Tangermünde

Burg Tangermünde

Deutschland / Sachsen-Anhalt

Burg des Monats

Burg Tangermünde wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats November 2015" gewählt.
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Tangermünde ist eine große, weitläufige Grenzburg aus dem 12. Jahrhundert. Sie steht direkt an der Elbe und diente neben der Erhebung von Zoll als kaiserliche Residenz. Von der eindrucksvollen Wasserburg aus Backstein haben sich die Ringmauer, die Toranlage, der Bergfried, der Palas und ein Wohnturm erhalten. Die Burg wurde bis in das 15. Jahrhundert ausgebaut und beherbergt heute eine Gastronomie. Der 26 Meter hohe Bergfried steht immer noch neben dem Tor und flankiert dieses. Im Inneren der Anlage befindet sich heute eine kleine, schöne Parklandschaft, die die einzelnen Gebäude miteinander verbindet. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Tangermünde
Schlossfreiheit
39590 Tangermünde
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Niederungsburg, Wasserburg
Nutzung: Hotel
Lage: 42 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:16-19:21 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Tangermünde ruht heute wie damals am nordöstlichen Ende der kleinen gleichnamigen Stadt, direkt an der Elbe. Einst Grenzfeste zur Sicherung der Grenze zwischen den Slawen und der Mark entwickelte sie sich zu einer stattlichen Burganlage, die mehrere Funktionen zu erfüllen hatte. Ihre strategisch günstige Lage nutzte man sowohl als kaiserliche Residenz, wie auch zur Überwachung des anliegenden Hafens Tangermündes, der heute noch zu Füßen der Burg liegt und seinem Betrieb nachgeht. Burg Tangermünde ist noch relativ gut erhalten und prahlt mit einer fast vollständigen äußeren Wehranlage, die genau wie der Rest der Burg im Jahre 1902 einen Wiederaufbau erfuhr. Heute besteht die Burg aus drei Bereichen, die sich in Kernburg, Vorburg und Garten aufteilen lassen.
Der Zugang zur Burg efolgt über die Vorburg. Noch deutlich zu erkennen, bzw. gut erhalten ist das Doppeltor, das einst mit Zugbrücke den Eingang sicherte und noch die Wachstube erkennen lässt, die sich direkt daneben befand. Flankiert und geschützt wurde das Tor durch den Gefängnisturm, der unter anderem auch als Bergfried seine Funktion vor Erbau des kaiserlichen Bergfrieds fand. Er steht typisch für die Region direkt neben dem Tor. Zahlreiche Balkenauflager, Fenster und Eingänge an seiner Außenfassade weisen auf häufige Umbauten hin.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf die Vorburg, die nur noch bedingt erhalten ist. Sie dient dem Hotel als Parkplatz und beherbergt einige Gebäude, in denen sich Zimmer des Hotels befinden. Deutlich zu erkennen sind die Trennmauer zur Kernburg und derer einst etwas höher gelegener Eingang, der ebenfalls durch eine Rampe und ein Tor gesichert gewesen war. Die Kernburg beherbergt heute das Hotel, das unter anderem auf den alten Grundmauern des Palas steht. Noch erhalten ist der Augustiner-Chorherrenstift an der Westmauer, der neben den alten Fenstern der vorherigen Schlosskirche zahlreiche Umbauten an seiner Außenfassade erkennen lässt und der Kernburg einen urigen Charme verleiht. Der Burghof dient dem Hotel als Terrasse. Zwischen den Gebäuden eröffnet sich ein Blick auf die Stadt Tangermünde, den Graben, den Hafen und auf die Elbe, die mit starker Strömung an der Burg vorbeifließt.
Nach Norden hin trifft man auf die Ausläufer der Vorburg, die im Laufe der Jahrhunderte große Umbauten erfuhren. Dieser Bereich ist heute Garten und beherbergt außer den äußeren und den trennenden Wehrmauern der Kernburg nur noch einen großen Wohnturm, bzw. den Bergfried, der im Sinne des Jugendstils eine typische Spitze erhielt. Er ist örtlich auch unter dem Namen "Kapitelturm" bekannt. Seine Entstehungszeit liegt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Kaiser Karl IV. die Burg stark umbauen ließ. Der Name "Kapitelturm" stammt aus der Zeit, als der Turm als Getreidespeicher des Berliner Domkapitels diente.
