Schloss Celle

Schloss Celle
Deutschland / Niedersachsen

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Das Schloss Celle liegt am westlichen Ende der schönen Altstadt von Celle. Die ehemalige Burg aus dem 13. Jahrhundert hat sich über die Zeit zu einer beeindruckenden vierflügeligen Anlage entwickelt, in der mittelalterliche Elemente mit neueren Bauphasen verschmelzen.
Besondere Merkmale sind der weitläufige Park, die eindrucksvollen Ecktürme und die gotische Schlosskapelle. Innerhalb des Schlosses warten barocke Staatsräume, eine große gotische Halle, die eindrucksvolle Kapelle und das Residenzmuseum darauf, entdeckt zu werden. Ein Besuch von Schloss Celle lässt sich ideal mit einem Rundgang durch die sehenswerte, historische Altstadt von Celle verbinden.

Bilder

Adresse, Karte & Parken


Schloss Celle
Schloßpllatz 1
29221 Celle

Parken: Es gibt für Schloss Celle einen kostenpflichtigen Parkplatz. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 200 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum
Lage: 42 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:21-20:16 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Schloss Celle

Schloss Celle befindet sich am westlichen Rand der malerischen Altstadt von Celle in einem großen Park. Die alte Residenz wurde ursprünglich Ende des 11. Jahrhunderts als Burg erbaut und zeitgleich mit der Stadt im 13. Jahrhundert erweitert. Heute zeigt sich die schöne Anlage als vierflügeliges Ensemble mit mehreren Geschossen.
Die Form ist ein unregelmäßiges Rechteck, das durch die Integration mittelalterlicher Gebäude in die Schlossflügel zustande kam. An den Ecken von Schloss Celle befinden sich polygonale Ecktürme. Ein Turm hat ein Zeltdach, die anderen besitzen Kupferkuppeln. Die Türme stammen nicht aus der Gründungszeit der Burg.
Die Hauptzufahrt zum Schloss Celle befindet sich seit Gründung der Burg an der Ostseite. Besucher gelangen durch zwei Durchfahrten im Ostflügel auf den Innenhof. Sowohl die Außenfassade als auch der Innenhof sind weiß verputzt. Fenster und Portale heben sich mit Terrakotta-Tönen ab.
Das Celler Schloss steht auf einer Anhöhe und wird von einem Schlossgraben umgeben. Der Graben war früher deutlich breiter. Man kann den Schlossgraben heute von Norden, Osten und Süden her überqueren.

Der Ostflügel von Schloss Celle ist zur Stadt hin orientiert und bildet mit zwei Eingängen die Zugangsfassade.
Der Ostflügel von Schloss Celle ist zur Stadt hin orientiert und bildet mit zwei Eingängen die Zugangsfassade.

Der Ostflügel

Der Ostflügel des Schloss Celle begrüßt Besucher direkt von der Stadt aus und ist ein beliebtes Fotomotiv. Er ist mit zahlreichen Welschen Giebeln und einem Giebelband geschmückt. Die Fenster des Ostflügels sind unregelmäßig rechteckig und mit Stabwerk versehen. Im Inneren des Flügels gibt es viele Räume, die mit Stuckdecken und Kaminen ausgestattet sind. Im Erdgeschoss des Ostturms befindet sich eine gotische Halle mit noch vorhandenen Maßwerkfenstern. Ein markantes Detail am Ostflügel ist der polygonale Treppenturm an der Innenseite der Hoffassade.

Im südöstlichen Turm von Schloss Celle befindet sich die berühmte Kapelle.
Im südöstlichen Turm von Schloss Celle befindet sich die berühmte Kapelle.

Der Südflügel

Im Turm an der Südostecke des Schlosses Celle befindet sich die evangelische, gotische Schlosskapelle. Sie wurde als Saalbau mit einem Kreuzrippengewölbe und drei Jochen konstruiert. Die Innenausstattung der Schlosskapelle zeigt sich im Stil der Renaissance. Hierzu zählen Logen, eine Kanzel, ein Altar und eine Orgel. Darüber hinaus schmücken zahlreiche Malereien, Schnitzereien und Sandsteinreliefs die Kapelle.

Der Westflügel wird vor allem durch einen Uhrenturm dominiert.
Der Westflügel wird vor allem durch einen Uhrenturm dominiert.

