Kurfürstliche Burg Eltville

Burg Kurfürstliche Burg Eltville

Burg Kurfürstliche Burg Eltville

Deutschland / Hessen

Burg Eltville liegt direkt am Rhein am südlichen Ende der Altstadt. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde nach einer Zerstörung von 1301 im Jahre 1330 neu errichtet. Heute zeugen ein großer Burghof, ein mächtiger Graben und ein eindrucksvoller Wohnturm von der kurfürstlichen Burganlage. Im Wohnturm findet man ein Museum. Der anliegende Palas unterliegt verschiedenen Nutzungen. Die schöne Burg mit ihren eindrucksvollen Wehrelementen lädt zusammen mit der Rheinpromenade und der sehenswerten Altstadt zu einem ausgiebigen Besuch ein. Es lohnt sich.

Burg Kurfürstliche Burg Eltville
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Adresse

Burg Kurfürstliche Burg Eltville Burgstr. 1
65343 Eltville Parken: an Straße, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum
Lage: 90 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:13-17:25 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
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Eintrittspreise: Außenanlage, Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Burg Kurfürstliche Burg Eltville

Die kurfürstliche Burg Eltville liegt inmitten des gleichnamigen, schönen Ortes am Rhein und bildet heute das östliche Ende der langgezogenen Eltviller Uferpromenade. Ursprünglich diente sie mehreren Bischöfen als Hauptresidenz und war unter anderem der Lieblingsaufenthaltsort von Balduin von Luxemburg während seiner Stiftsfehde mit Heinrich von Virneburg. Heute beherbergt die Burg ein Museum und kann zum größten Teil frei besucht werden.

Außenanlage
Burg Eltville nimmt die südöstliche Ecke der ehemaligen Stadtmauer ein. Im Süden wurde sie durch den Rhein und im Osten durch den Stadtgraben geschützt. Zur Ortschaft hin lässt sich noch heute ein beeindruckender und recht tiefer Graben erkennen, der die Burg vor einem Angriff aus der Stadt schützen sollte. Der über 10 m breite Graben dient heute als Rosengarten und kann besucht werden. Im Gegensatz zu vielen Behauptungen handelte es sich um einen Trockengraben, der nie Wasser führte.
Hinter den Graben wird die Burg durch eine zweite Wehrmauer, also eine Zwingeranlage, geschützt. Der Zugang erfolgt heute wie damals über eine Steinbrücke mit zwei Bögen, die wahrscheinlich ursprünglich teilweise eine Zugbrücke war. Sie führt an der Nordostseite aus der Stadt vor das Tor der Kernburg.

Kernburg
Die Kernburg betritt man heute wie damals über ein spitzbogiges Tor an der Nordseite von der Stadt aus. Ursprünglich gab es hier wahrscheinlich zwei Tore, die dicht hintereinander lagen. Zwischen den Toren führte vermutlich ein Weg in den Zwinger, um die Wehrmauern bemannen zu können.
Das Innere der Kernburg weist eine relativ klare Struktur auf. Die Anlage war rechteckig und beherbergte mindestens vier Gebäude. Zum Rhein hin, also an der Südseite, stößt man auf den Palas und den eindrucksvollen Wohnturm. Die Westseite wird durch den ehemaligen Westflügel und die Ostseite durch den restaurierten Ostflügel dominiert. In der Mitte befand sich ein Brunnen, an dessen Stelle man heute auf einen rekonstruierten Ziehbrunnen stößt. Während der Westflügel und der Palas nur noch ruinös existent sind, haben sich der Wohnturm und der Ostbau recht gut erhalten, bzw. wurden wieder aufgebaut.

Kernburg - Ostflügel und Westflügel
Der Ostflügel ist ursprünglich in der Gotik entstanden. Er diente im Laufe der Zeit als Wirtschaftsgebäude und als Verwaltungssitz. Im 17. Jahrhundert folgte ein Wiederaufbau, bei dem das Bauwerk zwei Stockwerke erhielt. Ein Portal mit der Zahl 1682 erinnert daran.
Von dem Westflügel lassen sich nur noch Reste an der äußeren Wehrmauer erkennen. Das Gebäude ist fast gänzlich verschwunden. Ursprünglich handelte es sich um einen länglichen Bau, der die Westmauer bis zum Palas hin einnahm. Im Erdgeschoss gab es auf volle Länge ein Gewölbe, das aus acht Kreuzgewölben bestand, die auf drei Mittelstützen ruhten.

