Kriebstein

Burg Kriebstein

Burg Kriebstein

Deutschland / Sachsen

Burg Kriebstein liegt auf einem Sporn oberhalb einer engen Schleife des Flusses Zschopau. Die gut erhaltene Anlage geht aus einem großen Wohnturm hervor, der heute noch teilweise originale Inneneinrichtungen aufweist. Es lassen sich sowohl architektonische Besonderheiten, wie auch Mobiliar aus der Zeit der Spätgotik bis in die Neuzeit entdecken. Burg Kriebstein ist eine Perle der sächsischen Burgen und sollte einmal besucht werden. Es lohnt sich!

Burg Kriebstein
Burg Kriebstein

Adresse

Burg Kriebstein Am Schlossberg
09648 Kriebstein Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:Museum
Lage:215 m.ü.NN.
Sonnenlicht:05:37-16:07 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:saisonal
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Eintrittspreise:Außenanlage, Burghof: frei
Burg: Museum
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Website:Burg-Kriebstein.eu

Baubestand & Beschreibung

Burg Kriebstein

Burg Kriebstein thront majestätisch auf einem steilen Felsen über einer lang gezogenen Kurve des Flusses Zschopau im Kriebethal. Heute beherbergt sie ein Museum und gehört zu den schönsten Burgen Sachsens. Sie stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. Größtenteils behielt sie ihre gotische Form bei und ist bis heute von ihrer Art her einzigartig.
Bei der Burg handelt es sich um eine klassische Spornburg mit ovalem Grundriss. Der Ursprung liegt in einem Wohnturm, der heute noch das Bild der Anlage dominiert. Schon recht früh nach der Gründung entstanden noch im 14. Jahrhundert zahlreiche Gebäude und eine Ringmauer.

Außenanlage
Man betritt die eindrucksvolle Burg heute von Norden her. Der Weg führt über den mehr als 10 m breiten Halsgraben über eine Brücke durch ein Torhaus auf den Burghof. An der Stelle der Steinbrücke befand sich ursprünglich eine Zugbrücke. Am Torhaus lassen sich noch die Lauflöcher der Ketten der ehemaligen Zugbrücke erkennen.
Ursprünglich stand Burg Kriebstein auf einem steilen Felssporn. Im Laufe der Zeit wurde dieser durch den Bau der Straße und zahlreiche andere landschaftliche Eingriffe verändert. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war die nordwestlich ausgerichtete Eingangsseite die einzige Angriffsseite. Die Nordseite wird heute noch durch die Ringmauer mit überdachtem Wehrgang und durch einen eindrucksvollen Rundturm geschützt und flankiert. Der mächtige Torturm und die dicken Mauern des Wohnturms schützten die Burg nach Norden und Westen vor einschlagenden Geschossen. Ein guter Schutz zu dieser Seite war bei Burg Kriebstein wichtig, da die Anlage kein Vorwerk und keine Vorburg aufwies. Die Wirtschaftsgebäude wurden direkt in der Burg errichtet.

Burghöfe
Hinter dem mächtigen Torturm eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof. Auf der rechten Seite befindet sich der eindrucksvolle Wohnturm, vor dem ein eigener kleiner, höher gelegene Burghof ruht. Eine schmale Treppe führt direkt hinter dem Tor hoch zum kleinen Burghof. Auf diese Weise trennten sich die Gemächer und Räumlichkeiten des Burgherren von der restlichen Anlage ab. Während sich die Wirtschaftsgebäude und später entstandenen Prunkräume um den großen Burghof anordnen, sind die Räume des Burgherren nur über den kleinen oberen Burghof erschlossen.

