Burg und Schloss Alzey, Stein, Ravensburg

Burg Alzey, Stein, Ravensburg

Burg und Schloss Alzey, Stein, Ravensburg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Das eindrucksvolle Schloss Alzey liegt inmitten des gleichnamigen Ortes an der ehemaligen Südostecke der Stadtmauer. Heute beherbergt es ein Internat und ein Amtsgericht. Mit einem imposanten Bollwerksturm, 14 m hohen Wehrmauern und einem Mix aus originaler Bausubstanz und neogotischem Wiederaufbau lädt die quadratische Niederungsburg zu einem Besuch ein. Auch wenn man die Gebäude nicht besuchen kann, lohnt es sich.

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Adresse

Burg Alzey, Stein, Ravensburg Schlossgasse
55232 Alzey Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Halbruine
Burgtyp:Niederburg, Wasserburg
Nutzung:Amtsgericht, Schule
Lage:180 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:15-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:Außenanlage, Burghof: frei
Gebäude: geschlossen

Baubestand & Beschreibung

Burg Alzey, Stein, Ravensburg

Schloss Alzey steht in einem kleinen Park inmitten der gleichnamigen Ortschaft. Sie bildete ursprünglich das südöstlichste Ende der Stadtmauer und schützte diese zu dieser Seite hin. Anfangs handelte es sich wahrscheinlich um eine kleine Turmhügelburg aus Stein, von der vermutlich im frühen 19. Jahrhundert noch Reste zu finden waren. Heute weist die quadratische Anlage eine Grundfläche von 62 m auf 62 m auf und ist damit relativ groß. Sie beherbergt ein Amtsgericht und ein Internat.
Die Anlage bestand ursprünglich aus einer Vorburg und einer Kernburg, die von einem Graben umgeben waren. Die Kernburg besaß einen eigenen Ringgraben, der an der Stelle des heutigen Parks direkt unterhalb der Burgmauer verlief.
Im Inneren der Kernburg haben sich mehrere Gebäude erhalten, die um 1900 aufwendig saniert und romantisiert wieder aufgebaut wurden. Sie stammen größtenteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert und lehnen alle an der Außenmauer an, wodurch Schloss Alzey oft in die Kategorie der Randhausburgen eingeordnet wird.
Obwohl die Anlage vom Entstehungszeitraum her staufischen sein soll, lassen sich nirgendwo staufischen Buckelquader finden. Auch diskutiert man heute noch, ob es sich um eine Wasserburg handelte oder ob die Anlage Trockengräben besaß. Sie liegt höher als alle umliegenden fließenden Gewässer, sodass man heute davon ausgeht, dass der Ringgraben, der sich an der Stelle des heutigen Parks befand, trocken war. Alternativ hätte Leitungen gelegt werden müssen, von denen sich bis heute keine erhalten haben.

Vorburg
Der Zugang zum Schloss erfolgt heute wie damals über die Schlossterrasse oder die Straße Kästrich von Westen her. Die Vorburg nahm diesen Bereich vollständig ein, deren Tor sich bis heute in der Schlossgasse erhalten hat. Im Süden und im Nordosten war die Vorburg mit der Stadtmauer verbunden. Ein Graben trennte sie von der Ortschaft.
Von der Vorburg haben sich bis heute das Torhaus und die Schlossscheuer erhalten. Die Schlossscheuer ist ein langes Gebäude in der Kästrich Straße, das um 1468 auf den Grundmauern eines älteren Baus errichtet wurde. Die Scheuer steht auf einem lang gezogenen Weinkeller, der mit einem Kreuzrippengewölbe überwölbt ist. Auf der anderen Straßenseite zur Kernburg hin befand sich ursprünglich ein Graben, an dessen Stelle heute zahlreiche Häuser stehen.
Das Tor der Vorburg liegt in der heutigen Schlossgasse und war vermutlich einer von zwei Eingängen in die Vorburg. Das erhaltene Torhaus stammt von ca. 1470 und ist bis zum ersten Obergeschoss erhalten. Vor dem Gebäude lässt sich noch der Graben erkennen.
Bei dem Torbau handelt es sich um ein Doppeltor, an dessen Außenseite sich noch die Ansätze der ehemaligen Zugbrücke ausmachen lassen. Links und rechts neben dem Tor haben sich flankierende Türme erhalten, die unten rund und oben oktogonal sind. Ursprünglich ruhte auf dem Tor noch ein Fachwerkgeschoss, das in ein steiles Dach überging. An der Rückseite lässt sich ein Treppenturm erkennen, der in das Obergeschoss des Gebäudes führte.
Die heutige Vorburg ist vollständig von der Stadt überbaut worden. Nur der Torturm und die Schlossscheuer haben sich erhalten. Direkt hinter dem Torturm führt der Weg über die Nordwestecke in die Kernburg.

