Festung Bohus Fästning

Burg Bohus Fästning

Burg Bohus Fästning

Schweden / Schweden

Bohus ist eine der eindrucksvollsten Festungen Schwedens. Die Anlage besitzt teilweise 10m dicke Mauern und hat einer zwei monatigen Belagerung standgehalten, bei der über 30.000 Kugeln eingeschlagen sind. Heute liegt die Ruine abseits der normalen Tourismuswege und ist nicht sonderlich bekannt, dafür aber sehr sehenswert und einzigartig. Ein Besuch lohnt sich!

Burg Bohus Fästning 1
Burg Bohus Fästning 2

Baubestand & Beschreibung

Die große, eindrucksvolle Festung von Bohus liegt auf der kleinen Insel Bagaholmen inmitten des Flusses Göta Älv. Ihre jahrhundertelange Funktion als Grenzfeste Norwegens an einem der strategisch wichtigsten Orte der Region sorgte dafür, dass Bohus kontinuierlich ausgebaut wurde. Die Befestigung sollte bis 1658 die Dänen und die Schweden davon abhalten Norwegen von dieser Seite her anzugreifen. Anschließend gehörte die Anlage zu Schweden und war Hauptverwaltungssitz der 1658 neu hinzugewonnenen Regionen, wodurch sie erneut Ausbauten im Stil des Festungsbaus erfuhr. Heute ist Bohus mit fast 300 m Durchmesser eine der eindrucksvollsten Festungen Südschwedens. Sie unterliegt der königlichen Vereinigung zur Erhaltung von Gebäuden und wird von dieser instand gehalten.
Der Ursprung von Bohus liegt in einer kleinen Burg, deren Baubeginn 1308 war. Durch die zahlreichen Umbauten weiß man nur wenig über die erste Anlage. Man vermutet, dass es sich um eine unregelmäßige, polygonale Kernburg mit einer mindestens 2 m dicken und über 10 m hohen Ringmauer aus Granit gehandelt haben könnte. In der nördlichen Ecke stand wahrscheinlich ein rechteckiger Bergfried (an der Stelle des Turms Fars Hatt). Das Tor befand sich, genau wie heute, an der Westmauer und wurde flankiert.
Die Festung betritt man heute wie damals von Westen her. Der Zugang erfolgt über zwei Torzwinger und eine größere Toranlage, genannt Blockhusporten, die durch die beiden Torzwinger geschützt wurde. Die besondere Lage sorgte dafür, dass der Gegner das Tor nicht einschießen konnte. Die unterste Toranlage, über die man die Burg heute betritt, ist der originale Eingang aus der Zeit um 1650. Bei dem Abriss im 19. Jahrhundert wurde das Tor vollständig zerstört und 1935 zum Teil wieder rekonstruiert. Neben den Mauerwangen sind noch die Überreste des ehemaligen Tores erkennbar. Hinter dem Tor beginnt der Weg in Serpentinen zur Kernburg zu führen. Hierbei passiert man die Bastion Larmposten, die als Geschützplattform diente und mit Kanonen bestückt war. Sie beinhaltete insgesamt sechs Tore. Einige der Tore sind heute noch vollständig erhalten. Unter der Bastion Larmposten befinden sich bis heute noch Kasematten, die zusammen mit der Bastion Munken erbaut wurden. Ein Teil der Kasematten ist bis heute noch vollständig erhalten. An der rechten Seite des Weges lässt sich unter anderem noch ein Schornstein der Kasematten erkennen.
Das Haupttor der Kernburg ist zum Teil originalen Ursprungs aus dem 14. Jahrhundert. Der Zugang erfolgte über Eck, um den Gebrauch von Belagerungswaffen wie zum Beispiel Rammen unmöglich zu machen. Flankiert wurde der Eingang von der westlichen Wehrmauer aus. Durch zahlreiche Umbauten sind nur noch die Grundmauern und teilweise der Straßenbelag aus dem 14. Jahrhundert erhalten geblieben. Vor dem Tor befand sich eine Zugbrücke und ein äußeres Tor, das noch existent ist. Die Zugbrücke wurde durch eine Holzbrücke ersetzt.
