Diez

Burg Diez

Burg Diez

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Auf einem Berg über der Lahn thront die Burg Diez. Die Anlage beherbergt heute ein Museum und eine Jugendherberge. Die Anlage bestand ursprünglich aus einer Kernburg und einer Vorburg. Beide Elemente haben sich größtenteils erhalten und werden heute in vollem Umfang genutzt. Der Tagesbesucher hat nur die Möglichkeit den Burghof der Vorburg und den Eingangsbereich der Kernburg zu betreten. Dennoch ist die Anlage recht interessant und bietet vor allem aus dem Tal einen eindrucksvollen Anblick.

Burg Diez
Burg Diez

Adresse

Burg Diez Schlossberg
65582 Diez Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg, Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Jugendherberge, Museum
Lage: 130 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:14-17:26 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: Jugendherberge

Baubestand & Beschreibung

Burg Diez

Auf einem hohen Felsen über der Mündung der Aar in die Lahn thront über der Altstadt von Diez das gleichnamige Grafenschloss. Die Anlage steht auf einem Porphyrfelsen und beherbergt heute ein Heimatkundemuseum und eine Jugendherberge. Ursprünglich befand sich unterhalb der Burg eine Furt, die schnell für die Entstehung der Stadt und damit für finanzielle Mittel der Burgherren sorgte.
Burg Diez hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Sie war im Besitz mehrerer Geschlechter und gehörte nur kurze Zeit einem einzelnen Grafen. Der Hauptwohnsitz lag daher meistens außerhalb der Burg und war von einem Verwalter, bzw. von Burgmannen besetzt.
Heute wie damals besteht Burg Diez aus einer Kernburg und einer Vorburg. Die Kernburg liegt erhöht auf dem bereits genannten Porphyrfelsen, während die Vorburg am Fuße des Felsens die Anlage zur Hauptangriffsseite hin schützte. Eine äußere Grabenanlage, die ursprünglich die Burg umfasste, ist heute aufgrund der expandierten Stadt nicht mehr oder nur noch sehr bedingt erkennbar.

Vorburg
Der Zugang erfolgt heute wie damals von Nordosten her über die Vorburg. Schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts begann man mit der Errichtung der Vorburg, die die Kernburg von Norden her wie ein Hufeisen einrahmt. Außerhalb, auf der anderen Seite des ehemaligen Halsgrabens, befand sich ursprünglich eine weitere Vorburg, die vor allem in späterer Zeit als Wohnort genutzt wurde. Auch sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, wurde aber 1610 durch die ehemalige Rezeptur überbaut, die heute nicht mehr existiert.
Die heute noch vorhandene, innere Vorburg beherbergt die Jugendherberge. Die Dachstühle wurden dendrochronologisch untersucht und auf das Jahr 1456 bestimmt. Der Torbau, der noch heute den Eingang bildet, wurde 1581 errichtet. Er weist ein Rollwerk- und Fachwerkgiebel auf. Der Halsgraben davor wurde eingeebnet und besteht heute aus einem großen Platz und einer Straße.
Die äußere Wehrmauer der Vorburg wurde vollständig von innen mit Gebäuden bebaut, die zum größten Teil aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen. Sie beherbergten vor allem Wirtschaftsgebäude, zu denen auch Stallungen gehörten. In den unteren Stockwerken ist sie nach außen fensterlos. Die oberen Stockwerke hingegen verlaufen zum Teil auf der Höhe des ehemaligen Wehrgangs und weisen nach außen Fenster auf. Erwähnenswert ist das Gotische Haus in der Vorburg von 1455.

Kernburg
Die Kernburg ist der älteste Teil der Burganlage. Sie steht auf einem erhöhten Felsen und ist weit ins Tal sichtbar. Der Zugang erfolgt heute wie damals von der Seite über ein kleines Tor, das so angelegt wurde, dass kein Rammbock angesetzt werden konnte. Der Weg zwischen Vorburg und Kernburg führt heute über eine terrassierte Treppe, die ursprünglich vermutlich wesentlich steiler und besser gesichert war.
Ein Blick von der Vorburg auf die Kernburg zeigt einen runden Bau, der zur Vorburg ausgerichtet ist. Es handelt sich hierbei um einen alten Rundturm, den man auf das 13. Jahrhundert schätzt. Von ihm aus ließ sich die gesamte Vorburg und der Zugang zur Kernburg flankieren. Seine Mauern sind recht dick und verweisen auf ein solides Gebäude, das zeitgleich als Schildmauer gedient haben kann. [1]
Die Kernburg besteht aus mehreren Elementen. Herausragend ist der quadratische Bergfried, der aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert stammen soll und somit das älteste Gebäude der Burg ist. Er hat eine Grundfläche von 9 × 9 m und 1,7 m starke Wände. Er war ursprünglich 19 m hoch, ist aber heute höher. Er besitzt vier Stockwerke und trug auf der Spitze ein Flachdach mit Zinnenkranz, das 1425 durch das heutige Walmdach mit den Wichhäuschen ersetzt wurde.
Der untere Bereich besteht aus Quadern, die auf die frühe Erbauung im 11. oder 12. Jahrhundert hinweisen. Im 12. oder 13. Jahrhundert wurde er schließlich erhöht. Im Inneren stößt man auf ein kuppelartiges Kreuzgewölbe im Untergeschoss und drei flachgedeckte Obergeschosse.
Die südliche Spitze des Burgfelsens wurde durch den Saalbau eingenommen. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde 1483 grundlegend durch niederländische Handwerker verändert. Die alte Burgkapelle, die sich ursprünglich hier auch befand, wurde 1455 in den Saalbau integriert. Stattdessen verlegte man die Kapelle in die Vorburg.
Die Kapelle wurde erstmals 1357 erwähnt. Auch sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Bereichen der Burg. Ursprünglich war sie dem heiligen St. Remigius geweiht und stand direkt zwischen dem Saalbau und dem Bergfried.
Zu den jüngeren Gebäuden gehörte der Palas. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Gebäude, das im 14. Jahrhundert errichtet wurde. In dem Bau lässt sich noch ein Rundbogenfenster erkennen, das auf die Romanik verweist und somit auf einen älteren Ursprung. Man hat also den Palas auf den Grundmauern eines älteren Gebäudes, wahrscheinlich auch ein Palas, gebaut.

