Burg Friedland

Burg Friedland

Burg Friedland

Deutschland / Brandenburg

Burg Friedland ist eine Wasserburg aus Backstein, die nach 2000 ausgiebig saniert wurde. Die Anlage stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts und beherbergt heute ein Museum. Der große Hof lädt zum Verweilen und Erkunden ein.

Burg Friedland 1
Burg Friedland 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Friedland liegt am nördlichen Ende des gleichnamigen Ortes, nahe dem Dammmühlenfließ. Die rechteckige Burganlage bestand aus mehreren Gebäuden, die von einer Ringmauer umgeben waren. Bis heute haben sich ein Torbau, eine Zwingeranlage, Teile des Grabens, die Ringmauer und ein Gebäudekomplex erhalten.
Vom Parkplatz aus eröffnet sich der Blick auf die hohe Südmauer der Burg, die zum größten Teil wieder aufgebaut wurde und von der einstigen, imposanten Höhe aller äußeren Wehrmauern zeugt. An der Nordseite befand sich ursprünglich ein See, der den Ringgraben mit Wasser versorgte. Graben und See sind heute stark verlandet und überbaut, aber noch deutlich erkennbar. Da die Anlage nach Norden hin durch das Gewässer geschützt lag, benötigte sie eine Schildmauer Richtung Stadt, die sie vor eintreffenden Geschossen sicherte. Diese Mauer war die Südmauer, über die man heute wie damals die Burg betritt. Sie bestand einst aus der Schildmauer selber, sowie einem vorgelegtem Zwinger, der heute eine Apotheke beherbergt und aus einer Doppeltoranlage, die zum Teil wieder aufgebaut wurde. Flankiert wurde das Tor durch den Bergfried, der am östlichen Ende der Schildmauer steht.
Die Anlage weist heute noch an allen Ecken Rondelle auf, die wahrscheinlich als kleine Wehrtürme errichtet wurden, um einen Angriff über das Wasser abwehren und die Ringmauer flankieren zu können. Umrundet man Burg Friedland stößt man auf zahlreiche Reste der alten äußeren Wehranlage. Neben Feldsteinen kamen bei Restaurationen und Wiederaufbauten Backsteine zum Einsatz, die bis heute von Burgfreunden Friedlands verwendet werden und der Burg ein charakteristisches und wehrhaftes Aussehen geben.
Das Innere der Burganlage wird heute durch einen großen Burghof dominiert, der einst mehrere Gebäude aufwies. Dies lässt sich an Fenstern und Überresten an der Schildmauer erkennen. In der Doppeltoranlage stößt man auf eine Chronik der Wappen der Burg und der Stadt, die sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert haben. Dahinter eröffnet sich der Blick auf den Hof und den großen, einzig stehen gebliebene Gebäudekomplex, der die Burg nach Osten hin einrahmt.
Durch den gelungenen Wiederaufbau des Bergfrieds, direkt neben dem Tor, hebt dieser sich deutlich vom Rest ab und macht auf die Wehrhaftigkeit aufmerksam, die Burg Friedland einst aufwies. Der von ihm abgehende Gebäudekomplex zieht sich nach Norden. Der Bau setzt sich aus dem Bergfried, dem ehemaligen Palas und einem Anbau zusammen. Sie beherbergen heute ein Standesamt mit dem Balken des Johanniterordensmeisters Markgraf von Schwarzenberg, der die Burg 1630 wiederaufbaute und dies hier eingravieren ließ, die Überreste der alten Schule, einen nicht mehr zugänglichen Bedienstetenaufgang, sanierte Räumlichkeiten, die nach dem Krieg als Wohnungen dienten, sowie wechselnde Ausstellungen. Höhepunkt ist der alte Rittersaal im Keller des ehemaligen Palas, der heute für Konzerte und Veranstaltungen genutzt wird. Dieser weist noch original erhaltene Mauern aus der Gründungszeit auf, die mehr als einen Meter dick sind.
Der Burghof ist noch von einer Mauer umrahmt und weist die typische Form einer Kastellburg auf, die in ihrem Inneren keinen Unterschied zwischen Vor- und Kernburg kannte. Sie beherbergte wahrscheinlich auf dem heute leeren Hof zahlreiche Wirtschaftsgebäude und Nutzbauten. Zu den Angriffsseiten hin wies die Burg einen davor liegenden Zwinger auf. Im Westen setzt sich der Zwinger fort und endet im Nordwesten an einem Wehrturm. Sowohl die äußere, wie auch die innere Wehrmauer sind noch erhalten, bzw. wurden rekonstruiert.
Von der Atmosphäre her ist Friedland sehr angenehm. Beim Umherwandern fallen zahlreiche, kleine Details auf, die zum Entdecken einladen. Vor allem im Gebäudekomplex stößt man auf zahlreiche Konstruktionen, die trotz der vielen Umbauten und Veränderungen überlebt haben.

