Burg Harburg

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Burg Harburg

Deutschland / Bayern

Burg Harburg gehört zu den schönsten Burgen Bayerns. Die Anlage entstand im 11. Jahrhundert und wurde in der Folgezeit immer wieder erweitert. Es haben sich die eindrucksvolle Ringmauer, sowie die Mehrheit der Gebäude erhalten. Bis heute wird der Ursprung des Sprichworts "Holzauge sei Wachsam!" der Burg zugeordnet. Dieses geht auf spezielle Schießscharten zurück. Die Führung ist sehr interessant und hat ihren Schwerpunkt auf dem Leben im Mittelalter. Es wird zudem das Schlossgespenst vorgestellt.

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Adresse

Burg Harburg Burgstraße 1
86655 Harburg Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:Gastronomie, Museum
Lage:478 m.ü.NN.
Sonnenlicht:05:43-16:20 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Saisonal
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Eintrittspreise:Burghof: frei
Führung: kostenpflichtig
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Website:Fuerst-Wallerstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Harburg

Burg Harburg liegt auf einem Berg hoch über der Wörnitz. Der Parkplatz befindet sich heute südlich der Burg, in den alten äußeren Wehranlagen zum Bergrücken hin. Von hier eröffnen sich die erste Blicke auf die hohe und imposante Schildmauer, die nur einen kleinen Teil der intakten Anlage darstellt. Burg Harburg gehört zu den besterhaltenen Burgen Süddeutschlands. Die Anlage befindet sich im Besitz der Familie derer von Wallerstein, die vom nahe gelegenen Schloss Wallerstein stammen. Seit einigen Jahren kümmern sie sich um die Burg und sorgen für die Pflege und Instandhaltung.
Burg Harburg betritt man heute wie damals über den mittelalterlichen Zugang. Der Weg führt durch das untere Tor in den ehemaligen Zwinger, der Wachstube und Räumlichkeiten enthält. Über das Obere Tor geht es in die ehemalige Vorburg, von der heute noch die Roten Stallungen und die Zehntscheune erhalten geblieben sind. Die Vorburg war ungefähr genauso groß wie die Kernburg und lag auf einer Terrasse am Hang im Norden der Kernburg. Noch deutlich zu erkennen sind der Wasserturm, der Glockenturm und der Weiße Turm. Letzterer war Bestandteil der Verteidigungsanlage zur Vorburg hin und flankierte das Tor der Kernburg, das heute noch ein Fallgitter beherbergt.
Die Kernburg ist der besterhaltene Part der Burg. Sie beinhaltet heute ein Museum, einen kleinen Souvenirladen, ein Restaurant, sowie eine Kirche und ein großes Bücherarchiv. Umgeben von einer vollständig erhaltenen Ringmauer mit Verstärkung zur Schildmauer im Süden, strahlt die Kernburg eine gewisse Wehrhaftigkeit aus. Die Anlage beherbergt heute noch die beiden ehemaligen Bergfriede (genannt: Faulturm und Bergfried), den Palas, eine Kirche, den alten Saalbau, eine Vogtei, einen Brunnen, das alte Kastenhaus, einen Gefängnisturm und eine Pfisterei. Alle Gebäude lehnen an der äußeren Ringmauer an und sind vom zentralen Hof aus erschlossen. Der Bergfried war anfangs über einen Eingang zum Hof hin erschlossen, erhielt aber später einen Zugang mit Zugbrücke vom Wehrgang der Ringmauer aus. Die meisten Gebäude weisen unter anderem noch Buckelquader und Wehrelemente auf. Aus dem Barock stammen die Kirche und der Saalbau, die typische epochale Verzierungen wie Eckquader aufweisen. Fast alle Fenster beherbergen Fensterläden, die mit dem Wappen der Familie geschmückt sind. Zum Schutz einzelner Fassaden wurden witterungsbeständige Zementputze aufgetragen, die den Gebäuden Einheitsfarben verleihen. In der Mitte befindet sich der Brunnen, der heute noch eine stolze Tiefe von 52 Metern aufweist und zur Blütezeit mehr als 102 Meter tief (laut Führung 102m, laut Literatur 127m) war. Der Besucher hat die Möglichkeit die Gebäude von außen zu erkunden, der Innenbereich ist nur im Zusammenhang mit einer Führung besuchbar. Einige Gebäude, wie z.B. der alte Palas beherbergen Räumlichkeiten, die der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen. Im alten Palas befindet sich heute ein Archiv, das über 5 km Buchregale aufweist.
