Bertholdsburg

Burg Bertholdsburg

Burg Bertholdsburg

Deutschland / Thüringen

Zwischen 1226 und 1232 wurde durch Poppo VII. von Henneberg die Burg Bertholdsburg errichtet. Bis weit in das 16. Jahrhundert erfolgten ständige Erweiterungen und Umbauten der Anlage, so dass heute an der Stelle der kleinen mittelalterlichen Burg ein großes, prächtiges Schloss über der Stadt thront. Im Inneren findet man das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg. Die majestätische Anlage lädt heute mit Park und Museum zu einem Besuch ein.

Burg Bertholdsburg
Burg Bertholdsburg

Adresse

Burg Bertholdsburg Burgstr. 6
98553 Schleusingen Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 385 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:39-16:25 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
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Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: Museum
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Kontakt: Naturhistorisches Museum
Schloss Bertholdsburg Schleusingen
Burgstraße 6
D-98553 Schleusingen
Tel: 036841 / 531-0
Fax: 036841 / 531-225
Website: Museum-Schleusingen.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Bertholdsburg

Auf einem kleinen Sandsteinplateau am westlichen Ende der Altstadt von Schleusingen liegt oberhalb des Zusammenflusses von Erle und Nahe die Burg Bertholdsburg. Die Anlage wurde im Zuge des 15. und 16. Jahrhunderts verändert und erstrahlt heute als eindrucksvolles Renaissanceschloss oberhalb des Ortes. Der imposante Profanbau, benannt nach Berthold VII. von Henneberg, ist die älteste Residenz eines Adelsgeschlechts Thüringens und beherbergt heute eines der größten naturhistorischen Museen der Region.
Schloss Bertholdsburg betritt man heute wie damals über eine Brücke von Osten, also von der Altstadt, her. Im Zuge des 15. Jahrhunderts entstand ein neuer Eingang, der vom Park (ehemaliger Schlossgarten) von Süden her in die Burg führt. Der östliche Eingang ist der ältere und hat seinen Ursprung im Mittelalter. Er führt von der Altstadt an der 1483 errichteten Kirche vorbei und endet vor dem äußeren Altantor, das 1661 im Stil des Barocks vor den Burggraben errichtet wurde.
Direkt dahinter befindet sich der mittelalterliche Halsgraben, der die Burg von der Stadt getrennt hat. Er wurde im Zuge des Umbaus beidseitig gemauert und war ursprünglich tiefer als heute. Eine steinerne Bogenbrücke, die ursprünglich eine Zugbrücke war, führt direkt über ein Burgtor auf den Burghof. Ein Blick nach oben zeigt den Hauptturm (ursprünglich Bergfried), der direkt das Tor und den Eingangsbereich flankierte.

Burghof, Schlosshof
Der Burghof ist heute zentraler Mittelpunkt des Schlosses. Im Zuge des Umbaus zur Renaissanceanlage entstanden in den zwei nördlichen Ecken des Hofs die beiden Treppentürme Gerichtsturm (Nordwestecke) und Jungfernturm (Nordostecke). Ein barocker Springbrunnen in der Mitte des Hofs markiert die Stelle, an der sich ursprünglich ein mittelalterlicher Brunnenschacht befand.
Der Hof wird seit dem 16. Jahrhundert von vier Schlossflügeln eingerahmt, was für einen Profanbau der Renaissance selten ist. Alle vier Schlossflügel unterscheiden sich voneinander. Teilweise wurden die Hoffassaden aus Fachwerk errichtet und lockern das eindrucksvolle Auftreten der drei- bis viergeschossigen Gebäude etwas auf. Am Südflügel, der sich etwas hinter dem Hauptturm versteckt, lässt sich eine zweigeschossige Loggia erkennen. Dahinter lagen die Zugänge in den Südflügel, der die prunkvollen Gemächer des Burgherren beherbergte. Am Hauptturm, direkt neben dem Südflügel, findet man das Wappen der Familie von Henneberg aus dem 16. Jahrhundert aus Sandstein.

Südflügel
Der Südflügel beherbergte ursprünglich die Gemächer der Familie von Henneberg. Der Bau ruht auf den Fundamenten des ehemaligen Palas aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance verändert. Sowohl von außen, wie auch von innen zeigt er seine Pracht. Das Gebäude beherbergt an jeder Ecke einen Turm. Im Nordosten ist es der Hauptturm, der direkt neben dem Tor steht. An den südlichen Ecken befinden sich die eindrucksvollen Türme Haunsturm und Hexenturm. Die Nordwestecke wird durch den Kapellenturm eingenommen. Das Dach des Gebäudes sondert sich durch Treppengiebel ab. Fenster aus unterschiedlichen Epochen und deutlich dickere Außenmauern als beim Rest der Burg lassen erkennen, dass dieses Gebäude der wichtigste und zum Teil ältester Wohnbau im ganzen Schloss war.