Kernburg - Zugänge
Die Kernburg besitzt heute zwei Eingänge. Ursprünglich besaß sie nur einen, der heute noch im Nordwesten hinter dem Tor der Vorburg existent ist. Der zweite Eingang von der Kästrich Straße aus wurde erst im 19. Jahrhundert geschaffen und hat keinen originalen Ursprung. Da der originale Eingang recht schmal ist, musste für Pferdewagen und später Kraftfahrzeuge eine breite Durchfahrt geschaffen werden, die man im 19. Jahrhundert an der Südwestecke anlegte.
Bei dem mittelalterlichen Eingang handelt es sich um einen hohen Torbau, vor dem vermutlich eine feste Brücke, also keine Zugbrücke lag. Es war der einzige Zugang zur Kernburg. Heute ist der Weg zum Tor aufgeschüttet, sodass sich keine Reste von dem Graben vor dem Tor erhalten haben. Die Fundamente des Gebäudes sind aus frühstaufischer Zeit und gehören zu den ältesten erhaltenen Bereichen der Burganlage. Das Bauwerk ist das einzige Gebäude, das schräg in dem quadratischen Grundriss steht. Es wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut.
Die Forschung geht heute davon aus, dass es sich bei dem Torturm gleichzeitig um den Bergfried handelte. Ein Bergfried wird mehrmals in Urkunden erwähnt, wurde bisher aber nicht gefunden. Da dieses Gebäude schräg im Grundriss steht und das älteste erhaltene Element ist, gibt es die Vermutung, dass an selber Stelle der Bergfried stand, mit dem alles begann. Tortürme, die als Bergfried dienten, sind nicht ungewöhnlich. Ein Beispiel ist die Burg Wittstock in Brandenburg.
Der Torbau wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Das heutige Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Vorwerk wurde 1538 errichtet. Ein eckiger Turm flankiert den Bereich vor dem Tor, der zudem durch einen Gusserker im Bogen oberhalb des Eingangs gesichert wurde. Über dem Bogen verläuft eine Brücke, die den Wehrgang mit der Ringmauer verbindet. In der Torhalle haben sich Steinmetzzeichen erhalten, die aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert stammen. Einige Steine gehen bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Schießscharten im Tor gaben die Möglichkeit den eindringenden Feind von beiden Seiten unter Beschuss zu nehmen. Das Tor ist heute wie damals fester Bestandteil der Ringmauer.