Kernburg - Wohnturm
Eindrucksvollstes Gebäude und zeitgleich Wahrzeichen der Burg ist der Wohnturm. Er ist größtenteils original erhalten und stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Zuvor befand sich an selbiger Stelle ein runder Bergfried in dessen Mittelpunkt sich heute der Treppenturm des Wohnturms befindet. Teilweise lassen sich die alten Mauern des alten Bergfrieds noch von außen und im Kellergewölbe erkennen.
Der heutige Wohnturm hat eine Grundfläche von 11 m auf 11 m und 2,2 m starke Mauern. Er ist 27 m hoch und besitzt sechs Stockwerke. Sein ehemaliger Eingang liegt 10 m über dem Burghof. Im Laufe der Zeit entstand an der Nordwestecke zum Hof hin ein achtseitiger Treppenturm, über den alle Stockwerke des Gebäudes erschlossen sind. Die enge Wendeltreppe besitzt 123 Stufen.
Bei dem Turm handelt es sich um einen typisch wehrhaften Wohnturm des Mittelrheins, der von der Architektur an den französischen Donjon angelehnt ist. Der obere Bereich ist größtenteils aus Backstein.
Im Untergeschoss befindet sich das Verlies, das sich heute besichtigen lässt. Eine enge Treppe mit 42 Stufen führt nach unten. Zwei kleine Schächte geben dem großen Raum, der ursprünglich wahrscheinlich sich unterteilen ließ um Zellen zu schaffen, dürftig Licht.
Im ersten Obergeschoss befindet sich die Grafenkammer. Es handelt sich um den vornehmsten Raum der Burganlage. Unter anderen haben sich hier Malereien erhalten, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen. Der Raum diente dem jeweiligen Erzbischof als Wohn- und Arbeitsraum. In der Mitte stößt man auf einen Kaminsturz, an dem das Wappen von Kurfürst Heinrich III. vom Stein und Wildgraf zu Dhaun hängt. Daneben lässt sich das Wappen der Eltern und Großeltern erkennen.
Im zweiten Obergeschoss befindet sich eine Ausstellung über Gutenberg und den modernen Buchdruck. Johannes Gutenberg (Henne Gensfleisch) bekam auf Burg Eltville die einzige Auszeichnung seines Lebens. Kurfürst Adolph II. von Nassau zeichnete Gutenberg 1465 wegen der Erfindung des Buchdrucks auf der Burg aus und ernannte ihn zum Hofmann. Der zuständige Burgverein errichtete im Turm eine Gutenberg-Gedenkstätte in Erinnerung an dieses Ereignis. Mehrmals im Jahr können Besucher hier miterleben, wie mit damaliger Technik Bücher gedruckt werden.
Das dritte Obergeschoss wird vor allem durch die Domherrenkammer dominiert. Es ist der einzige Raum, der eine Wölbung aufweist und im Schlussstein das Wappen der Familie Virneburg führt. Das Wappen verweist auf Kurfürst Heinrich III. von Virneburg, der als Bauherr des Turms aufgeführt wird. In dem Raum befindet sich seit 1983 eine Ausstellung über die Stadtgeschichte, die vor allem wertvolle Stiche zeigt. Ein gotischer Wandkamin deutet darauf hin, dass auch dieser Raum als Wohn- oder Arbeitsraum diente.
Das oberste Stockwerk nimmt eine Wehrplattform ein, die an der Nordwestecke den Treppenturm und an den anderen Ecken jeweils einen Eckturm aufweist. Sie wurde laut einem Wappenstein an der Südseite 1487 vollendet. Durch die Fensteröffnungen eröffnen sich zahlreiche Blicke über die Stadt und den Rhein. Direkt über der Wehrplattform beginnt das klassische Dach des Turms.

Kernburg - Palas
Der Palas liegt an der Südseite der Kernburg zum Rhein hin. Er steht direkt neben dem Wohnturm und ist nur noch als Ruine erhalten. Seine Außenmauern sind teilweise noch existent und erinnern an die Dimensionen, die das Gebäude einst hatte. In den erhaltenen Mauern sind Kreuzstockfenster zu erkennen. An der Südwestecke haben sich ein Eckturm und ein Eckpfeiler erhalten. Hier befanden sich ehemals die Latrinen des Gebäudes.
Heutzutage gelangt man von dem Palas auf den Wehrgang der südlichen Stadtmauer. Dieser führt unter anderem über den Graben der Burg. Ein Blick nach unten zeigt, dass es zum Rhein hin noch eine Vorburg gab.

