Burg Rheinstein

Burg Rheinstein

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Burg Rheinstein befindet sich an einer Bergkante oberhalb einer engen Stelle des Rheins. Die Anlage aus dem 13. Jahrhundert wird bis in das 15. Jahrhundert ausgebaut und im 19. Jahrhundert durch Prinz Friedrich von Preußen neogotisch erneuert. Sie liegt auf einem steil abfallenden Felssporn und wird von einer kleinen Vorburg umgeben. Von der Anlage sind nahezu alle Elemente erhalten. Die heutigen Betreiber geben sich viel Mühe und lassen Rheinstein gepflegt erscheinen. Sie beherbergt ein Museum und eine Gastronomie. Ein Besuch lohnt sich.

Adresse

Burg Rheinstein 55411 Bingen Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:Museum, Gastronomie
Lage:146 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:17-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:Burg: kostenpflichtig
Kontakt:Burg Rheinstein
Familie Hecher
55413 Trechtingshausen
Tel: 06721 / 63 48
Fax: 06721 / 66 59
Website:Burg-Rheinstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Rheinstein

Burg Rheinstein thront hoch an einem Hang in einer langen Kurve des Rheins, nahe dem Ort Bingen. Vom Parkplatz schlängelt sich in Serpentinenkurven der schmale Weg hoch zur Burg und endet ganz abrupt vor dessen Toren. In der letzten Kurve eröffnet sich der Blick auf die alten Gemäuer, die auf einem Steilfelsen imposant und mächtig, hoch über dem Kopf des Besuchers zu erkennen sind. Hinter der Kurve geht der Weg in die äußere Wehranlage über, bestehend aus einer starken Wehrmauer und einer rekonstruierten Zugbrücke, die über eine kleine Grube zum Tor führt.
Das Tor wurde hervorragend rekonstruiert und weist unter anderem ein Fallgitter, zwei Wappen und einen Erker mit Pechnasen auf. Direkt hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den länglichen Hof der heutigen Vorburg, der einst als Halsgraben, bzw. später als Zwinger diente. Die Rückseite des Burgtors zeigt das Fallgitter von der anderen Seite das unter anderem mit Achse und Sicherung vollständig wieder aufgebaut wurde und funktionsfähig zu sein scheint.
Nachdem man an der Kasse bezahlt hat, führt der Weg über einen befestigten Pfad durch die bereits erwähnten, lang gezogene Halsgraben. Erhalten sind links und rechts die Wehrmauern, die hier und da noch konstruktive Details, Türen und Verzierungen aufweisen, die aber wahrscheinlich aus jüngerer Zeit stammen. Zur Linken ist unter anderem die Rückmauer des mehrstöckigen Palas zu erkennen, die eine enorme Höhe aufweist und die Rolle als Schildmauer übernommen hat. Der Weg endet vor einem Gebäude, das als Kommandantenturm bekannt ist und einem weiteren rekonstruierten Tor, das in den Burgundergarten (ehemaliger Brunnengarten) und von dort in die Kernburg führt. Hinter dem Kommandantenturm befindet sich ein Anbau an den Berg, der unter anderem Restaurant mit Terrasse beherbergt. Es eröffnet sich eine wunderbare Aussicht auf den Rhein. Direkt neben dem Kommandantenturm befindet sich eine reich verzierte Burgkapelle, die eine Gruft beherbergt. Vom Stein und der Machart her ist die Burgkapelle eindeutig früherer Zeit zuzuordnen und war im Mittelalter wahrscheinlich nicht existent gewesen. Über eine Treppe gelangt man unter das stets offene Gotteshaus zum Eingang der Gruft, in der unter anderem noch Särge zu sehen sind.
Sowohl von der Kapelle, wie auch von der Weggabelung gelangt man in den Pflanzenreichen Burgundergarten, der im Vorwerk der Kernburg angelegt wurde und mit seinen überhängenden Weinreben an heißen Tagen zum Niederlassen in dessen Schatten einladen. Ein kleiner, plätschernder Brunnen und der Geruch von Rosen sowie einige Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.