Eine Besonderheit bei Burg Bohus ist die Eingangssituation. Hinter dem Tor musste man das Erdgeschoss eines Gebäudes und ein weiteres Tor durchschreiten, um in den Burghof zu gelangen. Das Gebäude hatte mehrere Stockwerke und beherbergte unter anderem die königlichen Säle. Diese dienten vermutlich der Repräsentation. Folglich wurden Gäste in die oberen Stockwerke dieses Gebäudes gebracht um ihr Anliegen vortragen zu können, wodurch sie nicht die Burg zu sehen bekamen und somit auch keine Spionage betreiben konnten. Das Tor bildete unter anderem den einzigen Zugang in die Kernburg und somit eine von drei Öffnung in der Ringmauer.
Von dem Gebäude sind heute noch die Grundmauern bis zum ersten Stockwerk erhalten geblieben. Es lassen sich unter noch die Balkenauflager und die Deckenhöhe des Erdgeschosses erkennen. Original erhaltener Pflasterstein ziert den Weg in die Burg. Auf der linken Seite trifft man auf das ehemalige Treppenhaus, das die oberen Geschosse erschloss.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der zur Blütezeit der Burg eine Größe von 30 auf 90 Meter aufwies. Er war von zahlreichen Gebäuden umgeben, die alle an der äußeren Ringmauer anlehnten. Die Ringmauer stammt größtenteils aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Zuge der Umbauten zur Festungsmauer verstärkt.
In der Mitte des Hofes stößt man auf den Schlossbrunnen, der im Jahre 1616 durch den Dänen Jörgen Lunge errichtet wurde. Vermutlich befand sich zu dieser Zeit schon ein Brunnen an selbiger Stelle, der aber vergrößert werden musste. Spuren belegen, dass man den Felsen zuerst durch Feuer erhitzte und ihn dann mit kaltem Wasser schnell abkühlte um ihn zum Brechen zu bringen. Die Arbeiten an dem Brunnen dauerten 13 Jahre um eine Tiefe von 22 m zu erreichen. Erbaut wurde er durch Gefangene, von denen während der Bauarbeiten 15 gestorben sind.
Südlich des Brunnens befindet sich heute ein großer Stein, der einst ein Denkmal trug, das an die schreckliche Belagerung von Gyldenlöwe im Jahre 1678 erinnern sollte. Westlich davon stehen die Überreste der Schlosskapelle, die aus dem Jahre 1610 stammt, aber auf den Grundmauern einer älteren Schlosskapelle errichtet wurde. Die Kirche war recht groß und hatte Platz für 400 Personen. Der Altar befand sich an der Nordseite. Von der Schlosskapelle stehen heute nur noch geringe Grundmauern, die aber auf Fenster zur Hofseite hin verweisen.
Südlich der Kirche befindet sich heute noch die Südwestecke der Ringmauer. Hier steht einer von vier Rundtürmen, die jeweils die Ecken der Anlage flankierten. Der Turm schützte zusammen mit dem Südostturm das Lagerhaus und das Arsenal, das sich zwischen den beiden Türmen befand. Der Südwestturm, genannt Mors mössa, war ein dreistöckiges Gebäude mit einer Kanonenplattform im obersten Stockwerk. Im Kellergeschoss und im Erdgeschoss war das Pulvermagazin untergebracht, das später mit dem anliegenden Lagerhaus in Verbindung stand. Da die Südseite die Hauptangriffsseite der Festung war, wurde diese durch den Kanonenturm stark geschützt. Das Vorratslager an Pulver und Kugeln sorgte für einen kontinuierlichen Nachschub der Kanonen im Obergeschoss, die zur Hauptangriffsseite hin ausgerichtet waren. In der Mauer lässt sich unter anderem eine Kanonenkugel erkennen, die 1678 die Burg an dieser Stelle traf.
Der Südostturm, genannt Sven Halls, dient heute als Aussichtsplattform, um einen Blick auf die äußeren Bastionen werfen zu können. Ein Geheimgang zwischen Pulvermagazin und Südostturm verband die Bastion Stora Vaghals mit einem unbekannten Ort nördlich des Burghofs. Direkt neben dem Turm stößt man auf ein kleines Tor in der Ringmauer, das die Bastion Stora vaghals mit der Kernburg verband. Der Turm Sven Halls besaß drei Stockwerke und wurde nach einer Burg aus dem 16. Jahrhundert benannt. Auch hier befanden sich im Erdgeschoss die Pulvermagazine, die mit dem Lagerhaus verbunden waren.
