Burg Istein, Isteiner Klotz

Burg Istein, Isteiner Klotz

Deutschland / Baden-Württemberg

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Der Isteiner Klotz wurde seit 2000 v. Chr. besiedelt. Im 12. Jahrhundert entstand auf dem exponierten Felsen eine größere Burganlage, die schwer zu erreichen war. Von der Anlage haben sich nur wenige Reste erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg zugunsten einer Bunker- und Festungsanlage überbaut, die nach dem Krieg gesprengt wurde. Heute lässt sich der Isteiner Klotz nur selten mit einer Führung besuchen. Der Berg ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Einige alte Wehrmauern lassen sich noch von der Straße aus erkennen.

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Burg Istein, Isteiner Klotz 1
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Baubestand & Beschreibung

Die Burg auf dem Isteiner Klotz erhebt sich auf einem steil abfallenden Felsen in der Rheinebene. Vor der Kanalisierung des Rheins floss dieser direkt unterhalb der Burg entlang. Im 19. Jahrhundert zog man noch an dieser Stelle nach Unwettern und Hochwasser Ertrunkene aus dem Wasser, da die Strömung hier sehr träge war. Am Istein lassen sich direkt gegenüber vom Parkplatz noch Auswaschungen am Fels durch den Rhein erkennen.
Der eindrucksvolle und steil abfallende Felsen trug im Mittelalter eine große Doppelburg. Diese ist heute aufgrund des schlechten Erhalts für die Öffentlichkeit gesperrt und kann nur im Zusammenhang mit einer Führung besucht werden. Kurz nach Erbau der Burg entstand an der Steilwand des Felsens die St. Veitskapelle. Über eine Holzbrücke geht der Weg heute wie damals zum ehemaligen Zugang der Burg.
Burg Istein ist nicht besonders gut erhalten und sowohl von der Rückseite, wie auch von der Rheinseite her kaum zu erkennen. Bei einer Umrundung des Isteiner Klotzes kann man zahlreiche Mauerreste an der Felsenkante erkennen. Durch den schlechten Zustand und die seltenen Besucher sind viele Teile der Burg verwuchert und aus der Ferne nur noch zu erahnen. Sowohl im Ersten, wie auch im Zweiten Weltkrieg diente Burg Istein als Festung für die Deutschen. Im Zuge der Demobilisierung wurde nach Ende des Krieges die Burg größtenteils gesprengt, so dass heute nur noch wenige Reste erhalten sind.

Historie

Der Isteiner Klotz ist ein alter Korallenstock aus der Zeit von vor 150 Millionen Jahren, überzogen von einer 70 Millionen Jahre alten Tertiärkappe. Der Rhein formte vor rund 600.000 Jahren den Stein. Sein Wasserspiegel war damals 30m höher als heute. Es bildeten sich hunderte von Höhlen, die noch heute die Gegend durchziehen und bis 12.000 v. Chr. von Steinzeitmenschen bewohnt waren. Ca. 2000 v. Chr. bis 500 v. Chr. war der Isteiner Klotz Siedlungspunkt. Es folgten keltisch-römische Alemannen. Um 700 kam es zur Christianisierung und um ca. 1100 zum Bau der Doppelburganlage unter den Bischöfen von Basel. Zudem entstand die St. Vituskapelle. Die erste urkundliche Erwähnung fand 1233 statt. Es wird eine Familie von Istein genannt, die das Bürgerrecht in Basel erhielt. 1306 kommt es zu einer weiteren Nennung, bei der ein Jakob von Lörrach das Isteiner Burglehen erhält. Derer Münch von Landskron kommen 1329 in den Besitz der Burg und bewohnen diese. 1371 wird die Burg von Werner Schaler erobert und als Pfand an die Stadt Basel vergeben. Das Pfand wird 1375 durch die Bischöfe von Basel wieder eingelöst. Diese drehen den Spieß um und verlangen 1376 einen Pfand von Schaler, sowie eine Bezahlung von 300 Gulden zur Erhaltung der Burg. Mit dem Einzug der Österreicher geht die Burg 1384 an Österreich. Die Familie Münch von Landskron verlangt die Burg zurück und erhält 1392 Anteile. Weitere Rechte gehen 1387 an die Herren von Freiburg und die Markgrafen von Sausenburg. 1409 bis 1411 wurde Burg Istein nach einer Auseinandersetzung mit Österreich vom Basler Heer erobert und geschliffen. 1425 bis 1430 erwirbt der Basler Bischof die Burg zurück, baut sie aber nicht wieder auf. Bei der Tullaschen Rhein-Korrektion in der Zeit von 1840 bis 1870 wird Istein aufgenommen. Sowohl 1900 bis 1914 wie auch 1936 bis 1939 wurde die Burg zu einer Festung ausgebaut, um sie im hier befindlichen Grenzland gegen Frankreich einsetzen zu können. Heute lassen sich in unmittelbarer Nähe noch sehr viele Bunker finden. Nach dem Krieg kam es 1947 bis 1949 zu umfangreichen Sprengungen, die die Burg unkenntlich machten.

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Anfahrt

Burg Istein, bzw. der Isteiner Klotz befindet sich direkt an der A5 50km südlich von Freiburg. Über die Ausfahrt "Efringen-Kirchen" Richtung Efringen-Kirchen und bei Istein sofort in den "Kapellenweg" abbiegen. Vom Wandererparkplatz ist die Burg aus schon zu sehen. Über einen Weg gelangt man hinter dem Friedhof unter der Eisenbahntrasse hindurch. Anschließend hält man sich immer links. Der Zugang zum Burggelände ist abgesperrt. Es ist verboten und gefährlich das Grundstück ohne Führung zu betreten! Das umliegende Gebiet ist Naturschutzgebiet und darf außerhalb der Wanderwege nicht betreten werden.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.01.2012


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