Rogätz, Klutturm

Burg Rogätz, Klutturm

Deutschland / Sachsen-Anhalt

An der Mündung der Ohre in die Elbe stand einst die Grenzburg Rogätz. Von der Anlage aus dem 12. Jahrhundert hat sich nur der Wohnturm erhalten. 1582 entstand ein großer Schlosskomplex, der heute nicht mehr existent ist. Eine große Freifläche erinnert an den Bau. Der Turm hingegen, von dem der Schifffahrtsverkehr und die Zollrechte überwacht wurden, hat sich erhalten. Mit seinen 30 Meter Höhe, 2,25 Meter dicken Wänden und dem imposanten Auftreten wirkt der Turm eindrucksvoll und interessant. Aufgrund nistender Fledermäuse kann er nur im Sommer besucht werden. Ein Besuch fällt recht kurz aus, lohnt sich aber.

Burg Rogätz, Klutturm
Burg Rogätz, Klutturm

Adresse

Burg Rogätz, Klutturm 39326 Rogätz Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Turmburg, Niederungsburg
Nutzung: -
Lage: 53 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:55-17:16 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Umgebung: offen
Eintrittspreise: Umgebung: frei
Turm: geschlossen

Baubestand & Beschreibung

Burg Rogätz, Klutturm

Direkt an der Einmündung der Ohre in die Elbe stößt man heute auf die Überreste der Burg Rogätz. Erbaut wurde Rogätz zur Sicherung der Grenze gegen die Slawen, die auf der anderen Seite der Elbe lebten. Später diente die Burg zur Erhebung von Zoll für Schiffe. Dies führte zu erhöhten Einnahmen, die man zum Ausbau der Burg verwendete, so dass sie zu ihrer Blütezeit aus einem vierflügeligem Schloss der Renaissance und dem Bergfried, sowie einer Wehranlage bestand. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zur Zerstörung der Burg. Sie wurde so stark geschliffen, das heute nur noch der Turm existent ist.
Von Burg Rogätz existiert nur noch der Bergfried, der im Volksmund "Klutturm" genannt wird. Er steht heute zwischen einem Privatbau, einem Kindergarten und dessen Spielplatzbereiche. Aufgrund von geschützten Fledermausarten, die sich im Turm niedergelassen haben, steht er für die Öffentlichkeit nur bedingt zur Verfügung. An seiner Außenfassade lassen sich nur wenige und kleine Öffnungen erkennen, die auf eine gewisse Wehrhaftigkeit hinweisen. Laut Krahe soll er einst nur 15m Höhe gehabt haben und erst im 16. Jahrhundert, mit dem Bau des Schlosses, seine heutigen Dimensionen erhalten haben. Der Parkplatz vor dem Kindergarten und dem Turm war einst der Burghof der Schlossanlage. Die Bauten des Schlosses zogen sich Richtung Westen. Ein Flügel stand an der Stelle, an der sich heute der Kindergarten befindet. Der Hauptflügel schloss den Bau im Westen ab. Es sind unter anderem Zeichnungen existent, die auf eine Konstruktion dieser Art hinweisen.
Unter anderem gibt es die Möglichkeit den Bergfried halb zu umrunden. Nach Westen hin führt ein Weg zum Ufer der Elbe-Ohre-Kreuzung, an der der Zoll erhoben wurde. Eine Verbreiterung der Mündung an der Ohre erinnert an den Hafen der Burg Tangermünde und kann als einen gedient haben.
Von der Atmosphäre her ist der Bergfried sehr angenehm, aber nicht besonders spektakulär. Der Klutturm steht stark eingeengt von beiden Seiten als letzter Rest einer großen Anlage und erinnert mit seiner urigen Form an alte Tage. Zu seinen Füßen fließt die Elbe, die sehr zum Verweilen und Entspannen einlädt.

Historie

Der Wohnturm ist der letzte Rest einer Burg aus dem 12. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage vollständig zerstört. Erbaut wurde Burg Rogätz zum Schutz der Grenze gegen die Slawen im 10. Jahrhundert. Sie gehörte zu den benachbarten Burgen der Kaiserresidenz Karls IV. Der Ort Rogätz wurde erstmals im Jahre 1144 urkundlich erwähnt. Damals schenkte Graf Otto von Hillersleben dem Bischof von Havelberg das Dorf. Die Herrschaft über die Burg blieb umstritten, bis diese 1449 vertraglich an das Erzbistum Magdeburg ging. 1369 verkauft Erzbischof Albrecht Burg und Region an die Alvenslebener Rote Linie. 1516 besaß der Ort das Recht der Zoll- und Stapelrechte, d. h. Schiffe mussten Zoll entrichten und ihre Ware zum Verkauf anbieten. 1553 starb die Rote Linie aus und die Burg fiel an die Schwarze Linie der Alvenslebener. Durch den Zoll kam Geld in den Ort und so wurde die Burg großzügig zwischen 1570 und 1582 ausgebaut. Erbauer war Joachim I. von Alvensleben. 1625, im Dreißigjährigen Krieg, eroberten kaiserliche Truppen die Burg, die darauf von den Dänen unter General Fuchs und Ernst von Mansfeld eingenommen wurde. Die Gebäude wurden dabei bis auf den Bergfried niedergebrannt. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut.

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Anfahrt

Ort und Burg Rogätz befinden sich nordöstlich von Magdeburg. Über die A2 Ausfahrt "Magdeburg Zentrum" über die B189 nach Wolmirstedt und über Landstraße weiter über Farsleben, Zielitz, Loitsche nach Rogätz. Kurz hinter Ortseingang geht es rechts zum Bürgerhaus. Hinter der Abfahrt befindet sich auf der rechten Seite ein großer Platz, der Parkplätze, den Turm und einen anliegenden Kindergarten beherbergt.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 30.03.2007


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