Schloss Hartenfels

Burg Hartenfels

Schloss Hartenfels

Deutschland / Sachsen

Schloss Hartenfels liegt auf einem Porphyrplateau an einer ehemaligen Furt an der Elbe. Zu Füßen der Burg bildete sich die Stadt Torgau. Hartenfels entstand aus der Burg Torgau heraus, die auf den Überresten einer slawischen Anlage errichtet wurde. Die Anlage ist seit 973 bekannt, 1623 erhielt sie ihr heutiges Aussehen. Die eindrucksvolle und imposante Schlossanlage beherbergt heute ein Museum und kann besichtigt werden. Von der mittelalterlichen Burg haben sich der Graben und verbaute Gebäudereste erhalten. Der riesige Schlossbau lädt heute mit einer einzigartigen Wendeltreppe, herrschaftlichen Gebäuden und einem eindrucksvollen Auftreten zu einem längeren Besuch ein.

Burg Hartenfels
Burg Hartenfels

Adresse

Burg Hartenfels Schloßstr.
04860 Torgau Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Stadtburg, Spornburg
Nutzung: Museum, Verwaltung
Lage: 91 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:28-16:19 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
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Eintrittspreise: Burghof: frei
Turm: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Burg Hartenfels

Schloss Hartenfels liegt auf einem Porphyrplateau an einer ehemaligen Furt an der Elbe. Zu Füßen der Burg entstand die Stadt Torgau, aus der sich heute zahlreiche Blickwinkel auf die Schlossanlage eröffnen. Hartenfels hat als Vorgänger eine größere Burg, genannt Torgau, die auf den Überresten einer slawischen Anlage entstanden ist.
Schloss Hartenfels liegt höher als die Stadt und bildet aus allen Richtungen eine imposante und große Silhouette. Die fast dreieckige Anlage besteht aus vier Flügeln, die um einen Hof angeordnet sind. Ein fünfter Flügel zieht sich nach Westen aus der Burg heraus. Heute tragen die Flügel nur bedingt Namen. Mit der Erstellung der ersten maßstäblichen Grundrisse erhielten die Flügel Buchstaben als Bezeichnungen. So trifft man im Norden auf den Flügel A, im Osten auf den Flügel B, im Süden auf den Flügel C und im Westen auf den Flügel D. Im Westen befindet sich zudem der Flügel E, der den Zugang zum Schlossgarten, auch Rosengarten genannt, beherbergt. Der Rosengarten war vorher Teil der Grabenanlage und wurde erst durch den Flügel von dieser separiert.
Zur Stadt hin ist das Schloss durch einem Graben getrennt, der ab 1425 als Bärenzwinger diente. Der Zugang von der Stadt Torgau erfolgt über eine Brücke, die in den Flügel A, im alten Renaissancetor, mündet. Seit 1956 sind wieder Bären im Graben ansässig und können von der Brücke aus bewundert werden. Hinter dem Renaissancetor eröffnet sich der Blick auf den Burghof, der neben einigen wenigen Bäumen und einem Brunnen sehr interessante und häufig verspringende Hoffassaden der einzelnen Flügel aufweist. Sofort auffallend ist der große Wendelstein, der den Zugang zum Südflügel C darstellt. In der Mitte des Flügels B trifft man heute auf einen zweiten Eingang, der von der ehemaligen Zollstation aus an den äußeren Wehrtürmen vorbei in den Hof führt.
Höchster Punkt der Anlage, von dem sich Schloss und Umgebung begutachten lassen, ist der Hausmannsturm, der zeitgleich auch das südlichste Bauwerk bildet. Vom Hausmannsturm aus lassen sich der viereckige Turm hinter dem Flügel C und der Rosengarten erkennen. Der viereckige Turm ist nach den regionalen Historikern Teil der alten Burg und soll einst als Bergfried gedient haben. Im Osten befinden sich zwei weitere Türme, die den Eingang von der Elbe und der Zollstation aus flankierten. Bei den Wehrtürmen handelt es sich um den kleineren halbrunden Grünen Turm, der Teil des Flügels B ist und um den Flaschenturm, der direkt am Eingang zum Burghof liegt.
Im Norden des Hofes trifft man auf den Glockenturm und den Kapellenturm, die durch ihre Höhe aus dem Gebäudering heraus stoßen. Der Kapellenturm soll nach Krahe als Bergfried gedient haben.
Von der Funktion her unterliegen die meisten Gebäude der Verwaltung. Besuchen lassen sich unter anderem die Schlosskapelle, der Hausmannsturm und zwei Ausstellungen, die sich im Flügel D und im Flügel B befinden.
Von der Atmosphäre her ist Schloss Hartenfels sehr angenehm. Die Anlage wirkt durch die Größe imposant und repräsentativ. Einzelne Elemente der alten Burganlage lassen sich unter anderem in den Flügeln und Türmen erkennen und erinnern an eine größere, mittelalterliche Burganlage.

