Hauneck

Burg Hauneck

Deutschland / Hessen

Burg Hauneck befindet sich auf dem Stoppelsberg südöstlich von Oberstoppel. Die recht kleine Anlage aus der Zeit um 1200 wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Der Ursprung liegt in einem Bergfried, der auf einem erhöhten Felsen steht. Es bildeten sich ein Palas und eine Ringmauer mit integrierter Toranlage. Alle Gebäude und Wehranlagen haben sich ruinös erhalten und wurden in der Neuzeit ausgiebig restaurierten und gesichert. Von dem Bergfried ist nur ein Stumpf erhalten, der sich aber begehen lässt und eine weite Aussicht über das Land verspricht. Trotz ihres kleinen Aufbaus ist Hauneck sehenswert. Die Anlage lädt mit ihrer Abgeschiedenheit und ihrer ruhigen Lage zu einem längeren Besuch ein.

Burg Hauneck
Burg Hauneck

Adresse

Burg Hauneck Burgstr.
36166 Haunetal-Oberstoppel Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 508 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:42-16:31 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hauneck

Burg Hauneck befindet sich auf dem Stoppelsberg inmitten eines lichten Waldes. Die Anlage nimmt den Gipfel des Berges ein und bildet in näherer Umgebung den höchsten Punkt. Die Burg mit dem fast quadratischen Grundriss besteht aus einer Ringmauer mit Toranlage, dem ehemaligen Palas, einer Zisterne und dem Turmstumpf des Bergfrieds.
Burg Hauneck betritt man heute wie damals von Osten her. Von der ehemaligen Toranlage sind heute noch die Torbögen erhalten, bzw. gesichert worden. Seitliche Bereiche innerhalb der beiden Tore deuten auf eine Wachstube oder Räume mit ähnlicher Funktion hin. Die Toranlage ist Bestandteil der Ringmauer, die die Burg noch heute vollständig umrahmt. An der Nord-, West- und Ostseite sind noch deutlich Teile eines unteren Wehrgangs zu erkennen, der sich anscheinend an allen Seiten der Wehrmauer entlang zog.
Zentral im Hof und freistehend mit Abstand zu den anderen Gebäuden befindet sich der Bergfried. Er ist ältester Part der Burg und wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Er wurde auf einem Sockel aus Basaltssäulen errichtet, die durch rasch abkühlende Lava entstanden sind, als vor 10 bis 20 Millionen Jahren, also im Miozän, der Stoppelsberg noch ein Vulkan war.
Der Bergfried ist heute noch von seinen vier Grundmauern her als Stumpf erhalten. Die erhöhte Lage auf dem Sockel bot sich zum Bau dieses Turmes an. Heute führt eine Treppe vom Burghof an der Südseite in den Turm. Die Süd- und die Westmauer, die die höchsten Punkte des Stumpfes bilden, wurden im Zuge der Konservierung der Anlage zu einer Aussichtsplattform ausgebaut und als eine solche betrieben. Es eröffnet sich ein uneingeschränkter Blick in alle Himmelsrichtungen. Auffallend sind die 1,7 m dicken Außenmauern des Bergfrieds.
Die Südseite der Gipfelburg wird durch den Palas eingenommen. Der im 15. Jahrhundert entstandene Bau bestand aus einem Gebäude mit später hinzugefügtem Anbau, die durch eine Mauer intern voneinander getrennt waren. Vor dem Palas stößt man heute noch auf die Reste der Zisterne, die neben dem Brunnenschacht im Hof, einen unterirdischen Zugang vom Palas bzw. dessen Anbau aus beherbergt. Das längliche Gebäude, das die komplette Südseite der Anlage einnimmt, besaß wahrscheinlich nicht mehr als zwei Stockwerke. Die Westseite diente im Erdgeschoss als Küchentrakt. Im Boden lassen sich ein erhaltener Herdsockel, ein Ausgussstein, Säulenfundamente des Kamins, ein erhaltener Pflasterboden und der Aufgang in Form einer gewundenen Treppe zum ehemaligen Rittersaal erkennen. An der Westseite stößt man zudem auf einen erhalten gebliebenen Aborterker, der Teil des Rittersaals war.
Der Rittersaal, auch Dürnitz genannt, war über eine außenliegenden Treppe zugänglich, die vom Hof zum Saal führte und heute noch größtenteils erhalten geblieben ist. Desweiteren stößt man an der Ostseite des Palas auf Armbrustschießscharten, Balkenauflager sowie zahlreiche Fenster und Türen. Reste eines Kellergewölbes deuten auf eine Unterbauung des Gebäudes hin. Diese sollen als Vorratslager gedient haben.
Burg Hauneck ist zum größten Teil sehr interessant. Auffällig ist, dass die Anlage fast vollständig aus Basaltsstein besteht. Für Feinarbeiten und an komplexen Stellen wie z.B. bei Fensterstürzen, Eck- und Buckelquader, sowie bei den Toren benutzte man einen weichen, weißen Sandstein, der aus der Nähe gewonnen wurde.
Von der Atmosphäre her ist Burg Hauneck durch die abgelegenen Lage und den Aufbau sehr interessant und angenehm. Die Burg lädt mit ihrer Lage zum Erkunden und Verweilen ein.

