Rogätz, Klutturm

Burg Rogätz, Klutturm

Burg Rogätz, Klutturm

Deutschland / Sachsen-Anhalt

An der Mündung der Ohre in die Elbe stand einst die Grenzburg Rogätz. Von der Anlage aus dem 12. Jahrhundert hat sich nur der hochmittelalterliche Wohnturm erhalten. 1582 entstand ein großer Schlosskomplex, der heute nicht mehr existent ist. Der Turm hingegen, von dem der Schifffahrtsverkehr und die Zollrechte überwacht wurden, hat sich erhalten. Mit seinen 30 Metern Höhe, 2,25 Meter dicken Wänden und dem imposanten Auftreten wirkt der Turm eindrucksvoll und interessant. Im Inneren befindet sich eine Ausstellung auf drei Etagen, die sich mit der Geschichte des Ortes und der Schifffahrt beschäftigt. Von der Aussichtsplattform auf der Turmspitze eröffnet sich eine herrliche Aussicht über die Elblandschaft. Ein Besuch lohnt sich.

Burg Rogätz, Klutturm 1
Burg Rogätz, Klutturm 2

Baubestand & Beschreibung

Direkt an der Einmündung der Ohre in die Elbe stößt man heute auf die Überreste der Burg Rogätz. Erbaut wurde Rogätz zur Sicherung der Grenze gegen die Slawen, die auf der anderen Seite der Elbe lebten. Später diente die Burg zur Erhebung von Zöllen für Schiffe. Dies führte zu erhöhten Einnahmen, die zum Teil für den Ausbau der Burg verwendet wurden, so dass sie zu ihrer Blütezeit aus einem vierflügeligem Renaissanceschloss mit altem Bergfried sowie einer äußeren Wehranlage bestand. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu schweren Beschädigungen der Burg.
Von Burg Rogätz existiert nur noch der Bergfried, der im Volksmund "Klutturm" genannt wird. Er steht heute zwischen einem Privatbau, einem Kindergarten und dessen Spielplatzbereich. Im Inneren befindet sich auf drei Etagen eine Ausstellung zu der Geschichte des Ortes und der Schifffahrt. Von der Spitze des Turms eröffnet sich eine herrliche Aussicht über die Elblandschaft.
An seiner Außenfassade lassen sich nur wenige, kleine Öffnungen erkennen, die auf eine gewisse Wehrhaftigkeit hinweisen. Unterhalb des Turms befand sich das Eingangstor in die Burg, das durch den Klutturm flankiert wurde. Höchstwahrscheinlich gab es einen Graben vor der Anlage.
Laut Krahe war der Bergfried einst nur 15 m hoch. Erst im 16. Jahrhundert mit dem Bau des Schlosses erhielt er seine heutigen Dimensionen. An der Stelle des heutigen Parkplatzes bzw. Festplatzes befand sich ein Gutshof, der nach dem Dreißigjährigen Krieg dort angelegt wurde.
Der Burghof von Burg Rogätz lag im Osten des Turms. Die Gebäude standen am Hang zur Elbe bzw. Ohre hin. Sie wurden von dem Turm zur Hauptangriffsseite im Landesinneren geschützt. Der Palas befand sich an der Stelle des heutigen Kindergartens.
Die Reste der Anlage lassen sich heute zum Teil umrunden. Im Westen des Klutturms führt ein Weg zum Ufer der Elbe-Ohre-Kreuzung. Die Einkerbung des Weges im Gelände erinnert an die Reste eines alten Grabens, der von hier um die Burg geführt haben könnte. Eine Verbreiterung der Mündung an der Ohre erinnert an den Hafen der Burg Tangermünde und kann als einen gedient haben, in dem der Zoll für Schiffe erhoben wurde.
Von der Atmosphäre her ist die alte Burg sehr angenehm. Der Klutturm steht stark eingeengt von beiden Seiten als letzter Rest einer großen Burg und erinnert mit seiner urigen Form an alte Tage. Zu seinen Füßen fließt die Elbe, die sehr zum Verweilen und Entspannen einlädt.

Historie

Der Klutturm ist der letzte Rest einer Burg aus dem 12. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage stark beschädigt, aber wieder aufgebaut. Ursprünglich stammt Burg Rogätz aus dem 10. Jahrhundert und wurde zum Schutz der Grenze gegen die Slawen errichtet. Sie gehörte zu den benachbarten Burgen der Kaiserresidenz Karls IV.
Der Ort Rogätz wurde erstmals im Jahre 1144 urkundlich erwähnt. Damals schenkte Graf Otto von Hillersleben dem Bischof von Havelberg das Dorf. Die Herrschaft über die Burg blieb umstritten, bis diese 1449 vertraglich an das Erzbistum Magdeburg ging. 1369 verkauft Erzbischof Albrecht Burg und Region an die Alvenslebener Rote Linie.
1516 besaß der Ort das Recht der Zoll- und Stapelrechte, d. h. Schiffe mussten Zoll entrichten und ihre Ware zum Verkauf anbieten. 1553 starb die Rote Linie aus und die Burg fiel an die Schwarze Linie der Alvenslebener. Durch die erhobenen Zölle kam Geld in den Ort und so wurde die Burg zwischen 1570 und 1582 großzügig ausgebaut. Erbauer war Joachim I. von Alvensleben. 1625, im Dreißigjährigen Krieg, eroberten kaiserliche Truppen die Burg, die darauf von den Dänen unter General Fuchs und Ernst von Mansfeld eingenommen wurde. Die Gebäude wurden dabei bis auf den Bergfried niedergebrannt. Die Anlage wurde wieder aufgebaut. Es folgte der Bau eines Gutshofes im Westen des Turms, der heute nicht mehr existent ist. Er stand an der Stelle des Parkplatzes bzw. Festplatzes.
Zwischen 1800 und 1900 mussten die Gebäude der Burg wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Die Stabilität des Elbhangs sorgte für Erdrutsche.
Heute kümmert sich der Heimat- und Kulturfreunde Rogätz Verein liebevoll um die Reste der Burg.

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Anfahrt

Ort und Burg Rogätz befinden sich nördlich von Magdeburg. Über die A2 Ausfahrt "Magdeburg Zentrum" auf die B189 nach Wolmirstedt und über Landstraße weiter über Farsleben, Zielitz, Loitsche nach Rogätz. Kurz hinter Ortseingang geht es rechts zum Bürgerhaus. Hinter der Abfahrt befindet sich auf der rechten Seite ein großer Platz, der Parkplätze, den Turm und einen anliegenden Kindergarten beherbergt.

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Sonstige Bemerkungen

Für die Burg ist heute der Heimat- und Kulturfreunde Rogätz e. V. verantwortlich.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.05.2019, 30.03.2007


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