Die Führung findet innerhalb der Öffnungszeiten jede volle Stunde statt. Sie führt durch viele Bereiche der Burg und deckt zahlreiche Seltenheiten auf, die untere anderem nur noch auf Burg Harburg in Originalzustand zu finden sind. Zudem werden Theorien widerlegt, die im Laufe der fortschreitenden Forschung der Historie großen Anklang fanden. Es wird zum Beispiel auf die Benutzung von Pech eingegangen, das angeblich auf den anrückenden Feind gegossen wurde. Pech war sehr teuer und schwer zu gewinnen. Auf Harburg ist man daher der Meinung, dass man ungelöschten Kalk (wirkt zersetzend) auf den Feind warf.
Die Führung beginnt in der Kirche, ein evangelischer Sakralbau. Es wird auf die Kirche und das Geschlecht derer von Harburg eingegangen. Über den ehemaligen Kirchengarten geht es über eine Treppe am Wasserturm auf den alten Wehrgang, ein original erhaltener überdachter Gang aus dem Mittelalter, der sich einmal auf der Ringmauer entlangzieht. Über diesen wird die Führung in die einzelnen Gebäude der Burg fortgesetzt. Beim Betreten des Wehrgangs stößt man auf zwei Einzigartigkeiten: Treppen aus vollem Holz und sogenannte Kugelschießscharten. Die Kugelschießscharten sind Erfindungen aus der Zeit der ersten Büchsen (Vorläufer von Gewehren). Sie bestehen aus einer Kugel aus Holz, durch die ein Loch führt. Die Kugel ist eingefasst in einem entsprechenden Loch in der Wand. Die Konstruktion lässt sich in der Wand in alle Richtungen drehen und die darin steckende Waffe in alle Richtungen abschießen. Man vermutet, dass der Spruch "Holzauge sei wachsam" hier entstanden ist, da die Kugelschießscharte einem überdimensionalen Holzauge gleicht.
Weitere Elemente der Führung sind das alte Gericht, das heute unter anderem als Standesamt genutzt wird, das Gefängnis im Bergfried mit Wachraum, sowie zwei Zellen und einem so genannten Schwitzkasten, die südliche Schildmauer, zwei Drittel des Wehrgangs der Ringmauer und der alte Saalbau. Zusätzlich zu bewundern sind eine kleine Rüstungskammer mit Armbrüsten, Rüstungen und Schusswaffen und das Schlossgespenst, das sich im alten Verlies befindet.
Die Führung befasst sich unter anderem sehr genau mit den Räumlichkeiten, wie auch mit dem Alltagsleben der Burgbewohner. Die Erzählungen reichen vom Verbrauchen und Nutzen von Federn zum Schreiben bis hin zum Wassertransport und der Ernährung und den Kosten von Nutztieren. Sind Kinder bei der Führung anwesend, wird sehr pädagogisch vorgegangen und jede Einzelheit genauestens und kindgerecht erklärt.
Von der Atmosphäre her ist Burg Harburg sehr angenehm. Bei der Burg hat man es geschafft, privaten und geschlossenen Bereich von öffentlichen zu trennen und Nutzungen separat von einander unterzubringen. Durch zahlreiche Seltenheiten und eine vollständig erhalten Ringmauer mit Wehrgang wirkt die Burg sehr urig und wehrhaft. Einzelne Bauten weisen Buckelquader auf und erinnern an eine lange Geschichte. Obwohl viele Bereiche nur mit der Führung zu besichtigen sind, hat der Besucher eine gewisse Bewegungsfreiheit, die sehr zum Erkunden und Bestaunen der einzelnen Bestandteile einlädt.

