, genannt Schutzhof (ehemalige Kernburg), Innenhof (ehemalige Vorburg) und dem Vorhof (ehemaliges Vorwerk), die sich auf dem Felsrücken Richtung Altstadt ziehen.
Der Vorhof gehört zu den jüngsten Elementen der Burganlage. Er diente in Kriegszeiten als Vorwerk und wurde direkt über den Fluss Nancon gebaut, der im Norden in Form eines Sees bis heute gestaut wird. Zur Stadt hin ist der Vorhof durch einen Halsgraben gesichert, durch den ein Teil des kanalisierten Flusses Nancon floss und vier Mühlenräder angetrieben hat, die heute im rekonstruierten Zustand zu betrachten sind.
Der Weg führt über eine Brücke über den Halsgraben direkt zum Torhaus des Vorhofs, das aus der Mauerflucht steht und durch zwei runde Ecktürme flankiert wird (im Süden der Hallay Turm und im Norden der Guémadeuc Turm). Der Torbau weist einen Aufgang auf die Ringmauer auf, über die die beiden Türme erreichbar waren.
Im Inneren beherbergt der Vorhof einen großen Graben, der im Falle eines Angriffs durch den aufgestauten Fluss vollständig geflutet werden konnte. Eine Brücke, ehemals wahrscheinlich Zugbrücke, heute aus Stein, führt über den Graben zum Tor des Innenhofs, das ebenfalls aus einem Torturm bestand, der heute nur noch in einem ruinösen Zustand erhalten geblieben ist. Auch er wurde im Norden durch durch den Coigny Turm flankiert und stellte zusammen mit dem Graben und dem Vorhof ein beachtliches Hindernis dar. Die Ringmauer gab die Möglichkeit den Gegner von beiden Seiten ins Kreuzfeuer zu nehmen.
Hinter dem ehemaligen Torturm befindet sich der Innenhof, der den größten Bereich der Burg einnimmt. Er beherbergte im Mittelalter den repräsentativen Palas links neben dem Torturm, sowie zahlreiche andere Gebäude, den Brunnen und drei Türme. Umgeben ist er von einer bis zu 5 m starken Ringmauer, die im Nordwesten in die Ringmauer des Schutzhofs übergeht. Seine Verteidigungsanlage zeigt vollständig nach außen und war auf einen Angriff eingedrungener Feinde nicht ausgelegt. Die Gebäude lehnten alle an der äußeren Ringmauer an und gaben in ihrer Mitte einen lang gezogenen Platz, ähnlich einer Straße frei, die hoch zum Schutzhof führte.
Wichtigstes Gebäude des Innenhofs war der Palas, der sich direkt links neben dem Tor befand. Von ihm sind noch zahlreiche Mauerstücke, Gewölbe und Säulen erhalten, die zum Teil noch Elemente von Verzierungen aufweisen. Nach Westen setzte sich ein Gebäudekomplex fort, der der Ringmauer folgte. Neben dem Brunnen und dem Palas sind nur wenige Gebäuderuinen erhalten geblieben.
Die Ringmauer des Innenhofs kann heute mithilfe eines Wehrgangs vollständig abgelaufen werden. Eine Treppe im Palas führt auf die südliche Ringmauer. Über diese gelangt man zu den drei Südtürmen Cadran, Raoul und Surienne, die den ehemaligen Eingang zur Altstadt, der unterhalb der Burg verlief, flankierten. Die Türme stehen alle aus der Mauerflucht heraus und dienten zur Verteidigung dieser. Türme und Mauern stammen aus dem 14. Jahrhundert und weisen bis heute Pechnasen und Schießscharten auf. Ihre halbrunde bastionsartige Form lässt sie imposant und groß erscheinen. Von der Mauer eröffnet sich der Blick auf das im Süden befindliche Tor der Stadtmauer genannt Porte Notre Dame, das durch zwei Flankierungstürme, zwei Zugbrücken und einem Wassergraben geschützt war. Zudem lässt sich die fortlaufende Stadtmauer Richtung Süden erkennen.
Im Nordwesten schließt die Ringmauer des Innenhofs an die Ringmauer des Schutzhofs an. Der Schutzhof liegt auf dem höchsten Punkt des Felsens und beherbergt die ältesten Elemente der Burg. Er diente als letzte Rückzugsmöglichkeit für Burg- und Stadtbewohner. Der recht kleine Innenhof beherbergt die Überreste eines gewaltigen Donjon (Bergfried), der über 5 m dicke Außenmauern besaß. Er soll laut allgemeiner Literatur Element der 1166 geschliffenen Burg sein, ist wahrscheinlich eher später entstanden, da die damals zerstörte Burg aus Holz gewesen sein soll. Man geht davon aus, dass er nie fertiggestellt wurde und die beiden Türme in der Ringmauer aus dem 13. Jahrhundert seine Rolle als Bergfried übernahmen. Innerhalb der Ringmauer stößt man auf die zwei Türme Mélusine und Gobelins (normannisches Wort für Goblin), die mit über 30 m Höhe alle anderen Elemente der Burg überragen. Als Bergfried diente vor allem der Turm Mélusine, der einen ebenerdigen Eingang besaß. Dieser war durch eine Zugbrücke von Burghof getrennt gewesen. Ein Laufloch für eine Zugbrücke oberhalb des Eingangs erinnert an die ehemalige Verteidigungsform.
Zwischen den beiden Türmen führt ein Tor in einen Torzwinger, der angeblich ursprünglich als Eingang diente und von den beiden Bergfrieden flankiert wurde. An seinem nördlichen Ende befindet sich das Tor d´Amboise, das durch zwei Türme flankiert wurde und eine Zugbrücke besaß. Von außen wirkt das Tor aufgrund des fehlenden Walls, über den man das Tor hätte erreichen können, sehr merkwürdig. Im Gegensatz zu den Wällen sind die Wassergräben im Norden und im Westen noch gut erhalten.
Burg Fougères besteht fast ausschließlich aus Schiefer. Elemente wie Schießscharten, Torbögen und Fenster wurden aus Granit gehauen, das aus einem 10 km entfernten Steinbruch stammt. Der recht dunkle Stein gibt der Burg ein imposantes und mächtiges Auftreten, das vor allem durch die Größe der Anlage sehr verstärkt wird. Die fast uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auf den Mauern, in den Türmen und zwischen den Ruinen lässt Fougères zu einem einzigartigen Erlebnis werden.

