Mildenstein, Leisnig

Burg Mildenstein, Leisnig

Deutschland / Sachsen

Burg des Monats

Burg Mildenstein, Leisnig wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats März 2018" gewählt.
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Burg Mildenstein liegt auf einem Bergrücken, oberhalb des Flusses Freiberger Mulde. Der Berg weist zu den Seiten stark abfallende Hänge auf und formte mit seinem schmalen Grat die langgezogene Anlage. Eine imposante Silhouette mit hohen Gebäuden prägt das Bild der Burg und ist schon aus weiter Ferne zu sehen. Burg Mildenstein beherbergt heute ein Museum, das sich über alle Bereiche der Anlage erstreckt. Die Anlage stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es haben sich nahezu alle Gebäude, die Ringmauer, der Graben und der eindrucksvolle Bergfried mit 4,5 Meter dicken Mauern erhalten. Ein Besuch lohnt sich!

Adresse

Burg Mildenstein, Leisnig
Burglehen 6
04703 Leisnig
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Museum
Lage: 175 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:53-18:32 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Burghof: offen
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Eintrittspreise: Burghof: frei
Museum: kostenpflichtig
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Website: Burg-Mildenstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Mildenstein liegt auf einem Bergrücken, oberhalb des Flusses Freiberger Mulde. Der Berg weist zu den Seiten stark abfallende Hänge auf und formte mit seinem schmalen Grat die langgezogene Anlage. Eine imposante Silhouette mit hohen Gebäuden prägt das Bild der Burg und ist schon aus weiter Ferne zu sehen.
Burg Mildenstein beherbergt heute ein Museum, das sich über alle Bereiche der Anlage erstreckt. Der Zugang erfolgt über einen Vorplatz, der ein Stiefelmuseum mit dem größten Stiefel der Welt beherbergt. Direkt hinter dem Platz beginnt die Burg, die durch einen Halsgraben vom Rest des Bergrückens getrennt ist. Die Fassade zur Stadt hin wird durch zwei Gebäude geprägt, die in ihrer Mitte einen herausstehenden Wehrturm beherbergen, der das erste Tor flankierte.
Der Zugang Mildensteins verläuft über eine Steinbrücke, die eine Zugbrücke als Vorgängerin hatte. Das einstige Torhaus verschwand und machte einem Zwinger platz, der direkt zum oberen Torhaus führt. Der Zwinger leitet den Besucher am sogenannten "Vorderschloss" vorbei, das mit Höhe und Breite gleichzeitig wohl als Schildmauer gedient haben mag. Der imposante und hohe Bau setzt sich aus Nord-, West-, Süd-, und Ostflügel zusammen. Im Erdgeschoss stößt man unter anderem auf Gefängniszellen, die bis 1952 genutzt wurden. Eine Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema der Gefangenschaft vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Im zweiten Obergeschoss befindet sich der alte Rittersaal, der zu den schönsten Räumen der Burg gehört. Mit Fahnen und alter Holzdecke bildet er einen imposanten Anblick. In einem alten Wehrgang trifft man auf einen Ritter, der die Enge und gute Verteidigung der Türen und Gänge symbolisieren soll.
Hinter dem Schloss beginnt die langgezogene Kernburg, die heute noch zahlreiche Gebäude aufzuweisen hat. Zentral trifft man auf den freistehenden Bergfried, der im 19. Jahrhundert zum Aussichtsturm ausgebaut wurde. Der Turm entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und gehört zu den älteren Gebäuden der Burg. Außer dem Bergfried lehnen sich alle Gebäude an die Ringmauer, die die Kernburg weitreichend einrahmt. Im Norden trifft man auf einen Durchbruch in der Wehrmauer, der auf einem Erker mündet. Von hier eröffnet sich eine weitreichende Aussicht auf die Umgebung, die äußere Mauer, auf den tiefen und steilen Hang und auf den Fluss.
Weitere Gebäude in der Burg sind ein Wohnhaus, das Aktengewölbe, die Burgkapelle, das Herrenhaus, ehemals Palas und das Pagenhaus. Pagenhaus und Herrenhaus befinden sich an der Nordmauer, die anderen Gebäude an der Ostseite. Das Wohnhaus wurde 1452 errichtet und im 16. Jahrhundert umgebaut. Heute dient es als Verwaltungsbau des Museums.
