Schloss Freyenstein

Schloss Freyenstein

Schloss Freyenstein

Deutschland / Brandenburg

Am südöstlichen Ende der kleinen Altstadt von Freyenstein liegt in einem schönen Park ein altes Schlossensemble. Die Anlage besteht aus der Ruine Altes Schloss Freyenstein und dem noch erhaltenen Neuen Schloss Freyenstein.
Beide Bauwerke haben einen mittelalterlichen Kern und wurden im Zuge der Zeit immer wieder umgebaut. 1287 entstand der heutige Ort Freyenstein als absolute Neugründung. Der alte Standort wurde aufgegeben, nachdem er mehrmals verwüstet und zerstört wurde. Nur kurze Zeit nach der Ortsgründung errichtete man das Alte Schloss Freyenstein.

Altes Schloss Freyenstein, Burg Freyenstein

Das Alte Schloss bzw. die Burg Freyenstein war anfangs eine Wasserburg, die außerhalb der Stadtmauer stand und anscheinend mit dem Wassergraben der Stadt verbunden war. Sie wurde im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut und in eine unregelmäßige Dreiflügelanlage umfunktioniert.
Heute hat sich von der Burg Freyenstein nur eine Ruine erhalten, die in mühevoller Arbeit ab 1968 an der Südwestecke wieder aufgebaut und instandgesetzt wurde. Vorhanden ist ein Teil des Westflügels mit Treppenturm und vier Geschossen. Sehenswert sind die Terrakottamedaillons, die die Fassade zieren. Sie zeigen unterschiedliche Personen, die Bewohner, Eigentümer oder Erbauer des Alten Schlosses Freyenstein waren. Hergestellt wurden die damaligen Originale von dem bekannten Lübecker Meister Statius von Düren. Knapp Zweidrittel der heutigen Medaillons sind Kopien.
Die Südostseite wird von einem erhaltenen Tor dominiert, das von zwei Rundtürmen flankiert wird. Die Türme besitzen auf Bodenhöhe kleine Öffnungen, die wie Schießscharten wirken und auf den Bereich vor das Tor zeigen. Das Tor weist eine Aussparung auf, die auf eine Zugbrücke hindeutet. Daneben befindet sich eine kleine Pforte für einzelne Personen, die anscheinend eine eigene Zugbrücke besaß. Aussparungen deuten darauf hin. Das Schloss besaß somit einen stadtabgewandten Eingang.
Im Inneren befinden sich ein Trauzimmer und einige erhaltene Elemente, zu denen Kreuzgewölbe und ein offener Kamin gehören.

Neues Schloss Freyenstein

Das Neue Schloss Freyenstein hat seinen Ursprung in einem festen Haus, das von den Herren von Rohr direkt neben dem Wittstocker Stadttor an die Stadtmauer gesetzt wurde. Der Bau entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem großem Schloss, das bis 1938 Sitz der Herren von Winterfeld war.
Der dreigeschossige Bau war ursprünglich verputzt. Heute erkennt man deutlich das Mischmauerwerk aus Ziegel- und Feldsteinen. Über einem Kellergewölbe befinden sich ein Erd- und zwei Obergeschosse, die allesamt 1564 grundlegend verändert wurden.
Während die Südfassade glatt und strukturiert ist, wird die Nordfassade zur Stadt hin asymmetrisch durch zwei Türme und das Wittstocker Stadttor geprägt. Auch hier ist der Mix aus Ziegel- und Feldsteinen deutlich erkennbar. Die Spuren älterer Fensterformen sind noch deutlich erkennbar.
Im Inneren befinden sich heute ein Trauzimmer, eine Bibliothek, eine Besucherinformation mit Museumsshop und die Verwaltung des Archäologischen Parks.

