Schloss & Burg Wasserburg am Inn

Schloss & Burg Wasserburg am Inn

Deutschland / Bayern

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Bei der Burg Wasserburg handelt es sich um eine ehemalige Stadtburg auf einem Felskamm. Die Anlage entstand im 11. Jahrhundert zusammen mit einem Dorf auf einer kleinen Halbinsel in einer Flussschleife des Inn. Schnell wuchsen Burg Wasserburg und der gleichnamige Ort zu einer gut befestigten Stadt zusammen und bildeten spätestens im 16. Jahrhundert einen eindrucksvollen Anblick.
Heute ist Burg Wasserburg in der Stadt aufgegangen. Gräben, Mauern und Türme sind größtenteils verschwunden oder in Gebäuden verbaut. Dennoch lassen sich zahlreiche Reste der ehemals beeindruckenden, über 250 m langen Wehranlage finden und erkennen. So stößt man auf den beeindruckenden Herzoglichen Getreidekasten und das Herzogliche Schloss Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert. Beim Durchstreifen der Stadt lassen sich immer wieder Reste der Burg und der mittelalterlichen Stadtmauer entdecken.

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Baubestand & Beschreibung

Burg Wasserburg oder auch Schloss Wasserburg genannt, thront auf einem Bergkamm in einer Schleife des Inns am Südrand der romantisch gelegenen Stadt Wasserburg. Der Name ist etwas irreführend, da sich Ort und Burg weit oberhalb des Flusses auf einer Erhöhung befinden.
Ursprünglich handelt es sich bei Burg Wasserburg um eine mittelalterliche Wehranlage, die von tiefen Trockengräben umgeben war. Mit knapp 250 m Länge war sie recht groß und schützte den Eingang der Stadt.
Der Zugang erfolgte über mehrere Torbauten und Gräben, die durch Wehrmauern und Türme geschützt wurden. Ab 1415 verstärkt man Burg und Ort immer wieder, sodass sie bis zum Abriss der Wehranlagen im 18. Jahrhundert ein mächtiges Bollwerk bildeten.

Die Lage

Burg Wasserburg liegt auf einem Kamm auf einer Halbinsel in einer Flusschleife des Inn. Der Zugang zur Stadt verlief durch die Außenanlagen und die Vorburg und führte unterhalb der Kernburg durch einen Zwinger, der von der Kernburg aus beschossen werden konnte. Ein weiterer Eingang in den Ort erfolgte von Süden über ein Bollwerk und eine mächtige Holzbrücke über den Inn.
Die Stadt besaß eine Ringmauer, die mit der Burg Wasserburg verbunden war. Sie nahm circa zwei Drittel der Halbinsel ein. Nach Norden, Osten und Süden ist das Ensemble vom Inn umgeben. Nach Westen gibt es eine Landzunge, die durch zwei mächtige Torsituationen und mehrere Bollwerke geschützt wurde. Bis heute haben sich nur Bruchstücke der mächtigen Burg Wasserburg erhalten.


Eindrucksvoll thronen Stadt und Burg Wasserburg in einer romantischen Innschleife auf einem Berg.
Eindrucksvoll thronen Stadt und Burg Wasserburg in einer romantischen Innschleife auf einem Berg.

Äußeres Burgtor

An der engsten Stelle der Landverbindung entstand im Zuge des Mittelalters eine Toranlage, die als Äußeres Burgtor bezeichnet wird. Laut einer Darstellung von 1580 bestand sie aus einem Torbau mit Brücke und Graben. Ein höherer Turm flankierte anscheinend die gesamte Zugangssituation. Zwei Zwerchmauern führten nach Norden und Süden bis zum Inn und sorgten dafür, dass das Tor nicht umgangen werden konnte und die Halbinsel komplett abgeriegelt wurde. Neben dem Äußeren Burgtor gab es vermutlich noch weitere Gebäude wie z.B. ein Torwächterhaus.
Das Äußere Burgtor von Burg Wasserburg stand laut Urkataster an der Stelle der heutigen Müncher Straße 2. Im Norden befand sich in der Zwerchmauer anscheinend ein Pulverturm. Die Straße "Am Pulverturm" erinnert an den Standort des Gebäudes. Der im Norden angrenzende Holzhofweg lag laut alten Karten direkt wieder am Inn. Der Rest des Neubaugebietes im Norden ist auf einer erst später entstandenen natürlichen Ufererweiterung (Sandbank) in der Neuzeit erbaut worden.