Wohnturm
Eindrucksvollstes Gebäude der Burg ist der Wohnturm. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert und war das erste Gebäude, das errichtet wurde. Mit einer Grundfläche von 10,7 auf 20 m ( laut Krahe, Internet: 22 × 12 m) und einer monumentalen Höhe von 45 m (Krahe: 20 m) gehört er zu den größeren Wohntürmen. Seine Außenmauern sind 2 m dick und im Inneren stößt man auf sechs Stockwerke. Durch die spätmittelalterlichen Erkertürme und das unverwechselbare Dach mit Dachreiter ist der Turm eine Einzigartigkeit. Bis heute weist er nur wenige Fenster auf. Die kleinen Fenster in den oberen Etagen und die Öffnungen in den Erkertürmen ließen sich gut für den Einsatz von Schusswaffen nutzen.
Die Burg ist um den Wohnturm herum entstanden. Schon recht früh errichtete man den angrenzenden, turmartigen Torbau und die Ringmauer. Auch der spätgotischer Küchenbau, sowie die Kapelle und die gotische Stube wurden nur kurze Zeit nach dem Wohnturm errichtet. Später folgten die zahlreichen Wirtschaftsgebäude, die sich heute um den großen Burghof anordnen.

Kriebsteinzimmer
Im dritten Obergeschoss des Wohnturms befindet sich ein kleiner Raum von 3 × 4,3 m. Es handelt sich um eine vollständig bemalte, einzigartige Bohlenstube aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. An den Wänden findet man Szenen mit Figuren, wie zum Beispiel Christophorus und die Pilger. Die Decke wird vor allem durch Ranken und florale Bemalungen dominiert. Die Bohlenwände weisen gezeichnete Vorhänge auf, die dem Raum ein plastisches Aussehen verleihen.
Leider ist der Raum nur im Zusammenhang mit einer Sonderführung zu besichtigen und kann bei einem Aufenthalt im Museum nicht begutachtet werden.

Kapelle, Hinteres Schloss und Halle
An der Südwestseite des Wohnturms entstand zwischen Wohnturm und dem steilen Abhang zum Fluss hin vor 1410 der Kapellenflügel. Im Inneren stößt man heute auf eine eindrucksvolle Burgkapelle, die zahlreiche Malereien aus der Zeit von 1410 aufzuweisen hat. Sie ist die besterhaltene, spätmittelalterliche Kapelle im gesamtdeutschen Raum.
Die Malereien entdeckte man erst 1933, als der Felsen unter der Kapelle sich bewegte und für Risse im Bauwerk sorgte. Bei den Sicherungsarbeiten und der Restauration hat man die Malereien entdeckt.
Die Burgkapelle war ursprünglich der Jungfrau Maria gewidmet. Die freigelegten Bilder beziehen sich auf zahlreiche Geschichten, die mit ihr in Verbindung stehen. Nach der Reformation in Sachsen wurden vor allem die katholischen Malereien teilweise übermalt und zerstört. Heute kann man die Kapelle für Trauungen bis zu 15 Personen mieten.
Neben der Kapelle schließen die gotische Halle und das Hintere Schloss an. Die gotische Halle ist ein eindrucksvoller, zweijochiger Raum, der mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt ist. Die Halle wurde mit dem Hinteren Schloss im 17. Jahrhundert durch ein durchgehendes Obergeschoss miteinander verbunden. Heute lassen sich Kapelle und Halle bei einem Museumsbesuch begutachten.

Wirtschaftsgebäude
Der große Burghof wird zum größten Teil von ehemaligen Wirtschaftsgebäuden eingerahmt. Die Bauten lehnen an der Ringmauer an und nehmen diese bis auf ein kleines Stück an der Nordseite komplett ein. Da die Nordseite die Hauptangriffsseite der Burg war, hat man hier statt eines Wirtschaftsgebäudes einen überdachten Wehrgang errichtet.
Burg Kriebstein ist in dieser Hinsicht eine Besonderheit. Die Wirtschaftsgebäude, die bei den meisten deutschen Burgen in einer Vorburg untergebracht waren, wurden hier direkt in der inneren Burganlage integriert. Dies war vor allem für den Fall einer Belagerung sinnvoll, da der Brunnen und die Möglichkeit der Nahrungsmittelherstellung innerhalb der Burg lagen und nicht durch den Feind eingenommen werden konnten.
In späterer Zeit wurden die Wirtschaftsgebäude unwichtig und teilweise umfunktioniert. So entstand zum Beispiel im Südflügel eine große Säulenhalle und der Festsaal, der heute für Konzerte, Trauungen und Veranstaltungen genutzt wird. Direkt daneben, an der Ostseite, stößt man heute auf die Brunnenstube, aus der das Wasser für die Bewohner gewonnen wurde.

