Fürsteneck

Burg Fürsteneck

Burg Fürsteneck

Deutschland / Hessen

Auf einem sacht abfallenden Sporn oberhalb des gleichnamigen Örtchens liegt die Burg Fürsteneck. Die Anlage aus der Zeit um 1200 wurde 1709 zu einem Schloss verändert und ist heute privat. Besucher im Hof werden geduldet. Von der Burg haben sich die Ringmauer, zahlreiche Gebäude und Teile der Grabenanlage erhalten. Es sind unter anderem verbaute Buckelquadersteine zu finden, die von dem Ursprung im 13. Jahrhundert zeugen. Die kleine Burg ist auf ihre Art interessant und sehenswert.

Burg Fürsteneck
Burg Fürsteneck

Adresse

Burg Fürsteneck Am Schlossgarten 3
36132 Eiterfeld-Fürsteneck Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 402 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:02-17:26 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Burghof: offen
Eintrittspreise: Burghof: frei
Gebäude: geschlossen
Website: Burg-Fuersteneck.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Fürsteneck

Burg Fürsteneck befindet sich auf einer lang gestreckten Basaltskuppe, zwei Kilometer nördlich von Eiterfeld. Die schon recht früh entstandene Anlage wurde seit dem 19. Jahrhundert durch mehrere Restaurationen immer wieder aus- und umgebaut. Die topographische Situation sorgte für einen lang gezogenen Grundriss, der bis heute das Bild der Burg prägt.
Burg Fürsteneck betritt man heute wie damals von Süden her. Eine äußere Verteidigungsanlage, wie z.B. Gräben oder Wälle, lassen sich nicht mehr erkennen. Die recht große Kernburg weist aufgrund der integrierten Wirtschaftsgebäude keine Vorburg auf. Lediglich eine Zwingeranlage sorgte für einen erschwerten Zugang.
Der Zwinger ist der einzige Verteidigungsbereich, der aus der Ringmauer der Kernburg hervortritt. Er war nicht besonders breit, sorgt aber mit dem zweiten Tor für ein weiteres Hindernis. In den Mauern lassen sich Schießscharten und ein kleines Rondell erkennen. Das Tor ist mittlerweile nicht mehr existent. Die Ostseite des Zwingers nimmt ein Gebäude ein, das eine Wachstube als Vorgänger gehabt haben kann. Die Nordseite wird vor allem durch die höhere und dickere Ringmauer der Kernburg geprägt.
Die Kernburg nimmt den größten Teil der Basaltskuppe ein. Sie weist eine längliche Form mit einem großen Burghof auf. Das Tor wurde während der Nutzung als Domäne wahrscheinlich verbreitert. Ursprünglich, so vermutet man, wies es kleinere Dimensionen auf, die leichter zu verteidigen waren. Rechts neben dem Tor befindet sich der Bergfried, der heute noch Buckelquader und Eckquader beherbergt. Seine Position deutet auf die Nutzung als Flankierturm hin. Da er bündig mit der Ringmauer, also in Flucht der Mauer steht, kann man davon ausgehen, dass er vor dem 12. Jahrhundert entstanden ist. An der Südseite, also zum Zwinger hin, beherbergt der Bergfried in seiner Außenmauer ein seltenes Einstein-Zwillingsfenster. Der ehemalige Turm ist von der originalen Substanz her nur als Stumpf erhalten. Er wurde auf ein einheitliches Niveau gebracht und mit einem Dach versehen. Man geht davon aus, dass er einst höher als der benachbarte Palas war.
Die Ostseite der Kernburg wird durch den Palas, das Herrenhaus, geprägt. Das dreistöckige, leicht imposant wirkende Gebäude ist von der alten Substanz her bis zum dritten Stockwerk erhalten. Der Palas wurde genau wie der Bergfried modernisiert und wird von der ansässigen Akademie genutzt.
Genau wie der Bergfried ist auch der Palas mit der Ringmauer verbunden, weist aber dünnere Mauern als der ehemalige Verteidigungsturm auf. Zwischen beiden Gebäuden befindet sich ein Wendeltreppenhaus. Die Nordostseite der Kernburg beherbergt zwei Wirtschaftsgebäude, die aus der regulären Mauerflucht der Ringmauer heraus stehen. Sie wurden zum Palas hin versetzt erbaut. Ihre Hoffassade bildete vor ihrer Entstehung die äußere Ringmauer. Heute bestehen die Wirtschaftsgebäude im Erdgeschoss aus Stein und weisen als oberes Stockwerk Fachwerk auf.
An der Nordseite schließt der Gebäudekomplex an dem Nordturm an, der zur Verteidigung der nördlichen Bergkuppe errichtet wurde, da diese nur leicht abfällt und Angriffen gegenüber anfällig war. Der Turm weist einen viereckigen Grundriss und einen ebenerdigen Zugang auf. Zu den Ecken hin beherbergt er Eckquader. Zu seiner Linken entstand das Nordtor, das wahrscheinlich erst mit der Nutzung als landwirtschaftliches Gut entstanden ist, um einen leichteren Zugang zu den Feldern im Norden zu erlangen.
Die Westseite der Kernburg beherbergt heute einen langen Gebäudeschlauch, der die komplette Seite einnimmt. Die Ringmauer, die als Außenwand der Gebäude dient, ist dicker ausgeprägt als in allen anderen Bereichen der Burg. Sie war anscheinend zu ihrer Errichtung unbebaut und wies einen Wehrgang auf. Zugemauerte Schießscharten an der Westseite weisen darauf hin. Die später entstandenen Gebäude unterliegen heute unterschiedlichen Funktionen und sind Teil der Akademie.
Von der Atmosphäre her ist Burg Fürsteneck sehr angenehm. Die Anlage liegt außerhalb von Tagungen ruhig da und kann von außen, sowie vom Hof her besucht werden. Die relativ großzügig gegebene Bewegungsfreiheit gibt die Möglichkeit zahlreiche baugeschichtliche Merkmale sowie die Entstehung über die Zeit zu betrachten und zu verstehen.