Vom Burgundergarten geht der Weg über ein Gebäude in die Kernburg. Von diesem gelangt man auf den Kanonenplatz, der im Spätmittelalter entstand und Belagerungswaffen beherbergte, die nun hinter einem Gitter in einer Öffnung im nahe gelegenen äußeren Wehrturm, dem Rheinturm zu besichtigen sind. Ein andere Weg führt in die ehemalige Knappenhalle, in der Rüstungen und Ausstellungsstücke aus allen Epochen stehen. Eine enge Wendeltreppe aus Holz in einem Treppenturm führt weiter nach oben auf den ehemaligen Burghof der Kernburg. Auch hier findet man einen kleinen Springbrunnen, einige Sitzmöglichkeiten und durch die fehlende Wehrmauer zum Wasser hin eine herrliche Aussicht. Richtung Südosten steht der bereits erwähnte Rheinturm, verbunden mit einer Wehrmauer zum Palas hin. Dieser ist ebenfalls von zwei Wehrtürmen eingerahmt, die mit ihrem sechseckigen und hohem Auftreten den Gebäudekomplex imposant und groß wirken lassen. Bei der Rekonstruktion hat man beide Türme und das Dach vom Palas mit Zinnen versehen.
Vom Burghof hat man die Möglichkeit sich in den Palas zu begeben. Dieser weist eine Menge Möbel , Rüstungen und Trophäen aus den unterschiedlichsten Epochen auf. Die Zimmer sind zum Teil neugotisch eingerichtet, teilweise aber auch nur einfach vollgestellt. Zahlreiche Informationstafeln und Daten gehen nicht nur auf das Mittelalter, sondern auch auf das Preußentum und andere Epochen ein. Im ersten Stock befindet sich der alte Rittersaal mit Kamin und einigen Rüstungen, Farbglasscheiben werfen ein angenehmes Licht in den Raum und geben dem leicht preußisch angehauchtem Aufbau ein gewisses Flair. Direkt daneben ist das Kredenzzimmer zu finden, das weitere repräsentative Möbel aufweist. Über eine knarrende Treppe gelangt man in das zweite Stockwerk. Hier sind unter anderem ein neomittelalterliches Schlafzimmer, ein Musikzimmer (Roter Salon), der Blaue Salon und ein Turmzimmer wiederzufinden, die allesamt aus früherer Zeit stammen. Das dritte Stockwerk hat feingegliedertere Zimmer, die alle von einem Flur abgehen. Zu finden sind hier ein Archiv, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Turmzimmer und das Ludwigszimmer. Alle stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind leicht herrschaftlich eingerichtet. Das oberste Stockwerk weist schon bedeutend kleinere Maßstäbe auf. Eine Möglichkeit auf das Dach zu gelangen gibt es nicht.
Von der Atmosphäre her wirkt Burg Rheinstein stark unterschiedlich. Durch den neogotischen Wiederaufbau ist die gesamte Anlage etwas überladen an mittelalterlichen Verzierungen. Durch die wunderbare Aussicht von allen Ecken der Burg und durch die guten Blickverhältnisse auf die alten Gemäuer, wird dies aber zum größten Teil wieder aufgehoben. Die Bewegungsfreiheit ist stark vorgegeben und führt den Besucher wie in einem Rundgang durch die Burg. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Die erste urkundliche Erwähnung ist 1279. 1460 wird die Burg auf alter Basis erneuert. Nach 1786 wird sie als verfallen genannt. Mitte des 19. Jahrhunderts hat sie Prinz Friedrich von Preußen neugotisch aufbauen lassen.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

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Anfahrt

Burg Rheinstein befindet sich an der B9 zwischen den Orten Trechtingshausen und Bingen, ungefähr 4km vom Ortsausgang von Bingen entfernt. Die nächsten Autobahnen sind die A61 und die A60 mit den Ausfahrten "Bingen". Die Burg ist ausgeschildert.

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Gastronomie

Die Gastwirtschaft der Burg befindet sich am südlichen Ende der Anlage. Bis vor nicht allzu langer Zeit kam man ohne Eintrittsgeld zahlen zu müssen dorthin. Leider nutzten einige Besucher dies aus um sich die Burg kostenlos anzusehen und waren auch noch so dreist, der Aufforderung das Geld im Nachhinein zu bezahlen, nicht nach. Dies führte dazu, dass man beim Besuch der Gastwirtschaft mit knapp 3,00Euro mehr für Eintrittsgeld rechnen muss.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Rheinstein erwähnt:

Sooneck

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.08.2005


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