Museum
Das Museum nimmt die meisten Bereiche der Burg ein. Zahlreiche interessante Räume können besucht und begutachtet werden. Sehenswert sind zum Beispiel das Schatzgewölbe mit mehreren Exponaten, die gotische Halle, die Burgkapelle, die Gesellschaftsräume der Renaissance, der Rittersaal, der Alte Festsaal, das Jagdzimmer, der Burgbrunnen, die Kellergewölbe, der Wohnturm und die Säulenhalle.

Fazit
Burg Kriebstein ist eine einzigartige Anlage, die sowohl durch ihre Lage im urigen Tal, wie auch durch ihren markanten und imposanten Wohnturm sofort auffällt. Sie hat bis heute trotz kleinerer Umbaumaßnahmen ihren gotischen Charakter erhalten und zählt zu den schönsten Burgen Sachsens. Mit einem recht großen Museum und einer Burgschenke lädt sie zum Entdecken und zu einem längeren Besuch ein. Es lohnt sich.

Historie

Im 14. Jahrhundert belehnte Markgraf Wilhelm I. von Meißen die Herren von Beerwalde mit dem Burgrecht. Das Adelsgeschlecht lebte auf einer kleinen Turmhügelburg mit dem Namen Waal bei der Ortschaft Beerwalde. Sie war bereits vor 1400 in den Besitz der Städte Waldheim und Hartha gekommen, zu denen später weitere 33 Dörfer gehörten.
Dietrich von Beerwalde wird am 4. Oktober 1384 in einer Urkunde genannt, in der er sich verpflichtet die Burg Kriebstein ("... krywenstein zu bauen auf dem sein Vater gesessen") weiter auszubauen. Die Anlage gehörte zuvor seinem Vater, der wahrscheinlich den Grundstein legte. Dietrich von Beerwalde bekleidete viele Ämter und besaß ausreichend finanzielle Mittel. Unter ihm entstanden Teile des Wohnturms (Holzbalken im Dach stammen von 1399). Zudem ließ er die Kapelle, die Ringmauer und das Torhaus errichten. Von der Anlage seines Vaters sind nur wenige Reste bekannt.
1407 wurde Dietrich von Beerwalde erneut mit Kriebstein belehnt. Er errichtete daraufhin den Kapellenflügel, die gotische Halle, mehrere Wirtschaftsgebäude und vermutlich Innenräume im Wohnturm. Nach seinem Tod 1408 verwaltete seine Witwe Elisabeth von Beerwalde die Herrschaft und die Burg Kriebstein weiter. Sie vermachte den Besitz ihrer Tochter Klara mit der Auflage, dass sie Leibgedinge zu leisten hatte.
1465 erwarb Hugold III. von Schleinitz Burg und Herrschaft Kriebstein. Er war der Obermarschall von Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen. 1471 beauftragte er den Baumeister Arnold von Westfalen mit dem weiträumigen Umbau der Burg. Arnold von Westfalen war zu dieser Zeit sehr bekannt. Von ihm stammten die Pläne für die Albrechtsburg in Meißen. Unter seiner Hand wurden der Wirtschaftsflügel mit "Neuen Tanzsaal", die Brunnenstube, das "hintere Schloss" und ein neues Küchenhaus erschaffen. Im Küchenhaus findet man die typischen Fensterformen, die Arnold von Westfalen auch auf der Albrechtsburg benutzt hat. Aus dieser Zeit stammt das heutige Aussehen der Burg. Trotz weiterer Veränderungen, die im Laufe der Zeit stattfanden, lässt sich heute noch deutlich der gotische Charakter erkennen.
Nach dem Tod von Hugold von Schleinitz 1490 ging die Anlage bis 1498 an seine Söhne. Anschließend gab es mehrere Besitzerwechsel. 1529 wird Kriebstein schließlich von Ernst III. von Schönburg gepachtet, der die Burg schließlich 1531 kauft. Herzog Georg erwirbt die Anlage 1537 zurück und vergibt sie unter der Auflage der Leibgedinge an die Herzogin Elisabeth von Rochlitz.
1544 besitzt die Herrschaft Kriebstein unter Georg von Carlowitz ihre maximale Größe. Nach dem Tod von Georg 1550 bleibt das Erbe bis 1561 in den Händen der Söhne, die sich die Macht teilen. Die Herrschaft Kriebstein minimiert sich durch die Aufsplittung auf die Burg mit Vorwerk, Beerwalde und drei Dörfer. Die Söhne verkaufen schließlich 1561 den gesamten Besitz inklusive der Burg Kriebstein an Wilhelm von Schönberg. Derer von Schönberg übergeben 1583 alles an den Kurfürsten August von Sachsen.
