Hinweis zum Aufenthalt auf Burgen

Vielen Besuchern ist nicht bewusst, dass Burgen ein Teil der deutschen, mittelalterlichen Geschichte sind. Die Anlagen sind oft nicht sonderlich gut erhalten und verschwinden durch den Tourismus immer mehr. Mit jedem Besucher, der die Burgmauern durch Klettern oder unsachgemäßes Verhalten beschädigt, geht ein weiteres Stück der Burg und damit unserer Geschichte verloren. Zudem müssen Gelder für Reparaturen und Konservierungen ausgegeben werden, die an anderer Stelle viel nötiger sind.


Warum sollte man keine Mauern besteigen?

Die meisten Burgmauern sind als Trockenmauerwerk errichtet worden, d.h. es wurde kein Mörtel benutzt. Hat man bei dem Bau der Burg doch Mörtel verwendet, ist dieser nach über 500 Jahren meist stark ausgewaschen.
Ein Schaden an einer Mauer kann auf zwei Wege geschehen:

1. Der herausgefallene Stein
Betritt man eine Mauer können sich Steine lösen und aus der Mauer herausfallen. Durch den fehlenden Stein könnten die anliegenden Steine ihren Halt verlieren und ebenfalls herausbrechen. Bis der Schaden bei der zuständigen Behörde oder dem Restaurateur bekannt ist, liegen die Steine so weit verstreut, dass eine Rekonstruktion der Mauer unmöglich ist. Der Schaden ist nahezu irreperabel. Meist fehlt auch das Geld für eine Wiederherstellung.

2. Der unsichtbare Schaden
Durch das Betreten einer Mauer kommt es innerhalb der Mauer zu einer Gewichtsverlagerung und minimalen Erschütterung (auch bei Kindern). Es können Steine in Bewegung geraten und kleine Risse erzeugen (Haarrisse). In die Riss dringt im Winter Feuchtigkeit ein. Diese Feuchtigkeit gefriert und dehnt sich aus. Das kann dazu führen, dass der Stein ausbricht oder gesprengt wird, ähnlich wie bei gefrorenen Glasflaschen. Durch die ausdehnende Feuchtigkeit wird der Riss auf jeden Fall größer. Binnen eines Winters kann die Mauer sehr großen Schaden nehmen.

Kinder lieben es auf Mauern zu klettern. Wenn Sie ihre Kinder über die Konsequenzen aufklären und diese Respekt vor den Überresten der Burgen bekommen, werden auch sie eines Tages ihren eigenen Kindern die Burgen ihrer Kindheit zeigen können.


Warum sollte man Burgen erhalten?

Burgen sind Zeitzeugen. Sie geben uns auf ihre Art und Weise unglaublich viele Informationen über ihre Besitzer und das damalige Leben. Durch Funde und bewiesene Theorien kommen immer neue Erkenntnisse zum Vorschein. Die Burgenforschung schreitet großen Schrittes voran und findet sogar jährlich immer wieder neue Burgen.
In Südamerika sind die ersten Scanner im Einsatz, die Steine von allen Seiten scannen und alte, umgestürzte Mauern wie ein Puzzle virtuell wieder aufbauen können. Wer weiß, was wir zukünftig für Forschungsmethoden haben werden und wofür wir die alten Mauern noch gebrauchen könnten? Unsere Nachfahren werden es uns sicher danken.


Private Burgen

Viele Besucher denken, dass privater Besitz unabhängig von einem Kulturgut ist und sie private Burgen einfach betreten dürfen. Dies ist nicht der Fall! Burgen können privat und für die Öffentlichkeit gesperrt sein, so wie jedes andere Grundstück auch. Mit dem Betreten eines Grundstücks ohne Genehmigung begehen Sie eine Straftat! Das zählt auch für Burgen.
Viele Burgherren haben ihre Burgen für die Öffentlichkeit gesperrt, da sie über die Besucher und ihr Benehmen verärgert sind. Es wird mutwillig zerstört und die Burg als öffentliche Toilette missbraucht. Wenn eine private Burg für die Öffentlichkeit zugänglich ist, sollte man dafür dankbar sein und sich entsprechend benehmen. Sie wollen ja schließlich auch, dass Gäste bei Ihnen zu Hause das richtige Verhalten an den Tag legen.


