Neunhof

Burg Neunhof

Deutschland / Bayern

Schloss Neunhof ist ein sehr schönes und vor allem interessantes Gebäude, das sich durch die seltene Architektur des Nürnberger Weiherhauses von den meisten Herrensitzen stark unterscheidet. Heute lädt der Schlossbau zusammen mit dem barocken Park auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums zu einem Besuch ein. Es eröffnen sich zahlreiche interessante Blicke auf das Schloss, die immer wieder neue Details an der Anlage erkennen lassen. Ein Besuch lohnt sich.

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Adresse

Burg Neunhof
Neunhofer Schlossplatz 2
90427 Nürnberg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg, Niederungsburg
Nutzung: Museum, privat
Lage: 300 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:15-16:43 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
Park:
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Eintrittspreise: Außenanlage, Park: frei
Burg: Museum
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Kontakt: Schloss Neunhof
Neunhofer Schlossplatz 2
90427 Nürnberg

Baubestand & Beschreibung

Schloss Neunhof liegt am Südostrand der gleichnamigen Ortschaft nördlich von Nürnberg. Sie ist heute eine der wenigen Patriziersitze, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz, beherbergt aber eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums und kann besucht werden. Seit Ewigkeiten zieht der wohnturmartige Bau Besucher an, so dass selbst Dürer ihn auf einem Aquarell mit dem Namen "Weiherhaus" für die Nachwelt festhielt. Neunhof gehört heute zu den besterhaltenen Herrensitze des Nürnberger Umlands.

Aufbau
Schloss Neunhof besteht aus einem Wirtschaftshof, bzw. einer Vorburg im Westen, dem Schloss mit umliegendem Zwinger in der Mitte und einem prächtigen Barockgarten im Osten. Das Ensemble entstand im Laufe der Zeit und wurde immer wieder verändert.
Heute betritt man Schloss Neunhof von der Nordseite über den barocken Garten. Ursprünglich führte der Weg durch die Vorburg, die heute privat ist.

Barockpark
Der barocke Park oder auch Großer Garten genannt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er ist streng symmetrisch und wurde nach altem Vorbild 1964 und 1978 rekonstruiert. In der Mitte befindet sich ein Pavillon, der 1740 von Conrad Schön geschaffen wurde. Mehrere typisch fränkische Gartenplastiken zieren das barocke Ensemble. Sie sind Kopien, deren Originale im Germanischen Museum im Schloss stehen. Vom Park aus eröffnet sich der Blick auf das Schloss mit umliegendem Schlosshof.

Innerer Schlosshof und Graben
Der Schlosskomplex setzt sich aus dem Schlossbau, zwei Wirtschaftsgebäuden, einer Ringmauer, einem Graben und einem vorgelegten Barockgarten zusammen. Um das Schloss wurde mit ca. 10 m Abstand eine Ringmauer gezogen, die das Gebäude von allen Seiten einrahmt. In diesem Zwischenbereich zwischen Schloss und Mauer entstand der Innere Schlosshof. An der Nordostecke der Ringmauer lehnt der Pferdestall von 1736 an. Die Nordwestecke wird durch das Wasch- und Badehaus dominiert. Direkt daneben stößt man auf einen rekonstruierten Brunnen. In der Ringmauer lassen sich noch Schießscharten erkennen, die aus der Zeit der Markgrafenkriege stammen.
Das Schloss und der Innere Schlosshof werden von einem tiefen Graben umgeben, der heute trocken ist und ursprünglich Wasser führte. Es gibt eine Brücke im Süden und eine im Westen, die den Schlosshof mit dem Barockgarten und der Vorburg verbinden. Die Westbrücke zur Vorburg hin ist älter und besitzt ein Dach. An dieser Stelle soll sich ursprünglich eine Zugbrücke befunden haben. Die Südbrücke führt zu einem kleinen umfriedeten Garten, der über ein weiteres Tor mit dem barocken Park verbunden ist.
Innerer Schlosshof, barocker Garten und das Schloss sind heute Teil des Museums und können nur während der Öffnungszeiten besucht werden.

Schloss
Das Schloss gehört zu den besterhaltenen und sehenswertesten Patriziersitzen im Nürnberger Umland. Durch die hohe und kompakte Bauweise mit 13 m auf 10 m Grundfläche weist es einen wohnturmähnlichen Charakter auf. Es wurde im sogenannten Nürnberger Weiherhaus-Stil errichtet. Es handelt sich um ein massives Untergeschoss, auf dem ein Fachwerkaufsatz mit aufwendigem Dach ruht. Der Fachwerkaufsatz ist überstehend und gibt dem Schloss sein charakteristisches Aussehen. Interessant ist vor allem das Dach, das sich aus drei Giebeln zusammensetzt, die in Form eines H angeordnet sind.
Das heutige Aussehen stammt vor allem aus der Zeit um 1507, als Georg Fütterer im Zuge wachsender politischer Spannungen zur Befestigung seines Herrensitz gezwungen wurde. Der Fachwerkaufsatz entstand schon 1479, nachdem er im ersten Markgrafenkrieg beschädigt wurde. Der Giebel wurde 1508 fertiggestellt. In den Zwerchhäusern unter dem Dach befanden sich um 1600 zwei Geschosse aus Messing, die das Feuer in alle Richtungen eröffnen konnten. Das Fachwerk war zu dieser Zeit mit schwarzer Ölfarbe angestrichen.