1665 bis 1676 ist die Herrschaft Kriebstein im Besitz der Herren von Schönberg. Casper von Schönberg der Ältere erwirbt 1665 Herrschaft und Burg. Sein Sohn Caspar von Schöneck der Jüngere übernimmt 1676 das Erbe und sorgt für rege Bautätigkeiten. So kommt es zur Aufstockung der Anbauten des Wohnturms und zur Erhöhung des Torhauses. Es wird zwischen beiden Gebäuden ein Treppenhaus neu errichtet.
In der Folgezeit werden unter den Herren von Milkau eher weniger nennenswerten bauliche Maßnahmen umgesetzt. Eine Inschrift auf der Wetterfahne am Dachreiter des Wohnturms und des Torhauses erinnern an das Adelsgeschlecht.
1825 gehen Burg und Herrschaft Kriebstein an Hanscarl von Arnim (stammt ursprünglich aus dem Haus Planitz bei Zwickau). Die Anlage bleibt bis zur Enteignung durch die Sowjetunion 1945 im Besitz der Familie.
Unter der Leitung des Hofbaumeisters Karl Moritz Haenel kommt es in den Jahren 1866 und 1868 zu zahlreichen Veränderungen, die vor allem praktischer Natur sind. Kriebstein wird teilweise neogotisch verändert, behält aber seinen gotischen Ursprung bei. Haenel verändert unter anderem die Raumaufteilung innerhalb der Gebäude. Ein Wirtschaftsflügel wird um zwei Stockwerke reduziert und die nördliche Wehrmauer mitsamt dem hölzernen Wehrgang abgetragen. Die Ringmauer wird von außen mit Strebepfeilern versehen, um die Statik zu verbessern. Das Küchenhaus erfährt mehrere Umbauten. Das Krüppelwalmdach und der Fachwerkaufsatz werden durch massive Giebelwände aus Stein und ein Dach ersetzt. Die ursprünglich eindrucksvolle Herdstelle mit großem Kamin wird komplett abgerissen.
Schon 1930 gibt die Familie derer von Armin Teile der Burg Kriebstein zur Besichtigung für die Öffentlichkeit frei. Bis auf die baulichen Veränderungen 1866 wird die Anlage durch das Adelsgeschlecht immer wieder aus eigenen finanziellen Mitteln aufwendig restauriert und erhalten. So ist es beispielsweise der Familie zu verdanken, dass heute noch die eindrucksvollen und reich verzierte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben ist, die aufgrund statischer Probleme im Untergrund Risse und Wassereinbrüche bekommen hatte.
Kurz vor Kriegsende wurden zahlreiche Kunstschätze auf Kriebstein eingelagert, um sie vor der Sowjetunion als Reparationszahlungen zu schützen. Dennoch gab die örtliche Behörde 1945 große Teile ab. Im September 1945 wird die Familie enteignet und das Schloss zu Wohnzwecken und als Forstverwaltung genutzt. Am 6. August 1949 wurde das Museum, das durch die Familie Armin 1930 gegründet wurde, wieder eröffnet.
Seit dem 1. Januar 1993 ist die Burg Eigentum des Freistaates Sachsen und wird durch die "Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens" verwaltet. 1995 entdeckte Bernd Wippert im dritten Obergeschoss des Wohnturms im Kamin hinter einer zugemauerten Wand zahlreiche Kunstgegenstände (siehe "Sonstige Bemerkungen"). Die Kunstgegenstände gehörten unter anderem derer von Lehndorff bevor sie hier versteckt wurden.
Am 12. Februar 2010 einigte man sich 423 Kunstgegenstände wieder an die Familie Lehndorff zurückzugeben.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von Süden von der A4 Ausfahrt "Chemnitz-Ost" Richtung Mittweida und über Mittweida und Erlau nach Kriebstein. Die Hauptstraße führt direkt an der Burg vorbei.
Von Norden über die A14 Ausfahrt "Döbeln Nord" auf die B169 über Döbeln Richtung Frankenberg. Auf halbem Weg rechts abbiegen Richtung Kriebstein / Kriebethal. Durch Kriebethal nach Kriebstein und der Hauptstraße folgen. Die Burg ist nicht zu übersehen.