Historie

Burg Friedland findet seine erste urkundliche Nennung im Jahre 1301, andere Quellen gehen von 1235 aus. 1307 ist das Gebiet und die Burg im Besitz derer von Strehle. Eine Kirche ist zu diesem Zeitpunkt im Ort schon existent. 1336 wird die Burg das erste Mal urkundlich mit vollem Namen erwähnt. Das Stadtbuch ist seit 1406 vorhanden und spricht von einer Gerichtsbarkeit, die im Ort Einzug erhielt. Es werden eine Schule und drei Mühlen erwähnt.
1518 gehen Ort und Burg durch Verpfändung an den Johanniterordensmeister Georg von Schalbrendorf. Die Verpfändung umfasst mehr als 20 Dörfer, wodurch das Ausmaß und die Dimensionen der Herrschaft klar werden. Der Johanniterordensmeister Veit von Thürmen erwirbt die Burg vollends im Jahre 1533. Durch die Reformation wird der Ort 1540 protestantisch. Nach einem Stadtbrand von 1623 wird die Burg nach vollständiger Zerstörung wieder aufgebaut. 1630 lässt Graf von Schwarzenberg den Turm auf drei Stockwerke aufbauen und installiert eine Glocke mit Turmuhr. In einen Balken im Hauptbau lässt er den Johanniterorden und seinen Namen, sowie das Datum 1630 eingravieren.
Der weitere Aufbau von Friedland erfolgt erst im Jahre 1658. Noch vor dem Wiederaufbau nahmen schwedische Truppen von 1643 bis 1650 die Burg und die Stadt ein. Oberst Wittkopf übernahm die Verwaltung. Bis 1767 kommt es nur zu wenigen Umbauten. In jenem Jahr wird der Wall der Burg abgetragen, da dieser kriegstechnisch gesehen keine Bedeutung mehr findet. 1811 geht die Burg aus dem Besitz des Johanniterordens über in den Besitz des königlichen Amts Friedland. 1866 ließ man das Wasser des anliegenden Sees ab. Die Burg stand seit 1401 am Wasser. Seit 1866 befindet sie sich auf dem Trockenen.
1875 geht die Wehranlage in den Besitz der Stadt über. Es entsteht bis 1877 eine Schule und 1910 ein neues Dach. Ein Zementspritzputz wurde 1911 aufgetragen. 1912 beendet man die Fertigstellung der äußeren Burgmauer, sowie die Sicherung der alten Türme, die an jeder Ecke standen. 1913 werden beide Burgmauern am Eingang auf ein einheitliches Höhenniveau gebracht. Von 1934 bis 1942 dient die Burg einer Truppenführerschule, später bis 1945 als Lager für Dokumente der Reichsaußenminsterien. In den darauf folgenden Jahren wird die Burg als Getreidelager genutzt, große Teile wurden wegen Wohnungsnot zu Wohnungen ausgebaut. Die Burg beherbergte im Nordteil eine Küche, im Süden Wohnungen und im Keller eine Schulküche. Die Bibliothek eröffnete 1973 ihre Türen. 1979 wird der Rittersaal als Konzertsaal eingeweiht und 1984 wird Friedland Denkmal . Die Apotheke fand ihren Einzug 1986.
Nach der Wende bekommt die Burg Fördermittel. Die Türme werden erneut im Jahre 1993 gesichert. 1996 wird Putz auf dem ungeschützten Stein aufgetragen. 1998 bekommt die Burg ein neues Dach. 2001 feierte man die 700-Jahr-Feier. Seit 2005 wird das Innere der Burg zu einem Museum ausgebaut.

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Anfahrt

Burg Friedland liegt im gleichnamigen Ort, südlich von Beeskow. Von Süden über die A13 Ausfahrt "Duben" über die B87 nach Lübben auf die L44 nach Lieberose und über die B168 nach Friedland. Von Norden über die A12 Ausfahrt "Frankfurt Oder West" über die B87 nach Beeskow und weiter nach Friedland fahren. Von Berlin aus über die A12 Ausfahrt "Storkow" nach Storkow, über die B246 nach Beeskow und von hier weiter nach Friedland. In Friedland liegt die Burg am nördlichen Ortsende und ist nicht zu übersehen.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Friedland erwähnt:

Burg Storkow

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.03.2007


Burgen in der Umgebung

Burg Beeskow

Burg
15848 Beeskow
Entfernung: 7.14 km

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