Miltenberg, Mildenburg

Burg Miltenberg, Mildenburg

Deutschland / Bayern

Burg des Monats

Burg Miltenberg, Mildenburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Dezember 2014" gewählt.
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Oberhalb einer Schleife des Mains liegt die Burg Miltenberg. Die zur Sicherung der Zollstelle errichtete Burganlage aus dem 12. Jahrhundert ist heute größtenteils nur ruinös erhalten. Im Osten entstand in späterer Zeit ein Gebäudekomplex, der auf alten Grundmauern steht. Miltenberg lässt sich nur während der Öffnungszeiten besuchen. Der Bergfried, bestehend aus Buckelquadern und ist eine seltene und gut erhaltene Konstruktion.

Adresse

Burg Miltenberg, Mildenburg
Schlossgasse
63897 Miltenberg
Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: privat
Lage: 179 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:15-18:27 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Saisonal
Zwinger: offen
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Eintrittspreise: Kernburg: kostenpflichtig
Zwinger: frei
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Baubestand & Beschreibung

Burg Miltenburg liegt auf einem Sporn am Hang des Südufers des Mains oberhalb der Stadt Miltenberg. Ursprünglich wurde die Anlage zum Schutz einer Zollstation errichtet und über die Jahrhunderte stetig ausgebaut. Heute ist sie mit der alten Stadtmauer verbunden und bildet mit dieser zusammen das südliche Ende von Miltenberg.
Bei Burg Miltenburg handelt es sich um eine relativ kompakt errichtete Anlage, die aus einer Kernburg mit starker Ringmauer und mehreren Zwingeranlagen besteht. Die günstige Position auf dem Sporn wird nach Süden durch einen Halsgraben, nach Osten durch einen natürlichen Graben und nach Norden und Westen durch einen Hang geschützt. Zudem errichtete man drei Zwingeranlagen, die die Kernburg außer zur Westseite einrahmen. Es entwickelten sich im Laufe der Zeit drei Zugänge, die alle in den Zwingern enden. Einer führte von Süden über den Halsgraben in einen Torzwinger, ein zweiter bildet heute die Zufahrtstraße und ein dritter geht serpentinenförmig vom alten Marktplatz aus hoch zur Burg. Letztgenannter ist heute der meistgenutzte Eingang und endet direkt im Zwinger vor dem Tor der Kernburg.
Die Kernburg von Miltenburg, bzw. Miltenberg ist von einer 1,2 m dicken und bis zu 9 m hohen Ringmauer umgeben. Sie weist einen polygonalen Grundriss auf, der zu allen Angriffsseiten hin keine rechtwinklige Mauerflucht bildete, damit Geschosse nicht frontal einschlagen konnte, sondern abstreiften. Auch der Bergfried wurde mit einer Ecke zur Angriffsseite hin errichtet.
