Düben

Burg Düben

Burg Düben

Deutschland / Sachsen

Burg Düben liegt am nordwestlichen Ende des Ortes Bad Düben, direkt am Ostufer der Mulde. Die Anlage ist wahrscheinlich Nachfolgerin einer slawischen Burganlage, die an selbiger Stelle einen Handelsweg überwachte, der bei der Burg das Muldeufer wechselte. Im 12. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zur Steinanlage mit Hilfe von Back- und Bruchsteinen. Durch zahlreiche Um- und Ausbauten erfuhr Düben Veränderungen, die bis heute das Bild die Burg prägen. Es haben sich mehrere Gebäude erhalten, die liebevoll gepflegt und instand gehalten werden. Sie beherbergt heute eine Gastronomie und ein Museum. Ein Besuch lohnt sich.

Burg Düben 1
Burg Düben 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Düben liegt am nordwestlichen Ende des Ortes Bad Düben, direkt am Ostufer der Mulde. Die Anlage ist wahrscheinlich Nachfolgerin einer slawischen Burganlage, die an selbiger Stelle einen Handelsweg überwachte, der bei der Burg das Muldeufer wechselte. Im 12. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zur Steinanlage mit Hilfe von Rasen-, Back- und Bruchsteinen. Durch zahlreiche Um- und Ausbauten erfuhr Düben Veränderungen, die bis heute das Bild die Burg prägen.
Burg Düben gehört zu den typischen Flachlandburgen der Region. Die relativ rund gehaltene Anlage weist einen Graben auf, der zur Blütezeit mit Wasser von der Mulde gespeist wurde. Heute ist der Graben trockengelegt und beherbergt einen Rundweg in einer Parkanlage, der die Möglichkeit bietet die Anlage einmal zu umrunden und aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Durch die niedrige Ringmauer der Burg, die größtenteils nur auf Brustniveau erhalten ist, eröffnen sich zahlreiche Blicke auf die Gebäude und das Innere der Burg.
Burg Düben ist relativ kompakt errichtet worden. Die Anlage besteht heute aus drei Gebäuden, die hufeisenförmig zueinander angeordnet sind und in ihrer Mitte einen Hof beherbergen. Der nördlichste und kleinste Bau der Anlage dient einem kleinen Restaurant. Im Osten stößt man auf ein schlossähnliches, repräsentatives Gebäude, das 1780 als Amtssitz auf alten Mauern errichtet wurde. Heute beherbergt es ein Landschaftsmuseum, das unter anderem Exponate zur Frühgeschichte, Stadtgeschichte und zu den Befreiungskriegen 1813 ausstellt. Die Eingangssituation der Burg wird durch einen imposanten Luginsland beschrieben, der seit seiner Erbauung als Torturm dient. Er ist der älteste und einzig erhaltene Bau der alten Burg Düben. Seine soliden Grundmauern wurden mit Hilfe einer Fachwerkkonstruktion aufgestockt. Durch ein Spitzdach stellt er das höchste Gebäude dar und macht schon aus der Ferne durch sein imposantes und breites Auftreten auf sich aufmerksam. Ein kleiner Treppenturm an seiner Ostseite, ebenfalls aus Fachwerk, dient der Erschließung.
Von der Atmosphäre her ist Burg Düben sehr angenehm. Die Anlage wurde partiell in Fachwerk gehalten und erstrahlt durch Sanierungsarbeiten um 2000 in neuem Glanz. Vom Hof aus eröffnen sich unter anderem Aussichten in die Umgebung, die zum Verweilen und Genießen einladen.

Historie

Burg Dübens Ursprung liegt in einer slawischen Anlage, genannt Dibini, die erstmals 981 in der Auflösung des Bistums Merseburg erwähnt wird. Sie lag direkt an einem Handelsweg und einem Übergang über die Mulde. Um 1200 übernahmen fränkische und sächsische Siedler alte slawische Gehöfte unterhalb der Burg und gründeten so den Ort Düben. Das älteste Gebäude der Burg ist der von 1206 stammende Luginsland, der zum Ende des Mittelalters auf neuer Basis entstanden ist. In den folgenden Jahrhunderten kam es zum Ausbau von Ort und Anlage. 1450 wird Burg Düben in einer Adelsfehde zwischen Friedrich und Wilhelm von Thüringen (Brüder) vollständig zerstört. 1530 richtete man in der wiederaufgebauten Anlage den kursächsischen Amtssitz ein, von dem unter anderem Gerichtsbarkeit ausgeübt wurde. 1532 begann hier der Kohlhaesesche Händel, der für zehn Jahre Unruhen in Sachsen sorgte. Ein Gerichtstag auf der Burg hat 1533 Junker von Zaschnitz zu Schadensersatz verklagt, der diesen nicht erfüllte. Daraufhin begann eine Fehde zwischen dem Land Sachsen und Kohlhase, die für einen lang währenden Kleinkrieg sorgte. Der Junker wurde 1540 in Berlin gefasst und hingerichtet. 1554 war Philipp Melanchton Amtsgänger und arbeitete auf der Burg. Am 15. September 1631 fanden sich der Schwedenkönig Gustav Adolf II., der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm und der sächsische Kurfürst Johann Georg auf Burg Düben ein und besiegelten ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser. Wenige Tage später besiegten sie Feldherrn Tilly bei Breitenfeld. 1631, 1637 und 1641 wurden Burg und Stadt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zerstört und verwüstet. Vom 10. Oktober bis zum 14. Oktober 1813 verweilte Napoleon auf Burg Düben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg rief 1949 Willy Winker eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben, die für einen Wiederauf- und Ausbau der Burg zum Museum sorgte. Am 1.8.1951 ging die Burg vom Sachsener Land in den Besitz der Stadt über. Seit 1953 beherbergt sie das Landschaftsmuseum der Dübener Heide. Das heute zu sehende, schlossähnliche, repräsentativ wirkende Gebäude stammt von 1780. Es entstand als Justiz- und Rentamt der Stadt Düben. 1997-1998 wurde es aufwendig saniert.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

Veranstaltung eintragen

Anfahrt

Burg Düben liegt im gleichnamigen Ort, nordöstlich von Leipzig. Über die A14 Ausfahrt "Leipzig-Mitte" auf der B2 Richtung Krostitz, Bad Düben. Innerorts bleibt man auf der Hauptverkehrsstraße Richtung Innenstadt. Hinter der Brücke und dem Ortseingang hält man sich rechts und parkt auf dem großen Parkplatz. Direkt gegenüber befindet sich die Burg.

Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de
Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de

Sonstige Einrichtungen

Im Graben der Burg befindet sich heute die letzte deutsch Schiffsmühle. Schiffsmühlen waren Wassermühlen, die mit ihren Schaufelrädern auf Boote gebaut wurden. Die hier zu sehende Schiffsmühle wurde 1686 urkundlich erstmals erwähnt, 1905 mit einem Generator zur Stromgewinnung ausgestattet, ab 1956 nicht mehr betrieben, 1957 in den Burggraben verholt, 1967 feierlich neu eröffnet, 2003 nach altem Vorbild von 1905 neu erbaut und ab 9.6.2003 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 24.10.2007


Burgen in der Umgebung

Burg Eilenburg

Halbruine
04838 Eilenburg
Entfernung: 15.11 km

Kommentar verfassen