Der Hals

Zwischen dem Äußeren Burgtor und dem Eingang in die Vorburg von Burg Wasserburg eröffnete sich eine große Freifläche, die anscheinend wie ein Zwinger von einer niederen Mauer eingerahmt wurde und direkt zum Mittleren Burgtor führte. Hatte der Gegner das Äußere Burgtor überwunden, konnte er hier keine Deckung finden und wurde von der Vorburg aus unter Beschuss genommen.
Die Situation ähnelte einem Flaschenhals, was vermutlich dem Bereich seinen Namen einbrachte. Die Straße führte, genau wie die "Münchner Str." bzw. die "Auf der Burg" zum Tor der Vorburg.

Mittleres Burgtor

Am Ende des Halses lag ursprünglich das Mittlere Burghaus. Es bildete die Eingangssituation in die Vorburg der Burg Wasserburg. Der mächtige Torbau war mit Zwerchmauern verbunden, die wie ein Riegel die Halbinsel absperrten. Das Mittlere Burgtor stand aus der Mauerflucht heraus und flankierte die beiden abgehenden Zwerchmauern.
Laut einer Zeichnung des 16. Jahrhunderts besaß der mächtige Torbau keine Zugbrücke und keinen Graben. Vermutlich wird es diese aber gegeben haben. Das Mittlere Burgtor ist mittlerweile vollständig verschwunden. Direkt dahinter beginnen die Gebäude der ehemaligen Vorburg.


Burg Wasserburg - Von der Vorburg haben sich Reste wie dieser Turm erhalten.
Burg Wasserburg - Von der Vorburg haben sich Reste wie dieser Turm erhalten.

Vorburg der Burg Wasserburg

Die Vorburg besteht seit Jahrhunderten aus zwei langgezogenen Gebäudekomplexen, zwischen denen sich ein dreieckig wirkender Hof eröffnet. Ursprünglich lehnten die Bauwerke an der äußeren Wehrmauer an, die die Vorburg nach Norden und Süden umgab. Im Westen stand das bereits erwähnte Mittlere Burgtor und im Osten befand sich der Eingang zur Kernburg.
Ursprünglich musste jeder, der die Stadt oder die Burg Wasserburg aufsuchen wollte und von Westen her kam die Vorburg passieren. Bei der Burgkapelle Sankt Ägidius folgte der Weg der heutigen Straße "Auf der Burg". Er führte durch eine Zwingeranlage an der Kernburg der Burg Wasserburg vorbei in die Stadt. Die höher gelegene Kernburg flankierte dabei den Stadtzugang. Dieser war im Osten der Kernburg noch einmal durch das Untere Burgtor und einen mächtigen Graben geschützt.

Burg Wasserburg - Alle Gebäude der Vorburg lehnen an der Ringmauer an. Zwischen Ihnen findet sich ein großer Hof.
Burg Wasserburg - Alle Gebäude der Vorburg lehnen an der Ringmauer an. Zwischen Ihnen findet sich ein großer Hof.

Bis heute haben sich zahlreiche Reste der Vorburg erhalten. Man erkennt eine strikte Randhausbebauung, die an der Innenseite der Wehrmauer anlehnte. Vor der Errichtung der größeren Gebäude besaß die Wehrmauer einen überdachten Wehrgang mit zahlreichen Schießscharten. Inwiefern der Wehrgang durch die Gebäude führte, ist unklar.
Die Vorburg nahm den Bereich der Straße "Auf der Burg" zwischen den Hausnummern 4 bis 17 ein. Sie endete direkt hinter der Burgkapelle Sankt Ägidius. Hier trennte eine hohe Wehrmauer die Kernburg von der Vorburg. Zu dieser Seite war die Vorburg offen, damit sie im Falle von eindringenden Gegnern ungehindert von der Kernburg aus unter Beschuss genommen werden konnte.
In den einzelnen Gebäuden lassen sich noch zahlreiche Spuren der ehemaligen Anlage erkennen. Direkt hinter dem Eingang im Westen liegen die Hausnummern 10 und 8. Gegenüber dieser die Hausnummern 17, 15, 13.
Im Nordbereich des ehemaligen Mittleren Burgtors steht heute ein Wohnhaus (Auf der Burg 10). Der dreigeschossige Walmdachbau ist im Kern spätmittelalterlich und weist noch integrierte Reste der mittelalterlichen Wehrmauer und des Burgtors auf. Es lässt sich sogar noch ein Durchlass mit Weberzipfel erkennen. An seiner Nordseite ist er unverputzt und weist Backsteinmauerwerk auf.
Direkt neben der Hausnummer 10 befindet sich ein eher schlichter Bau (Auf der Burg 8). Das Bauwerk trägt den Beinamen ehemalige Alte Veste. Es ist mittelalterlich und wurde 1507 zum Richter- und Pflegehaus ausgebaut. Der langgestreckte, viergeschossige Bau mit hohem Satteldach diente im frühen 19. Jahrhundert als Gefängnis.
Bei der Adresse Auf der Burg 13 gegenüber handelt es sich um einen viergeschossigen Bau mit Walmdach, der im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt. Er ist Teil der ehemaligen Burganlage. Die Hausnummern 15 und 17 gehören zu ehemaligen Speichergebäuden, die ebenfalls ein Walmdach tragen. Rundbogenfenster und Putzgliederung verweisen auf eine jüngere Zeit.