Fazit
Heute beherbergt Burg Diez eine Jugendherberge und ein Heimatmuseum. Die Anlage ist durch die Jugendherberge immer recht belebt. Der externe Besucher kann Burg Diez nur zu einem bestimmten Teil besichtigen. So bleibt ihm beispielsweise die komplette Kernburg verwehrt. Die Vorburg hingegen steht dem Besucher offen und kann von außerhalb der Gebäude frei erkundet werden. Es eröffnen sich teilweise interessante Blicke auf die Außenfassaden der Kernburg, die Aufschluss über die Architektur geben.

Historie

Das Grafengeschlecht von Diez ist seit 1053 bekannt. 1073 wird es mit vollem Namen erstmals genannt. Da die Grafen den gleichen Namen wie den Ort aufweisen, geht man davon aus, dass die Burg zu diesem Zeitpunkt bereits existierte.
Unter den königlichen Staufern waren mehrere Grafen von Diez in der Politik tätig und besaßen großen Einfluss. Ihre Grafschaft reichte später bis nach Wetterau. Auch waren derer von Diez bei mehreren Kreuzzügen dabei, was ihre Stellung in der Gesellschaft festigte.
Graf Gerhard IV. von Diez (1276 bis 1308) erbte schließlich die Grafschaft. Das Herrschaftsgebiet besaß mehrere Burgen, die er durch Burgmannen besetzen ließ. Der Ort Diez unter der Stammburg erhielt schließlich 1329 Stadtrechte.
Noch im 13. Jahrhundert gab es eine Trennung der beiden Linien. Sie teilte sich auf in derer von Diez und derer von Weilnau. Man geht davon aus, dass beide Geschlechter auf der Burg gelebt haben, also Burg Diez als Ganerbenburg diente.
1386 stirbt die männliche Linie Diez aus. Die Tochter Jutta von Diez erbt die Herrschaft und übergibt sie ihrem Ehemann Graf Adolf von Nassau. In der Folgezeit besitzen derer von Eppstein Anteile an der Burg, die sie zum Teil 1424 an Nassau verkaufen. Dazu gehört unter anderem die Burgkapelle. Gottfried von Eppstein gerät in der Folgezeit weiterhin in Geldmangel und verkauft schließlich weitere Teile 1453 an Graf Philipp von Katzenelnbogen. Dieser oder sein Nachfahre veräußert sie 1479 an Hessen. Zu diesem Zeitpunkt besaß auch Nassau-Dillenburg, eine weitere Seitenlinie, Anteile der Burg, sodass es zu Streitigkeiten zwischen den Inhabern kam. In der Folgezeit gehörten die Herrschaft und die Burg unterschiedlichen Parteien.
1522 kauft Nassau-Diez die restlichen Elemente von Eppstein, die zu diesem Zeitpunkt schon im Besitz von Eberhard IV. von Königstein waren. 1564 wird Johann VI. von Nassau alleiniger Besitzer der Burg und der Herrschaft. Über ihn gelangt das Erbe 1607 an die Seitenlinie Nassau-Diez zurück, von denen Wilhelm Friedrich von Nassau-Diez 1652 in den Fürstenstand erhoben wird. Er und vier weitere Brüder sind ab 1607 im Besitz der Burg.
Nach dem Tod von Wilhelm Friedrich baut seine Witwe Fürsten Albertine Agnete von Nassau-Diez 1672 bis 1684 an der Stelle des Klosters Dirstein das Schloss Oranienstein. Die Burg Diez dient in der Folgezeit als Regierungsgebäude bis einschließlich 1784.1866 gelang die Anlage in den Besitz von Preußen und dient bis 1927 als Strafanstalt. Später errichtet man eine Jugendherberge und ein Museum. Die Jugendherberge und das Heimatmuseum wurden seit 1995 schrittweise immer wieder saniert.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der Autobahn A3 bei Limburg abfahren und über die B54 nach Diez. In Diez der Ausschilderung zur Jugendherberge folgen. Auf dem Parkplatz gegenüber von der Burg parken. Die Jugendherberge befindet sich in der Burg.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Diez erwähnt:

Nassau

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Informationsblatt
- Stadt-Diez.de - letzter Besuch: 05.10.2014
- EBIDAT - letzter Besuch: 05.10.2014

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 06.10.2014


Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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