Burg Rettenberg

Burg Rettenberg

Burg Rettenberg

Österreich / Tirol

Burg Rettenberg liegt nahe einer Schlucht auf einem Berg am Inntal. Die rechteckige aufgebaute Anlage mit ihren rondellartigen, runden Ecktürmen ist heute in Privatbesitz. Im Inneren findet man noch die Überreste mehrerer Gebäude. Heute ist die Burg Teil eines Bauernhofs. Die ehemalige militärische Bedeutung Rettenbergs lässt sich noch gut an der vollständig erhaltenen, äußeren Ringmauer erkennen.

Burg Rettenberg
Burg Rettenberg

Adresse

Burg Rettenberg
Florian-Waldauf-Weg
6114 Kolsassberg
Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg
Burgtyp:Höhenburg
Nutzung:Privat
Lage:716 m.ü.NN.
Sonnenlicht:05:17-17:25 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Burghof: mit Genehmigung
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Rettenberg

Burg Rettenberg thront heute wie damals an einem Hang inmitten saftiger Bergwiesen. Die Anlage mit der ereignisreichen Geschichte befindet sich in Privatbesitz und kann nur mit der Genehmigung der Bewohner besichtigt werden. Die heutigen Bewohner pflegen ihre Burg und erhalten die Teilruine in einem guten Zustand.
Die Anlage besteht aus einem Palas, einem wiederaufgebauten Bauernhaus und den Fundamenten weiterer Gebäude. Alle Bauwerke stehen in einer rechteckigen Ringmauer, die sich größtenteils erhalten hat. Die Ringmauer weist an den Ecken vier Türme auf, die die Anlage nach außen zu allen Seiten hin flankierten.
Durch den quadratischen Grundriss zählt Rettenburg zu den Kastellburgen. In der Mitte befindet sich der Rest des einst vierstöckigen Palas, der sich aufgrund der großen Zwinger weit umrunden und von allen Seiten begutachten lässt. Es handelte sich bei dem Palas um einen Wohnturm, der das älteste Gebäude der Burg darstellte.
Neben dem Haupttor wurde das alte Bauernhaus (einst Wirtschaftsgebäude der Burg) in einem sich gut integrierenden Stil wieder aufgebaut und mit einer Wandmalerei oberhalb des Eingangs versehen. Es zeigt wie Florian Waldauf von Kaiser Maximilian zum Goldenen Ritter geschlagen wird.
Die Türme sind in unterschiedlichen Stadien des Verfalls, wobei die beiden südlichen vollständig erhalten sind und mit einem Dach versehen wurden. Gut erhalten bzw. restauriert, wurden auch die Schießscharten in den Türmen, durch die man einen minimalen Ausschnitt der wundervollen Aussicht erkennen kann.

Historie

Der Ursprung von Rettenberg liegt in einer Vorgängerburg namens Alt-Rettenberg. Sie wurde 1298 das erste Mal urkundlich erwähnt und war schon um 1490 in einem ruinösen Zustand.
Florian Waldauf (geb. ca. 1440) kaufte die Anlage, riss sie ab und errichtete weiter nördlich die heutige Burg Rettenberg. Er spielt in der Geschichte der Burg eine große Rolle und war der Erbauer der heutigen Burg.
Florian Waldauf bekleidete am Hof von Herzog Sigismund und unter König Maximilian mehrere Ämter, so dass er 1488 durch Kaiser Friedrich in den Adelsstand und später von König Maximilian zum Goldenen Ritter erhoben wurde. Er kaufte daraufhin 1491 die alte Burg Rettenberg. Diese riss er ab und begann 1492/1493 mit dem Bau der heutigen Anlage. Er starb noch vor der Fertigstellung seiner Burg im Jahre 1510. Sein Sohn Hans Waldauf führte den Bau nicht fort und verschleuderte das Geld, so dass die Burg schnell wieder verfiel. 1528 waren die Schulden so hoch, dass er das Rettenberger Gut an Oswald Freiherr von Wolkenstein verpfändete.
Oswald von Wolkenstein war einer Fortführung des Baus der Burg interessiert und entschied am 18. September 1528 die Anlage weiter auszubauen. Im Herbst 1530 war der Ausbau beendet.
1559 löste Wilhelm Gienger die Pfandschaft ein und übernahm die Burg von Hans und Simon von Wolkenstein, die die Anlage von ihrem mittlerweile verstorbenen Vater Oswald übernommen haben. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt in einem sehr guten Zustand. Wilhelm Gienger starb 1582, so dass die Herrschaft Rettenberg mehrere Besitzerwechsel durchlebte. Sie ging als Pfand 1582 an Anton Freiherr von Landau, 1594 an Johann Kolowrat, 1610 an Johann und Franz Drücker von Haslau und 1694 an die Grafen Fieger und Friedberg. 1791 lösten die Witwen Gräfin Juliane und Gräfin Justiane Fieger die Burg als Pfand aus und waren damit Besitzer. Sie beschrieben in ihrer Urkunde die Burg als halb zusammengefallen und verkauften sie 1798 an den Kolsasser Pfarer Georg Ruf, der sie abbrechen ließ, um seine Kirche zu vergrößern.
Der Bau der Kirche kam nie zustande, so dass das Baumaterial aus der Burg an die Gemeinde Wattens verkauft wurde, die zahlreiche Häuser und ihre Kirche nach dem Krieg von 1809 reparieren mussten. Nach dem Abriss blieben nur die Außenmauer und alle Gebäude, die an ihr anlehnten erhalten. Nach dem Tod des Pfarrers erwarb Bartolomä Angerer die Anlage und verkaufte sie am 2. Januar 1898 für 5.000 Gulden an Kassian Schweiger. Seit jenem Jahr ist sie Familieneigentum und wird durch diese erhalten. 1971 wurde die Burg das letzte Mal ausgegraben und gesichert.

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Anfahrt

Die Burg befindet sich in dem kleinen Ort Kolsassberg bei Kolsass bzw. Weer. Über die B171 oder die A12 Ausfahrt "Wattens" Richtung Kolsass, bzw. Kolsassberg und immer der Straße Richtung "Hängebrücken" folgen. Man kann die Burg nicht übersehen.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Rettenberg erwähnt:

Alt-Trauchburg


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