Grabungen, Schatzsucher und Raubgräber

In Deutschland sind Grabungen und Oberflächenfunde Sache des Denkmalschutzes. Nachforschungen sind nach §21 DSchG genehmigungspflichtig. Privatpersonen ist die Erteilung einer Genehmigung mit Metallsonde nicht möglich. Es ist verboten Kulturgüter und denkmalgeschützte Bereich selbständig archäologisch zu untersuchen und zu ergraben. Beim Bergen eines Fundes wird dieser aus dem Zusammenhang mit der Umgebung und seiner Lage gerissen, wodurch wichtige, erschließbare Informationen verloren gehen können.
Sollten Sie dennoch auf einer Burg graben, kann das eine Geldbuße nach §27 Abs. 2 DSchG von 50.000 bis 250.000 Euro mit sich ziehen (bei besonders schweren Fällen in Österreich, Schweiz sogar eine Freiheitsstrafe). Oberflächenfunde sind bei der jeweiligen Denkmalschutzbehörde abzugeben, bzw. nicht anzurühren und sofort zu melden, damit sie registriert und untersucht werden können. Sollten Sie Grabungen oder Untersuchungen sehen, lassen Sie sich die Erlaubnis / Bescheinigungen zeigen und fragen Sie noch vor Ort telefonisch bei der jeweiligen Behörde nach. Zögern Sie nicht die Polizei zu verständigen. Raubgräber benutzen oft Ausreden wie "Schlüssel verloren" oder ähnliches. Eine Spitzhacke oder ein Spaten sind ein gutes Indiz für Raubgräber. Grundsätzlich gehören einzelne Personen mit Genehmigung einem Amt oder einem Kampfmittelbeseitigungsdienst an und können sich ausweisen. Es kommt jährlich zu schweren Schäden an Kulturgütern durch amateurhafte und unsachgemäße Ausgrabungen. Die gegrabenen Löcher werden oft nicht verschlossen. Sie werden vom Regen mit der Zeit ausgewaschen und können auf diese Weise große Schäden hinterlassen. Wenn Sie wieder verschlossen werden, ist der Boden aufgelockert und sackt ab. Die Löcher bilden zudem eine Stolper- und Sturzgefahr.
Wenn Sie Interesse an Grabungen und Schatzsuche haben, können Sie sich legal und ehrenamtlich bei der Behörde als Archäologe auf einer Ausgrabungsstelle bewerben.


Bomben und Sprengstoff

Die Wälle und Gräben von Burgen dienten im Zweiten Weltkrieg manchmal als Schützengraben. Blindgänger sind keine Seltenheit. Abseits der Wege sollten Sie daher vorsichtig sein. Bei einem Fund rufen Sie bitte die Polizei und halten Sie andere Personen und Tiere davon ab sich dem Objekt zu nähern.


Absturzgefahr, Unfallgefahr

Auf vielen Burgen fehlen anständige Sicherungen. Geländer und Absperrungen sind teuer und die finanziellen Mittel klein. Abgründe und hohe Mauern können oft nicht kenntlich gemacht werden. Die Gefahr herunterzufallen ist groß. Passen Sie vor allem auf Kinder und Hunde auf. Jährlich kommen mehrere Menschen durch Leichtsinn auf deutschen Burgen ums Leben.


Feuer und Übernachten

Zelten und Feuer machen ist bekanntlich auf deutschen Burgen untersagt. Feuer und große Hitze können Steine sprengen und Mauern zum Einsturz bringen. Diese Taktik wusste man schon im Mittelalter zu nutzen. Feuer wurde beim Unterminieren eingesetzt. Zudem sind Waldbrände immer wieder eine große Gefahr.
Wenn Sie ein Feuer auf einer Burg machen (natürlich mit Erlaubnis der jeweiligen Behörde) benutzen Sie bitte nicht die umliegenden Steine zur Abgrenzung und verbrennen Sie bitte auch keine Sitzbänke, Tische, Mülleimer und Geländer. Die Sachen müssen wieder mühsam ersetzt werden. Bitte benutzen Sie die vorhandenen Feuerstellen.


Das richtige Verhalten auf Burgen

Mit dem richtigen Verhalten können Sie zum Erhalt von Burgen beitragen.
- Bitte halten Sie sich von Mauern und Erdwällen fern und besteigen Sie diese auf keinen Fall.
- Bitte lassen Sie alle Steine dort liegen, wo Sie sie vorgefunden haben.
- Verändern Sie versehentlich etwas, legen Sie es bitte wieder zurück.
- Betreten Sie bitte keine abgesperrten Bereiche. Lebensgefahr!
- Bitte machen Sie kein offenes Feuer und zelten Sie nicht.
- Bitte graben Sie nicht.
- Verhalten Sie sich auf Privatgrundstücken leise und wie man es von einem Gast erwartet.
- Bitte weisen Sie andere Besucher zurecht, die die Burg unsachgemäß behandeln oder sich nicht richtig benehmen.
- Sollten Sie den Eindruck haben, dass der Erhalt der Burg gefährdet ist, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Gemeinde, dem zuständigen Burgverein oder uns auf.
Mit dem richtigen Verhalten tragen Sie zum Erhalt der Anlage bei, wodurch diese auch noch vielen weiteren Generationen zur Besichtigung und der Forschung zur Verfügung steht.

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