Kernburg - Ringmauer und Bollwerksturm
Die Ringmauer gehört neben dem Torturm zu den ältesten Elementen der Burg und wurde wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Sie ist im Durchschnitt 14 m hoch und 3,5 m dick. Auf der gesamten Mauer verlief ein Wehrgang, der heute teilweise noch erhalten ist. Während die Nordseite und die Westseite zur Stadt hin lagen, konnten die Südseite und die Ostseite beschossen werden. Aus diesem Grund hat Kurfürst Ludwig V. 1504 die östliche Mauer verstärkt, sodass sie heute über 6,5 m dick ist. Die gegenüberliegende Westmauer wurde von Kurfürst Friedrich I. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit einer kleinen Bastionsplattform versehen. Diese lässt sich heute noch von außen oberhalb der Häuser erkennen. An der Südwestecke errichtete man den Bollwerksturm, der die Südmauer in diese Richtung verteidigen und flankieren sollte.
Der Bollwerksturm entstand unter Kurfürst Friedrich I. dem Siegreichen im 15. Jahrhundert. Er nimmt die gesamte Südwestecke des Schlosses ein und ist rund, sodass er in mehrere Richtungen das Feuer eröffnen konnte. Eine Jahreszahl weist darauf hin, dass er 1476 fertiggestellt wurde. Mit 30 m Höhe und 17 m Durchmesser gehört er zu den größten Bastionen im südwestdeutschen Raum. Er ragt aus der Wehrmauer heraus, sodass man von hier Westmauer und Südmauer flankieren konnte. 1688 wurde er durch die Franzosen gesprengt und zu drei Fünftel zerstört. Sein heutiges Erscheinungsbild besteht größtenteils aus einem Wiederaufbau aus der Neuzeit.
Auf den runden Unterbau hat man ein 16-eckiges Obergeschoss gesetzt, das sich durch ein Rundbogenfries absondert. Die heutigen Fenster stammen aus der Neuzeit, während die Schießscharten alt sind. Auch der Fachwerkaufsatz wurde erst wesentlich später hinzugefügt. Man vermutet an selbiger Stelle einen Brunnenturm, da im Untergeschoss des Bauwerks ein Brunnen vorhanden ist. Die Obergeschosse haben direkten Zugang zu den Wehrgängen auf der Ringmauer. Die daneben gelegene Toranlage wurde erst nach 1809 errichtet und hat keinen originalen Ursprung.

Kernburg - Burghof mit Brunnen
Beide Eingänge in die Burg münden heute auf dem großzügigen Burghof, der zeitgleich als Parkplatz für Angestellte dient. Grünflächen und Bäume lassen den Hof einladend wirken. Vor dem mittelalterlichen Tor trifft man im nordwestlichen Bereich auf den Burgbrunnen. Er ist offensichtlich sehr alt und stammt aus der Gründungszeit der Burg. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er immer mehr verfüllt, sodass er heute nicht mehr sonderlich tief ist. Das Grundwasser ist an dieser Stelle recht hoch, sodass er wahrscheinlich nur einen kleinen Schacht besaß.

Kernburg - Burgkapelle und Ostbau
Ursprünglich gab es auf Schloss Alzey mehr Gebäude als heute. Man geht davon aus, dass die Ringmauer vollständig von innen mit Gebäuden bebaut war, sodass Schloss Alzey in die Kategorie der Randhausburgen fiel. An der Westmauer gab es ursprünglich eine kleine Burgkapelle aus dem 16. Jahrhundert, von der sich noch niederes Mauerwerk erhalten hat.
Die Ostseite wurde durch den sogenannten Ostbau dominiert. Ursprünglich stand hier ein Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das fast die gesamte Mauer einnahm. Es lassen sich noch Ansätze vom Tonnengewölbe und ehemalige Fensteröffnungen erkennen. Wahrscheinlich besaß das Bauwerk drei Stockwerke und diente als Gesindehaus im Obergeschoss und Marstall im Erdgeschoss. Es ist bekannt, dass das Bauwerk bis 1879 als Gefängnis genutzt wurde.

