Alt-Winnenden, Alt Winnenden, Bürg

Burg Alt-Winnenden, Alt Winnenden, Bürg

Deutschland / Baden-Württemberg

Im 12. Jahrhundert entstand auf dem kleinen Ecksporn eine Burganlage. Sie verfiel ab dem 15. Jahrhundert und wurde anschließend bis auf den runden Bergfried abgetragen. Heute steht der Turm mitten zwischen mehreren neuen Gebäuden. Er ist der letzte Rest der einstigen Burg und schnell besichtigt.

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Adresse

Burg Alt-Winnenden, Alt Winnenden, Bürg
Neuffenstr. 18
71364 Winnenden
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Gastronomie, privat
Lage: 420 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:00-16:07 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
Außenanlage: offen
mehr
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: Hotel

Baubestand & Beschreibung

Auf einem Bergsporn oberhalb des Brunnbächle in den westlichen Ausläufern des Schwäbisch-Fränkischen Stufenlandes thront der Bergfried der Burg Alt Winnenden, auch Burg Alt-Winnenden oder Bürg genannt. Von der ursprünglich recht großen Anlage hat sich bis heute nur der Turm erhalten. Der Rest wurde 1536 abgetragen, um die Festungsanlage der Burg Burgschloss in Schorndorf zu errichten. Heute wird das Grundstück vor allem von einem Hotel dominiert, das den Bergfried von zwei Seiten einrahmt.
Der Turm hatte ursprünglich eine Höhe von 15 m, eventuell sogar höher. Er hat einen Durchmesser von 7,5 m und eine Mauerstärke von 2,8 m. Heute ist der Turm mit Dach ca. 23 m hoch. Der Dachaufbau besteht aus einer Zwiebelkuppel mit offener Laterne, in der eine Glocke hängt. An der Ostseite wurde im 18. Jahrhundert eine Uhr integriert, die zur Gemeinde Bürg hin ausgerichtet ist.
Der Bergfried besteht aus mächtigen Buckelquadern. An der Nordseite (Hoteleingang) lässt sich der Anschluss einer abgehenden Wehrmauer erkennen, die ebenfalls aus Buckelquadern bestand. Am oberen Ende der ehemaligen Wehrmauer sind die Reste eines kleinen Treppentürmchens zu sehen, der den Wehrgang der Mauer mit dem Eingang des Bergfrieds verband.
Der oberste Bereich des Turms ist aus Bruchsteinmauerwerk. Der Bergfried wurde im Nachhinein noch erhöht oder wieder hergerichtet, wobei man billigeren Bruchstein verwendete. Auf Bodenhöhe lässt sich ein Steinmetzzeichen erkennen, das einen Pfeil zeigt. Das gleiche Zeichen wurde auf der Burg Zwingenberg gefunden. Anscheinend war der Steinmetz auf mehreren Baustellen tätig.
Der Bergfried nahm ursprünglich die Südostecke der Burg ein. Vor ihm lag ein Halsgraben, der sich heute noch im Gelände erkennen lässt. Er verlief parallel zu der heutigen Straße "Am Burggraben" auf Höhe der Parkplätze des Hotels.
Aufgrund des Hotels ist es heute nicht mehr möglich das Grundstück archäologisch zu untersuchen. Es gibt zahlreiche Spekulationen, wie die Burg einst ausgesehen haben könnte. Die gängigste Theorie, die mittlerweile kritisch gesehen wird, geht davon aus, dass es sich um eine rechteckige Kastellburg gehandelt hat, die an allen vier Ecken einen Wehrturm aufwies. Da Kastellburgen in Baden-Württemberg sehr selten sind, geht man heute eher davon aus, dass es sich um eine gewöhnliche Spornburg handelte, die durch zwei Flankierungstürme zum Graben hin geschützt wurde. Diese Theorie würde vor allem einer vagen Beschreibung des 17. Jahrhunderts entsprechen. Man kann davon ausgehen, dass der Turm definitiv als Bergfried diente. Seine Maße entsprechen dem Durchschnitt der runden Bergfriede in Baden-Württemberg. [1]
Burg Alt Winnenden ist relativ schnell besichtigt. Bis heute hat sich nur der eindrucksvolle und recht hohe Bergfried erhalten, der auf dem Grundstück eines Hotels steht. Von der kleinen Ortschaft aus ergeben sich schöne Aussichten über das Land.

Historie

Burg Alt Winnenden wurde vermutlich durch den Grafen Gottfried von Schauenburg Winnenden zwischen 1180 und 1200 errichtet. Der Graf wird mehrmals schriftlich zwischen 1181 und 1196 erwähnt. Sein Schwiegersohn Heinrich von Neuffen baut die Anlage um 1210, 1212 und 1225 zu einer großen Burg aus. Er gründet zudem um 1220 die Stadt Winnenden. Sowohl Graf Gottfried, wie auch Heinrich von Neuffen waren enge vertraute des staufischen Kaisers und werden schriftlich mehrmals in Verbindung mit dem Königshaus genannt.
Zwischen 1230 und 1255 wohnt der bekannte Minnesänger Gottfried von Neuffen mehrmals auf der Burg. In einem seiner Lieder beschreibt er, wie er zu seiner Geliebten in die Stadt Winnenden läuft.
1290 kommt Alt Winnenden durch Heirat in den Besitz derer von Weinsberg. Diese verkaufen die Anlage 1322 an das Haus Württemberg. Um ca. 1350 vergibt Württemberg die Burg als Lehen an derer von Yberg, die zu Ende des 15. Jahrhunderts aussterben, sodass die Anlage 1499 nicht mehr bewohnt ist und verfällt. Das Lehen geht zurück an Württemberg.
1536 entschließt man sich die Burg vollständig abzubrechen, um die Steine für den Festungsbau an Burg Burgschloss in Schorndorf zu gewinnen. Nur der Bergfried bleibt stehen.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhält der Turm eine Glocke und ein Dach. 1845 wird schriftlich festgehalten, dass das ehemalige Burggelände den Gemeinden Baach und Bürg gleichermaßen gehört. In der Neuzeit entstand auf dem Grundstück eine Gastronomie und ein Hotel. Vor dem Bau des Hotels wurden keine archäologischen Untersuchungen vorgenommen, sodass man heute keinen Aufschluss über den Grundriss der Burg hat. Ob sich unterirdische Fundamente erhalten haben oder diese beim Bau des Hotels beseitigt wurden, ist unbekannt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A81 Ausfahrt "Ludwigsburg-Süd" durch Ludwigsburg über Remseck am Neckar nach Winnenden. In Winnenden der Ausweisung nach Baach folgen und von Baach weiter nach Bürg. In Bürg am Ortseingang direkt rechts in die Straße "Am Burggraben". Nach 50 m erscheint auf der rechten Seite das Burghotel und der Bergfried.

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Burgenarchiv.de
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Gastronomie

Auf dem Grundstück befindet sich heute ein Hotel.

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Literatur


- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Informationstafel

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.01.2015

Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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