Historie

Die erste Urkundliche Nennung findet unter dem Namen "Horeburc" im Jahre 1093 statt. 1150 wird sie unter den Staufern durch Heinrich, dem Sohn König Konrads III. genannt. König Konrad IV. bewohnt die Harburg im Jahre 1239. König Adolf von Nassau verpfändet die Anlage an die Grafen von Oettingen im Jahre 1295. Die Oettinger erhalten die Burg von Kaiser Sigmund 1418 als Geschenk aufgrund besonderer Verdienste. Harburg bleibt bis 1731 im Besitz derer von Oettingen, in jenem Jahr stirbt die männliche Seite der Oettinger aus. Eine Nebenlinie namens Oettingen-Wallerstein erbt die Anlage und behält sie bis heute. Ab 1948 ist der Palas von Harburg Lager für die Bibliothek der Oettinger, die über 5 km Bücher enthält. Unter anderem wurden Teile der Bibliothek bis heute verkauft.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Harburg liegt im gleichnamigen Ort, nördlich von Augsburg. Zu erreichen sind Ort und Burg über die A6 Ausfahrt "Ansbach" und über die A8 Ausfahrt "Augsburg West". Von der A6 aus sollte man über die B13 nach Weißenburg fahren und hier auf die B2 wechseln. Dieser folgt man nach Donauwörth und wechselt in jenem Ort auf die B25, die direkt durch Harburg führt.
Von der A8 Ausfahrt "Augsburg West" folgt man der B2 nach Donauwörth und wechselt auf die B25 Richtung Harburg. In Harburg ist die Burg ausgeschildert.

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Gastronomie

Burg Harburg beherbergt neben dem Tor ein kleines Restaurant, das unter anderem auf dem Hof Sitzplätze anbietet, die vor allem zum Genießen des Ambientes einladen.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.06.2007


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5 thoughts on “Burg Harburg”

  1. „Auf Harburg ist man der Meinung, dass man ungelöschten Kalk in Wasser mischte (die Mischung wirkt zersetzend) und dieses auf die Feinde goss.“
    Dazu meine Anmerkungen: ungelöschter Kalk mit Wasser ergibt gelöschten Kalk (den man z.B. zum Wände streichen verwendet), aber er hat keine ätzende Wirkung mehr. Und diese Kalkbrühe würde nur an der Mauer runterlaufen, entsprechend wie Pech. Ungelöschter Kalk ist pulverförmig. Dieses Pulver aus den Öffnungen in der Mauer nach außen geschüttet, verteilt sich auf die Feinde, in die Augen, Nasen, Mund und wirkt dort zusammen mit den feuchten Schleimhäuten ätzend.

  2. „Im alten Palas befindet sich heute ein Archiv, das über 15km Buchregale aufweist.“
    Dazu: Das Archiv hat eine Größe von 5 Regal-km (Ich bin dort öfters), davon sind 3,5 km im Palas und der Rest in einem anderen Gebäude auf der Burg

  3. „Ab 1948 ist der Palas von Harburg Lager für die Bibliothek der Oettinger, die über 5 km Bücher enthält. Unter anderem wurden Teile der Bibliothek bis heute verkauft.“
    Evtl. haben sich da zwei Dinge, Bibliothek und Archiv, vermischt.
    Bibliothek: Diese kam 1948 auf die Harburg und wurde 1980 an die Uni-Bibliothek Augsburg verkauft. Wie groß diese war, weiß ich nicht. Aber ich nehme an, daß sie kleiner war (5 km bringt man da nicht unter). siehe auch
    https://www.bibliothek.uni-augsburg.de/sondersammlungen/oettingen_wallerstein/geschichte/uba/
    Archiv: 1991 kamen die beiden oettingischen Archive (Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Spielberg) auf die Harburg (Burgführer Harburg, S. 29 u. 40) und sind immer noch dort. Beide Archive zusammen haben 5 km.
    Für die Burg als solches ist das nicht so wichtig, nur eben zur Klarstellung.

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