Historie

Um das Jahr 1000 herum beginnt das bretonischer Herzogtum seine Grenzen zu sichern und zu schützen. Fougères gehörte mit seiner Lage zu den Orten, die zur Sicherung ausgebaut wurden. Der damalige Lehensherr beauftragte den Bau einer kleinen Burg auf dem heutigen Felsen inmitten eines Sumpfs und an einer Windung des Flusses Nancon. Die Burg wurde 1166 durch den König von England Heinrich II. von Plantagenet belagert und niedergebrannt, da sich Raoul II. und einige andere bretonischer Adelige sich weigerten sich der englischen Krone zu unterwerfen. Damals bestand die Anlage noch aus Holz und wurde nach der Schleifung von Raoul II., damaliger Vasall des bretonischen Herzogs Conan le Petit aus Stein neu errichtet. Einigen Quellen nach (z.B. Baedeker Reiseführer Bretagne) sollen die Überreste des einstigen Donjon im obersten Burghof zu der ersten Burg gehören.
Im 14. Jahrhundert baute die Familie Lusignan Fougères weiter aus, so dass sie zur damaligen Zeit eine der ausgedehntesten Burganlagen Europas wurde. Nach einer vernichtenden Niederlage der Bretonen in der Schlacht von St-Aubin-du-Cormier wird die Burg 1488 an die französische Armee übergeben. In den Zeiten darauf diente Fougères immer wieder als Hochburg und Versteck einzelner Parteien. In der Französischen Revolution war die Anlage im Besitz der königstreuen Revolutionsgegnern, genannt Chouans (das Wort kommt von chat-huant, deutsch: Waldkauz). Die Revolutionsgegner begannen von hier ihre Aufstände.
Der ehemalige Palas wurde 1820 zerstört und bis heute als Ruine belassen. In dem Turm Coigny errichtete man im zweiten und im dritten Stock im 17. Jahrhundert eine kleine Kapelle. Heute ist die Burg eine touristische Attraktion und dient als Museum.

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Anfahrt

Fougères liegt nordöstlich von Rennes und nördlich von Vitré. Über die A84, die direkt im Westen der Stadt liegt oder über die A81, die bei Vitré in die N157 übergeht auf die D178 und direkt nach Fougères fahren. Zudem führen die N12, die D177, die D706 und die D175 zur Ortschaft.
Innerorts folgt man der Ausschilderung zur Burg und zum Parkplatz der Burg, der sich im Westen der Anlage befindet. Der Zugang zur Anlage erfolgt von Norden von der Altstadt und der Fußgängerzone aus.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 06.01.2009


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