Burg Miltenburg betritt man heute von Norden her. Der alte Zugang im Süden, der einst mithilfe einer Brücke über den Halsgraben durch zwei Tortürme und einen Torzwinger führte, wird heute geschlossen gehalten und ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Das alte Tor lag direkt neben dem Bergfried und wurde durch diesen flankiert. Es ist recht klein und war auf diese Weise leicht zu verteidigen. Der neue Zugang befindet sich zur Stadt hin und ist über eine Zwingeranlage mit dieser verbunden. Das Tor fällt breiter aus und ist mit Autos bzw. war mit Kutschen passierbar.
Die Kernburg besteht heute im Inneren aus dem Palas, den alten Kemenaten, einer Gebäuderuine und dem Bergfried. Die Kemenaten und der Palas befinden sich an der Ostseite und sind zusammen über einen polygonalen Treppenturm erschlossen. Gut zu erkennen sind die zahlreichen Umbauten aus den einzelnen Epochen. Wappen über den Türen deuten auf die einzelnen Geschlechter hin, die die Burg im Laufe der Jahrhunderte bewohnten und umbauten (siehe Geschichte). An die Südseite der Kemenate schließt eine kleine Gebäuderuine an, dessen Außenmauern fast noch volle Höhen aufweisen. Fenster und Türöffnungen erinnern an einen Wohnbau.
Die größte Fläche Miltenburgs wird heute durch den Hof eingenommen, der aufgrund fehlender Gebäude wesentlich größer wirkt, als er wahrscheinlich einst war. Im Laufe der Jahrhunderte gestaltete man ihn zu einem Garten um, der aufgrund des ansteigenden Geländes terrassiert wurde. Einzelne Mauern deuten auf weitere Gebäude hin, die sich an die Ringmauer anlehnten. Im Südosten ist eine kleine Gruft zu finden, in der Sarkophage aus dem 12. Jahrhundert liegen, die der ehemalige Besitzer Wilhelm Conrady im Wald gefunden hat. Miltenberg war im 11. bis 13. Jahrhundert ein Zentrum zur Herstellung von Sarkophagen.
Höchstes Bauwerk der Burganlage ist der 27m hohe aus Buckelquadern bestehende Bergfried im Südwesten der Kernburg. Der Turm weist 2,5 m starke Außenmauern auf und hat eine Seitenlänge von 9,5 m. Sein Zugang befindet sich in 12 m Höhe und war ursprünglich nur über eine überdachte Holztreppe zu erreichen. Heute führt der Weg über den Wehrgang der Ringmauer, bei der teilweise noch Schießscharten erkennbar sind zum alten Eingang des Turms. Dieser Zugang wurde 1884 durch Wilhelm Conrady gelegt. Eine kleine Brücke verbindet den freistehenden Turm heute mit der Ringmauer. Unterhalb des Zugangs befand sich im Inneren des Turms ein Verlies. Bis 1787 wies der Bergfried eine Türmerwohnung aus Fachwerk auf seiner Spitze auf, von der heute nichts mehr existent ist. Die Spitze des Turms beherbergt heute eine Aussichtsplattform, die mehrere Pecherker aufweist, um beispielsweise den Eingang verteidigen zu können. Es eröffnet sich ein weiter Blick auf die Burg und über die Stadt Miltenberg und das Maintal.
Burg Miltenburg ist von der Atmosphäre her sehr angenehm. Die ehemals wahrscheinlich recht kompakt bebaute Burg wirkt heute aufgrund fehlender Gebäude groß und offen. Sichtbeziehungen zur Stadt und zwischen den Gebäuden, sowie die urige und imposante Ausstrahlung des Bergfrieds laden zum Entdecken und Verweilen ein.