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Gastronomie

Auf der Burg gibt es eine Gastronomie mit dem Namen “Zum Hungerturm“.

Legenden

Einer Legende nach soll im Jahre 1415 der Ritter Dietrich von Staupitz die Burg Kriebstein in der Fastnacht eingenommen haben. Daraufhin belagerte der Markgraf Friedrich die Anlage. Den Burgmannen war klar, dass sie die Burg nicht mehr lebend verlassen würden, sollte die Belagerung Erfolg haben. Die Frau von Dietrich von Staupitz kam aber auf die Idee den Markgrafen zu fragen, ob nicht wenigstens die Frauen mit ihren kostbarsten Gütern die Burg unbeschadet verlassen dürften. Markgraf Friedrich der Streitbare willigte ein und dachte, dass die Gemahlin die Schätze der Burg meinte. Am nächsten Morgen trugen die Frauen ihre Männer auf dem Rücken aus dem Burgtor hinaus. Markgraf Friedrich ließ sie von dannen ziehen. Auch sein Erzfeind Ritter Dietrich von Staupitz, den seine Gemahlin aus der Burg trug, ließ er gehen, obwohl er ihm den Tod geschworen hatte.
Eine ähnliche Geschichte ereignete sich im 12. Jahrhundert auf der baden-württembergischen Burg Weinsberg, die dadurch den Namen Weibertreu erhielt.

sonstige Bemerkungen

1995 entdeckte Bernd Wippert im dritten Obergeschoss des Wohnturms im zugemauerten Kamin zahlreiche Kunstgegenstände, die der letzte Diener der Familie von Armin hier 1945 vor den Russen versteckt hat. Viele Gegenstände waren hastig aufeinander geworfen und zum Teil beschädigt, so das man davon ausgeht, dass die Sachen schnell versteckt werden mussten. Unter den Kunstgegenständen waren Schalen, Schmuck, Porzellan, Wandteppiche, Bücher, silberne und goldene Leuchter, sowie unzählige andere Dinge zu finden, die lange Zeit im Museum der Burg ausgestellt wurden. Der Schatz stammte von dem Schloss Steinort und wurde von der Familie Lehndorff kurz vor Einfall der Russen auf Burg Kriebstein in Sicherheit gebracht. 2010 gingen 423 Kunstgegenstände wieder an die Familie zurück und sind heute auf Schloss Steinort zu finden. Einige Exponate sind im Museum der Burg Kriebstein im Schatzgewölbe geblieben und werden hier ausgestellt.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- http://www.burg-kriebstein.eu - letzter Besuch: 19.12.2014
- http://www.burg-kriebstein.de - letzter Besuch: 19.12.2014
- http://www.welt.de/welt_print/kultur/article4705744/Der-Schatz-aus-dem-Schornstein.html - letzter Besuch: 19.12.2014
- http://lehndorff-gesellschaft-steinort.com/wp-content/uploads/2013/04/2010-02-13_SZ-Der-Schatz-von-Kriebstein-kehrt-heim-nach-Preussen.pdf - letzter Besuch: 19.12.2014

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 19.12.2014


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