Schloss Hoyerswerda

Schloss Hoyerswerda

Schloss Hoyerswerda

Deutschland / Sachsen

Schloss Hoyerswerda stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und geht aus einer Wasserburg hervor. Die Anlage diente als Grenzburg und war ursprünglich gut gesichert. 1592 entstand ein Renaissanceschloss, das das Aussehen der Anlage prägt. Die Wasserburg weist bis heute einen fast geschlossenen Ringgraben, eine verbaute Ringmauer und einen großen Gebäudekomplex mit Torhaus auf. In der Burg befindet sich ein interessantes Museum, ein Besuch lohnt sich.

Schloss Hoyerswerda 1
Schloss Hoyerswerda 2

Baubestand & Beschreibung

Das Wasserschloss Hoyerswerda liegt heute inmitten des gleichnamigen Ortes. Herrschaftlich stößt es aus der umliegenden, niedrigen Bebauung hervor und erstrahlt trotz zahlreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten in altem Glanz. Die Anlage ist noch sehr gut erhalten und größtenteils von einem Graben umgeben, der nur von einer Aufschüttung an der Rückseite und einer Brücke an der Frontseite unterbrochen wird.
Die Brücke bildet die gängige Möglichkeit die Anlage zu betreten. Sie besteht aus Stein und ist Nachfolgerin einer Zugbrücke, die vom Torturm aus hochgezogen werden konnte. Erkennungsmerkmale der Zugbrücke gibt es keine mehr. Nur noch das herausstehende Torhaus, das die ovale Grundrissform der Burg durchbricht, zeugt von der Möglichkeit eine Brücke getragen zu haben. Das ehemalige Doppeltor ist mittlerweile verschwunden, bzw. wurde zugemauert und auf eine Seite beschränkt, um Platz für die Touristeninformation zu erhalten.
Der Zugang zur Burg erfolgt über einen Flügel des ehemaligen Doppeltors, dem ursprünglichen Eingang der Burg. Im Doppeltor befindet sich der Zugang in das Treppenhaus, sowie in einige Kellergewölbe. Zudem trifft man auf die Touristeninformation und einen Durchgang in den Burghof. Der Burghof war einst von allen Seiten von Gebäuden eingerahmt gewesen, die an der äußeren Ringmauer anlehnten. Heute ist er zum Zoo hin offen, wird aber zu allen anderen Seiten durch die einzelnen Gebäude geschlossen gehalten, die unter anderem original erhaltene Fensterrahmen und Türstürze des Mittelalters beherbergen.
Burg Hoyerswerda ist heute Sitz eines Landesmuseums. Dieses beherbergt zahlreiche Ausstellungsstücke, die sich mit der Stadtgeschichte und der Burg befassen. Es gibt mehrere Etagen, die auf unterschiedliche Epochen eingehen. In den Räumen sind unter anderem original erhaltene Kamine aus einzelnen Bauepochen der Burg zu begutachten. Die Ausstellung umfasst ein Modell der Anlage zur Zeit des 16. Jahrhunderts, zahlreiche Möbel aus den letzten 200 Jahren, einige Öfen, alte Grundrisse, Portraits der ehemaligen Burgherren, mittelalterliches und späteres Werkzeug, eine rekonstruierte Webstube aus Fachwerk, alte Truhen, einen repräsentativen Raum, der als Standesamt dient und eine vorgeschichtliche Ausstellung, in der Tongefäße, ein ausgestopfter Wolf, ein Holzbrunnen, ein rekonstruierter Teerofen und allerlei kleine Funde zu finden sind. In den oberen Etagen sind Technik, Haushaltsgeräte und Kleidungsstücke, sowie Möbel aus der Zeit nach 1900 bis 1991 zu finden. Diese sind unter anderem mit zahlreichen Bildern und Fotos dokumentiert. Das Museum geht auf viele unterschiedliche Themen und Epochen ein, die umfangreich und kinderfreundlich durch Exponate vertreten werden.
Von der Atmosphäre her ist Burg Hoyerswerda sehr angenehm. Sie wirkt leicht imposant und ist fast vollständig erhalten, weist aber durch rege Umbauarbeiten außer einigen Fensterformen, dem Graben und den Fassaden kaum mittelalterliche Details auf.

Historie

Die Burg Hoyerswerda bildet das älteste Gebäude der Stadt Hoyerswerda. Erster Besitzer war Hoyer von Vredeberg im Jahre 1272. Ursprünglich war die Wasserburg eine Grenzburg zwischen Böhmen und Brandenburg und diente dieser Aufgabe für Jahrhunderte. Nach mehreren Zerstörungen wurde die Anlage von Seyfried von Promnitz 1592 in ein dreigeschossiges, hufeisenförmiges Renaissanceschloss umgebaut. Eine weitere Umgestaltung erfolgte 1727. Die Reichsfürstin Ursula Katharina von Teschen, die seit 1705 in Besitz der Burg war, baute sie zum repräsentativem Wohnsitz um. Der heutige Zoo ist auf den Böden des ursprünglichen Schlossparks entstanden. Zu dieser Zeit wurden nach außen die Fenster vergrößert, bzw. erneuert.
Nach 1781 wurde die Burg öffentlicher Besitz und beherbergte neben dem königlichem Amtsgericht, die Oberförsterei und einige Zeit ein Gefängnis. 1823 geriet die Burg in Baufälligkeit, so dass vieles erneuert wurde. Seit 1952 ist in den Obergeschossen das Museum untergebracht. Seit 1990-1998 stößt man auf eine grunderneuerte Sanierung, in der unter anderem der Fahrstuhl entstanden ist.

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Anfahrt

Die Burganlage Hoyerswerda liegt im gleichnamigen Ort, weit nordöstlich von Dresden und südlich von Cottbus. Über die A13, die A4 oder die A15 auf die B97 bzw. die B96 nach Hoyerswerda. Innerorts sollte man der Ausschilderung zum Zoo und anschließend zum Parkhaus des Kinos folgen. Kurz vor dem Parkhaus befindet sich die Burganlage.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 27.03.2006


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