Der Westflügel

In der Mitte des Westflügels des Schlosses Celle steht ein Uhrenturm mit offener Laterne. Im Erdgeschoss dieses Flügels befindet sich ein Durchgangstor. Das Portal dieses Tores ist mit dem herzoglichen Wappen verziert.

In den unteren Geschossen des Nordflügels von Schloss Celle sind die Reste mittelalterlicher Gebäude wie zum Beispiel die des Bergfrieds verbaut.
In den unteren Geschossen des Nordflügels von Schloss Celle sind die Reste mittelalterlicher Gebäude wie zum Beispiel die des Bergfrieds verbaut.

Der Nordflügel

Die Fassade des Nordflügels von Schloss Celle ist relativ gleichmäßig gestaltet. Sie hat im Erdgeschoss weniger Fenster als die anderen Schlossflügel. Dieser Teil wurde auf den Überresten des Bergfrieds erbaut. Im Nordwestturm, neben dem Bergfried, könnten Reste eines Tores aus dem 15. Jahrhundert verbaut worden sein, das ursprünglich vom Turm flankiert wurde.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Befestigungsanlage um Schloss Celle und den Ort ihre maximale Größe. Auf dem Bild gut zu erkennen: Das Schloss mit erhaltenem Bergfried und Nebengebäuden, umgeben von einer Mauer mit Rondelltürmen, direkt vor den Toren der gut befestigten Altstadt von Celle. Bildquelle: SLUB Dresden
Im 17. Jahrhundert erreichte die Befestigungsanlage um Schloss Celle und den Ort ihre maximale Größe. Auf dem Bild gut zu erkennen: Das Schloss mit erhaltenem Bergfried und Nebengebäuden, umgeben von einer Mauer mit Rondelltürmen, direkt vor den Toren der gut befestigten Altstadt von Celle. Bildquelle: SLUB Dresden

Wie sah die Vorgängerburg von Schloss Celle aus?

Das genaue Aussehen der alten Burg Celle bleibt weitgehend im Dunkeln. Was jedoch von der Forschung herausgefunden wurde, ist, dass nach 1378 Schloss Celle als eine von einem Wall mit Palisaden umgebene Burg existierte. Der älteste noch erhaltene Teil von diesem Komplex ist der Stumpf des Bergfrieds. Seine Überreste befinden sich heute unter dem Schlosstheater im Nordflügel.
Außer dem Bergfried gab es im Osten ein Wohngebäude. Dieses ist heute im großen Treppenhaus des Ostflügels verbaut. Hier wurden Elemente dieses Wohnbaus freigelegt und sind beim Besuch des Treppenhauses gut sichtbar. Der ehemalige Wohnbau stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.
In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, unter Friedrich dem Frommen, kamen weitere Bauwerke hinzu. Dazu zählten ein Sommerhaus, ein Saalbau und eine Kapelle im Bergfried, die 1424 schriftlich erwähnt wurde, aber heute nicht mehr existiert. 1485 wurde die heute sichtbare gotische Schlosskapelle geweiht. Zwischen dem Bergfried und dem Wohnbau, im heutigen Eingangsbereich, wurde von 1452 bis 1454 ein Gebäude errichtet. Ursprünglich war es zweistöckig, mit einer Küche im Obergeschoss.
Zum Ende des Mittelalters existierte vom Schloss Celle somit ein Gebäudekomplex, der in etwa die Fläche von Ost- und Nordflügel einnahm. Er war im Nordwesten durch den Bergfried und im Südosten durch die Kirche begrenzt. Hinter diesem Komplex, im Bereich des heutigen Hofs, könnte eine Palisade mit Anbauten für Wirtschaftsgebäude gestanden haben. Schriftliche Dokumente belegen die Existenz eines Backhauses und eines Brauhauses in der Hauptburg. In der Vorburg gab es weitere Gebäude wie den Marstall, Remisen, Ställe und einen Ziehbrunnen.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Burg an der Stelle des heutigen Schloss Celle nie von einer Steinmauer umgeben war. Stattdessen gab es Wälle mit Palisaden – eine Konstruktion, die für einige Wasserburgen typisch war.

An einigen Stellen der Gräben lässt sich noch erahnen wie breit diese einmal waren. Im Vordergrund ist die Kante erkennbar, auf der ein Wehrgang verlief.
An einigen Stellen der Gräben lässt sich noch erahnen wie breit diese einmal waren. Im Vordergrund ist die Kante erkennbar, auf der ein Wehrgang verlief.