Vorburg
Zwischen der Kernburg und dem Rhein liegt ein größerer Zwinger, bei dem man heutzutage vermutet, dass er als Vorburg diente. Er reichte direkt bis an den Leinpfad heran und lag außerhalb der Stadtbefestigung. Zwei Rundtürme an den Ecken flankierten den Bereich zum Wasser hin.
Von Gebäuden oder Wehranlagen in der Vorburg ist heute nur noch wenig erhalten. An der Wehrmauer, die die Vorburg von der Kernburg trennt, lassen sich zahlreiche Spuren und Reste erkennen, die teilweise nicht original sind und bei der Restauration willkürlich mit eingemauert wurden.

Fazit
Burg Eltville ist zusammen mit der schönen Altstadt immer einen Besuch wert. Die Anlage liegt etwas abseits der typischen rheinischen Touristenwege und ist daher nicht überlaufen. Zusammen mit der Altstadt und der neuen Uferpromenade lädt die Burg zu einem ausgiebigen Besuch ein. Es lohnt sich.

Historie

Burg Eltville stammt ursprünglich aus dem 10. Jahrhundert und hat ottonische Wurzeln. Sie wurde als Turmburg errichtet. Man vermutet, dass die alte Anlage 1301 im Zollkrieg von König Albrecht zerstört wurde, als dieser zu Anfang des 14. Jahrhunderts gegen die illegalen Zollburgen am Rhein vorging.
Auf den Ruinen dieser Anlage wurde ab 1332 bis 1345 die heutige Wasserburg durch den Trier Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) errichtet. Er hatte unter anderem eine einflussreiche Stellung in der Mainzer Kirche.
Papst Johannes XII. sorgt 1328 dafür, dass Balduins Stellung in der Mainzer Kirche mit Heinrich von Virneburg doppelt belegt wird. Da Balduin seine Machtstellung nicht aufgeben mochte, folgt bis 1337 die Mainzer Stiftsfehde. Schon im ersten Jahr der Fehde, 1329, beginnt Balduin von Luxemburg die Ruine von Burg Eltville zu seinem Quartier auszubauen. Seine Stellung war strategisch günstig. Burg Eltville war in der Nähe von Mainz und so konnte Balduin direkt gegen Heinrich von Virneburg vorgehen.
1337 ist für Balduin von Luxemburg die Fehde verloren. Heinrich von Virneburg übernimmt Burg Eltville und baut sie bis 1345 weiter aus. Seine Bauaktivitäten konzentrieren sich vor allem auf den Wohnturm.
In der Folgezeit wird Eltville Hauptresidenz der Mainzer Kirchenoberhäupter und gehört neben Aschaffenburg zu den wichtigsten Domizilen der Mainzer Kirche. Erst mit dem Bau der Martinsburg in Mainz 1478 verlegt man endgültig die Residenz nach Mainz und Eltville verliert an Bedeutung. Dennoch wird die Anlage 1484 nochmals modernisiert. Ab 1555 beginnt man damit Bereiche abzubrechen.
Im Dreißigjährigen Krieg wird Burg Eltville 1635 durch die Schweden zerstört. Im Zuge des Barocks folgt 1682 ein Wiederaufbau und eine Erweiterung durch Giovanni Angelo Barella.
Ab dem 19. Jahrhundert gibt es mehrere Besitzerwechsel. 1806 wird sie Eigentum vom Herzogtum Nassau. 1866 geht sie an das Großherzogtum Hessen und 1867 wird sie preußisch. 1930 zieht das Forsthaus aus der Burg, das sich dort über Jahrzehnte befand. Die Stadt Eltville erwirbt die Burg schließlich 1936. 1938 folgt eine umfangreiche Restauration unter Ernst Stahl. Nach dem 2. Weltkrieg kommt es mehrmalig zu Restaurationen, Konservierungen und Sicherungsmaßnahmen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Eltville liegt im gleichnamigen Ort westlich von Wiesbaden. Aus Wiesbaden über die B42 nach Eltville. Von der Bundesstraße im Westen abfahren (einzige Abfahrt) und der Erbacher Str. folgen. Anschließend im Ortszentrum nahe der Burgstaße parken. Die Burg ist innerorts ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 16.04.2015


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