Burg Malmö, Malmöhus

Burg Malmö, Malmöhus

Schweden / Schweden

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Das Schloss Malmöhus liegt an dem westlichen Ende der Altstadt nahe der Küste. Die leicht eindrucksvolle Anlage wurde mehrmals umkämpft und diente der Grenzsicherung. In der Neuzeit zog ein Museum ein, das sich hauptsächlich mit der Geschichte der Burg und der Stadt auseinandersetzt. Von der Festung haben sich zahlreiche Elemente erhalten. Ein Rundweg durch den Park lädt zusammen mit dem Museum zu einer Besichtigung ein.

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Baubestand & Beschreibung

Das Schloss von Malmö, auch Malmöhus genannt, liegt am nordwestlichen Ende der Stadt in einer Parklandschaft zum Wasser hin. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie kontinuierlich umgebaut und weist heute aufgrund reger Bautätigkeiten um 1677 viele Festungsmerkmale auf. Die Anlage besteht aus einer Insel, umgeben von einem Ringgraben, der mit Wasser vom Fluss gespeist wird und einem typischen Ringwall, der den Graben umgibt. Der Ringwall wurde in späteren Jahren zum Teil bebaut und weist heute Gebäude wie zum Beispiel das Kommandantenhaus und die Parkplätze auf.
Die Festungsinsel, die den Mittelpunkt bildet und den mittelalterlichen Kern beherbergt, wurde im Zuge der nichtmilitärischen Nutzung und aufgrund eines Brandes abgebrochen. Ursprünglich bestand die Festung aus einem quadratischen Grundriss mit jeweils einem runden Rondellturm an jeder Ecke. Heute sind nur noch zwei Türme (im Nordwesten und im Nordosten) erhalten, die man in dem klassischen Rot des ehemaligen Renaissanceschlosses angestrichen hat. Die anderen beiden Türme sind auf Bodenniveau kurz oberhalb der Wasseroberfläche zu erkennen. Zwischen den beiden erhaltenen Türmen stößt man auf eine Gebäudefassade, die aus dem hohen repräsentativen Schlossbau, Überresten der Ringmauer und einem hervorstehenden Torturm besteht. Alle Gebäude wurden aus Backstein errichtet und lassen alte Wehrelementen erkennen.
Zum Tor führt heute eine Brücke, die zur Blütezeit der Anlage zum Teil aus einer festen Brücke und einer Zugbrücke bestand.

Am Tor lassen sich noch die Lauflöcher der Zugbrücken erkennen, die heute nicht mehr existent ist. Hinter dem Torhaus eröffnet sich der Blick auf den Hof, der vor allem durch die Neuzeit stark geprägt wurde. Das Torhaus war ehemals das Westtor der Stadtmauer. Man errichtete die Burg folglich in einer Ecke der Stadtmauer und nutzte diese zu zwei Seiten hin als Ringmauer, die heute die nördliche und die westliche Seite bildet. An der Nordseite baute man den Schlossbau, der eine Mischung aus der Spätgotik und der Renaissance ist. Er entstand 1537 und lässt gotische spitzbogige Nischen und Treppengiebel, sowie Ziegelmauerwerk, Erker und einen viereckigen Treppenturm aus der Renaissance erkennen. Vis-a-vis vom Schloss errichtete man 1937 einen Bau, der heute die funktionalen Räume des Museums beherbergt.
Im Museum gibt es die Möglichkeit das Innere der Burg zu erkunden. Unter anderem weist es zahlreiche Ausstellungsstücke zur Geschichte Schwedens, Malmös und der Burg auf. Über Gänge, die thematisch mit Exponaten ausgestellt sind, gelangt man zum Teil in die Kanonentürme und in das Schloss. Neben Kanonen, alten Kleidern und Rüstungen wird vor allem mit Modellen, Karten und ausgiebig restaurierten Räumlichkeiten auf den Ursprung und die Geschichte der Burg eingegangen.
Vom touristischen Aspekt her ist Burg Malmöhus sehr interessant. Die Anlage nahe der Grenze dient hervorragend als erster Anlaufpunkt zum Bestaunen der schwedischen Festungsbaukunst. Ein Rundweg auf dem Wall gibt die Möglichkeit sich die Burg vollständig von außen anzusehen. Das Museum lädt mit Exponaten und Innenarchitektur zum Besuchen und Erkunden ein.

Historie

Die Burg Malmöhus wurde 1434 durch den König Erich von Pommern errichtet. 1537 bis 1542 erhielt die Anlage durch König Christians III. ihr heutiges Aussehen, nachdem sie 1534 bis 1536 durch aufständische Bürger mehrmals zerstört wurde. Baumeister war damals Morten Bussart. Malmöhus diente nach dem Umbau zur Sicherung der dänischen Grenze auf der östlichen Seite des Sund. Man begann mit dem Abbruch und der Veränderung des mittelalterlichen Burgtyps in ein Renaissanceschloss. Bis in das 18. Jahrhundert war das Schloss rot angestrichen, so wie es heute noch die Kanonentürme sind.
1658 ging Malmöhus durch Eroberung an Schweden. Es entstand eine äußere Verteidigungsanlage nach italienischem Vorbild mit Bastionen, Wallanlagen und Ravelins. Erik Dahlbergh, ein bekannter Festungsbauer aus Schweden, half bei der Planung. 1677 versuchten die Dänen die modernisierte Anlage vergebens zu erobern.
Zum Ende des 18. Jahrhunderts hin verlor Malmöhus seine militärische Bedeutung und man begann es umzufunktionieren. Es entstand eine Gefängnisfestung, die 1828 zum offiziellen Gefängnis wird. Über 1000 Häftlinge fanden nach einigen Umbauten hier Platz. Im Jahre 1870 wurde die Burg größtenteils durch einen Brand zerstört. Nur das Hauptgebäude blieb weitestgehend erhalten. Es folgten weitere Ausbauten zum Gefängnis, das schließlich 1914 aufgegeben wurde. Man versetzte die Häftlinge nach Kirseberg. In den zwanziger Jahren begann man bis 1931 unter der Leitung von Erik Lundberg mit Restaurierungsarbeiten. Es folgten die lang gestreckten Häuser nach dem Entwurf von Carl-Axel Stoltz. Das Museum zog im Sommer 1937 ein.

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Anfahrt

Das Schloss Malmö liegt inmitten der gleichnamigen Stadt an der Westgrenze Schwedens zu Dänemark. Über die Autobahnen E20, die E22, die E6 oder die E65 nach Malmö. Innerorts Richtung Bahnhof / Innenstadt fahren. Vom Bahnhof dem Fluss Richtung Westen folgen. Die Anlage liegt direkt am westlichen Ende der Straße und ist in der Stadt zum Teil ausgeschildert.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Malmö, Malmöhus erwähnt:

Burg Foteviken, Burg Krageholm, Burg Kronoberg, Burg Månstorp Slott, Burg Torup, Burg Trelleborg, Burg Vadstena

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.01.2009


Burgen in der Umgebung

Burg Månstorp Slott

Ruine
253 9 Östra Grevie-Möllevägen
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Burg Foteviken

ehemalige Burg
236 2 Höllviken
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