Grabenanlage

Der Graben des Schlosses Celle entstand zeitgleich mit der Gründung der Burg, noch vor Baubeginn der Stadt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Graben massiv verbreitert und die Wälle höher gezogen. 1492 wurde ein neues Vorwerk errichtet und das alte aufgegeben. Vor dem Wall wurde zudem ein Zwinger gebaut.
Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts trieb Heinrich der Mittlere den Ausbau der Befestigungsanlagen voran. Es entstanden Rondelle und Erdwälle. Die Erdwälle dienten als Schutz vor einschlagenden Geschossen im unteren Bereich der Gebäude. Bis zur zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte Schloss Celle seine heutige Größe erreicht, war jedoch von einer starken Verteidigungsanlage umgeben.
Die Wehranlage von Schloss Celle war wie folgt aufgebaut: An der Stelle, an der heute der Hang am Schloss beginnt, befand sich die obere Kante und der Wehrgang der Ringmauer. Diese Mauer verlief nach außen schräg. Davor stand eine weitere Mauer, also ein Zwinger, mit Rondellen an den Ecken. Im Norden gab es mittig ein zusätzliches kleines Rondell. Wo sich heute der Platz zwischen dem Ort und dem Schloss befindet, stand damals ein großer Torturm mit einer Zugbrücke.
Umgeben war der Schloss-Festungskomplex von einem mächtigen, wassergefüllten Graben. Die Außenkante des Grabens zur Ortsseite hin entspricht wahrscheinlich der Außenkante des mittelalterlichen Grabens. Dieser Graben dürfte eine Breite von etwa 25-30 Metern gehabt haben.
An der Westseite im Park verbreitert sich der heutige Graben. Hier lässt sich grob erahnen wie breit er damals zur Stadt hin war. Das Wasser für die Gräben kam sowohl vom Stadtgraben als auch von der nahe gelegenen Aller.
Zwischen 1785 und 1827 wurden die Außenbastionen des Schlosses Celle abgetragen und die Wälle eingeebnet. Mit dem gewonnenen Material wurden die Wassergräben aufgefüllt. Als 1830 der Park errichtet wurde, waren alle Wehranlagen rund um das Schloss Celle komplett verschwunden.

Schon alleine im Treppenhaus lassen sich die Integration älterer, mittelalterlicher Gebäude in das frühneuzeitliche Schloss Celle erkennen.
Schon alleine im Treppenhaus lassen sich die Integration älterer, mittelalterlicher Gebäude in das frühneuzeitliche Schloss Celle erkennen.

Innenräume von Schloss Celle

Das Schloss Celle verfügt über diverse Räume und Säle aus unterschiedlichen Bauepochen. Besonders hervorzuheben sind die barocken Staatsräume aus der Zeit von Georg Wilhelm, die bis heute erhalten geblieben sind. Ebenso beeindruckend ist eine große gotische Halle, die für wechselnde Ausstellungen genutzt wird. Im Ostflügel des Schlosses befindet sich das Residenzmuseum, welches sich intensiv mit der Geschichte der Welfen und des Königreichs Hannover auseinandersetzt.
Zudem haben sich restaurierte Schlossräume erhalten, die nach historischem Vorbild wiederhergestellt wurden. Die eindrucksvolle Schlosskapelle kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Zusätzlich gibt es im dritten Obergeschoss im Südostturm eine Sonderausstellung, die immer wieder wechselnde Schwerpunkte setzt.

