Schweinberg

Burg Schweinberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Schweinberg liegt auf einem Sporn oberhalb des gleichnamigen Ortes und des Tals des Hardheimer Bachs. Die Anlage besteht aus der Kernburg und der Vorburg, von denen zweitere sich in Privatbesitz befindet. Die Kernburg steht der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann jederzeit besichtigt werden. Von der Anlage haben sich nur eine Bastion und der eindrucksvolle Bergfried erhalten. Ursprünglich stammt Schweinberg aus dem 11. Jahrhundert und war bis in das 17. Jahrhundert bewohnt. Der schöne Burghügel und der eindrucksvolle Bergfried laden heute zu einem Besuch ein.

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Adresse

Burg Schweinberg
Burgweg
74736 Schweinberg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 350 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:03-16:04 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Schweinberg liegt auf einem Sporn oberhalb des gleichnamigen Ortes und des Tals des Hardheimer Bachs. Die Anlage besteht aus der Kernburg und der Vorburg, von denen zweitere sich in Privatbesitz befindet. Die Kernburg steht der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann jederzeit besichtigt werden.
Von der einst 90 m auf 40 m messenden Burganlage ist heute nicht mehr viel erhalten. Einzig existentes Bauwerk ist der Bergfried, dessen äußeres Schalenmauerwerk fast vollständig fehlt. Nur an der Ostseite, also zu der Vorburg hin lassen sich Überreste der Verkleidung erkennen. Der Turm stand wahrscheinlich direkt neben dem Tor und flankierte dieses. Seine mittige Position deutet darauf hin, dass er Teil einer Schildmauer war oder diese ersetzt hat. In den oberen Stockwerken lassen sich unter anderem noch Fenster erkennen. Balkenlöcher deuten auf einzelne Decken hin, die den Turm in Stockwerke unterteilten. Das Füllwerk des Turms, das heute frei liegt und gesichert wurde, wurde im Fischgrätenverband errichtet. Erdhügel nach links und rechts, also nach Norden und Süden, können zu abgehenden Mauern gehört haben, die darauf hindeuten, dass der Turm in Mauerflucht stand und schon recht früh errichtet wurde.
Der Rest der Kernburg von Schweinberg ist vollständig verschwunden. Eine große freie Fläche, die im Höhenniveau variiert, deutet auf die Dimensionen hin, die Burg Schweinberg einst gehabt haben muss. Der Standort der Gebäude, wie zum Beispiel der Palas, lassen sich nicht mehr erkennen. Im Westen sind die Überreste der äußeren Ringmauer vorhanden, die im 15. Jahrhundert einen Ausbau erfuhr. Erhalten sind zahlreiche Reste, die zum Teil nur vom Tal aus zu erkennen sind. Zu den existenten Bereichen der Ringmauer gehört unter anderem auch ein Rondell für Artillerie, das die Westseite einnahm. Terrassierungen im Höhenniveau der Kernburg trennen das Rondell vom älteren Part der Anlage.
Die heutige Vorburg, die sich in Privatbesitz befindet, hat der allgemeine Literatur nach nur wenig mit der ehemaligen Vorburg zu tun. Sie ist wahrscheinlich wesentlich später entstanden, da zum Bau der Halsgraben größtenteils verschüttet wurde. Zudem benutzte man zur Errichtung der heutigen Gebäude mehrere Steine, die zu den Gebäuden der Kernburg gehörten. Steine wie zum Beispiel ein ornamentiertes, rundbogiges Doppelfenster wurden dem Bauernhof entnommen und in das Badische Landesmuseum in Karlsruhe gebracht. Weitere Elemente sind im Grafschaftsmuseum in Wertheim zu finden.

Historie

Der Adel zur Burg Schweinberg wird erstmals 1098 urkundlich erwähnt. Man vermutet den Bau der Burg im Ende des 11. bzw. zum Anfang des 12. Jahrhunderts, wobei der genaue Zeitpunkt umstritten ist. Ein Wolfram von Schweinberg wird 1127 in einer Urkunde von Mainz genannt. Die Wehranlage wird 1157 mit dem Namen Suinenburch erwähnt. Der Adel stirbt mit Kraft II von Schweinberg aus, der 1167 im Gefolge von Friedrich Barbarossa am Feldzug nach Italien teilnahm. Er starb nach der Rückkehr vermutlich an einer Krankheit. Sein Erbe, zu dem die Burg gehörte, ging an Konrad von Boxberg, der sein Schwager war. Derer von Boxberg übergaben die Anlage an die Johanniter zu Wölchingen. Andere Bereiche der Herrschaft wurden den Edelfreien von Dürn und den Grafen von Wertheim zugesprochen.
Im Jahre 1287 tauscht der Würzburger Bischof Berthold II die Burg Schweinberg gegen die Burg Boxberg (ein Lehen) mit den Johannitern. Konrad Rupert von Boxberg übernimmt die Verwaltung für den Bischof von Burg und den Gütern von Schweinberg. Dieser übergab 1299 die Wehranlage und das Dorf an seinen Schwager Graf von Wertheim, der auch 1313 sein Amt als Erbkämmerer übernahm. Während die Grafen von Wertheim die Anlage und die Herrschaft als ihr Eigentum ansahen und einen Anspruch auf Landes- und Gerichtsherrschaft pflegten, sahen die Würzburger Bischöfe die Herrschaft als ihr Lehen. Es kam zu Streitigkeiten.
Michael I. von Wertheim war 1437 im Besitz von Schweinberg als der Hochstift Würzburg eine Belagerung mit anschließender Eroberung und Zerstörung begann. 1473 wurde die Burg aber wieder im Besitz der Wertheimer aufgebaut und als Amtssitz genutzt. Im Jahre 1556 fiel sie an den Vater der Witwe von Michael III von Wertheim, der der Letzte der Grafenlinie war. Nach dem Tod des Vaters ging die Anlage 1574 an die Freiherren von Crichingen. Es folgten Fehden mit dem Fürstbischof Julius Echter, der schließlich 1612 das Erbe der Grafen von Wertheim für Würzburg zurückgewann. Der Streit setzte sich bis 1803 fort.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage mehrfach angegriffen. Da sie nicht wieder aufgebaut wurde, bzw. es zu keinen Instandsetzungsarbeiten kam, wird sie 1633 als baufällig genannt. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts dient sie als Steinbruch und wird kontinuierlich abgebaut. 1974 restaurierte und sicherte man den halb erhaltenen Bergfried.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Schweinberg liegt im gleichnamigen Ort westlich von Tauberbischofsheim. Über die A81 Ausfahrt "Tauberbischofsheim" auf die B27 Richtung Tauberbischofsheim über Königsheim nach Schweinberg. In Schweinberg hält man sich von der Hauptstraße auf den Burgweg. An dessen Ende befindet sich die Burg.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 31.01.2012

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