Kernburg - Südbau
Der Südbau, auch Friedrichsbau genannt, nimmt große Teile der südlichen Wehrmauer ein. Er wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch Kurfürst Friedrich II. errichtet, der hier auch lange wohnte.
Der Friedrichsbau ist vom Erscheinungsbild ein Wiederaufbau aus dem 19. Jahrhundert, der teilweise stark verändert wurde. Um 1900 hat man Teile der Außenfassaden und das gesamte Innenleben abgerissen und verfälscht wieder aufgebaut. An der Hoffassade wurde ein Treppenturm nach altem Vorbild errichtet, der mittig in der Hoffassade steht.
Das Bauwerk besaß drei Obergeschosse und wahrscheinlich eine Tür auf den Wehrgang, der an der Außenseite des Gebäudes auf der 3,5 m dicken Ringmauer verlief. Im Erdgeschoss hat man vor dem Wiederaufbau Gebäudeelemente gefunden, die auf Wohngemächer und eine Kapelle hinweisen. Heute ist der Friedrichsbau für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und Teil eines Internats. An der Südecke stand neben dem Friedrichsbau vermutlich ein Turm. Hier klafft heute ein Loch in der Mauer und abgehende Reste weisen auf ein Gebäude hin, das anscheinend recht groß war, also vermutlich ein mächtiger Wehrturm.

Philipsbau und Ludwigsbau
Auf der gegenüberliegenden nördlichen Hofseite liegen der Philipsbau und der Ludwigsbau. Die beiden Bauwerke sind um 1450 und 1550 entstanden. Die beiden Erker sind von 1527 und 1528. Der östliche Erker beherbergt eine Wendeltreppe und ist das einzige vollständig erhaltene Element der Burg. Am Bauwerk lassen sich unter anderem noch Fenster mit spätgotischem Maßwerk erkennen. Der Wehrgang verlief ursprünglich durch das Gebäude hindurch und wurde mit dem Einzug des Amtsgerichts in einen Flur verwandelt. Der Keller des Bauwerks ist älter als die oberirdische Bausubstanz.
Der Philipsbau und der Ludwigsbau sind historische Wiederaufbauten aus der Zeit von 1900-1903. Sie wurden durch den geheimen Oberbaurat und Architekten Karl Christian Hofmann errichtet, der die Erhaltungskosten für die Ruine zu aufwendig fand und dem Gebäude wieder eine Funktion geben wollte. Der Nordflügel basiert größtenteils auf einer relativ undetaillierten Stadtansicht von 1620. Sehr viele Elemente erinnern an die typische Neogotik und Neoromanik.
Im Inneren gibt es einen Sitzungssaal, der einem Rittersaal nachempfunden wurde. Neogotische Bodenfliesen, Kachelöfen und Wandvertäfelungen, sowie Aktenschränke, die dem Stil des 15. Jahrhunderts angepasst wurden, haben sich erhalten.