Burg Wasserburg - Der mächtige Herzogliche Getreidehof gehört noch heute zu den eindrucksvollsten Gebäuden, die sich erhalten haben.
Burg Wasserburg - Der mächtige Herzogliche Getreidehof gehört noch heute zu den eindrucksvollsten Gebäuden, die sich erhalten haben.

Herzoglicher Getreidekasten

Sehenswertestes Gebäude der Vorburg ist der ehemalige Herzogliche Getreidekasten (Auf der Burg 9). Der mächtige, dreigeschossige Flügelbau besitzt ein hohes Satteldach mit Gauben und Treppengiebeln. Mittig wird er durch eine Blendarkadengliederung dominiert. Im Erdgeschoss finden sich noch heute große Gewölbe, die auf eine Nutzung als Lager verweisen.
Der Herzogliche Getreidekasten gehört zu den ältesten und besterhaltenen Gebäuden der Burg Wasserburg. Er wird bereits 1238 das erste Mal erwähnt und umfassend unter Ludwig dem Bärtigen 1415 ausgebaut. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt er durch Herzog Wilhelm IV. und den Baumeister Leonard Halder. Das Allianzwappen über der Tür stammt von 1526. Im 19. Jahrhundert diente er größtenteils als Gefängnis.

Burgkapelle Sankt Ägidius

Das östliche Ende der Vorburg zur Kernburg hin wird durch die Burgkapelle Sankt Ägidius eingenommen. Ihr Vorgängerbau wird schon 1137 urkundlich erwähnt. Ursprünglich handelte es sich um einen spätgotischen Saalbau mit Chor und Nordturm. 1464 erfolgte ein Umbau. Später wurde die ehemalige Burgkapelle der Burg Wasserburg noch im Stil des Barocks verändert. Heute präsentiert sich Sankt Ägidius teilweise neogotisch.
Neben der ehemaligen Burgkapelle führt die Berggasse in den Ort. Vermutlich befand sich hier ein Graben, der die Vorburg von der Kernburg der Burg Wasserburg trennte. Ein Wehrturm, der sich hinter Hausnummer 2 noch erhalten hat, deutet auf einen flankierten Graben. Im bayerischen Urkataster lässt sich an der Stelle sogar noch ein Bauwerk erkennen, das als Torhaus der Kernburg gedient haben könnte.


Burg Wasserburg - Blick vom ehemaligen Zwinger auf das Schloss der Kernburg. Rechts daneben stand einst der mächtige Bergfried.
Burg Wasserburg - Blick vom ehemaligen Zwinger auf das Schloss der Kernburg. Rechts daneben stand einst der mächtige Bergfried.

Die Kernburg der Burg Wasserburg

Hinter der Kapelle Sankt Ägidius beginnt im Osten die ehemalige Kernburg der Burg Wasserburg. An der Stelle des einstigen Bergfrieds, (später Zwinger mit Garten) stößt man heute auf einen Neubau mit Parkplatz.
Die Kernburg liegt auf dem höchsten Punkt der Halbinsel in der Flussschleife des Inn. Die Straße "Auf der Burg" führte ursprünglich an der Kernburg der Burg Wasserburg vorbei zur Stadt und lag in einem Zwinger, der von der Kernburg aus beschossen werden konnte. Im Süden befindet sich heute noch ein Steilhang zum Inn hin, der im Mittelalter für den Anbau von Wein oder Streuobst diente. Eine Mauer verlief unten am Fluss und schützte die Kernburg nach Süden hin.
Die Kernburg bestand aus mindestens fünf Gebäuden. Bis heute haben sich ein Nebenbau (Auf der Burg 1) und das Herzogliche Schloss Wasseburg (Auf der Burg 3) erhalten. Ursprünglich gab es noch einen mächtigen, quadratischen und sehr hohen Bergfried, der den Namen Kaiserturm trug. Man vermutet, dass er westlich des heutigen Schlosses an der Stelle des Parkplatzes stand. Der eindrucksvolle Turm war mit Zinnen bewehrt und besaß ein Flachdach. Im 16. Jahrhundert wurde er in einen Geschützturm umfunktioniert und 1779 schließlich komplett abgebrochen.

