Burg Nyköpingshus

Burg Nyköpingshus

Burg Nyköpingshus

Schweden / Schweden

Am Ende der Stadsfjarden-Bucht liegt direkt am Wasser die Burg Nyköpinghus. Die schöne Burg aus dem 11. Jahrhundert beherbergt heute ein Museum und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Durch zahlreiche Um- und Ausbauten hat sich eine eindrucksvolle Anlage gebildet, die heute noch die einzelnen Epochen deutlich erkennen lässt.

Burg Nyköpingshus 1
Burg Nyköpingshus 2

Baubestand & Beschreibung

Nyköpinghus steht inmitten der gleichnamigen Stadt direkt an der Mündung des Flusses Kilaån in die Ostsee. Die Burg wurde schon früh zum Schutz der Region vor Gefahren seewärts errichtet. Anfangs bestand die Anlage nur aus einer Kastellburg, die um 1300 einen großen Ringzwinger nach Süden und Westen und einen Torzwinger, bzw. Vorburg im Osten erhielt. Die Kastellburg bestand aus einer rechteckigen Ringmauer mit mehreren Gebäuden und einem zentralen, großen Innenhof. Die Nordwestecke nahm ein Turm ein. Im Westen befand sich ein Palas mit verdickter Ringmauer bzw. Schildmauer nach Westen hin. Wahrscheinlich gab es einen Ringgraben, der durch den Fluss gespeist wurde. Gustav Vasa baute um 1550 die Burg aus und errichtete im Nordosten zum Fluss hin ein Rondell und im Nordwesten einen Königsturm. Im Spätmittelalter und später errichtete man die Festung, die heute die Burg einrahmt.
Heute betritt man die Burg von Westen her. Ein dicker Torturm mit Kanonenschießscharten und ehemaliger Zugbrücke wurde in den Wall gebaut und bildet den einzigen Zugang. Hinter dem Tor steht das alte Gefängnis, das bis in das 19. Jahrhundert genutzt wurde. Von dem Tor gehen nach links und rechts große Wälle ab, die im Süden in der Südwestschanze und im Norden in einem Eckturm enden. Die Wälle sind zum Teil unterbaut und weisen Räumlichkeiten auf, die der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen. Im Süden der großen Wallanlage befindet sich ein See, der auf einen einstigen Wassergraben hindeutet, der die Anlage vollständig umgab. Die Südostecke wurde durch die Südostschanze geschützt, die noch die Grundmauern eines Rondells aufweist.
Die Kernburg wird heute durch den Königsturm und die ehemalige Kastellburg gebildet. Die mittelalterlichen äußeren Ring- und Torzwinger wurden zu Gunsten der Festung abgebrochen und sind nur noch im Osten vor dem ehemaligen Tor der Kastellburg erkennbar. Der Königsturm, der die Nordwestecke der Kastellburg bildet, beherbergt heute ein Museum und kann besucht werden. Er war nur über einen kleinen Gang mit der Kastellburg verbunden und diente wahrscheinlich als Bergfried.
Die alte Kastellburg unterscheidet sich zu den äußeren Gebäuden durch ihre Verschlossenheit und das verwendete Material. Sie ist im Zuge der Restaurationen nicht verputzt worden und besteht aus Feldsteinen. In der Kastellburg stößt man auf Grundmauern zahlreicher Gebäude, die sich an der Innenseite der Ringmauer anlehnten. Die Westseite, die ehemals durch ein größeres Gebäude eingenommen wurde, beherbergt heute eine Bühne für Theateraufführungen. Die Grundmauern der Hoffassaden der Gebäude deuten auf ihre Größen, die Dimension und die Mauerdicken hin. An der Ringmauer lassen sich noch Balkenlöcher und Balkenauflager erkennen, die auf die Höhen der Bauten hinweisen. Im Osten stößt man auf das Zugangstor zur Kernburg, das ehemals in einen Torzwinger überging.
Der Torzwinger, östlich der Burg beherbergte ab dem späten Mittelalter eine kleine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden, zu denen unter anderem die Burgküche gehörte. Von hier kam man ab 1550 in das Gustav Vasa Rondell und die Gamla Residenz.
Vom touristischen Aspekt her ist Burg Nyköpinghus relativ interessant. Die Konstruktion aus erhaltener Kastellburg, umbaut von einer Festung, ist eine selten erhaltene Typologie. Durch die kulturelle Nutzung ist die Burg heute größtenteils frei zugänglich.

Historie

Nyköping oder auch Nyköpinghus genannt, entstand um 1100 in Form einer Kastellburg. Zu dieser Zeit war die Ostküste Schwedens oft Opfer vieler baltischer Piraten und slawischer Truppen. Man errichtete zahlreiche Burgen und baute alte wieder auf (siehe Burgen auf der Insel Öland) um sich gegen die Gefahr schützen zu können.
Um 1230 war Nyköping ein kleiner Handelsort, der vermutlich großen Umsatz machte. Die Burg war derzeit im Besitz von Birger, der sie 1266 seinem Sohn Magnus zusammen mit dem Titel als Herzog von Södermannland vererbte. In der Urkunde von 1266 wird die Burg das erste Mal erwähnt. Magnus war Thronanwärter, genau wie sein Bruder Valdemar, was zu einem Streit zwischen den beiden führte. Er ließ Valdemar gefangen nehmen und sperrte ihn auf Nyköpinghus 1275 ein. Von 1302-1310 ist der Herzog Erik von Birger Besitzer der Burg Nyköping.
1364 wurde König Magnus Eriksson abgesetzt und Albrecht von Mecklenburg übernahm den Thron. Dieser gab die Anlage an den mecklenburgischen Ritter Raven von Barnekow als Pfand. 1375 ging die Burg an den Amtsmann Bo Jonsson, der sie großzügig erweitern und ausbauen ließ.
Um 1400 wurde die Anlage zu einem politischem Zentrum und weiter ausgebaut. 1439 ging sie durch Krister Nilsson Vasa an Karl Knutsson Bonde. Im Jahre 1457 wurde die Burg belagert und beschädigt.
Am 1. Juli 1665 brennt sie aufgrund eines Feuers in der Bierbrauerei vollständig ab und wird durch Erik Sparre 1667 repariert. Die Reparatur fiel sehr dürftig aus, was 1680 zu einem partiellen Abbruch führte. 1689 wird Nyköpinghus durch Erik Dahlbergh zum Teil wieder instand gesetzt. In den Kriegen mit Russland 1719 durch russische Truppen aber wieder zerstört. Bis 1746 wird die Festung zum Teil repariert und um ein Schuldhaus und ein Gefängnis am Haupttor erweitert.
Im 19. Jahrhundert dient die bereits verfallende Burg als Armenhaus, Kinderheim und Gefängnis. 1909 folgten Restaurierungsarbeiten, die auf Plänen von 1873 beruhten. 1918 eröffnet das Museum im Königsturm.

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Anfahrt

Die Burg Nyköpinghus liegt im Ort Nyköping. Ort und Burg sind über die Schnellstraßen 223, 52, 53 und die E4 zu erreichen. Innerorts ist die Burg ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.06.2009


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