Hauptturm, Bergfried
Direkt neben dem Südflügel steht der Bergfried. Ursprünglich war er niedriger als heute, musste aber aufgrund von Baufälligkeit 1697 zum Teil abgebrochen und wieder neu aufgebaut werden, weswegen er heute zwei unterschiedliche Steinarten aufweist. Im Inneren führen 128 Stufen nach oben auf eine Aussichtsplattform, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Das Gebäude gehört neben dem Palas zu den ältesten Elementen des Schlosses. Er diente als Bergfried und stand direkt neben dem Tor, um dieses im Falle eines Angriffs flankieren zu können. Über dem Portal, das erst im 15. Jahrhundert entstanden ist, hängt das eindrucksvolle Wappen der Familie von Henneberg.

Die anderen Schlossflügel
Der Nord-, Ost-, und Westflügel haben ihr heutiges Aussehen aus der Renaissance und dem Barock. Im Nordflügel findet man zwei sehenswerte Säle, die Stuckdecken und Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert aufweisen. Die Malereien zeigen unter anderem die zwölf Taten des Herkules. Der Raum wird daher auch Herkulessaal genannt. Die drei Schlossflügel werden heute von dem Museum beansprucht.

Schlossgarten
Der Schlossgarten befindet sich im Westen der Anlage. Er liegt deutlich tiefer als Schloss Bertholdsburg und wurde erst später hinzugefügt. Heute dient er als öffentlicher Park. Es eröffnet sich der Blick auf die Südfassade der Anlage, die von hier aus sehr eindrucksvoll wirkt. Im Norden lassen sich der imposante Stumpf des Pulverturms und ein Brunnenhaus erkennen, die beide aus der frühen Neuzeit stammen. Der Pulverturm flankierte ursprünglich den Schlossgarten und schützte die Burg nach Norden.

Museum
Schloss Bertholdsburg beherbergt seit 1934, bzw. 1988 ein Museum, das 2000 renoviert wurde. Auf über 800 qm Ausstellungsfläche werden Exponate zu den Themen Naturkunde, Mineralogie und Paläontologie ausgestellt. Heutzutage stößt man auf über 100.000 Exponate. Schwerpunkt ist die Entwicklung Thüringens im Laufe der Erdgeschichte.
In der Dauerausstellung für Mineralogie findet man über 1000 Mineralien und Gesteine. Zudem wird auf den Bergbau in Thüringen eingegangen, der durch Szenarien und Darstellungen zu Geltung gebracht wird.
Der Bereich für Regionalgeschichte setzt sich vor allem mit der Geschichte der Stadt Schleusingen und des Schlosses Bertholdsburg auseinander. Schwerpunkt ist die Geschichte der Grafen von Henneberg. Zudem wird auf die mittelalterliche Papierherstellung, den Buchdruck, das Handwerk und die Lebensweise der Menschen eingegangen.
Weitere Bereiche der Ausstellung beschäftigen sich mit der Paläontologie und zeigen unter anderem interessante Fossilienfunde und prähistorische Exponate.

Fazit
Schloss, bzw. Burg Bertholdsburg ist sowohl architektonisch, wie auch geschichtlich recht interessant. Die Anlage ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung einer mittelalterlichen Burg zum Renaissanceschloss. Es lassen sich mittelalterliche Bereiche erkennen, die sich mit repräsentativen Wohnen und Festungselementen aus der Zeit der ersten Kanonen mischen. Vor allem nach Süden eröffnet sich eine eindrucksvolle Silhouette, die gerne als Fotomotiv genutzt wird. Das Museum ist mit über 800 qm recht groß und zum Teil sehr interessant. Von dem begehbaren Hauptturm (Bergfried) eröffnet sich eine weite Sicht über die Burg , den Ort und die Landschaft.

