Burg Handschuhsheim, Tiefburg

Burg Handschuhsheim

Burg Handschuhsheim

Deutschland / Baden-Württemberg

In der über 1200 Jahre alten Stadt Handschuhsheim liegt die gleichnamige Niederungsburg. Die Anlage wurde bis in das 17. Jahrhundert ausgebaut und weist heute einen tiefen, wasserlosen Halsgraben, eine eindrucksvolle Ringmauer und zahlreiche Gebäude auf. Handschuhsheim ist heute Ruine und kann außerhalb der Öffnungszeiten vollständig umrundet werden. Die Burg ist auf jeden Fall sehenswert.

Adresse

Burg Handschuhsheim Burgstraße
69121 Handschuhsheim Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Niederungsburg, Stadtburg
Nutzung:Verein
Lage:110 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:14-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:frei
Website:Tiefburg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Handschuhsheim

Die schöne Burg Handschuhsheim liegt heute inmitten des gleichnamigen Ortsteils von Heidelberg. Es haben sich zahlreiche Details und Gebäudeelemente der ursprünglichen Bausubstanz erhalten.
Die Anlage weist einen quadratischen Grundriss auf und wird von einem breiten Ringgraben umschlossen. Das öffentliche Straßennetz bietet heute die Möglichkeit die Anlage vollständig zu umrunden und gewährt einen guten Blick auf die Burg. Von außen lässt sich vor allem die Ringmauer erkennen, die teilweise noch Zinnen trägt. Die Mauer beherbergt zahlreiche Öffnungen für Fenster und kleine Erker, die bei einer Umrundung für ein sich ständig wechselndes Bild sorgen. So stößt man an der Südseite, direkt neben dem Tor, auf zwei Balkone aus der Renaissance. In der Südostecke steht ein Treppenturm.
Während die Südseite eine sehr interessante Komposition aus zahlreichen dekorativen An- und Umbauten darstellt, sind Ost- und Nordseite eher schlicht und gleichmäßig aufgebaut. Die Westseite hingegen beherbergt einen Aborterker, die Balkenauflager zwei weitere Erker und einen Stützpfeiler.
Der Zugang zur Burg erfolgte von Süden über eine Zugbrücke mit einem Fallgitter. Über dem Tor mit rekonstruierten Türen thront ein neues Wappen des hier ansässigen Vereins. Anstelle der Zugbrücke entstand in späterer Zeit eine Steinbrücke.
Im Inneren der Burg sind zahlreiche Gebäude und Gebäudereste zu erkennen, die aus unterschiedlichsten Epochen stammen. Mittelpunkt bildet der alte Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert, der 1913 stark ruinös war und wieder aufgebaut wurde. Er ist das einzige Gebäude, das sich nicht an die Symmetrie der Anlage hält und schräg im Grundriss steht. Der restliche Hof wird vor allem durch neue Gebäude, die auf den Grundmauern mittelalterlicher Bauten stehen, eingerahmt. Im Kellergewölbe stieß man 1770 auf das Skelett eines Mannes, der mitsamt seiner Rüstung eingemauert wurde. Im Zuge der Führung lässt sich eine Kopie der Rüstung besichtigen.
Burg Handschuhsheim ist eine sehr schöne und eindrucksvolle Tiefburg, die zu einem Besuch einlädt. Ein Rundgang um die Anlage und die Führung lohnen sich.

Historie

Eine Urkunde von 1130 erwähnt das Rittergeschlecht unter Rumhardus de Hantschuhsheim. Derer von Handschuhsheim wurden im Laufe der Jahrhunderte sehr einflussreich und bauten die Burg stetig aus. Der letzte männliche Nachfolger Johann V. starb an den Folgen eines Zweikampfes mit Ritter Friedrich von Hirschhorn mit fünfzehn Jahren am 31. Dezember 1600. Im Dreißigjährigen Krieg ging die Burg an die Freiherren und später Grafen von Helmstatt, die bis 1950 Besitzer bleiben. 1689 wird sie durch die Franzosen stark beschädigt. Um 1700 entstand ein neues Herrenhaus mit Ställen und Scheunen. Die Anlage wurde 1911 bis 1913 durch Graf Raban von Helmstatt wieder aufgebaut. Mit Hilfe großer Restaurationsarbeiten hat man der Burg das Aussehen des 14. Jahrhunderts wiedergegeben. 1950 kaufte die Stadt Heidelberg die Burg dem Geschlecht ab und übertrug die Verwaltung 1969 an den heute ansässigen Verein.

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Anfahrt

Burg Handschuhsheim liegt in dem gleichnamigen Ort bei Heidelberg an der B3 und A5 Ausfahrt "Heidelberg / Dossenheim". Die Burg selber befindet sich mitten im Zentrum östlich der B3, direkt an der Stelle, an der die Bundesstraße wieder einspurig wird Richtung Osten. Die anliegenden Straße sind die "An der Tiefburg" und die "Burgstraße".

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Legenden

1770 untersuchte der damalige Burgherr Johann Friedrich Joseph Freiherr von Helmstatt die Südostmauer unter dem Erker und brach diese auf. Er fand ein menschliches Skelett, das in einer Rüstung stehend in die Mauer eingemauert wurde. Der Legende nach, soll sich ein Ritter in eine Bewohnerin der Burg Hirschhorn verliebt und mit dieser ohne Erlaubnis eine Liebschaft angefangen haben. Das war verboten. Als die Beziehung bekannt wurde, habe man ihn, so heißt es, gefesselt und lebendig eingemauert. Seine Freundin wurde anscheinend auch eingemauert, denn auf Burg Hirschhorn haben 1830 Bauarbeiter eine Mauer ausgebessert und plötzliche Schuhe gefunden. Als man die Mauer weiter öffnete, fiel ein weibliches Skelett, auch stehend und gefesselt heraus.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Handschuhsheim erwähnt:

Gronau

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.03.2013


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