Historie

Fürsteneck wird erstmals mit den umliegenden Dörfern zusammen im Jahre 845 genannt. Das Kloster Fulda erhält 846 die Region im Tausch gegen württembergische Dörfer von Ludwig dem Deutschen. Bis zur Säkularisierung 1802 ist das Kloster Fulda fast durchgehend Besitzer.
1290 wird Berthold von Buchenau als Burgmann genannt, der vom Abt Heinrich von Weilnau eingesetzt wurde. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts baute man die Burg als Grenzbefestigung des Hochstifts Fulda aus. Vermuteter Umbauer ist der Fürstabt Heinrich V. von Weilnau. Das zur Burg gehörende Amt Fürsteneck wurde aufgrund von ständigem Geldmangel bis in das 16. Jahrhundert hinein an wechselnde Herren abgetreten. Auf diese Weise kam es zu zahlreichen Verpfändungen, Überlassungen und Verkäufe. So wurde die Burg 1324 an Bertold von Wiesenfeld verpfändet, 1358 Otto von Buchenau überlassen, 1441 an das Kloster Hersfeld verkauft und 1450 an derer von der Tann für 910 Gulden weiter verkauft. 1460 setzt der Fuldaer Abt Hans von der Tann als Amtmann auf Fürsteneck ein. Erste Kampfhandlungen erlebt die Burg im Jahre 1463 als Graf Heinrich von Henneberg versucht Burg Fürsteneck zu erobern. Er scheiterte bei dem Versuch. 1532 geht die Burganlage wieder zurück in den Besitz von Fulda. Das Amt wird vergrößert, so dass 1603 17 Ortschaften dazugehören.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg zum Teil bis auf die Grundmauern zerstört. Umliegende Dörfer wurden nahezu ausgerottet. Nach der Jahrhundertwende kauft der Abt Adalbert von Schleifras Burg Fürsteneck und baut sie wieder auf. Die meisten Gebäude der Anlage stammen aus dieser Zeit, die Ringmauer mit dem Burgtor ist älter. Mit der Säkularisierung im Jahre 1802 wird Fürsteneck als Amt aufgegeben. Das Amt geht an Eiterfeld. In der Zeit darauf wird Fürsteneck 1818 als Staatsdomäne verpachtet. Ein landwirtschaftliches Gut entsteht innerhalb der Anlage. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Burg stark heruntergekommen. Sie wird 1952 bis 1953 durch eine Initiative von Johanna Spangenberg, Professor Hermann Schafft und Gustav Huhn zur Heimvolksschule umgebaut. Den damaligen Wettbewerb hat der Architekt Professor Otto Bartning, ein Anhänger des Bauhaus, gewonnen.
Die letzte umfangreiche Sanierungen erfuhr Fürsteneck zwischen 2003 und 2007. Mit über 2 Millionen Euro wurde die Burg vor allem vom Innenbereich her grundlegend modernisiert und unter denkmalpflegerischen Aspekten zur Nutzung der heutigen Funktion ausgebaut.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Fürtsteneck liegt bei Eiterfeld, südlich von Bad Hersfeld. Über die A4 Ausfahrt Bad Hersfeld" auf die B27 Richtung Eiterfeld. In Eiterfeld Richtung Fürsteneck fahren. In Fürsteneck ist die Anlage nicht zu übersehen. Der Eingang befindet sich an der Südseite.

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Burgenarchiv.de
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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Fürsteneck erwähnt:

Buchenau

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.09.2008


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