Wiprechtsburg

Burg Wiprechtsburg

Deutschland / Sachsen

Burg Wiprechtsburg steht auf einem Berg nordwestlich von Groitzsch. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Anlage wird heute noch im Norden, Westen und Süden durch den Fluss Schwennigke geschützt. Schon 1307 ist sie eine Ruine, was zu dem weit fortgeschrittenen Verfall führt. Bei Ausgrabungen fand man den Stumpf eines runden Wohnturms und die Grundmauern einer Kapelle. Die Rundkapelle ist eine Seltenheit in dieser Form. Beide Gebäude liegen in einer Parklandschaft, die noch deutlich den Verlauf der äußeren Wehrmauern unterirdisch erkennen lässt. Wallreste deuten darauf hin. Burg Wiprechtsburg bestand wahrscheinlich zum größten Teil aus Holz. Heute lädt die Parklandschaft mit den beiden Gebäuderesten zu einem kurzen Besuch ein.

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Adresse

Burg Wiprechtsburg
Graf-Wiprecht-Str.
04539 Groitzsch
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: ehemalige Burg
Burgtyp: Niederburg, Wasserburg
Nutzung: Freilichtbühne
Lage: 142 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:59-15:44 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Wiprechtsburg, auch Wipprechtsburg geschrieben, liegt auf einem Berg, nordwestlich von Groitzsch. Beim Erbau der Anlage wählte man einen Platz, der vor allem nach Norden, Westen und Süden durch den Fluss Schwennigke gut geschützt lag. Nach Osten und somit zum Ort hin, errichtete man im Laufe der Zeit eine große Vorburg, die durch einen tiefen Halsgraben von der Kernburg getrennt lag. Der Halsgraben wurde durch die Schwennigke mit Wasser gespeist und bildete so ein gutes Hindernis. Heute beherbergt der Graben die Graf-Wiprecht-Str. und fällt wesentlich flacher aus.
An die ehemalige Burg erinnern nur noch wenige Elemente. Der Graben ist einer Straße und die Vorburg einem großen Friedhof gewichen. Einziges erhaltenes Gebäude der Vorburg ist die St. Marien Kirche, die mit ihrer Gründung um 1100 zu den jüngeren Gebäude der Anlage gehört. Ältester Stadtkern befindet sich direkt vor den Toren der Vorburg und wird durch den alten Marktplatz gebildet, auf dem die um 1170 erbaute St. Ägidien Kirche zu finden ist.
Die Kernburg nimmt den westlichsten Part der Anlage ein. Sie liegt auf dem höchsten Punkt und weist einen recht polygonalen Grundriss auf. Im Laufe der Jahrhunderte erweiterte man sie nach Westen und errichtete eine Unterburg, die als Zugang zur Kernburg diente.
Vom Erhalt her weist Wilprechtsburg nur zwei Gebäude auf, die sich in der Kernburg befinden. Die ergrabenen Reste dienen heute als Freilichtbühne und werden anscheinend im Sommer rege genutzt. Der Rest der Kern- und Unterburg wurde zu einer Parkanlage ausgebaut und lässt nur noch die Dimensionen der Anlage erkennen. Bei den beiden erhaltenen Gebäuden handelt es sich um eine Rundkapelle und einen runden Wohnturm, die relativ eng bei einander stehen. Die Rundkapelle ist eine Seltenheit in Deutschland, da sie architektonisch gesehen in ihrer Form eine Schwierigkeit darstellte und zu dieser Zeit eher selten erbaut wurde. Die Reste beider Gebäude dienen heute als Bühne und lassen sich nur bedingt erkunden.
Nach Westen, also zur Stadt hin, wurden die Fundamente und Grundmauern zweier Türme ergraben, die nach ihrer Archivierung wieder verschüttet wurden. Man vermutet, dass die Kernburg Wiprechtsburgs zur Blütezeit im 13. Jahrhundert zur Vorburg hin vier Türme im regelmäßigen Abstand besaß, die in ihrer Form als Wohntürme, aber auch als Schildmauer dienten. Die beiden Türme sollen zu dieser Konstruktion gehört haben.
Von der Atmosphäre her ist Burg Wiprechtsburg sehr angenehm. Die beiden einzigen erhaltenen Reste strahlen eine gewisse Mystik und Einzigartigkeit aus. Sehr gut zu erkennen ist die Mühe, die man sich beim Erhalt und der Nutzung gibt. Eine große Informationssäule klärt über Geschichte, Entdeckung und Verbleib einzelner Elemente auf.

Historie

Burg Wiprechtsburg beherbergt eine seltene Rundkapelle, eine so genannte Rotunde, von denen es nur vier in der Region gibt. Die Burg wird um 1073 bei einem Tausch von Besitztümern zwischen Udo von Stade und Wiprecht von Groitzsch erwähnt. Um 1085 begann ein großzügiger Ausbau der Burg, bei dem vermutlich die Kapelle und der Wohnturm entstanden. Vier Türme, von denen zwei nachgewiesen sind, sollen die Ostseite flankiert haben.
Im Jahre 1112 wird die Burg durch Kaiser Heinrich V. erobert. Wiprecht der Jüngere erobert sie 1116 zurück. Von 1197 bis 1282 sind die Wettiner im Besitz der Anlage. Die Stadt Groitzsch entsteht 1214 unter der Planung von Dietrich dem Bedrängten. Knappe 10 Jahre später erobert der Thüringer Landgraf Ludwig VI. 1224 im Erbfolgekrieg die Burg. Die Vorburg wird durch einen Brand zerstört. Zwischen 1294 und 1306 wird sie ein weiteres Mal bei Kämpfen zwischen Adolf von Nassau und Kaiser Albrecht I. mit den Wettinern zerstört. Letzte bekannte Erwähnung der Burg ist 1307.

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Anfahrt

Burg Wiprechtsburg liegt nordwestlich des Ortes Groitzsch, südlich von Leipzig. Über die A4 Ausfahrt "Leipzig-Süd" der B95 Richtung Süden folgen aber kurz hinter der Autobahnabfahrt links auf die B2 abbiegen. Auf der B2 bis Pegau und über die B176 nach Groitzsch fahren. In Groitzsch sich immer Richtung Friedhof halten. Am Friedhof vorbei, immer geradeaus, erscheint auf der linken Seite ein Weg hoch zur Burg und ein kleiner nicht ausgewiesener Parkplatz.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 14.11.2007

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