Vitré

Burg Vitré

Burg Vitré

Frankreich / Bretagne

Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Burg von Vitré befindet sich auf einem Bergsporn am westlichen Ende der ehemaligen Altstadt. Sie ist vom Grundriss her dreieckig und von einer Ringmauer umgeben, die zur Stadt hin mit der Stadtmauer verbunden gewesen sein soll. Nach außen, also zum Tal hin, ist Vitré durch stark abfallende Hänge gesichert. Die Stadtseite nimmt ein breiter und tiefer Halsgraben ein, der zu den Enden hin zugemauert ist. Zahlreiche aus der Mauerflucht stehende Türme und der mächtige Torbau flankierten den Zugang. Heute wirkt die Anlage teilweise imposant und eindrucksvoll. Der Hof ist frei begehbar. In der Anlage gibt es ein Museum.

Burg Vitré 1
Burg Vitré 2

Baubestand & Beschreibung

Die Burg von Vitré befindet sich auf einem Bergsporn am westlichen Ende der ehemaligen Altstadt. Sie ist vom Grundriss her dreieckig und von einer Ringmauer umgeben, die zur Stadt hin mit der Stadtmauer verbunden gewesen sein soll. Nach außen, also zum Tal hin, ist Vitré durch stark abfallende Hänge gesichert. Die Stadtseite nimmt ein breiter und tiefer Halsgraben ein, der zu den Enden hin zugemauert ist. Zahlreiche aus der Mauerflucht stehende Türme und der mächtige Torbau flankierten den Zugang.
Man betritt die Burg heute wie damals von Osten und somit von der Stadt her. Die Ringmauer war zu dieser Seite hin im Süden durch den Wehrturm Saint-Laurent und im Norden durch den Wehrturm de la Madeleine flankiert. Zudem befindet sich an der Südostseite der halbrunde Wehrturm au Véel. Eine lange Brücke mit zwei Brückenpfeilern führt zum Torhaus, das durch zwei mächtige Rundtürme, entstanden um 1400, flankiert wird. Direkt vor dem Tor geht die Brücke in eine Zugbrücke über, die vom Tor aus hochgezogen werden konnte. Eine rekonstruierte Balkenkonstruktion deutet auf die ehemalige Funktionsweise hin. Das Tor besteht, wie bei den meisten Burgen der Bretagne, aus einem großen Tor und einer kleinen Ausfallpforte, die beide jeweils eine eigene Zugbrücke hatten.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der heute aufgrund fehlender Gebäude größer wirkt als er einst war. Im südlichen Bereich des Hofs trifft man auf den Brunnen. Die nördliche Innenseite der Ringmauer nehmen das neogotische Rathaus von 1912 und die Überreste des ehemaligen Palas ein, die an der Ringmauer anlehnen. Von dem Palas zeugen heute nur noch Fenster in der Ringmauer, sowie einige wenige ausgegrabene Fundamente im Boden. An der Ostseite des Rathauses gehen Mauerstücke ab, die auf die ehemalige Höhe der Ringmauer und des Palas hinweisen.
Die Südwestseite der Kernburg wird zum größten Teil durch die Ringmauer und vier Türme geprägt, die untereinander über Wehrgänge auf der Ringmauer verbunden waren. Heute dienen sie dem Museum als Herberge. Die Spitze des dreieckigen Grundrisses im Westen nimmt der Wehrturm Montafilant ein, der sich vom Hof aus nur bedingt erkennen lässt. Innerhalb der südwestlichen Ringmauer befinden sich der Wehrturm de l´Oratoire und der Wehrturm de l´Argenterie. Die Südostspitze nimmt der größte der Türme ein, genannt Saint-Laurent. Der Turm de l´Oratoire beherbergt seit 1521 eine Chorkapelle, deren Erker zum Hof hin zeigt und von diesem aus gut erkennbar ist.
Burg Vitré wirkt durch ihre hohe Bauart sehr imposant. Im Laufe der Jahrhunderte bauten einzelne Besitzer zahlreiche Türme, so dass die Burg zum Ende ihrer Blütezeit hin mehr Türme als Gebäude aufwies. Ähnliches Verfahren ist bei Josselin zu erkennen, auch wenn dort nur vier Türme erhalten geblieben sind. Die dreieckige Form von Vitré sorgte innerhalb der Burg für zwei spitze und einen rechteckigen Winkel, wodurch die Errichtung eines Gebäudeschlauchs nur bedingt möglich war. Stattdessen bediente man sich mehrerer Türme, die neben ihrer Abwehrfunktion auch zum Wohnen dienten.

