Burg Svaneholms Slott

Burg Svaneholms Slott

Schweden / Schweden

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Schloss Svaneholm liegt malerisch in einem Schlosspark im gleichnamigen See. Die Anlage wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und ist heute aufgrund der zahlreichen verschiedenen Epochen und Stile bei Kunsthistorikern bekannt. Das Schloss, das nur noch andeutungsweise eine Burg erkennen lässt, lädt heute mit einem kleinen Museum zu einem kurzen Besuch ein.

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Baubestand & Beschreibung

Schloss Svaneholm, zu deutsch Schwanensee, liegt im südlichen Bereich des gleichnamigen Sees nordwestlich von Skurup. Das heutige Schloss ist der Nachfolgerbau einer Burg und beherbergt ein Museum. Errichtet wurde es etwas abseits des damaligen Standorts der alten Burg auf einer Insel. Die Insel war bis in das 19. Jahrhundert hinein nur mit einer Brücke mit dem Festland verbunden. Nach Westen und nach Norden sind noch Wälle im Wasser zu erkennen, die den Gegnern die Möglichkeit nehmen sollten mit Landungsbooten an der Insel anzulegen. Im 19. Jahrhundert schüttete man den Graben zu, so dass das Schloss heute in einem Garten auf einer Halbinsel steht. Nur noch die Wälle im See erinnern an eine einstige äußere Wehranlage.
Schloss Svaneholm wurde im Stil der schwedischen, gotischen Renaissance errichtet. Das Schloss besteht aus vier Flügeln, die in der Mitte einen Innenhof beherbergen. Die Flügel sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Der älteste Part ist der Südwestflügel, der heute die Toreinfahrt beinhaltet. Er ähnelt den mittelalterlichen Steinhäusern wie zum Beispiel Glimmingehus. Die Besatzung der Anlage war im Kellergewölbe in Kasematten untergebracht. Im Erdgeschoss befand sich der Rittersaal und im ersten Obergeschoss die Gemächer der Burgdame. Der Dachboden beherbergte Schießscharten, aus denen auf entferntere Gegner geschossen werden konnte. Einige dieser Schießscharten sind noch heute existent.

Teilweise zeigen diese zum Hof hin, was darauf hindeutet, dass das Gebäude einst freistand und die anderen Flügel erst später hinzu kamen. Das verwendete Baumaterial und die Eckverbindungen zwischen dem alten und den neuen Flügeln deuten aber darauf hin, dass die anderen Flügel unmittelbar danach gebaut wurden. Im südwestlichen und im nordwestlichen Flügel lassen sich noch hervorspringende Elemente erkennen, die zur Flankierung der Seiten dienten (Gegner, die schon an der Außenwand waren, konnten beschossen werden). 1680 waren noch vereinzelt Verteidigungselemente, wie zum Beispiel Türme an der Außenseite vorhanden. Im Burghof befanden sich einst zwei Treppentürme, die die einzigen Zugänge zu den oberen Stockwerken bildeten und somit leicht zu verteidigen waren.
Heute erkennt man noch deutlich die Struktur und die Wehrhaftigkeit, die Schloss Svaneholm einst hatte. Trotz der zahlreichen Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert sind viele Elemente erhalten geblieben. Nur die äußeren Bereiche, wie zum Beispiel der Graben, der die Burg vom Festland trennte, sind spurlos verschwunden.
Vom touristischen Aspekt her ist Schloss Svaneholm durch seine Geschichte relativ interessant. Durch die zahlreichen Umbauten sind sehr viele Epochen und Baustile im Innen- und Außenbereich zu erkennen. Das Museum deutet vor allem auf die innenarchitektonischen und mobeliaren Besonderheiten und Trends der Zeiten hin.

Historie

Burg Svaneholm wird erstmals 1443 genannt. Zu dieser Zeit handelte es sich um eine Anlage, deren Reste heute im Garten unter der Erde zu finden sind. Damaliger Besitzer war der Ritter Henning Meinstrup. Durch die Heirat der Tochter mit dem dänischen Geschlecht Sparre kam die Burg in den Besitz. In der Mitte des 18. Jahrhunderts sollen noch Grundmauern und Wälle erkennbar gewesen sein. Der Grundriss glich dem von Glimmingehus.
1529 bekamen derer von Sparre die königliche Erlaubnis ein Schloss aus dem Baumaterial des Schlosses Berlitzholm zu errichten. Um 1530 ließ der Reichsrat Mourits Jespen Sparre die alte Burg abreißen und errichtete eine neue, repräsentativere Anlage aus Backstein. Damals befand sich die Burg auf einer mit Eichenpfählen verstärkten Insel im See von Svaneholm. Die Insel besaß eine Landverbindung über eine Brücke, die stark befestigt war.
Im 17. Jahrhundert gehörte Svaneholm einem Adelsmann namens Axel Gyllenstierna (1653-1705). Von seinen Reisen nach Italien brachte er wahrscheinlich Ideen aus der italienischen Barockarchitektur mit, die er ab 1694 begann in seinem Schloss umzusetzen. Beispielsweise wurde der Südostflügel um zwei Stockwerke aufgestockt und mit einer massiven Balustrade zum Dach hin abgeschlossen. In allen Flügeln ließ er die Fenster in einem systematischen und symmetrischen Raster angleichen. Seine Idee war es das komplette Schloss im italienischen Stil umzubauen. Durch seinen Tod 1705 kam er nicht mehr dazu. Bevor er starb ließ er noch die Treppentürme abreißen und errichtete zwei interne Treppenhäuser im Nordwestflügel und im Südostflügel. Zum Hof hin trifft man auf zahlreiche Korridore, von denen die Zimmer abgehen. Während seiner Umbauarbeiten soll eine Schlosskirche verschwunden sein, die 1676 durch den Generalquartiermeister Johan Hintzke genannt wird.
Im 19. Jahrhundert besaß der Freiherr Rutger Macklean das Schloss und ließ den Wassergraben zum südlichen Ufer des Sees hin zuschütten. Grund hierfür war eine von ihm geplante Reitbahn. Es folgten durch seine Nachfolger Eingriffe, wie zum Beispiel französische Fenster im Ecksalon im ersten Stockwerk im Jahre 1861. Diese wurden im 20. Jahrhundert wieder entfernt. Der letzte große Eingriff erfolgte durch Graf Carl Augustin Ehrensvärd in den Jahren 1933 bis 1934. Er ließ das Schloss von Grund auf restaurieren und zog beispielsweise den Parkettboden ein. Behutsam ließ er in die alte Substanz neue Techniken wie zum Beispiel eine Zentralheizung installieren. Nach seinem Tod 1934 wurde Schloss Svaneholm zum Museum umgebaut.

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Anfahrt

Schloss Svaneholms liegt nordwestlich von Skurup. Über die E65 Ausfahrt "Skurup - Macleans Monument" der Ausschilderung nach Svaneholm, bzw. Svaneholms Slott folgen.

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Gastronomie

Auf dem Schloss gibt es eine Gastronomie mit Terrasse.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.01.2009


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