Fazit
Schloss Alzey lädt mit dem umliegenden Park und dem schönen Burghof zu einem Besuch ein. Die Gebäude unterliegen heutzutage unterschiedlichen Funktionen und stehen der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung, sodass man nur die Möglichkeit hat die Burg durch den Park zu umrunden und sich den Innenhof anzusehen. Die zahlreichen Details, die eindrucksvollen Wehrmauern und der Bollwerksturm, sowie der Mix aus mittelalterlicher und neuzeitlicher Architektur laden zum Entdecken und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Wann Burg Alzey gebaut wurde, ist bis heute nicht bekannt. Die vermutete Spanne der Errichtung zieht sich über insgesamt drei Jahrhunderte. Fest steht, dass es im 8. und 9. Jahrhundert in Alzey ein fränkisches Königsgut gab. Noch während des 9. Jahrhunderts gelangt es in den Eigentum der Pfalzgrafenfamilie der Ezzonen. Kaiser Heinrich V. kauft es zurück, wodurch es später von den Saliern an die Staufer übergeht.
1072 ist das Königsgut zusammen mit der Kirche Sankt Georg und dem römischen Kastell im Besitz des Grafen Berthold, der diese 1074 dem Kloster Ravengiersburg stiftet. In jenem Jahr soll laut Krahe schon die erste Stadtburg existiert haben. Da sich keine Reste aus dieser Zeit erhalten haben, geht man davon aus, dass diese Angabe nicht richtig ist.
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gelangt die Anlage ca. 1126 an Herzog Friedrich II. von Schwaben, der als potentieller Erbauer vermutet wird. Es erfolgt 1147 die Übergabe an Kaiser Barbarossa, der sie 1156 der Pfalzgrafschaft und somit seinen Halbbruder Konrad überträgt. Pfalzgraf Konrad von Hohenstaufen hat die Burg Alzey wahrscheinlich errichtet.
Über seine Tochter Agnes gelangt die Anlage durch Hochzeit an Heinrich den Langen und wird damit welfisch. Bis 1214 ist sie wichtiger Stützpunkt und Residenz der Pfalzgrafen. In jenem Jahr wird sie Eigentum des Wittelsbacher Pfalzgrafen Ludwig I., der bis heute ebenfalls als Erbauer der Anlage gehandelt wird, da die ältesten erhaltenen Elemente aus seiner Zeit stammen.
Ab 1217 verlegen derer von Wittelsbach ihre Residenz nach Heidelberg, sodass Alzey zukünftig nur noch als Verwaltungssitz von Ministerialen im Namen der Pfalzgrafschaft dient. 1260 ist Werner Truchsess III. Lehensmann der Pfalzgrafen und Kommandant auf Burg Alzey. Er gerät ständig in Fehden mit den Bürgern Worms und kommt Sommer 1260 auf die Idee die Waren des Wormser Vogts Eberhard auf dem Weg zwischen Erenberg und Osthofen zu stehlen. Diese Tat bringt das Fass zum überlaufen, sodass Burg Alzey 1260 durch den Bischof von Mainz, Bürger von Mainz, Speyer und Worms, durch die Grafen von Leiningen, die Grafen von Sponheim und die Grafen von Katzenelnbogen aufgrund von Raubrittertum zerstört wird. Die Pfalzgrafen beginnen anschließend mit dem Wiederaufbau und verwalten die Anlage zukünftig selbst, um einen weiteren Vorfall dieser Art zu vermeiden. Es werden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts alle Lehensmannen durch Ludwig II. entmachtet.
Anschließend beginnt für Stadt und Burg eine Blütezeit. 1277 erhält der Ort Stadtrechte und 1278 wird erstmals die Burg urkundlich erwähnt. 1298 kommt es zur Eroberung der Stadt durch Albrecht von Österreich. Die Anlage wird aber 1305 an die Pfalzgrafen zurückgegeben.
1324 gelangt Alzey unter das Recht der Reichsstadt Oppenheim. Es werden Beamte und Lehensleute eingesetzt, von denen 1363 ein Bernhard als Burggraf bezeichnet wird. 1390 residiert Kurfürst Ruprecht II. zeitweise auf der Anlage.
Im 15. und 16. Jahrhundert passt man die Burg der fortschreitenden Waffentechnologie an. Es entstehen zahlreiche Befestigungsanlagen und Verstärkungen. Trotz der Maßnahmen wird sie 1504 nach Artilleriebeschuss erobert. Anschließend beginnt man mit dem Ausbau zum Schloss.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 kommt es zur vollständigen Zerstörung der Burg. Teile werden durch die Franzosen gesprengt. Vor allem der mächtige Bollwerksturm an der Südwestecke wird dabei beschädigt.
Im 20. Jahrhundert folgt unter dem Großherzogtum Hessen ein Wiederaufbau. Heute beherbergt Alzey ein Amtsgericht und ein Internat.

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    Über die A63 oder die A61 über die Ausfahrten "Erbes-Büdesheim" oder "Alzey" direkt nach Alzey fahren. Innerorts ist das Schloss ausgeschildert. Es befindet sich in der Schlossgasse.

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    Literatur

    - Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
    - Georg Dehio, "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Rheinland-Pfalz, Saarland", Deutscher Kunstverlag, 1984, Berlin, ISBN: 3-422-00382-7
    - http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=2236 - letzter Aufruf: 29.04.2015
    - http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/alzey/kulturdenkmaeler/burg-und-schloss.html - letzter Aufruf: 29.4.2015

    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 28.04.2015


    Fußnoten

    [1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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