Schlosskapelle

Am Ende des 15. Jahrhunderts entstand die gotisch geprägte Kapelle im Celler Schloss. Sie war ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung des Schlosses zu der Zeit als die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg im Fürstentum Lüneburg regierten. 1485 erhielt die Kapelle ihre Weihe.
Wilhelm der Jüngere, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, war maßgeblich an der aktuellen Gestaltung der Kapelle beteiligt. Sein Vater, Herzog Ernst I. (der Bekenner), war wegweisend in der Einführung des Protestantismus in Celle 1525 und im gesamten Fürstentum im Jahr 1527. Zwischen 1565 und 1576 veranlasste Herzog Wilhelm umfassende Renovierungen, um die Kapelle in einen protestantischen Sakralraum zu verwandeln. Diese Renovierung umfasste den Einbau von Herrschaftslogen für den Adel, einem Altar, einer Kanzel und einer Orgel. Zudem wurden 78 Gemälde hinzugefügt, wobei die Hauptarbeiten von dem flämischen Künstler Marten de Vos und seiner Werkstatt stammen. In der Kapelle von Schloss Celle befinden sich außerdem 50 Sandsteinreliefs, über 120 Tafeln mit Bibelversen und zahlreiche Holzschnitzarbeiten. Dieses beeindruckende Ensemble aus der Zeit der Reformation hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert und zählt zu den Meisterwerken der norddeutschen Sakralkunst in der Renaissance.
Seit dem 18. Jahrhundert werden Bedenken bezüglich der Statik und des Klimas in der Kapelle geäußert. Unter König Ernst August I. wurden 1840 Reparaturarbeiten durchgeführt und zwischen 1864 und 1866 eine gründliche Restaurierung unter König Georg V. Dabei wurde ein Porträt des Königs und seiner Frau Königin Marie in der Nähe der Kanzel platziert. In den 1980ern erfolgt eine statische Verbesserung der Kapelle von Schloss Celle. Aufgrund der zunehmenden Touristenströme seit dieser Zeit und den damit verbundenen klimatischen Feuchteschäden an auf Holz gemalten Bildern wird die Kapelle seit 1995 durch eine Glaswand geschützt. 2010 gründete sich eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Vertretern, um Lösungen zu finden, wie die Kapelle wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.
Die Orgel der Schlosskapelle Celle befindet sich oberhalb des Fürstenstuhls. Das Orgelgehäuse, das heute noch existiert, stammt wahrscheinlich von einem niederländischen Orgelbauer und zählt zu den ältesten in Norddeutschland. Das aktuelle Orgelwerk wurde 1865 von dem Orgelbauer Heinrich Vieth aus Celle installiert.

Schlosstheater

Das Schlosstheater stellt ein besonderes Highlight von Schloss Celle dar und zählt zu den ältesten erhaltenen Theatern der Region. Es ist zudem eines der wenigen Barocktheater im Norden Deutschlands und wird immer noch von einer eigenen Theatergruppe genutzt.
Das heutige Theater im Schloss wurde auf Initiative von Herzog Georg Wilhelm errichtet, der vor seinem Antritt als Regent einige Zeit in Venedig verbrachte und dort die italienische Oper für sich entdeckte. Die Errichtung des Theaters begann 1670 und war bis 1675 weitestgehend abgeschlossen. Der Herzog engagierte verschiedene Schauspielgruppen, die er unter anderem aus Frankreich, Italien und dem naheliegenden Hannover holte. Nach seinem Ableben blieb das Theater ungenutzt, bis es während der kurzen Amtszeit von Caroline Mathilde um einen weiteren Zuschauerraum erweitert wurde.
Obwohl das Theater ursprünglich nur für den Hof gedacht war, konnten gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch Teile der Öffentlichkeit Vorstellungen beiwohnen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fanden regelmäßige Aufführungen statt, bevor 1890 der Spielbetrieb pausierte und das Theater in den Folgejahren verfiel. Erst 1935 begann man mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten.

Schlosstreppenhaus

Das Celler Schloss war dazu bestimmt, als repräsentativer Eingang von Schloss Celle zu dienen. 1839 gab König Ernst August I. dem Hofarchitekten Georg Ludwig Friedrich Laves den Auftrag für die entsprechenden Umbauarbeiten. Laves wirkte seit 1814 in Hannover als Hofbauverwalter und stieg 1852 zum Oberhofbaudirektor auf, wodurch er sich als der Hauptarchitekt des Königreiches Hannover etablierte. Um Platz für den neuen Aufgang zu schaffen, mussten der ursprüngliche Treppenturm und der sogenannte Blaue Gang, der sich auf der Hofseite im Osten des Schlosses befand, weichen. Laves entwarf ein großzügiges Treppenhaus mit zwei miteinander verbundenen Korridoren, die sich an zwei Punkten teilen und wieder zusammenschließen.
Dieser elegante Zugang im Schloss Celle führte direkt zu den königlichen Gemächern. Die Kuppel wurde kunstvoll mit Verzierungen bemalt. Darunter wurde das Wappen des Königreiches Hannover positioniert - allerdings wahrscheinlich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Es zeigt die lateinische Inschrift „Suscipere et finire“, was "Beginnen und vollenden" bedeutet. Des Weiteren zieren Statuen bedeutender Ahnen des Welfenhauses die Wände, wobei Heinrich der Löwe der älteste dargestellte Vertreter ist.

