Wäscherschloss, Wäscherburg

Burg Wäscherschloss, Wäscherburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Wäscherburg ist eine kleine, schöne und recht gut erhaltene Burganlage, die ursprünglich zum Schutz von Hohenstaufen (Stammburg der Staufer) gedient hat. Sie besteht aus einem eindrucksvollen Palas und einer Ringmauer. Im Inneren findet man heute ein Café und ein Museum. Ein Rundweg gibt die Möglichkeit die Anlage zu umrunden und sich die eindrucksvollen Wehrmauern von außen anzusehen. Obwohl die Anlage recht klein ist, lohnt sich ein Besuch. Sie wurde 2011 frisch renoviert und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Adresse

Burg Wäscherschloss, Wäscherburg
Wäscherhof
73116 Wäschenbeuren
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Hügelburg
Nutzung: Museum, Café
Lage: 430 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:28-19:06 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Außenanlage: offen
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Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Die Wäscherburg oder auch Wäscherschloss genannt, liegt auf einem flachen Sporn oberhalb einer Verengung des Beutentals. Die Anlage entstand auf den Grundmauern einer kleinen Turmburg und wurde unter den Staufern zu einer größeren Anlage ausgebaut. Heute beherbergt sie ein Museum und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Burg Wäscherburg besteht aus einer kleinen Kernburg, die sich aus einem Palas und einer Ringmauer zusammensetzt. Ursprünglich gab es weitere Gebäude im Hof. Die Außenanlage bestand aus einem Wall, der sich heute noch im Terrain erkennen lässt. Auf dem Wall thronte ursprünglich eine weitere Wehrmauer aus Sandstein mit kleinen Türmen, von der heute nur noch unterirdische Fundamente erhalten geblieben sind. An der Rückseite trifft man auf einen tiefen Halsgraben, der die Anlage nach Westen schützte.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über ein kleines rundbogiges Tor an der Ostmauer. Die Torkonstruktion wurde erst 1915 errichtet, nachdem das ursprüngliche Tor zusammengestürzt war. Hinter dem Tor eröffnet sich ein Blick auf den Palas und den Hof der Kernburg, in dessen Mitte ein rekonstruierter Brunnen steht.
Die Kernburg bildet den Mittelpunkt der Anlage. Sie weist einen trapezförmigen Grundriss auf. Nach Norden, Osten und Süden schützt eine mächtige Umfassungsmauer die Burg. Sie entstand im 13. Jahrhundert und wurde in typisch staufischen Buckelquadern errichtet. Die Wehrmauer ist teilweise über 10 m hoch und mehr als 2 m dick. An der Innenseite der Mauer lassen sich noch zahlreiche Balkenauflager, Balkenlöcher, Überreste von Wehrgängen, Türöffnungen und andere Gebäudespuren erkennen. An der Nordseite stand ursprünglich ein höheres Gebäude mit mindestens einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss. Die südliche Wehrmauer wurde durch die Burgküche dominiert. An der Südseite lässt sich noch ein Ausgussstein für Koch- und Spülwasser erkennen.
Eindrucksvollstes und besterhaltenes Gebäude der Wäscherburg ist der Palas. Er besteht aus einem Erdgeschoss aus Buckelquadern, auf dem zwei Obergeschosse aus Fachwerk ruhen. Während das untere Fachwerkgeschoss aus typisch schwäbischer Fachwerkkonstruktion (1484) des 15. Jahrhunderts besteht, wurde das Obergeschoss wegen Baufälligkeit 1699 erneuert. Der Ursprung des Palas geht auf einen kleinen Wohnturm zurück, der im 13. Jahrhundert in der Nordwestecke stand. Bei der Errichtung des Palas wurde er mit eingegliedert. In der Hoffassade lässt sich noch deutlich die Naht zwischen den beiden Gebäudeelementen erkennen. Zudem deuten zwei romanische Rundbogenfenster unter dem Fachwerkaufbau auf den Wohnturm hin. Links der Rundbogenfenster findet man mehrere quadratische Lichtschlitze, die zur Beleuchtung der Räume, aber auch zur Verteidigung des Hofs gedient haben könnten. Sie stammen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert.
Heute beherbergt der Palas das Museum. Der Eingang erfolgt über eine erhöhte Türöffnung, die erst wesentlich später entstand. Unter der Treppe lässt sich der Kellereingang erkennen, der ebenfalls erst von 1976 ist. Der ursprüngliche Eingang lag angeblich ebenerdig und befand sich links des heutigen Zugangs. Ein zugemauertes Spitzbogentor mit der Inschrift 1604 deutet darauf hin. Der Stein mit der Aufschrift 1604 wurde hier nachträglich hinzugefügt und stammt anscheinend aus der Zeit, in der der Keller und dessen Decke ersetzt wurden. Der ursprüngliche Eingang lässt sich im ersten Fachwerkgeschoss über der zugemauerte Tür erkennen.