Schloss - Museum
Im Inneren des Schlosses befindet sich heute eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums. Es hat sich teilweise eine originale Inneneinrichtung vom 16. bis zum 19. Jahrhundert erhalten. Sehenswert sind ein schöner Kachelofen und zahlreiche Deckengemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Erdgeschoss befinden sich eine Prangküche und eine Kochküche. Im zweiten Obergeschoss stößt man auf eine Kapelle aus barocker Zeit von ca. 1740 mit einer Schrankorgel und zwei Hauptaltar-Flügeln aus der Kirche von Kraftshof. Zudem lassen sich der Pferdestall und der Innere Schlosshof besichtigen.

Vorburg, Wirtschaftshof
Die dreieckige Vorburg befindet sich im Westen des Schlosses und ist heute in Privatbesitz. Sie kann nicht besucht werden. Die Vorburg beherbergt eine Scheune, ein Voitenhaus und ein Backhaus, die heute alle unterschiedlichen Funktionen unterliegen. Die Bauwerke sind von einer Ringmauer umgeben, die sich zum Schloss hin öffnet. Zwischen Schloss und Vorburg liegt ein Graben, über den eine überdachte Brücke führt.
Der Zugang zum Grundstück erfolgt heute über die Obere Dorfstraße im Norden. Ursprünglich verlief der einzige Zugang über die Vorburg im Westen. Von dem Neunhofer Schlossplatz lässt sich ein Blick auf die Außenfassade der Vorburg werfen.

Fazit
Schloss Neunhof ist ein sehr schönes und vor allem interessantes Gebäude, das sich durch die seltene Architektur des Nürnberger Weiherhauses von den meisten Herrensitzen stark unterscheidet. Heute lädt der Schlossbau zusammen mit dem barocken Park auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums zu einem Besuch ein. Es eröffnen sich zahlreiche interessante Blicke auf das Schloss, die immer wieder neue Details an der Anlage erkennen lassen. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

An der Stelle des heutigen Schlosses wird 1246 erstmals ein befestigter Herrensitz der Nürnberger Patrizierfamilie Kreß erwähnt. Sie ist lange im Besitz der Familie und zählt wie viele andere Herrensitze als Prestigeobjekt für die Einwohner Nürnbergs.
1449 wird die Anlage erstmals im ersten Markgrafenkrieg stark beschädigt. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass in der Folgezeit um 1479 der heutige Fachwerkaufsatz entstand. Der Herrensitz erhielt zu dieser Zeit sein heutiges Aussehen.
Im Jahre 1500 stirbt Hans Kreß kinderlos. Seine Witwe Elisabeth verkauft Neunhof 1503 für 800 Gulden an den reichen Nürnberger Kaufmann Georg Fütterer. Unter ihm entsteht ein neues Dach mit Giebel, der heute noch die Jahreszahl 1508 trägt.
Nach dem Tod von Georg Fütterer wird die Anlage durch die Witwe an die Brüder Thomas und Pankraz Reich für 900 Gulden veräußert. Nachdem die Wirtschaftsgebäude des Schlosses 1552 erneut beschädigt werden und Pankraz stirbt, verkauft Thomas Reich die Anlage 1557 für 1050 Gulden an Hans Gutteter. Schon 1594 wird die Anlage erneut nach ausgiebiger Renovierung für 3500 Gulden veräußert.
Die neue Besitzerfamilie Koler führt die Renovierung fort. Das Dach wird 1599 vollständig neu gedeckt. 1615 heiratet Susanna Koler einen Johann Wilhelm Kreß von Kressenstein. Neunhof wird zur Mitgift und landet auf diese Weise wieder im Besitz der Familie Kreß.
Im Dreißigjährigen Krieg werden die Wirtschaftsgebäude 1632 und 1634 erneut verwüstet. Wie durch ein Wunder bleibt das Schloss verschont. 1736 renoviert Johann Adam Kreß die Anlage und lässt neue Fenster durchbrechen. Zu dieser Zeit entstehen auch die barocke Hauskapelle, die Schrankorgel, der Schlossgarten und der Pavillon im Garten. Der Pavillon wurde von Conrad Schön 1740 geplant und aufgestellt.
1856 stirbt mit Christoph Wilhelm Karl von Kreß der letzte männliche Nachfahre. Seine Witwe Anna Helena Katharina Holzschuher übergibt Neunhof ihren Nachkommen, die sie 1959 an das Germanische Nationalmuseum verpachten. Es folgt die Einrichtung einer Zweigstelle mit Jagdmuseum. 2013-2015 wurde die Anlage ausgiebig restauriert und konnte nicht besucht werden.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A3 bei "84-Erlangen-Tennenlohe" Richtung Nürnberg abfahren auf die B4. In Boxdorf die B4 verlasen und der Straße Richtung Neunhof folgen. In Neunhof an der Kreuzung Obere Dorfstraße / Untere Dorfstraße parken und gegenüber von Obere Dorfstraße 25 durch die Scheune in den Barockgarten gehen.

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Literatur

- Georg Dehio, "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Bayern: Franken", Deutscher Kunstverlag, 1979, München, ISBN: 3-422-00359-2
- http://www.herrensitze.com/neunhof-i.html - letzter Aufruf: 08.05.2015

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.05.2015

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