Historie

Die Region Vitré gehört mit Antrain, Fougères, La Guerche, Ancenis und Clisson zu den bedeutendsten Verteidigungspunkten der damaligen Grenze der Bretagne zu den Herzogtümern der Normandie, Maine und Anjou hin. Um das Jahr 1000 herum wird die erste Burg von Vitré errichtet. Die Region ging damals in den Besitz von Riwallon le Vicaire, der ein Getreuer vom Herzog Geoffroy I. war. Dieser ließ die erste Burg errichten, die sich am Südhang erstreckte und ungefähr den Standort der heutigen Kirche Sainte-Croix einnahm.
Baron Robert I., der Enkel von Riwallon, stiftete zwischen 1060 und 1070 den Südhang den Benediktinermönchen und errichtete eine neue Burg an dem heutigen Standort. Von dem Schieferfelsen eröffnete sich eine strategisch bessere Aussicht, die nach Norden in das Vilaine-Tal und nach Süden in das Sumpfland reichte. Anfangs bestand die Burg aus einem Steinbau, von dem noch ein romanisches Portal erhalten geblieben ist.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird Vitré vom Baron André III. in seiner heutigen dreieckigen Grundrissform nach dem französischen Baustil des Königs Philippe-Auguste errichtet. Zu dieser Zeit entstehen die Ringmauer, der Nordturm des Burgtores und der Tour de Véel. Die Tochter des Barons André III., der Erbauer der Burg, heiratet einen Mann namens Guy VII. de Laval-Montmorency, der die Herrschaft Vitré übernimmt. Seine Nachfolger, die größtenteils der Familie Laval angehören, kümmern sich immer weniger um die Befestigung der Stadt und der Burg und übergeben diese schließlich 1488 an den König von Frankreich.
Unter dem Baron Guy XVI., der ein Gouverneur der Bretagne war, entsteht zwischen 1526 und 1531 die Chorkapelle. In dem Jahre 1547 geht die Herrschaft Vitré an die Familie Rieux, anschließend an die Familie Coligny und 1605 an Henry I. de la Trémouille. In der Zeit darauf wird die Burg von Marie de la Tour-Bouillon bewohnt, die aber nur wenig später in ihr errichtetes Château Marie im Süden der Stadt umzieht.
Es folgt der Verfall und die Nutzung der Burg als Gefängnis und Kaserne bis in das späte 18. Jahrhundert hinein. 1870 entdeckt man das Kulturgut wieder und nimmt es 1872 als historisches Denkmal auf. Von 1872 bis circa 1900 werden große Abschnitte unter der Leitung der Architekten Darcy und Gout mühevoll restauriert. Ab 1877 dienen Bereiche der Burg als Museum. Dieses wurde von Arthur Lemoyne de la Borderie errichtet.
Zwischen 1902 und 1912 entsteht nach den Plänen von Gout das neogotische Rathaus, ursprünglicher Standort des nordöstlichen Herrenhauses.

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Anfahrt

Burg und Ort Vitré befinden sich östlich von Rennes. Über die A81/E50, die kurz vor Vitré in die Schnellstraße N157 übergeht oder von Fougères aus über die D178 nach Vitré. Innerorts folgt man der Ausschilderung zur Stadtmitte hin und parkt auf den ausgewiesenen Parkplätzen an der Südseite der Altstadt. Innerhalb der Altstadt ist die Burg ausgeschildert.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Vitré erwähnt:

Burg Fougéres

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 04.01.2009


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