Fazit

Die beiden völlig unterschiedlichen Schlösser laden heute zusammen mit dem Archäologischen Park zu einem ausgiebigen Besuch ein. Ein Rundgang durch den Schlosspark zu dem Alten Schloss Freyenstein bzw. dem Neuen Schloss Freyenstein ist empfehlenswert. Vor allem für Autofahrten zwischen Ostsee und Berlin liegt Freyenstein ideal für eine kurze Rast. Ein Besuch lohnt sich!

Schloss Freyenstein 1
Schloss Freyenstein 2

Noch in Arbeit

Dieser Text befindet sich noch in Arbeit. Durch die Anzahl der Burgen, die wir jährlich veröffentlichen, kann sich die Fertigstellung dieses Textes noch über einen sehr langen Zeitraum hinziehen. Wir haben Ihnen oben Bilder und eine Kurzinfo bereitgestellt.

Historie

Obwohl die beiden Schlösser recht stark miteinander verbunden sind, weicht ihr geschichtlicher Verlauf voneinander ab. Aus diesem Grund werden hier beide Anlagen in Hinblick auf ihre Geschichte dargestellt.

Altes Schloss Freyenstein

1332
An der Stelle des Alten Schlosses Freyenstein wird in jenem Jahr erstmals eine Burg Freyenstein urkundlich erwähnt. Nachdem die alte Stadt Freyenstein mehrfach zerstört wurde, verlegt man den Ort 1287 an seine heutige Stelle. In dieser Zeit muss die Burg entstanden sein. Wer die Burg errichtete, ist unbekannt. Man vermutet, dass die Herren von Rohr die Erbauer sind. Es wurden bisher keine bauhistorischen Reste an dem Standort des Schlosses nachgewiesen.

1551 bis 1572
Die alte Burg liegt außerhalb der Stadtmauer. Sie wird von Dominicus Parr im Auftrag des Bauherren Curdt von Rohr zu einer dreiflügeligen Schlossanlage umgestaltet. Aufgrund ihrer Vergangenheit wird sie weiterhin "Burg Freyenstein" genannt, obwohl sie deutlich als Schloss erkennbar ist. Der Bau wird vermutlich aufgrund von Geldmangel nie beendet.

1620
Die Familie von Winterfeld erwirbt das Alte Schloss Freyenstein mit Teilen der Herrschaft zusammen. Trotz des schlechten Erhalts pachten die Herren von Hahn die Anlage.

1631
Die Burg Freyenstein bzw. das Alte Schloss Freyenstein wird zerstört. Es bleibt nur als Ruine erhalten.

1677
Ein Schreiben an Joachim von Winterfeld berichtet, dass das Schloss bereits bei der Übergabe an derer von Hahn verwüstet war und nun fast unbrauchbar ist. Der Zustand ist so schlecht, dass es als Residenz nicht mehr genutzt werden kann. In der Folgezeit wird das Alte Schloss Freyenstein zum Brauhaus und zur Branntweindestille umfunktioniert.

1695
Der nicht betreute Baubestand bricht in sich zusammen. Die Mauern stürzen teilweise ein.

18. und 19. Jahrhundert
Das Alte Schloss Freyenstein fristet ein unbedeutendes Dasein als Gartenruine des Neuen Schlosses.

1968 bis 1974
Die Anlage kommt ins Bewusstsein der Freyensteiner Bevölkerung und wird teilweise restauriert. Bis 1974 werden der Treppenturm und Teile des Westflügels wieder aufgebaut. Auch die Struktur des Parks wird in Anlehnung an alte Vorbilder neu gestaltet.

Neues Schloss Freyenstein

1287
An der heutigen Stelle wird die Stadt Freyenstein errichtet, nachdem der alte Ort mehrfach verwüstet und zerstört wurde.

1350
In jenem Jahr beauftragt Markgraf Ludwig den reichen Adeligen Adalberg von Rohr mit der Absicherung der Grenze. Er gibt ihm hierfür Freyenstein als Lehen.