Historie

Zum Ende des 12. Jahrhunderts hin wurde zur Sicherung einer Zollstelle am Main von den Erzbischöfen von Mainz die Burg Miltenburg angelegt. Erstes Gebäude war der Vorgängerbau der heutigen Kemenate. Es entstanden die Ringmauer und einige Wirtschaftsgebäude im Süden. Welcher Mainzer Erzbischof den Auftrag zum Bau der Burg gab ist unklar. Man geht davon aus, dass es entweder Konrad von Wittelsbach, Christian von Buch oder Siegfried von Eppstein war. Der Bergfried entstand um 1200.
Miltenburg wird das erste Mal am 18. Februar 1226 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit ist sie Amtssitz des Mainzer Burggrafen. Der große und repräsentative Palas entstand wahrscheinlich um 1400 durch Erzbischof Konrad von Weinsberg. Sein benachbartes Gebäude, der Ostbau, wurde noch vor 1500 durch einen Brand zerstört. Infolge entstand um 1500 der Neubau der Kemenate unter Erzbischof Berthold von Henneberg, dessen Wappen heute am Gebäude hängt. Im Mai 1525 wird Miltenburg im Bauernkrieg durch Götz von Berlichingen besetzt. Im Krieg zwischen den Grafen von Oldenburg und dem Markgrafen Albrecht Alcibiades gegen die Mainbistümer wird die Anlage erobert und zum Teil zerstört. Es folgen umfangreiche Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten in den Jahren 1566 bis 1568 durch Erzbischof Daniel Brendel von Homburg. Zu dieser Zeit entsteht der Treppenturm im Hof an der Ostfassade des Palas.
Im Dreißigjährigen Krieg werden die Stadt und die Burg stark beschädigt. 1620 bis 1621 wird das Amtshaus repariert. Es folgt die Besetzung durch Schweden zwischen 1631 bis 1634. Durch den Einzug der hessischen Armee 1643 erleidet die Anlage ein weiteres Mal Schaden. Es folgen wiederum Reparaturen zwischen 1645 und 1649. 1691 bis 1693 wird Miltenburg dann durch den Mainzer Hofbaumeister zur Oberamtswohnung ausgebaut. Aufgrund des militärischen Fortschritts zieht das Amt 1730 in die Stadt, die Burg verliert ihre Bedeutung und dient nur noch als Wohnung, z.B. als Försterhaus. Nach 1737 werden Teile der Kemenate zur Nutzung als Steinbruch freigegeben, das Gebäude verfällt. 1803 geht die Anlage in den Besitz der Fürsten von Leiningen über, die es 1808 an den Konsistorialrat Carl Gottlieb Horstig verkaufen. Die Familie Horstig ist somit erster Privatbesitzer von Miltenburg. Bis 1856 besucht König Ludwig I. die Familie zweimal auf ihrer Burg. In jenem Jahr verkauften die Erben die Anlage an den Magdeburger Kaufmann Carl Wilhelm Zimmermann. Dieser verkauft sie 1858 an den herzoglichen nassauischen Archivar Friedrich Gustav Habel. Habel baut die Kemenate wieder auf und bringt seinen großen, gesammelten Kunstschatz auf die Burg. 1867 erbt Wilhelm Conrady von Rüdesheim die Sammlung und die Anlage und baut die Kemenaten weiter aus. 1878 bringt er von Forschungen am Limes einen Teutonenstein mit, den er im Burghof aufstellt. Dieser befindet sich heute im Museum am Marktplatz. Nach seinem Tod wird 1904 die komplette Privatsammlung in München versteigert. Miltenburg wird durch die Familie von Normann-Loshausen 1908 erworben, die die Burg im Stil der Burgenromantik saniert. Noch im Zweiten Weltkrieg 1943 erbt die Familie Bock von Wülfingen Miltenburg, die sie an derer von Oettinger weitergeben. 1979 erwirbt die Stadt Miltenberg die Anlage und lässt nach Untersuchungen statische Sanierungsarbeiten vornehmen, die bis 1993 andauern.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Miltenburg liegt oberhalb der Ortschaft Miltenberg. Zu erreichen sind Burg und Ort über die A3 Ausfahrt "Wertheim/Lengfurt". Von hier folgt man dem südlichen Mainufer über Wertheim, Bestenheid, Mondfeld und Freudenberg nach Miltenberg. In Miltenberg parkt man hinter der alten Brücke (nicht über die Brücke fahren) am Mainufer und läuft Richtung Stadtmitte. Am Historischen Marktplatz hält man sich bergauf Richtung Stadttor (ist vom Platz aus zu sehen), biegt aber noch vor dem Tor in die kleine Gasse Schnatterloch rechts ab. Die Straße führt zur Burg, die teilweise in der Stadt ausgeschildert ist.

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Gastronomie

In der Burg befindet sich ein kleiner Imbiss.

sonstige Bemerkungen

Unweit der Burg befindet sich in der südlichen Stadtmauer ein Torturm mit dem so genannten "Schnatterloch". Das Tor des Turmes dient auch dem kleinen Bach als Loch um in die Stadt zu fließen. Er wurde im Mittelalter als Entwässerungsgraben genutzt. Vor der Expansion der Stadt diente er als westliche Stadtgrenze. Der Bach mündet im Main.

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.10.2008

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