Die östliche Ringmauer der Kernburg wird bis heute durch die Ruine eines größeren Gebäudekomplexes geprägt. Das Gebäude, genannt "Neues Magazin", entstand ursprünglich in der Mitte des 15. Jahrhunderts und diente als Wohnraum für die Garnison. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude umfunktioniert und erhielt zur Verstärkung der Mauern an den Innenseiten und an den Außenseiten Säulen, von denen nur noch wenige erhalten geblieben sind. Der südliche Eingang zum Hof hin führte in die Bäckerei und in die Brauerei, die beide in diesem Gebäude untergebracht waren. Große Feuerstellen und ein Backofen sind heute noch erkennbar und erinnern an die einstige Funktion. An einem Tag konnten 16 Fässer Bier gebraut werden, was auf eine sehr große Brauerei hinweist. Im 18. Jahrhundert wurde der nördliche Teil des Gebäudes in ein Pulvermagazin und in ein Lager für Granaten umfunktioniert. Im Boden lassen sich unter anderem noch die Grundmauern eines älteren viereckigen Wehrturms erkennen, der im Mittelalter an dieser Stelle stand.
Nördlich des neuen Magazins befindet sich die Nordostecke der Kernburg. Sie wurde durch den Röde Turm, ein großer runder Rondellturm, geschützt und flankiert. Der Turm ist relativ schlecht erhalten. Grund hierfür liegt in einer Belagerung im Jahre 1566. Als die schwedischen Truppen die Burg belagerten und einnahmen, sprengte ein Verteidiger den Turm in die Luft, indem er das Pulvermagazin im Kellergeschoss in Brand steckte. Der Turm ist der breiteste von allen und besaß wahrscheinlich mehr als drei Geschosse. Nach der Sprengung 1566 wurde er in seinem heutigen Zustand belassen und ab 1615 als Mühle genutzt, in der ein Pferd als Antrieb sorgte.
Direkt westlich des Röde Turms befindet sich der ehemalige Uhrenturm. Die Grundmauern zeigen einen kleinen viereckigen Turm mit drei Stockwerken, der zur inneren Verteidigung der Burg diente. Im obersten Stockwerk befand sich eine Uhr. Direkt neben dem Tor sind die Grundmauern des ehemaligen Stalls erkennbar. Im 18. Jahrhundert wurde der Stall umgebaut in ein Offiziershaus. Es ist der einzige Bau, der nicht an die Ringmauer anlehnt.
Die Nordwestecke der Kernburg wird durch den großen Turm Fars hatt geprägt. Der heutige Bau stammt aus den Jahren 1682-1698 und ersetzt den ursprünglichen viereckigen Bergfried, der 1678 während der Belagerung vollständig zerstört wurde. Der Neubau stammt von Erik Dahlberg, der seine Zeichnungen zum Turm in seinem großen historischen Werk "Suecia Antiqua" veröffentlicht hat. Das ehemalige Kellergeschoss, das als Verlies diente, ist sechs Meter tief und der einzige erhaltene Rest des ehemaligen Bergfrieds. Der Turm ist in seiner Form seit 1698 original erhalten. Es fehlen nur das zweite und dritte Geschoss, die als Kanonenplattformen für 10 Kanonen dienten. Die Treppe wurde ersetzt, nimmt aber die ursprüngliche Position ein. Über einen Ausgang gelangt man heute wie damals auf die ehemaligen Wehrgänge auf der Ringmauer, die alle vier Türme miteinander verband. Ein Teil der Ringmauer lässt sich heute noch ablaufen. Gut zu erkennen ist die hervorragende Sicht auf den Fluss Nordre Älv, der aus Westen kommend in denen Göta Älv fließt.
Direkt südlich des Turmes Fars hatt stößt man auf die Grundmauern des Kommandantenflügels. Dieser diente hauptsächlich als Wohnraum und wurde im 16. Jahrhundert auf den Grundmauern des ehemaligen vermuteten Palas errichtet. Der Priester und der Artillerieleutnant lebten hier im ersten Stockwerk. Die zweite Etage gehörte den Kommandanten.

