Burg Fort Port-Louis

Burg Fort Port-Louis

Frankreich / Bretagne

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

An der Flussmündung der Reede liegt auf einer strategisch günstigen Landzunge die eindrucksvolle Festung Port-Louis. Die Anlage stammt aus dem Jahre 1590 und wurde von den Spaniern, wahrscheinlich auf einem Vorgänger, errichtet. 1616 wurde sie grundsätzlich erneuert. Die Gräben werden bis heute vom Meer mit Wasser gespeist. Die Anlage ist sehenswert und kann besucht werden. Der Eintritt ist kostenpflichtig.

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Baubestand & Beschreibung

Das Fort Port Louis befindet sich direkt an der Flussmündungen der Reede, südöstlich von Lorient. Die Anlage steht auf einem einzelnen Felsen, der weit in die Mündung hineinragt und sich so bis heute zur Überwachung der Schifffahrt in diesem Bereich eignet. Das Fort stammt von 1591, man geht aber davon aus, dass sich eventuell schon frühere Befestigungen hier aufgrund der strategisch guten Lage befunden haben könnten, die heute der regen Bebauungen wegen im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht mehr nachgewiesen werden können.
Das Fort erhielt sein heutiges Aussehen um 1640. Die Festung besteht aus einer großen Zitadelle mit sechs Bastionen und zwei Vorwerken, von denen die Äußere (genannt Bastion und Poterne St. Nicolas) zur Stadtbefestigung des Ortes Port Louis gehört. Das innere Vorwerk genannt " Halbmond" liegt wie eine Insel vor der Festung und ist über eine kleine Brücke mit dem Festland und über eine große Brücke mit der Festung verbunden. Wie ein Bollwerk steht es vor dem Tor des Forts und verhindert einen direkten Angriff des Torbaus. Heute befindet sich im Vorwerk die Kasse und ein Privatgrundstück.
Vom Vorwerk führt eine große Brücke direkt zum Tor der Festung, die vor dem Torbau in eine Zugbrücke übergeht. Je nach Tide weist der Graben Wasser auf. Der Torbau wird seit dem 16. Jahrhundert als Donjon (Bergfried) bezeichnet. Zur Blütezeit beherbergte er die Wachstube und ein kleines Gefängnis. Genau wie im Vorwerk sind bei ihm die Lauflöcher für die Ketten der einstigen Zugbrücke zu erkennen.

Der Bau liegt zurückversetzt und wird durch die beiden Bastionen Desmourier und de Groix flankiert.
Im Inneren besteht die Zitadelle aus mehreren Gebäuden, die systematisch angeordnet wurden. Hinter dem Torhaus befindet sich eine Reihe mit Bauten, die unter anderem das Haus des Gouverneurs und die Kapelle Saint Louis beherbergen. 1836 diente die Kapelle als Gefängnis für Prinz Ludwig Napoleon Bonaparte, der von hier im November des Jahres nach Amerika verschifft werden sollte. Direkt dahinter liegt ein Gebäudering, der die ehemaligen Kasernen beinhaltet. Ein Kasernenhof in der Mitte, genannt Waffenplatz, dient heute zur Erschließung der einzelnen Gebäude, die Museen zu unterschiedlichen maritimen Themen aufweisen. Unter dem Platz befinden sich seit 1675 zwei große Wasserzisternen, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Hinter den Kasernen, nach Nordwesten hin, stößt man auf das ehemalige Arsenal, das heute dem Marinemuseum dient.
Das Arsenal besteht aus zwei Gebäuden und zahlreichen Lagern innerhalb der dahinterliegenden Wälle. Das zentrale Gebäude des Arsenals wurde als Pulvermagazin errichtet und mit einer eigenen Ringmauer versehen. Auf dem Platz, der sich daneben befindet, wurden Kanonenkugel gelagert. Die Waffen und weiteres Rüstmaterial befand sich im Wall nördlich des Arsenals unterhalb der kleinen Bastion Le Camus, die 1616 errichtet wurde.
Umgeben sind die Gebäude von einer hohen Wallanlage und sechs Bastionen. Der breite Wall weist einen Rundgang auf, der die Möglichkeit gibt Port Louis einmal vollständig zu umrunden und die einzelnen Bastionen zu betreten. Es eröffnen sich bei dem Rundgang zahlreiche Sichtbeziehungen auf die Gebäude der Festung, die Bastionen, die äußere Ringmauer, das Meer, den Hafen von Lorient und den bekannten U-Boot-Bunker. Zahlreiche aufgestellte Kanonen deuten auf die einstige militärische Nutzung hin.

Historie

Der Ursprung der Festung ist unklar. Im Mittelalter soll eine kleine Befestigung an selbiger Stelle gestanden haben, doch ist dies nicht bewiesen. Die heutige Festung Port Louis wird 1590 durch die Spanier errichtet, die aufgrund des Hilferufs vom Herzog von Mercoeur anrückten. Damals wurde der König Henri de Guise ermordet und es entstand ein Machtvakuum. Herzog von Mercoeur wollte als Gouverneur der Bretagne den Protestanten Heinrich IV. von Navarra auf dem Thron sehen und begann gegen die Katholiken zu kämpfen, die ebenfalls die Absichten hatten den Thron zu besteigen. Zur Hilfe rief Mercoeur den König Phillipp II. von Spanien der 3000 Mann sandte, die hier landeten und 1590 mit der Errichtung der Festung begannen.
1591 war die Anlage unter der Leitung von Cristobal de Roja fertiggestellt worden, der gleichzeitig die Festung Roscanvel in Brest erbauen ließ. Ursprünglich hieß Port Louis "Fuerta des Aguila", benannt nach dem hier befehligendem Kommandeur Don Juan del Aguila. 1598 verlassen die Spanier die Region und die Bretonischen Staaten zerstören Port Louis. Es blieben aber zwei Bastionen, eine Mauer, ein Brückenpfeiler, eine Kaserne, zwei Wohnbauten und die Kapelle erhalten.
Der Name Port Louis entstand 1616, als der Französische König Ludwig XIII. die Position für günstig hält und eine neue Festung unter Jacques Corlineau errichten lässt. Es entstand das Vorwerk und ein neuer Grundriss der Festung, der lange umstritten und als militärisch ungünstig bezeichnet wird. 1641 breitet man die Anlage zum Land hin aus und errichtet die befestigte Mauer, die sich bis weit in die Stadt Port Louis zieht. 1683 besucht Vauban, der wohl bekannteste Festungsingenieur, die Festung und befand die Bastionen für zu spitz.

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Anfahrt

Port Louis liegt östlich von Lorient, direkt an der gegenüber liegenden Seite der Flussmündung. Über die N165, E60 Ausfahrt "Hennebont" Richtung Kernours, Riantec, Locmiquélic, Port Louis und der Straße immer geradeaus bis nach Port Louis folgen. Innerorts bleibt man auf der Hauptstraße und folgt der Ausschilderung zur Festung und deren Parkplatz. Vom Parkplatz sind es nur noch wenige Schritte bis zur Anlage.

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Sonstige Einrichtungen

Während der großen Zeit der Ostindienhandelsgesellschaft diente Fort Port Louis als Ankermöglichkeit um auf günstige Segelwinde zu warten. Ein Museum im Inneren weist neben Ausstellungen zur Marine und der Festung auch ein Museum für die East Indian Trading Company auf. Mit zahlreichen Modellen und geborgenen Schätzen werden die alten Zeiten der Seefahrt wieder zu neuem Leben erweckt.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.12.2008


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