Das erste Obergeschoss besteht aus einem Fachwerkaufsatz aus Eichenholz und wurde um 1484 errichtet. Die drei Außenseiten werden durch die Ringmauer und die Schildmauer gebildet, so dass der Fachwerkaufsatz nur aus der Hoffassade mit dahinterliegenden Räumen bestand. Das erste Obergeschoss diente als Wohnraum. Es beherbergt die Bohlenstube und den früheren, erhöhten Eingang, der sich heute noch in der Hoffassade erkennen lässt. Vor dem Eingang befand sich wahrscheinlich eine Art Balkon, die mit einer abwerfbaren Treppe verbunden war. Die Rückseite wird durch die Schildmauer gebildet, die vollständig fensterlos ist und eine Dicke von über 3 m aufzuweisen hat.
Das zweite Obergeschoss entstand erst 1699. In jenem Jahr riss man aufgrund von Einsturzgefahr das Dach und den vorherigen Fachwerkaufsatz ab, um ihn erneut zu errichten. Im Gegensatz zum schwäbischen Fachwerk ist der Aufsatz recht schlicht gehalten. An der Südseite (links vom Hof gesehen) lässt sich eine Tür erkennen, über die man früher auf den Wehrgang der Ringmauer kam. Der Fachwerkaufsatz trägt ein Walmdach, das unter anderem als Lager für Lebensmittel diente.
Im Inneren des Palas befindet sich heute das Museum, das mit zahlreichen Ausstellungsstücken und einem Modell der Burg zu einem Besuch einlädt. Zudem errichtete man bei der Wiedereröffnung 2011 ein kleines Café, das den unteren Bereich einnimmt. Die Anlage lädt heute mit ihren zahlreichen erkennbaren Gebäudespuren, Wehrelementen und der Bewegungsfreiheit zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Die Wäscherburg ruht auf den Fundamenten einer kleinen Wehranlage aus dem 10. Jahrhundert, die im 11. Jahrhundert erweitert wurde. Die Burganlage hieß vermutlich Büren. Man geht davon aus, dass sie im Besitz von Friedrich von Büren war, der zur Mitte des 11. Jahrhunderts zusammen mit Hildegard von Egisheim der Urvater des Geschlechts der Staufer sein soll. Die Theorie besagt, dass der Name von Büren sich von Beuren ableitet und somit ein Hinweis auf Wäschenbeuren und damit auf das Schloss ist. Bis heute konnte dieser Zusammenhang nicht bewiesen werden. Der Sohn Friedrich von Büren gründete die nahe gelegene Burg Hohenstaufen, was die Theorie verstärkt.
Nach 1200 entstand durch Walter von Schüpf ein Wohnturm an der Stelle der heutigen Burg. Die Anlage gehörte wie zahlreiche andere Burgen zu einer größeren Anzahl von Wehranlagen, die um Hohenstaufen errichtet wurden und mit Dienstmannen besetzt wurden. 1271 taucht sie erstmals in einer Urkunde auf, in der ein Streit zwischen dem Kloster Lorch und dem Ritter Konrad der Wascher beschrieben wird. Konrad gab der Burg den Namen Wäscherburg.
1274 wird die Anlage nach dem Tod des letzten Stauferkönigs von Walter II. von Rechberg an Ulrich von Rechberg verpfändet. 1377 beschädigt man die Anlage im Württembergischen Städtekrieg. Während der Reparatur beginnt man mit dem Ausbau zu einer repräsentativen Wehranlage. Es entsteht aus dem Wohnturm heraus ein länglicher Palas. Der damalige Besitzer Konrad von Rechberg benennt sich 1380 in einer Urkunde in Konrad zu Weschenburg um.
1465 wird die Anlage von Veit von Rechberg zu Staufeneck an Erzherzog Siegmund von Österreich getauscht. Veit von Rechberg wird mit der Anlage aber als Lehen belehnt. Es entsteht ein repräsentativer Ausbau mit einem Fachwerkaufsatz, der 1484 fertig gestellt wird. Mit dem Aussterben derer von Rechberg geht sie 1599 an Österreich zurück. Es folgt die Nutzung als Amtssitz und die Gründung des Amtes Wäschenbeuren, die zukünftig Vorderösterreich angehört. Die Anlage bekam den Beinamen Schloss Wäscherburg.
1588 entsteht das neue Amtshaus in Wäschenbeuren, das aufgrund der Nähe zur Stadt Hauptsitz wird. Die alte Burg verliert an Bedeutung. Die Herrschaft wird 1601 zwischen Zacharias Geizkofler und Bartholomäus Bezz aufgeteilt. 1805 wird Wäschenbeuren in Württemberg eingegliedert, bleibt aber bis 1857 im Besitz von Österreich. In jenem Jahr wird es an Württemberg für 155.000 Gulden verkauft.
1976 begann ein Wiederaufbau und eine Instandsetzung des Schlosses. Bis 2008 gab es auf der Anlage ein Museum. Im September 2010 begann man mit dem Umbau, der vor allem den Brandschutz verbesserte. Im Frühjahr 2011 kam es zur Wiedereröffnung. Der Umbau kostete 500.000 Euro. Seit dem 14. April 2011 gibt es ein neues Museum.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Wäscherburg liegt bei Wäschenbeuren zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd. Von der A8 Ausfahrt Kirchheim (Teck) - Ost" auf die B297 über Göppingen nach Wäschenbeuren. In Wäschenbeuren der Ausschilderung folgen.

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Gastronomie

In der Burg befindet sich ein Café.

Legenden

Der Ursprung der Burg basiert auf einer Legende, die zu Zeiten Kaiser Barbarossas entstand. Auf seinem Weg zwischen dem Kloster Lorch und der Burg Hohenstaufen soll er hier bei einer Rast einer hübschen Wäscherin begegnet sein, der er als Zeichen seiner Liebe die Burg Büren schenkte. Da sie eine Wäscherin war, erhielt die Anlage den Namen Wäscherburg. Heute weiß man, dass die Legende keinen wahren Ursprung hat.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 21.06.2014

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