Umgeben ist die Kernburg von einer sehr großen Festungsanlage, die in unterschiedliche Bastionen unterteilt war. Man errichtete die äußere Anlage sternenförmig, damit diese sich gegenseitig flankieren konnte. Im Westen befand sich die bereits genannte Bastion Larmposten, die gleichzeitig als Eingang diente. Im Südwesten stößt man auf die Bastion Munken, im Südosten auf die Bastion Stora vaghals, im Osten auf die Bastion Lilla vaghals, im Nordosten auf die Bastion Skarpe nord und im Nordwesten auf die Bastion Niedre platt.
Die Bastionen waren unter anderem miteinander verbunden. Hauptzugang bildete die obere Plattform, genannt Övre platt, die direkt an die nördliche Ringmauer von außen anschloss. Sie wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und beherbergte unter anderem einen Großteil der Kasematten. Ein Teil der Kasematten zog sich bis in den nördlichen Bereich, dessen Zugang sich in der Bastion Nedre platt befand.
Im Nordosten stößt man heute auf einen See, der natürlichen Ursprungs sein soll. Er wurde 1580 eingedämmt und diente zur Versorgung der Armee und der Tiere mit frischem Wasser. Man geht davon aus, dass im 14. Jahrhundert eine Konstruktion das Wasser vom See hoch zur Burg brachte. Der See ist 4 m tief und diente zeitweise als Fischfarm. In späterer Zeit befand sich direkt neben dem See eine Sauna und ein Labor für Kanonenpulvertests. Im Norden des Sees befindet sich die Bastion Lilla vaghals, die unter anderem im 18. Jahrhundert als Gefangenenlager für Russen diente. Ein kleiner Geheimgang gab die Möglichkeit die Burg während einer Belagerung zu verlassen. Der Zugang ist heute wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Die Festung Bohus ist in ihrer Grundstruktur ab dem 17. Jahrhundert in eine rein militärische Anlage umgebaut worden. Durch ihre strategisch gute Lage spielte sie in zahlreichen Kriegen eine große Relevanz und wurde dementsprechend kontinuierlich den neuesten Waffentechnologien angepasst. Die erhaltenen Ruinen der großen Anlage laden heute zum Durchwandern und Bestaunen der einstigen Militärtechnik ein. Ihre hohen erhaltenen Mauern und ihr komplexer Aufbau sorgen für einen imposanten und detaillierten Eindruck über die kriegerischen Auseinandersetzungen der nordischen Länder im 15. 16. und 17. Jahrhundert.