Burg Wasserburg - Im Vordergrund sieht man das Amtsrichterhaus. Dahinter steht das Herzogliche Schloss.
Burg Wasserburg - Im Vordergrund sieht man das Amtsrichterhaus. Dahinter steht das Herzogliche Schloss.

Im Osten der Kernburg hat sich das ehemalige Amtsrichterhaus (Auf der Burg 1) erhalten. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Saalbau mit Treppengiebeln und einem hohen Sockelgeschoss. Das heutige Bauwerk entstand 1906 auf den Resten eines spätmittelalterlichen Vorgängerbaus. An der Südseite war dem Gebäude ein Schalenturm vorgelagert, der die Wehrmauern der Kernburg flankierte.

Burg Wasserburg - An dieser Stelle verlief einst ein mächtiger Graben, der Stadt von Burg trennte.
Burg Wasserburg - An dieser Stelle verlief einst ein mächtiger Graben, der Stadt von Burg trennte.

Direkt neben dem Amtsrichterhaus befand sich das Untere Burgtor. Dieses bestand aus einem Torhaus mit Zugbrücke, die über einen Graben führte. An der Stelle des Grabens findet man heute einen kleinen Park. Der Graben wurde 1902 verschüttet.


Burg Wasserburg - Das Herzogliche Schloss Wasserburg in der Kernburg.
Burg Wasserburg - Das Herzogliche Schloss Wasserburg in der Kernburg.

Herzogliches Schloss der Burg Wasserburg

Das Herzogliche Schloss ist ein spätgotischer, dreigeschossiger Bau mit einem mächtigen Satteldach und Treppengiebeln. Das Bauwerk entstand vermutlich auf den Resten eines Palas zeitgleich mit dem herzoglicher Getreidekasten im 16. Jahrhundert. Heute nimmt das Bauwerk die größte Fläche der ehemaligen Kernburg der Burg Wasserburg ein.
Das Herzogliche Schloss trägt in alten Urkunden den Beinamen Neue Veste. An der Ostseite lassen sich noch ein Standerker und verbaute Reste der mittelalterlichen Wehrmauer erkennen. Im Inneren stößt man auf erhaltene Gewölbe des Vorgängerbaus.
Ursprünglich wurde das Herzogliche Schloss durch Herzog Wilhelm IV. und den Baumeister Leonard Halder zwischen 1529 und 1535 realisiert. Bis 1542 kam es zu Umbauten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde das Schloss den jeweiligen Zeiten angepasst. Die Gartenmauer stammt aus der Zeit um 1900 und ruht vermutlich auf mittelalterlichen Mauerverläufe. 1536 besaß die Kernburg noch einen Ziehbrunnen vor dem Schloss.
Heute unterliegt das Herzogliche Schloss unterschiedlichen Funktionen. Es bildet noch immer den Mittelpunkt der ehemaligen Burg Wasserburg und ist durch seine Größe von überall in der Stadtsilhouette zu sehen.

Stadtmauer

Die Stadt Wasserburg war ursprünglich von einer weitläufigen Stadtmauer umgeben, die sich teilweise noch erhalten hat. Die meisten Elemente sind in Gebäuden aufgegangen und dienen denen als Rückwand.
Vermutlich wurde die Stadtmauer schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Inwieweit sie nach dem großen Stadtbrand 1339 verändert wurde, ist unbekannt. Zu ihrer Blütezeit besaß sie mehrere Türme und abgehende Zwerchmauern. Noch vor 1338 entstand im Süden das Brückentor mit Holzbrücke über den Inn.
Die Stadtmauer wies an mehreren Stellen kleine Türen oder Tore auf, über die man in Außenbereiche gelangte. Der Norden der Halbinsel und die Südhänge dienten der Landwirtschaft und waren mit Öffnungen in der Stadtmauer erschlossen. So war beispielsweise auch der Friedhof ausgelagert. Im Ort gibt es noch zahlreiche Straßennamen, die auf einzelne Viertel verweisen.