Historie

Die Bertholdsburg wurde von Graf Poppo VII. von Henneberg zwischen 1226 und 1232 errichtet. Seine Enkel Berthold, Hermann und Heinrich von Henneberg teilen das Erbe unter sich auf und bilden drei neue Nebenlinien. Berthold von Henneberg-Schleusingen erhält Burg Bertholdsburg. Die anderen Bereiche gehen an Henneberg-Aschach und Henneberg-Hartenberg. Burg Bertholdsburg ist somit die älteste Residenz Thüringens.
Der Burgname Bertholdsburg stammt von Berthold VII. von Henneberg (1284 bis 1340), der als politischer Berater mehrerer deutscher Kaiser fungierte. Er war unter anderem unter dem Namen Berthold der Weise bekannt. Heinrich VII. erhob ihn 1310 in den Fürstenstand.
Der Bruder Berthold VI. gründete 1291 die Johanniterkommende zu Schleusingen und wurde zum Johanniter-Prior. Er verbrachte sein Leben im Dienste des Ordens.
In der Folgezeit entwickelte sich um die Burg und das aufstrebende Adelsgeschlecht die Stadt Schleusingen. Die Altstadt schloss direkt an der Burg an.
Um 1500 begann Wilhelm VI. von Henneberg mit dem Umbau der alten Burg zu einem prachtvollen Renaissanceschloss. An ihn erinnert ein Spruchband am Hauptturm, auf dem " Von Gottes Gnaden Wilhelm Graf und Herr zu Henneberg" geschrieben steht.
Noch vor 1500 wurde 1483 der Kirchturm fertiggestellt, der zur angrenzenden Schlosskirche gehört. 1498 veranlasst Wilhelm VI. den Bau einer weiteren Wallfahrtskirche zu Grimmenthal. 1502 folgt das Franziskanerkloster in Schleusingen. 1559 lässt er die Turmuhr im Hauptturm installieren. Diese musste schon 1561 repariert werden. 1583 stirbt das Geschlecht mit dem letzten männlichen Nachfahren Graf Georg Ernst von Henneberg aus. Burg und Herrschaftsgebiet gehen mit Schleusingen und Suhl an Kursachsen.
1631 wird das Eingangstor an der Nordseite geschaffen. 1657 geht Burg Bertholdsburg in den Besitz von Sachsen-Zeitz über und dient fortan als Verwaltungssitz. 1661 folgt die Errichtung des Altantors vor dem Schloss. Am 15. Februar 1685 bricht auf der Burg ein Feuer aus, das aber rechtzeitig gelöscht wird, bevor die gesamte Anlage abbrennt. 1696 wird der Schlossturm (Hauptturm) als baufällig genannt. Ein Jahr darauf wird er zum Teil abgetragen und mit Quadersteinen neu aufgebaut.
1725 wird die alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert durch eine neue Barockkirche mit drei Emporen, einer Taufkapelle und einer Traukapelle ersetzt. Der Kirchturm wird in den Neubau integriert und bleibt erhalten. Die von Wilhelm VI. von Henneberg installierte Uhr im Hauptturm wird 1732 von dem Hofuhrmacher Weber aus Hildburghausen repariert. Dieser richtet zudem ein englisches Perpendikel ein.
Am 11. Oktober 1765 bricht erneut ein Brand auf der Burg aus, der ebenfalls rechtzeitig gelöscht werden konnte. 1815 folgt die Auflösung des sächsischen Oberaufsichtsamts auf der Burg. Der Wiener Kongress entschied, dass die Herrschaft an Preußen geht. Preußen richtete daraufhin den Kreis Schleusingen ein, dessen Verwaltung bis 1929 auf der Burg ansässig bleibt. Anschließend erfolgt die Verlegung nach Suhl.
Ab 1929 steht das Schloss leer und man überlegt sich ein Regionalmuseum einzurichten. 1934 wird das neue Museum mit über 3000 Exemplaren aus der Vergangenheit Südthüringens, Hennebergs und Schleusingens eingeweiht. Zeitgleich erfolgt 1934 der Einbau der heutigen Uhr im Hauptturm durch den Uhrmacher Saam aus Themar.
1988 wird das naturhistorische Museum eingeweiht. In der Folgezeit werden mehr als 100.000 Exponate gesammelt und hier ausgestellt. Nachdem die Anlage 1994 Eigentum der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wird, erfolgt 2000 eine komplette Neugestaltung des Museums. Seit diesem Zeitpunkt gilt es als modernstes Museum Thüringens.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A73 Ausfahrt "Schleusingen" nach Schleusingen und innerorts der Ausschilderung zum Schloss, bzw. zur Burg oder zum Museum folgen.

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Burgenarchiv.de
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Literatur

- Rosika Hoffmann, "Burg- und Stadtgeschichte - Eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum Schleusingen", Schleusingen 2009, ISBN: -3-940295-05-7
- http://www.schleusingen.de/stadt/schloss_bert.php - letzter Aufruf: 25.11.2014
- http://www.thueringerschloesser.de/index.php?id=42 - letzter Aufruf: 25.11.2014
- http://www.thueringen.info/schleusingen-schloss-bertholds.html - letzter Aufruf: 25.11.2014

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.11.2014


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