Purschenstein, Borsinstein

Burg Purschenstein, Borsinstein

Burg Purschenstein, Borsinstein

Deutschland / Sachsen

Purschenstein ist ein großes Renaissanceschloss aus der Zeit um 1572, die ursprünglich als Zollburg oberhalb einer Furt im Fluss Flöha um 1250 errichtet wurde. Der große, eindrucksvolle Schlosskomplex ist heute in einem guten Zustand. Die äußere Wehranlage, bestehend aus Ringmauern und Gräben sind eher schlechter erhalten oder beim Bau des Schlosses verloren gegangen. Von der mittelalterlichen Burg hat sich nur der eindrucksvolle, runde, 42 Meter hohe Bergfried erhalten, der heute wie damals das Tor flankiert. Südlich des Schlosses liegt eine kleine Parkanlage, die auf weitere mittelalterliche Wehrelemente hinweist. Die Anlage ist heute privat, der Schlosshof kann aber besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich.

Burg Purschenstein, Borsinstein 1
Burg Purschenstein, Borsinstein 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Purschenstein liegt auf einem kleinen Bergrücken inmitten des Ortes Neuhuasen. Schon vom Ort aus sind die Ausmaße, die Burg Purschenstein einst aufzuweisen hatte, erkennbar. Heute handelt es sich zum größten Teil um ein Renaissanceschloss, das anhand des 42m hohen Bergfrieds einen imposanten Eindruck hinterlässt.
Errichtet wurde Burg Purschenstein zum Schutz eines Handelsweges, der im 13. Jahrhundert über die Flöha, dem Fluss im Ort führte und hier furtete. Durch die Einnahmen kam es zum Ausbau der Anlage, so dass sie teilweise weit über ihre heutigen Ausmaße reichte.
Bei der Besichtigung der Anlage hat man die Möglichkeiten die Burg zum Teil zu umrunden oder sich auf den Schlosshof zu begeben. Mithilfe einer steinernen Brücke, die einst eine Zugbrücke als Vorgängerin aufwies, gelangt man hoch zum Schloss, das bis heute durch ein großes Doppeltor gesichert ist. Das Tor ist in seiner Struktur aus dem 15. Jahrhundert, weist aber dennoch ein Gewölbe auf, die auf eine alte Herkunft hindeuten.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Burghof, bzw. den Schlosshof, der nach Westen von den dreistöckigen Flügeln des Schlosses und nach Osten von einer niederen Wehrmauer eingerahmt wird. Unter anderem stößt man auf einen kleinen Turmbau, einen Säulengang, ein gotisches Treppenhaus und die Reste eines Holzbohlenweges von vor 500 Jahren, die hier zur Schau ausgelegt sind. An den Hoffassaden des Schlosses sind noch alte Wappenhalterungen und zahlreiche Fenster sowie Türen, die aus der Renaissance zu stammen scheinen, erkennbar. Das Innere der Gebäude lässt sich nicht besichtigen, da es sich um Privatbesitz einer niederländischen Firma handelt.
Über den Hof gibt es die Möglichkeit den Schlossgarten aufzusuchen. Auch hier erkennt man noch die Ansätze des Halsgrabens, sowie die unverputzten Wehrmauern von der Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die heute als Fundament des Schlosses dienen. Der Halsgraben wurde mittlerweile eingeebnet und musste dem Schlossgarten weichen, der sich nun über den Bergsporn bis tief in das Tal zieht. Vor seiner Zeit lag hier eine Vorburg, auf deren Überreste man noch im gesamten Garten treffen kann. Der Zugang von Schloss zum Garten hat wahrscheinlich einen Turm als Vorgänger, der mit einer Zugbrücke mit der Kernburg verbunden war. Wurde die Vorburg also eingenommen, wurde die Zugbrücke hochgezogen. Durch die höhere Lage der Kernburg konnte von oben das Feuer auf die Vorburg und dessen Besetzer eröffnet werden.
Die Vorburg bestand aus mehreren Bereichen, von denen der zur Kernburg gelegene Part kleiner und durch eine Wehrmauer vom Rest des Bergsporns abtrennt lag. Neben der Mauer existiert noch eine Rampe, die die Möglichkeit liefert, sich zahlreiche Reste der Vorburg anzusehen, die außerhalb des Gartens liegen. Überreste mehrerer Wehrmauern lassen sich durchaus erkennen, aber nur noch schwer zuordnen Vom Schlossgarten aus besteht die Möglichkeit die Anlage einmal zur westlichen Seite hin zu umrunden. Hierbei fallen zahlreiche Fenster, Türen sowie ehemalige Wehrtürme auf, die im Laufe der Zeit umgebaut wurden und ihre Wehrhaftigkeit verloren haben. Ab und an stößt man auf den ehemaligen Halsgraben, der in seiner Tiefe stark variiert. Folgt man der westlichen Wehrmauer kann man sich den Bergfried, sowie einige Gebäude aus der Nähe ansehen.
Von der Atmosphäre her ist Burg, bzw. Schloss Purschenstein sehr interessant, imposant und teilweise auch urig. Obwohl der Halsgraben zum größten Teil fehlt und die Burganlage der Schlossanlage weichen musste, ist noch deutlich zu erkennen, dass Burg Purschenstein einst groß, hoch und fast uneinnehmbar gewesen sein muss. Leider beschränkt sich eine Besichtigung ausschließlich auf den äußeren Bereich, so dass der Besuch meistens nur eine Umrundung und die Besichtigung des Schlossgartens beinhaltet. Dennoch gibt es viel zu entdecken, sowohl aus der Zeit der Renaissance, wie auch aus dem Mittelalter.

Historie

Burg Purschenstein wird mit dem Namen Borsensteyn erstmals im Jahre 1289 erwähnt. Sie diente als Zollburg und überwachte die Furt über die Flöha. Im 14. Jahrhundert ging die Anlage an die Familie von Schönberg und wechselte bis 1429 mehrmals den Besitzer. 1429 blieb sie bis 1945 im Besitz derer von Schönberg. Im Dreißigjährigen Krieg 1642 wurde die Burg mehrmals beschädigt. Zu dieser Zeit handelte es sich schon um eine ausgebaute Schlossanlage von 1550 und 1572, die weniger wehrhaft als die vorige Burg war. 1989 zerstörte ein Feuer den Dachstuhl des mittleren Gebäudekomplexes. 1991 fand man Gefäßscherben bei Bauarbeiten im Keller.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Schloss, bzw. Burg Purschenstein liegt inmitten des Ortes Neuhausen, nahe der tschechischen Grenze. Über die A4 / A13 Ausfahrt "Dresden" oder die Ausfahrt "Chemnitz" nutzen.
Von Dresden aus auf die B170 bis nach Obercarsdorf und von dort auf die B171. In Sayda Richtung Neuhausen.
Von Chemnitz auf die B174 Richtung Zschopau bis nach Marienberg folgen und anschließend über die B171 bis nach Sayda fahren um von dort nach Neuhausen abzubiegen.
In Neuhausen befindet sich ein Burgparkplatz, der als ein solcher ausgeschildert ist.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.04.2006


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