Historie

Der Bau der Festung Bohus begann im Jahre 1308. Die Region gehörte damals noch zu Norwegen und war Grenzgebiet zu Dänemark und Schweden. Aus diesem Grund musste der Bereich gut gesichert werden. Bis 1658 formte der Fluss Göta Älv die Grenze zwischen Schweden und Norwegen. Ein kleiner dünner Landstrich südlich und östlich des Flusses gehörte zu Schweden (dort wo heute Gothenburg liegt), der von Süden und Norden durch Dänemark und Norwegen eingeengt wurde und die einzige Verbindung zur westliche Ostsee darstellte. Zwischen Norwegen und Schweden bauten sich langsam Spannungen beidseitig des Flusses auf, die sich vor allem durch die Städte Kungahälla und Lödöse (beides Handelsstädte) bildeten. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen im 13. und 14. Jahrhundert, was zum Bau zahlreicher Burghäuser an der Grenze führte. So kommt es auch 1308 zur Errichtung des Bohus (schwedisch hus=Haus), früher Baga Hus genannt, auf einer kleinen Insel namens Bagaholmen. Die Lage von Bohus war sehr wichtig. Die Anlage bildete einen der südlichsten Zipfel der norwegischen Grenze.
Bohus wurde durch den norwegischen König Hakon V. von Norwegen errichtet, der große Unterstützung und eine schnelle Errichtung dem Verstoßenen dänischen Grafen Jakob Nielsen zu verdanken hatte. Die kritische Lag sorgte schnell für den Aufbau einer riesigen Burganlage, inmitten des feindlichen Gebietes. Schon 1330 war die Anlage die Residenz des Schwedisch-Norwegischen Königs Magnus Eriksson und seiner Königin Blanch von Namur.
Zwischen 1400 und 1500 begann man große Zollabgaben für Boote zu nehmen, die den Fluss zu der schwedischen Stadt Lödöse passieren wollten, heute bekannt unter dem Namen Bohus Zoll. Um 1470 verlegte man die Zollstation an die Mündung des Flusses in das heutige Gothenburg.
Die Burganlage wurde im Laufe der Jahrhunderte ständig erweitert und war somit gegen 1550 uneinnehmbar gewesen. Dies mussten auch die Schweden im Nordischen Krieg erfahren, als sie zwischen 1563 und 1570 sechs Mal erfolglos versuchten Bohus, damals im Besitz der Dänen, einzunehmen. Mit der Einnahme der Burg Älvsborg an der Mündung des Flusses Göta Älv, war die Position der Dänen in dieser Region stark gesichert.
Nach dem Nordischen Krieg begann der große Umbau der Burg. Man errichtete große Bastionen in Sternenform, die die mittelalterliche Kernburg umgaben. Die Mauern der Bastionen waren von hinten mit Erde aufgefüllt und besaßen mehrere Meter dicke Außenmauern aus Granit, die sehr lange Kanonenbeschuss standhalten konnten. Unter der Anweisung von König Christian IV. begannen die Baumeister Hans van Steinwinkel und Hans van Paershen von 1584 bis 1604 mit der Errichtung unterirdischer Räume in den Bastionen. Gleichzeitig errichteten sie in der ehemaligen Kernburg zahlreiche Renaissancebauten im repräsentativen Stil. Die Kernburg wurde von der Festung getrennt und man verteilte die Funktionen so, dass das Militärische vom Wohnen und Repräsentativem getrennt wurde. Der mittelalterliche Zugang im Westen und die Südseite des Burghofes wurden vollständig verändert.
Mit der Plünderung und Zerstörung der Handelsstadt Kungahälla um 1600 und 1612 entschied sich der Dänische König per Gesetz die Stadt am Fuße der Festung unter dem Namen Neu Kungelf wieder aufzubauen. Leider wurde sie hier wieder abgebrannt und geplündert, so dass man innerhalb 50 Jahre wieder an den alten Standort zurückzog. Vor der Festung ist die ehemals gegründete Kirche noch zu erkennen.
Mit dem Friedensabkommen von Roskilde 1658 geht die Burg an Schweden. Die dänische Garnison zieht noch im selben Jahr ab, plündert aber noch die Lager und brennt alle Dokumente und Lager ab. Die Burg verlor damit ihre Bedeutung als Grenzfestung, wurde aber zum Verwaltungspunkt des neu gewonnen schwedischen Territoriums. Der Renaissancepalast innerhalb der Kernburg war somit kein repräsentativer Ort mehr, sondern ein Teil einer Festung, die zur Machtsicherung diente. Die äußere Dekoration verlor somit auch an Wert und wurde nach Beschädigung durch Witterung oder Krieg nicht wieder repariert oder ersetzt.
Eine der letzten großen Auseinandersetzungen erlebte die Anlage 1676. Der norwegische Gouverneur Ulrich Fredrick Gyldenlöwe belagerte die Burg ohne Erfolg. Zwei Jahre später 1678 kam er mit 15.000 Mann zurück. Zwei Monate schlugen Tag und Nacht Geschosse in der Burg ein, so dass zum Schluss von der schwedisch-finnischen Garnison von 900 Mann nur 400 überlebten. 30.000 Kanonenkugeln, Bomben, Granaten und Steinkugeln wurden auf die Burg gefeuert. Kurz vor der Aufgabe wurde die Burg durch Gustav Otto Stenbock und seiner Schwedischen Armee gerettet.
Es dauerte anschließend ca. 100 Jahre um alle Schäden zu beseitigen. Im Zuge dessen errichtete bzw. reparierte Erik Dahlberg den großen, runden Turm "Fars Hatt", der auf den Kellergeschossen des mittelalterlichen Bergfrieds nach altem Vorbild errichtet wurde. Die Reparaturen der Burg gingen bis in das 18. Jahrhundert. Man kümmerte sich hauptsächlich um die äußere Verteidigungsanlage, die am stärksten von den Schäden betroffen waren.
Mit dem Auszug der Verwaltung der Region nach Gothenburg Mitte des 18. Jahrhunderts stoppte man auch den Wiederaufbau. Die letzten Kanonen verließen Bohus in den Kriegen von Karl XII. gegen Norwegen nach Svinesund. Die letzte Garnison wurde 1783 abgezogen. Es begann der Verfall und die Nutzung als Steinbruch.
Im 19. Jahrhundert wurde der Abbruch per Gesetzt verboten. Es folgten zum Anfang des 20. Jahrhunderts zögerliche Restaurierungen und Sicherungen. Erst durch die Übernahme in den königlichen Besitz erfuhr Bohus die Zuwendung, die die Burg benötigte. Bis heute kümmert sich die königliche Vereinigung für Gebäude um die Burg und benutzt den Burghof für Konzerte und Feierlichkeiten, sowie für die Öffentlichkeit.

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Anfahrt

Bohus Fästning liegt südöstlich von Kungälv auf einer Insel und ist am schnellsten über die E6 zu erreichen. Innerorts ist die Burg ausgeschildert.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.06.2009


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