Neben der Besichtigung vieler Bereiche der Innenburg gibt es auch die Möglichkeit Burg Tangermünde vollständig zu umrunden. Hierbei stößt man auf die imposanten und dicken, zum Teil mit zahlreichen Stützpfeilern ausgestatteten Wehrmauern zur Elbe hin, die teilweise 1903 abgebrochen wurden und einer Terrasse weichen mussten. Zur Stadt hin lassen sich noch Schießscharten und alte Elemente der Mauer erkennen, zu denen unter anderem der breite und tiefe Graben gehört, der die Burg zum Landesinneren hufeisenförmig einrahmte. Der Graben war ursprünglich tiefer. Es ist nicht auszuschließen, dass er direkt mit der Elbe verbunden war und Wasser führte. In diesem Fall hätte Burg Tangermünde auf einer Insel gelegen und war sowohl vom Fluss, wie auch von der Stadt gleichermaßen schwer einnehmbar.
Von der Atmosphäre her ist Burg Tangermünde sehr angenehm. Die Burg ist ein Gebilde aus mehreren Epochen und hat zahlreiche Details zu verzeichnen, die zum Entdecken einladen. Die vorhandenen Reste geben die Möglichkeit die Anlage im Kopf zu rekonstruieren und lassen so ein majestätisches Bild entstehen. Der Garten und die unterschiedlichen Bereiche gliedern die Burg ein und geben die Möglichkeit sich entspannt und ruhig der Anlage und der wunderbaren Aussicht über die Elbe zu widmen. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Die Burg Tangermünde wird urkundlich unter Bischof Thietmar erstmalig im Jahre 1009 genannt. Sie gehörte zu dem Verteidigungsgürtel der Grenze, die durch die Elbe definiert war und schützte die Region vor eindringenden Slawen. Gegründet wurde sie vermutlich 925. Sie war anfangs aus Holz und wurde erst im 12. Jahrhundert aus Stein errichtet. 1136 werden Stadt und Burg als Elbzollstätte erwähnt. Zwischen 1350 und 1378 kommt es zu regen Umbauten, die vor allem nach Erwerb durch Kaiser Karl IV. 1373 ihren Höhepunkt finden. Kaiser Karl IV. übernahm in jenem Jahr die komplette Mark Brandenburg und erklärte Tangermünde zur brandenburgischen Hauptresidenz. Der Elbhafen der Stadt sorgte für Reichtum. 1377 wird die alte Schlosskapelle zum Augustiner-Chorherrenstift und der Rest der Burg zur Kaiserburg ausgebaut. 1378 stirbt Kaiser Karl IV., so dass die Stadt und die Burg an den Kurfürsten von Brandenburg gehen.
Die Residenz erfuhr weitere Ausbauten und gehörte 1442 zu den relevanten kurfürstlichen Residenzen neben dem Schloss in Berlin-Cölln. Nach der Teilung der Mark Brandenburg unter den Brüdern Friedrich dem Älteren und Friedrich dem Jüngeren verliert die Burg an Bedeutung. Sie ist nur noch Residenz der Altmark und der Prignitz, wird dennoch weiter ausgebaut. So entsteht z.B. die Toranlage. Nach 1463 wird die Burg nur noch Sitz ohne Residenzfunktion. 1640 kommt es schließlich zur Zerstörung durch die einfallenden Schweden. 1699 lässt Kurfürst Friedrich III. das "Amtshaus" bauen und besucht den Bau 1701 als König Friedrich I.. 1902 begann man mit den Restaurationen im Stil des Jugendstils und der Neogotik.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Tangermünde liegt an der Elbe inmitten des gleichnamigen Ortes. Über die A2 Ausfahrt "Ziesar" auf der B107 bis in den Ort fahren. Innerorts ist die Burg unter der Ausschilderung "Schlosshotel Tangermünde" zu finden. Der Parkplatz befindet sich direkt im Graben der Burg.

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Burgenarchiv.de
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Sonstige Einrichtungen

Die Altstadt von Tangermünde sollte man im Zusammenhang mit der Burg besuchen. Sie ist es wert.

Gastronomie

Auf Burg Tangermünde gibt es ein Hotel mit anliegendem Restaurant im gehobenen Stil.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.03.2007


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