Burg Brederode

Niederlande / Noord-Holland

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Die schöne, aus dem 13. Jahrhundert stammende Burgruine von Brederode liegt ganz im Westen der Ortschaft und grenzt an ein riesiges Waldgebiet an. Die schöne Wasserburgruinen hat sich gut erhalten und wirkt heute sehr eindrucksvoll. Sie besteht aus einer Vorburg bzw. einem Vorwerk und einer Kernburg die getrennt voneinander mit Wassergräben umgeben sind. Zahlreiche hohe und eindrucksvolle Türme, sowie die Grundmauern einiger Gebäude laden zum Entdecken und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich!

Bilder

Burg Brederode 1
Burg Brederode 2

Baubestand & Beschreibung

Inmitten den dichten Wäldern nordwestlich von Santpoorts liegt die imposante Ruine Brederode. Bis auf die Vegetation und den Zugang hat sich seit ihrer Blütezeit nur wenig geändert. Noch heute führt der morastige Graben Wasser und scheint ungewöhnlich tief zu sein. Mehrere Brücken dienen der Überquerung des morastigen Weges zum Burgtor hin.
Nach einer langgezogenen Linkskurve erreicht man den Zugang der Wehranlage. Damals zum größten Teil über eine Zugbrücke erschlossen, führt heute eine eher schlichte aber typisch niederländische, schwarz gebeizte Holzkonstruktion über den breiten Graben. Von dieser eröffnen sich die ersten Blicke auf die Vorburg, deren zum Teil erhaltene Wehrmauern einen soliden und dicken Eindruck machen. Beim Erreichen des Torturmes wird dieser Eindruck durch breite Fundamente, den Aufhängungen von einem Doppeltor und durch die Konstruktionsreste der Zugbrücke bestätigt.
Die Vorburg besteht heute nur noch aus den soliden Wehrmauern, dem Torturm und einem Häuschen, in dem sich die Kasse befindet. Hinter der Kasse trifft man auf den zweiten Graben, der Kernburg von Vorburg trennt. Er ist breiter als der Ringgraben der Vorburg. Die heutige Brücke befindet sich an der Stelle der mittelalterliche Zugbrücke und wurde, bzw. wird durch den mächtigen Wohnbau flankiert.
Die Kernburg sieht als Ruine etwas eigentümlich aus. Bei der Zerstörung im Jahre 1573 wurde die Burg von spanischen Truppen angezündet, so dass der komplette südliche Teil und die nördliche Wehrmauer, die unter anderem die Küche beherbergte, einstürzten und in den Graben und das umliegende Moor fielen. Während die Gebäude der Nordseite vollständig fehlen, haben sich die Bauwerke auf der Südseite bis auf die Wehrmauer vollständig erhalten. Von den Wirtschaftsbauten auf der Südseite ist einzig und allein das Kellergewölbe stehen geblieben, das man bei Restaurierungsarbeiten ausgegraben hat. Neben einigen Gewölbeansätzen, Balkenauflager, einem Durchgang mit Türschwelle und einigen kleinen Nischen hat dieses nicht mehr viel zu bieten.
Von der Nordseite sind zwei Bereiche bis fast unter das Dach vollständig stehen geblieben, zwischen denen eine große Lücke klafft. In der Lücke befanden sich die Wehrmauer und die Küche, die bei dem Brand eingestürzt sind. Diese Umstände erwecken den Eindruck, als ob die Burg aus zwei mächtigen Türmen bestand, die durch kleinere Gebäude verbunden waren. Man geht davon aus, dass die Anlage überall minimal drei Stockwerke aufwies und nur in der Mitte einen kleinen Hof beherbergte. An jeder Ecke soll ein Turm existent gewesen sein.
Das Kellergewölbe des nordöstlichen Gebäudes (am Zugang zur Kernburg) beherbergt heute die gesamten Stammbäume, der herrschenden Familien, sowie Teile der Geschichte der Burg und ein ansehnliches Rekonstruktionsmodell mit einer Seitenlänge von knapp einem Meter. Ein ähnliches Modell zeigt im Kellergewölbe des nordwestlichen Gebäudekomplexes die Burg imposanter, größer und wahrscheinlich 200 Jahre später als das erste Modell.
Das nordöstliche, turmartige Gebäude lässt sich heute bis zum Dach hin besichtigen. Der Weg führt durch mehrere Räume, die noch gut erhaltene Kamine, Kaminschächte, Balkenauflager, Fenstersitzbänke, Fensteröffnungen aus unterschiedlichen Epochen und verwinkelte Treppen aufweisen, über die man zum Dach geleitet wird. Hier und da biegen kurze verwinkelte enge Flure zu Aborts ab. Das Dach wurde als Brüstung mit Zinnen ausgekleidet und beherbergt einen Rundgang, der einen freien Blick auf Kernburg, Vorburg und Umgebung zulässt.
Von der Atmosphäre her strahlt Burg Brederode eine gewisse Ruhe und Mystik aus. Die mächtige Anlage, die heute nur noch bruchstückhaft erhalten ist, bietet zahlreiche Dinge, die es zu erkunden gibt und macht den Besuch zu etwas einzigartigem. Durch das umliegende Moor beherbergt die Burg zusätzlich eine reichhaltige Flora und Fauna, die vor allem Vogelfreunden gefallen könnte.

Historie

Die Burg wurde im Jahre 1282 von Willem van Brederode errichtet. Die erste Burg diente hauptsächlich zur Kontrolle der anliegenden Handelsstraße. Um 1300 wurden in der Kernburg drei viereckige und ein runder Wehrturm errichtet. Aufgrund des Ausbaus und der Machtsicherung wurde die Burg von Kabeljauwischen Truppen unter dem Kommando Gijsberts van Nijenrode im Jahre 1351 zerstört. Zwischen 1354 und 1426 wurde die Anlage auf den alten Fundamenten wieder aufgebaut.
Bis 1426 war sie Sitz und Residenz der Grafen von Brederode. Ab diesem Zeitpunkt begannen die Einwohner von Haarlem mit dem Abbau der Anlage und bedienten sich der Steine. 1464 baute man den nördlichen Teil soweit aus, dass er wieder bewohnbar war. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wehrhaft, sondern diente eher als Wohnsitz. Der Graben wurde wieder intakt gebracht, so dass die Einwohner keine Steine mehr abtragen konnten. 1491 fiel die Burg deutschen Truppen zum Opfer, so dass man sie anschließend dem Verfall überließ. 1573 zündeten aus Sicherheitsgründen, damit hier keine neue Grafschaft entstehen konnte, spanische Truppen auf ihrem Durchzug die Ruine noch einmal an, so dass die nördliche Wehrmauer in sich zusammenfiel.
Die Burg verschwand in den folgenden zwei Jahrhunderten bis 1862 vollkommen im Sand. Von 1862 bis 1903 grub man die Anlage wieder aus und konservierte sie. 1986 bis 1988 wurde die Geschichte der Anlage recherchiert. Anschließend folgte die Begehbarkeit für die Öffentlichkeit.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Brederode liegt nahe der Ortschaft Santpoort Zuid in der Velserenderlaan Nummer 2. Über die A208 Ausfahrt "Velserbroek" in den Ort und über Santpoortse Dreef bis zum Middenduinerweg. Hier abbiegen auf den Brederodseweg. Von diesem führt die Straße Velserenderlaan ab, an deren Anfang sich der Parkplatz und die Burg befinden.

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