Das Aktengewölbe beherbergt eine Ausstellung über sakrale Stücke und einen Zugang zur Burgkapelle. Die Burgkapelle stammt aus dem 11. Jahrhundert und erhielt im 12. Jahrhundert ein sehr seltenes romanisches Portal mit Schachbrettfries. Im 14. Jahrhundert kamen ein gotischer Chor und ein oberes Stockwerk hinzu.
Der nördliche Komplex, bestehend aus Herrenhaus und Pagenhaus, gehört zu den ältesten Gebäuden der Burg. Das Pagenhaus wurde um 1390 auf alten Grundmauern errichtet und im 17. Jahrhundert großzügig umgebaut. Das Herrenhaus erhielt die heutige Form in der Renaissance, ist aber aufgrund gotischer Fenster durch diese geprägt worden. Neben einem kleinen Treppenturm stößt man nahe des Eingangs auf die ehemalige Wasserzisterne, die durch ihren niedrigen und fensterlosen Aufbau schnell auffällt. Das Herrenhaus beherbergt heute eine Ausstellung zur Burg, die sich vor allem mit der Geschichte beschäftigt. Neben Grundrissen und Modellen stößt man auf zahlreiche Exponate zu diesem Thema. Das Obergeschoss diente einst als Rittersaal, der Keller lässt sich heute für Feierlichkeiten mieten.
Von der Atmosphäre her ist Burg Mildenstein sehr angenehm. Die Hoffassaden der Burg wurden im Zuge der Restauration leicht verziert und strahlen ein eindrucksvolles Auftreten aus. Die großzügig gegebene Bewegungsfreiheit und zahlreiche Räume mit Exponaten laden zum Entdecken und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Burg Mildenstein, damals noch Leisnig genannt, findet ihre erste Erwähnung im Jahre 1046. Sie ist zu dieser Zeit Zentrum der deutschen Burgwardorganisation, die im 10. Jahrhundert zur Sicherung des Slawenlandes gegründet wurde. 1084 übergibt Kaiser Heinrich IV. die Anlage an Graf Wiprecht von Groitzsch, der unter anderem auch Besitzer der Burg Wiprecht ist. In Folge entsteht um 1100 die erste Burgkapelle. 1147 erwirbt Herzog Friedrich III., später auch als Kaiser Friedrich Barbarossa bekannt, Burg Leisnig. Ein weiterer Besitzerwechsel findet 1158 statt. Die Burg wird Sitz eines Reichsburggrafen. Unter der Hand des Reiches kommt es zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zum massiven Ausbau. Es entsteht die Ringmauer, mehrere Tore und der Bergfried. Die Leisniger Grafen stiften 1192 das Kloster Buch und geraten ab 1329 unter markgräfliche Lehnshoheit. Ihre Herrschaft über die Burg endet 1365. Die Markgrafen von Meißen übernehmen die Burg vollständig und bauen sie zum wettinischen Amtssitz aus. Zum Ende des 14. Jahrhunderts erfolgt ein vollständiger Umbau, bei dem das Schloss im Eingangsbereich entsteht. Die romanische Bausubstanz bleibt größtenteils erhalten. Mit dem Umbau entsteht um 1422 der Name Mildenstein, unter dem die Burg heute bekannter ist.
Ab 1485 ist das Schloss Mittelpunkt eines Amtes Sachsens. Im Jahre 1547 wird das Amt Leisnig dem Leipziger Kreis zugeteilt und für die Verwaltung von Justiz und Gericht verantwortlich. Im Dreißigjährigen Krieg wird Mildenstein zwischen 1637 und 1644 mehrfach belagert und verwüstet. In den Jahren 1706 und 1707 verbringt Stanislaw Leszcynski (polnischer König im Krieg mit August dem Starken) einige Zeit auf Mildenstein um den Altranstädter Frieden zu unterzeichnen. Nach seiner Abreise dient die Anlage ab 1708 als Amtsgericht, Strafvollzugsanstalt, sowie Wohnbereich für Beamte. Es folgt eine Vernachlässigung, die dazu führt, dass Teile der Burg wegen Baufälligkeit um 1791 abgebrochen werden müssen. Dazu gehört unter anderem der Bergfried. Ab 1875 nimmt sich der Leisniger Geschichts- und Altertumsverein dem Turm an und baut ihn zum Aussichtsturm aus. Ab 1890 richtet der Verein sogar ein Museum ein. Ein im Zweiten Weltkrieg genutztes Gefängnis wird 1952 aufgelöst. Ein Kreismuseum entsteht. Nach der Wende wird die Burg 1993 in den Staatlichen Schlossbetrieb des Freistaates Sachsens eingegliedert.

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Anfahrt

Burg Mildenstein liegt in der Ortschaft Leisnig südöstlich von Leipzig. Über die A14 Ausfahrt "Leisnig" der Ausweisung nach Leisnig folgen. Innerorts ist die Burg ausgeschildert.

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Aktualisierung

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