Historie

Schloss Hartenfels wurde als Vierflügelanlage zwischen den Jahren 1485 und 1623 auf den Resten einer mittelalterlichen Burganlage erbaut. Die Vorgängerburg basierte auf den Elementen einer slawischen Wehranlage, die an dieser Stelle eine Furt in der Elbe und einen Handelsweg überwachte. Sowohl die slawische, wie auch die mittelalterliche Anlage hießen Torgau, ein Wort, das sich von einem slawischen Wort ableitet und Markt, Marktplatz bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg findet sich 973. Sie wurde zur Sicherung der deutschen Grenze unter König Otto I. erbaut. Der gleichnamige Ort entstand später. Ab 1181 unterliegt die Anlage markgräflicher Ministerialen und später den Markgrafen von Meißen, die die Herren von Torgau als Burgvögte einsetzen. Die Martinskapelle, die sich an der Stelle des großen Wendelsteins befand, wird 1362 erstmals erwähnt. Der Schlossgraben und der Bärenzwinger finden sich 1425 in den Chroniken wieder. Größte Bautätigkeiten und Abbruch der mittelalterlichen Burg finden ab 1471 statt. Es entstehen 1471 der Flügel B, 1483-1485 der Albrechtsbau (Flügel D), 1533-1536 der Johann Friedrich Bau (Flügel C), 1544 die Schlosskkirche (unter Martin Luther), 1623 der Flügel A, einUmbau des altes Festsaals im Flügel D zum Komödiensaal und 1791 der Flügel E. Nach der Fertigstellung des Komödiensaals kommt es 1627 zur Erstaufführung der Oper Daphne.
Ab 1525 verweilt Luther über 40 Mal auf Burg Torgau. 1534 erfolgt der kurfürstliche Erlass zum Druck der ersten Lutherbibel.
Die Bezeichnung als Schloss Hartenfels findet 1548 erstmals Bedeutung. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt schon größtenteils zum Schloss umgebaut. Der Fürstentag um ein Bündnis gegen Kaiser Karl V. mit Frankreich auszuhandeln, fand 1552 auf Hartenfels statt. 1631 schließen der Kurfürst von Sachsen, der Kurfürst von Brandenburg und der König von Schweden ein Bündnis. 1636 versuchen schwedische Truppen das Schloss einzunehmen. Es kommt zu großen Schäden und zur Plünderung.
Ab 1771 wird das Schloss bis 1810 als Arbeits-, Zucht-, Waisen- und Irrenhaus genutzt. 1791 brennt es auf Hartenfels. Der Flügel B wird größtenteils zerstört. Von 1812-1814 beherbergt die Anlage ein Seuchenlazarett, von 1817 bis 1905 eine Kaserne, von 1915 bis 1926 ein Lehrerinnenseminar und von 1929 bis 1945 die preußischen Justizverwaltung, sowie das Amts- und Landgericht.
1951 wird in dem Schloss das Kreismuseum gegründet. Ein Jahr später wird die Schlosskapelle restauriert, die 1983 ein weiteres Mal restauriert wird. Hartenfels erlangt 1952 den Einstieg in den Denkmalschutz. Der ehemalige Rosengarten und die Neueinrichtungen des Bärengrabens finden zwischen 1953 und 1956 statt. Zwischen 1965 und 1972 kommt es zur Restaurierung der Außenfassade. Ab 1991 wird Hartenfels großzügig restauriert und zum Museum ausgebaut.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Schloss Hartenfels befindet sich in Torgau, östlich von Leipzig. Über die A14 Ausfahrt "Leipzig-Nordost" auf der B87 über Eilenburg nach Torgau. Innerorts ist die Anlage ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.10.2007


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