Der richtige Park von Schloss Celle wird immer noch durch die Grabenanlagen dominiert.
Der richtige Park von Schloss Celle wird immer noch durch die Grabenanlagen dominiert.

Schlosspark

Schloss Celle hatte im 18. Jahrhundert keinen militärischen Zweck mehr, weshalb zwischen 1785 und 1802 die Außenbefestigungen entfernt wurden. Der aus diesen Befestigungen gewonnene Schutt diente dazu, den ehemals tieferen und breiteren Schlossgraben aufzufüllen.
Ab 1826 wurden, begleitet von der fortgesetzten Niederlegung der Verteidigungsstrukturen, Gärten in der näheren Umgebung des Schlosses Celle angelegt. Anstelle der Wälle wuchsen Bäume, Stauden wurden gesetzt und Grünflächen gestaltet.
Im 19. Jahrhundert kam es zu der Entstehung eines Landschaftsgartens rund um das Schloss Celle. Nach der Abtretung eines Teils des Geländes für Wohnzwecke um 1900 erstreckt sich seitdem der Park heute über rund sieben Hektar. Das Schloss befindet sich bis dato auf einer Insel, die von einem Graben umgeben ist.
Nicht weit vom Schloss Celle, aber außerhalb des früheren Befestigungsrings, initiierte Georg Wilhelm Ende des 17. Jahrhunderts die Gestaltung des „Französischen Gartens“, inspiriert von französischen Gartenkunsttraditionen. Von der ursprünglichen barocken Grundstruktur sind heute nur noch Fragmente im Park sichtbar, da auch dieser Abschnitt in einen Landschaftsgarten umgestaltet wurde.

Fazit

Schloss Celle ist zusammen mit der Altstadt auf jeden Fall einen Besuch wert. Egal ob Kultur- und Baugeschichte oder nur Flanieren im Park und Shoppen in der Stadt - hier ist für jeden etwas dabei. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Das Celler Schloss entstand ursprünglich als befestigter Wachturm mit Merkmalen einer Wasserburg zur Überwachung einer Übergangsstelle durch die Aller. Erstmalig als "Kellu" benannt, wurde eine erste Burg vermutlich etwa 980 von einem Grafen der Brunonen-Familie geschaffen. Unter der gotischen Halle fand man einen Pfahlrost, der laut 14C-Datierung aus der Zeit von 1040 bis 1275 stammt. Ein Ausbau dieses Turms bzw. eine Erweiterung aus der ersten Phase des Schlosses Celle geht zurück auf Otto den Strengen aus dem Jahr 1292. Einige der ursprünglichen Elemente, wie Kellergewölbe und die Grundstrukturen des Bergfrieds, sind noch vorhanden und liegen unter dem heutigen Schlosstheater.
Circa 1315 wurde das "Castrum Celle" in Dokumenten erstmals genannt. Es befand sich zur damaligen Zeit nahe der frisch errichtetem Stadtbefestigung von Celle. Diese schützende Struktur bestand aus einer Stadtmauer, Wällen und Wassergräben.
Nach dem Lüneburger Erbfolgekrieg verlegten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg 1378 ihren Sitz von Lüneburg nach Celle. Ihre alte Burg auf dem Kalkberg in Lüneburg wurde von den Bürgern bereits 1371 abgerissen. Sie wandelten die alte Burg Celle in einen Vorgängerbau des heutigen Schlosses Celle um. Gleichzeitig wurden Gräben und Wälle zum Schutz erweitert.
Zwischen 1471 und 1478 wurde die Anlage unter der Herrschaft von Friedrich dem Frommen, großzügig verändert. 1530 setzte Ernst I. Akzente im Renaissancestil. Schon zehn Jahre zuvor, also 1520, wurde mit der Errichtung von Wällen und Bastionen begonnen. Die Arbeiten dauerten bis 1560 an. Nach Fertigstellung bestand Schloss Celle aus einer für diese Zeit typischen vierflügeligen Schlossanlage mit rechteckigem Hof und eindrucksvollen Ecktürmen. Charakteristische Merkmale der Weserrenaissance und ein großer Hauptturm zierten die Residenz.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts initiierte Herzog Georg Wilhelm nach 1670 umfangreiche bauliche Veränderungen am Schloss, inspiriert von seinen Reisen nach Italien. Sein Augenmerk lag dabei besonders auf der Gestaltung der bis heute existenten Fassaden, die damals in Anlehnung an venezianische Modelle entworfen wurden. Besonders hervorstechend aus dieser Bauperiode ist die seltene Form der Turmkuppeln. Typisch für die Zeit des Barocks entstand innerhalb der Anlage ein Schlosstheater und barocke Gemächer.
Nach 1705 verlor das Schloss Celle durch den Tod Georg Wilhelms und die politischen Entwicklungen seine zentrale Rolle. Das Fürstentum Lüneburg und das Fürstentum Calenberg wurden in der Folge dem späteren Königreich Hannover einverleibt. Schloss Celle stand aufgrund der Ereignisse und politischen Veränderungen eine sehr lange Zeit leer.
1772 zog die ehemalige dänische Königin Caroline Mathilde ein, die nach Gerüchten über eine Affäre mit Johann Friedrich Struensee von Kopenhagen nach Celle vertrieben wurde. Ihre Finanzen ließen keinen großen Hofstaat zu, sodass sie eher schlicht bis 1775 in dem Schloss lebte. Sie starb im jungen Alter von 23 Jahren an Scharlach.
Im 19. Jahrhundert diente Schloss Celle zeitweise dem Königshaus Hannover im Sommer als Residenz. Von 1839 bis 1840 fanden aus diesem Grund vor allem im Innenraum Umbauarbeiten statt.
Im Ersten Weltkrieg diente die Anlage als Gefangenenlager für bis zu 300 Insassen. Im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach bis 1958 hat man auf Schloss Celle Kunstgüter verwahrt.