Fazit

Wer sich heute auf die Spurensuche in der Stadt und auf der Burg Wasserburg begibt, kann viel entdecken. Immer wieder steht man vor alten Gebäuden oder Informationstafeln, die Aufschluss über den mittelalterlichen Baubestand geben. Auch wenn die Burg Wasserburg mittlerweile stark im Stadtbild aufgegangen ist, lässt sie sich noch sehr gut in den Grundstrukturen erkennen. Zusammen mit dem Ort bildet sie auf der romantischen Halbinsel in der Flussschleife des Inn ein schönes Ausflugsziel. Es lohnt sich!

Historie

11. Jahrhundert
Burg Wasserburg am Inn wird vermutlich zu dieser Zeit errichtet.

1085
Hinweise aus der Zeit weisen darauf hin, dass die Anlage vermutlich schon weiträumig existiert.

13. Jahrhundert
Eine gefälschte Urkunde aus dem frühen 13. Jahrhundert behauptet, dass Hallgraf Engelbert von Attel seinen Stammsitz Burg Limburg einem Kloster schenkt und auf Burg Wasserburg zieht.

1247
Burg und Stadt Wasserburg werden 17 Wochen durch Ludwig II. den Strengen belagert und schließlich erobert. Ab dem Zeitpunkt ist sie für die nächsten Jahrhunderte in Wittelsbacher Besitz.

1252 bis 1268
Der letzte Staufer Konradin verbringt seine Kindheit auf Burg Wasserburg.

1339
Ein großer Brand wütet in der Stadt. Inwiefern die Burg betroffen war, ist unbekannt.

1415
Herzog Ludwig von Bayern-Ingolstadt, auch bekannt unter dem Namen Herzog Ludwig im Bart verstärkt das Vorwerk von Stadt und Burg.

1422
Herzog Heinrich von Bayern-Landshut belagert Stadt Wasserburg ohne Erfolg.

1465
In der Vorburg wird die Burgkapelle Sankt Ägidius errichtet. Der Turm erhält spitzen Helm.

1475
Der Bergfried wird komplett erneuert.

1526 bis 1537
Die mittelalterliche Burg zum Schloss umgebaut. In der Vorburg entsteht ein großer Getreidekasten. Bauträger beider Projekte ist Herzog Wilhelm IV.

1779
Der Bergfried wird vollständig abgetragen.

1809
Burg Wasserburg geht langsam in der Stadt auf. Die Grabenanlagen werden aufgefüllt.

Um 1870
Sankt Ägidius erhält einen neogotischen Umbau. Die Burg dient als Gefängnis und Zuchtanstalt. Die Burgkapelle wird zu Gefängniskapelle umfunktioniert.

1902
Die letzten Gräben werden beseitigt. Die Zufahrt zur Burg wird aufgefüllt und in eine durchgehende Straße verwandelt.

1920
Die ehemaligen Burggebäude dienen als Schule und Institution für Erziehung.

1932
Die Lehreinrichtungen innerhalb der Burg Wasserburg dienen als Schule und Erziehungsheim nur für Jungen.

1948
Nach Ende des Krieges beginnt die Nutzung als Altersheim.

2017 bis Ende 2021
Die erhaltenen Gebäude der Burg und Teile der Stadtmauer werden vollständig saniert.

Heute
Heute dient Burg Wasserburg als Vermessungsamt und als Seniorenheim des Klosters Maria Stern.

Anfahrt

Stadt und Burg Wasserburg am Inn liegen weit östlich von München an der B 15. Von Norden her kommend über die A 94 Ausfahrt "15 Dorfen" abfahren und der B 15 über Haag in Oberbayern nach Wasserburg folgen.
Von Süden her der A8 bis Ausfahrt "102 Rosenheim" folgen und anschließend über die B 15 durch Rosenheim nach Wasserburg fahren.
Von der B 15 geht bei Wasserburg die Münchner Straße ab, die direkt zur Burg führt. Innerorts in der Linkskurve der Münchner Straße in die Straße "Auf der Burg" abbiegen.

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Gastronomie

Im Ort gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Sonstige Bemerkungen

Der Text basiert größtenteils auf Darstellungen der Burg aus dem 16. Jahrhundert.

Literatur

- Informationstafeln
-https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Baugeschichte_der_historischen_Stadtbefestigung
- Werner Meyer: "Burgen in Oberbayern - Ein Handbuch.", Verlag Weidlich, Würzburg 1986, ISBN 3-8035-1279-4,  S.  215-217

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.04.2021



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