15. Jahrhundert
Zum Ende des 15. Jahrhunderts errichtet die Familie von Rohr neben der Burganlage ein festes Haus direkt an der Stadtmauer. Es erhält schnell den Beinamen Schloss und wird Bestandteil der örtlichen Verteidigungsanlage. Der Grundstein für das Neue Schloss Freyenstein war damit gelegt. Man geht davon aus, dass der Erbauer Dietrich von Rohr war und das Haus einem Wohnturm glich.

1564 bis 1565
Das Gebäude wird grundlegend erneuert. Es entsteht eine neue Kellerwölbung. Erd- und Obergeschosse werden in der Bausubstanz stark verändert.

1620
Im Laufe der Zeit gerät die Familie von Rohr in finanzielle Probleme. 1620 verkaufen sie schließlich das Neue Schloss Freyenstein mit Umgebung an die Herren von Winterfeld. Diese beginnen mit dem Umbau im Inneren und passen die Anlage dem Geschmack der Zeit an.

1659
Dietloff Burchard von Winterfeld verkauft das Schloss mit Rückkaufoption.

Bis 1663
Das Neue Schloss Freyenstein geht durch mehrere Hände. Besitzer waren unter anderem die Geschwister von Hahn, die Herren von Hacke und derer von Maltzahn. Alle versuchten die Anlage wieder herzustellen und umzubauen. Für Residenzen und den Wiederaufbau gab es nur wenig Geld. Man war mit dem Wiederaufbau des Landes beschäftigt. Es entstanden Bauernhöfe und Felder um die Lebensmittelherstellung und die Wirtschaft wieder in Gang zu bekommen.

1701
Joachim von Winterfeld kauft das Neue Schloss Freyenstein zurück, bringt aber nicht die Mittel auf um es vor der Verwahrlosung zu bewahren. Erst im Laufe des Jahrhunderts beginnt eine Instandsetzung des Innenbereichs und der Fassade. Wandbemalungen im Obergeschoss haben sich aus dieser Zeit erhalten.

1926 bis 1945
Friedrich von Winterfeld bewohnt nur noch ein kleines Zimmer im zweiten Obergeschoss des Neuen Schlosses mit Blick über die Stadt und das Umland. Den Rest des Hauses hat er an ein Hotel verpachtet.

1938
Mit Friedrich von Winterfeld stirbt der letzte Schlossherr kinderlos. Seine Frau war recht früh verstorben.

1945
Die Anlage wird als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

1951-1976
Die Schule des Ortes ist in dem Schloss untergebracht. Die oberen Klassen ziehen 1964 in den Neubau um. 1976 verlassen auch die unteren Klassen und der Schulhort das Neue Schloss Freyenstein.

1975-1976
Das Schloss wird zum Teil restauriert.

Bis 1990
Im zweiten Obergeschoss ist ein Teil des Obertrikotagenwerkes Wittstock untergebracht. In den anderen Bereichen sind ein Vortragssaal, die Stadtbibliothek und Clubräume untergebracht.

2001-2011
Der Alternative Büchermarkt ist im Schloss.

Bis 17. November 2015
Man beginnt mit aufwändigen Restaurierungen am Schloss. Die Bibliothek zieht in das zweite Obergeschoss. Im Erdgeschoss entsteht 2016 die Verwaltung des Archäologischen Parks, ein Museumsshop und eine Besucherinformation.

Events in der Nähe

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Sonstige Einrichtungen

In beiden Schlössern besteht die Möglichkeit sich trauen zu lassen. Zuständig hierfür ist das Standesamt der Stadt Wittstock / Dosse. Die Große Hofstube lässt sich für Events, Feiern und Konzerte mieten.
Zudem gibt es ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken zu den Themen Postkarten, Haushalt, Kleidung, Werkzeuge aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Sonstige Bemerkungen

Für Führungen bitte vorher anmelden. Führungen gibt es ab 10 Personen.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.05.2019


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