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: Ganzjährig
Außenanlage: offen
Schloss: kostenpflichtig
Museum:
Mai-Okt:
Di-So:
10:00-17:00 Uhr

Nov-Apr: Di-So:
11.00-16.00 Uhr
1.-3. Adventswochenende:
10.00-17.00 Uhr
Geschlossen: 24.12, 26.12, 31.12.

Sonderöffnungszeiten:
25.Dez: 11.00-16.00 Uhr
1. Jan: 13.00-16.00 Uhr
Karfreitag: 13.00-16.00 Uhr
Ostersonntag / Ostermontag: 11.00-16.00 Uhr
Tag der Arbeit (1. Mai): 10.00-17.00 Uhr
Pfingstmontag: 10.00-17.00 Uhr
Tag der deutschen Einheit: 10.00-17.00 Uhr
Reformationstag: 10.00-17.00 Uhr
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: Museum
Erwachsene: 8,00€
Kinder, Jugendliche: 5,00€
Familie: 20,00€

Kombikarte (Bomann-Museum, Kunstmuseum, Residenzmusem):
Erwachsene: 12,00€
Kinder, Jugendliche: 8,00€
Kontakt: Residenzmuseum im Celler Schloss
Schloßplatz 1
29221 Celle

Information und Buchung
(Di bis So 11.00-16.00 Uhr):
Tel: 05141 / 12 45 15
Website: Residenzmuseum.de

Anfahrt

Von der A7 Ausfahrt 50 "Schwarmstedt" auf die B214 nach Celle. In Celle links abbiegen auf die B3 Richtung Norden. Hinter dem nächsten Kreisverkehr nach rechts abfahren und in die Innenstadt.
Einmal in Celle angekommen, ist das Schloss leicht zu finden. Es liegt am westlichen Ende der Altstadt und ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto gut zu erreichen. Parkplätze sind in der näheren Umgebung vorhanden, jedoch kann es in der Hauptsaison etwas voller werden. Es ist daher ratsam, etwas Zeit für die Parkplatzsuche einzuplanen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
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Sonstige Bemerkungen

Neben dem Schloss Celle lohnt sich definitiv auch ein Besuch der Altstadt von Celle. Sie beeindruckt mit wunderschönen Fachwerkhäusern und lädt in ihrer malerischen Kulisse zum Flanieren und Einkaufen ein. Beim Spaziergang durch die Gassen wird der mittelalterliche Ursprung der Stadt deutlich spürbar.
Leider sind von der einst sehr ausgeprägten Stadtmauer heute bis auf einige Wasserläufe und wenige Fragmente keine Teile mehr erhalten. Ursprünglich prägten massive Tore mit Zugbrücken, hohe Wehrmauern, Bastionen, Rondelle und viele weitere Befestigungen das Stadtbild, ähnlich wie beim Schloss Celle. Ein erhaltener Zeuge dieser Zeit ist der Magnusgraben, der aus der Gründungszeit der Stadt um das Jahr 1370 stammt.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.10.2023


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