Historie

Laut Krahe liegt der Ursprung der Kernburg um 1200. Erbaut wurde sie durch die Ritter von Haune, die die Burg im 14. Jahrhundert errichtet haben sollen. Der Stammsitz des Geschlechts befand sich in Burghaun 3 km talwärts. Welche der beiden Burgen zuerst errichtet wurde, ist unbekannt. Erste urkundliche Erwähnung war 1397, als sie durch den hessischen Landgrafen Hermann II. von Hessen erobert und teilweise zerstört wurde, nachdem die Ritter von Haune mit anderen Rittern einen Einfall in Niederhessen gewagt haben. Es folgte ein Wiederaufbau, da die Lage an der alten Straße von Würzburg nach Fulda sehr lukrativ war. Der damalige Landgraf zwang Heinrich von Haune 1409 die Burg mit den beiden Dörfern Ober- und Unterstoppel an ihn zu verkaufen.
1469 wurde Hauneck im Hessischen Bruderkrieg das zweite Mal zerstört. Die Landgrafschaft Hessen wurde damals geteilt. Die Ritter von Buchenau sollten in den damaligen Ritterklan von Ludwig II. von Hessen-Kassel aufgenommen werden, um dessen Einfluss zu vergrößern. Simon von Wallenstein verlangte ebenfalls den Eintritt in den Klan. Innerhalb der Familie von Buchenau kam es zu Streitigkeiten wegen des Beitritts. Simon von Buchenau, der für den Eintritt war, wurde 1469 durch Heinrich III. von Hessen-Marburg in seiner Burg in Buchenau belagert. Ludwig II. von Hessen-Kassel kam ihm zur Hilfe und schlug die Truppen Heinrichs in die Flucht. Simon rächte sich an Heinrich III., indem er dessen Burg Hauneck zerstört.
Zwischen 1482 und 1490 ließ Wilhelm III. die Burg durch Hans Jakob von Ettlingen wieder aufbauen. Er selber wurde zum ersten Amtsmann für das Haus Hessen-Marburg. Nachfolger war 1499 Engelhardt von Buchenau. 1560 verlegte man den Amtssitz nach Holzheim.
Nach dem Tod von Landgraf Phillip den Großmütigen fiel die Burg 1567 an Ludwig III. von Hessen-Marburg. 1572 wird noch ein Vogt auf Hauneck erwähnt, anschließend folgen keine weiteren urkundlichen Nennungen. Man geht davon aus, dass Hauneck zum Ende des 16. Jahrhunderts hin unbewohnbar war und verfiel. Laut Krahe wurde sie wohl im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
Von 1981 bis 1982 war die Burgruine einsturzgefährdet und geschlossen worden. Sie wurde anschließend mit Aussichtsplattform auf dem Bergfried wieder eröffnet.

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Anfahrt

Über die A4 Ausfahrt "Bad Hersfeld" von Norden her oder die A7 Ausfahrt "Fulda Nord" von Süden her auf die B27 Richtung Hünfeld bis nach Haunetal und weiter Richtung Oberstoppel. In Oberstoppel verlässt man die Hauptstraße über die "Burgstraße" und parkt vor der Schranke. Anschließend folgt man dem Weg zu Fuß. Nach 500m gibt es einen kleinen Pfad, der nach links abgeht. Dieser sehr steile Weg ist 300m kürzer als die Forststraße, die ebenfalls mit leichter Steigung zur Burg führt.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.08.2008


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