Hohenzollern

Burg Hohenzollern

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem hohen Berg bei Hechingen entstand im 11. Jahrhundert die Burg Hohenzollern. Die Anlage wuchs zu einer beachtlichen Gipfelburg heran und gehört heute zu den bekanntesten Burgen Baden-Württembergs. Im 19. Jahrhundert wurde die alte Ruine wieder aufgebaut und beherbergt heute eine Gastronomie und ein umfangreiches Museum. Die Räumlichkeiten der Anlage lassen sich nur zusammen mit einer interessanten Führung besuchen. Burg Hohenzollern ist in jeder Hinsicht sehenswert.

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Adresse

Burg Hohenzollern
72379 Hechingen
Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Museum, Gastronomie
Lage: 850 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:03-16:06 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: Ganzjährig
Nov-15. März:
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Eintrittspreise: Burghof: kostenpflichtig
Burg: Führung
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Kontakt: Burg Hohenzollern GbR
Information
Burg Hohenzollern
72379 Burg Hohenzollern
Tel.: 07471 / 24 28
Fax: 07471 / 68 12
Email: siehe Website.
Website: Burg-Hohenzollern.com

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohenzollern thront auf dem Gipfel eines einzeln stehenden Bergkegels in den nördlichen Ausläufern der Schwäbischen Alb oberhalb von Hechingen. Die Burg wurde im Laufe der letzten 1.000 Jahre immer wieder um- und ausgebaut und erstrahlt heute weit sichtbar im Stil der Neogotik. Sie gehört zu den schönsten und meist besuchtesten Burgen Baden-Württembergs und wird vom touristischen Aspekt her mit Schloss Neu-Schwanstein oft auf eine Stufe gestellt.
Der Ursprung der Anlage liegt in einer vom Aussehen her unbekannten Burg aus dem 11. Jahrhundert. Es folgte der Ausbau zur Festung und ein neogotischer Wiederaufbau in der Neuzeit, der das Bild der Burg stark prägte.
Das knappe 50 × 150 Meter messende Burgareal setzt sich aus drei Bereichen zusammen: der Kernburg, einem Basteienkranz und der Eingangssituation. Der Zugang erfolgt heute wie damals über ein Tor an der Ostseite. Im Zuge der Wiederaufbaumaßnahmen um 1850 erschuf der Festungsbaumeister von Prittwitz eine neogotische Auffahrt, die eine einfache Verteidigung zuließ und einzigartig ist. Mehrere Tortürme und Tunnel, sowie Zugbrücken mit Gräben lassen den Zugang uneinnehmbar wirken. Der Weg führt in lang gezogenen Kurven spiralförmig nach oben. Die Kurven sind so angelegt, dass es immer aus höheren Positionen möglich war dem Gegner in den Rücken zu schießen. Der Weg führt um den Wilhelmsturm über einen Torzwinger in das niedere Vorwerk und weiter über den Rampenturm zur Schnarrwachtbastei. Diese liegt direkt vor dem Eingang in die Kernburg.
Der ursprüngliche Eingang erfolgte ab 1667 über eine Straße, die durch drei Tore, genannt "Vorhoftor", "Hauptwerkstor" und "Rost" zur Kernburg führte. Der Zugang verlief über einen Vorhof, der sich an der Stelle der heutigen Auffahrt von Prittwitz befand und durch die Michaels-Bastei und die Schnarrwacht-Bastei flankiert wurde.
Vor dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg in eine Festung umgewandelt und erhielt einen Basteienkranz. Der Basteienkranz gibt die Möglichkeit Burg Hohenzollern einmal zu umrunden. Insgesamt wurden sieben Basteien errichtet: die Schnarrwacht-Bastei im Osten, die Michaels-Bastei, Garten-Bastei und Scharfecks-Bastei im Süden, die Bastei Spitz im Westen und die Fuchsloch-Bastei und Neue Bastei im Norden.
Die Kernburg Hohenzollerns besteht aus drei Bauphasen. Von der ältesten Burg aus dem 11. Jahrhundert sind keine oberirdischen Elemente erhalten. Aus der zweiten Bauphase von 1454-1486 stammen die Grundmauern aller Gebäude an der Westseite, die u-förmig um den Burghof angeordnet sind. Zu den ältesten Elementen gehört die kleine St. Michaelskapelle an der Südseite, die sich deutlich durch den andersfarbigen Stein abhebt.
Der Zugang zur Kernburg erfolgte über einen ansteigenden Torzwinger, der ursprünglich zwischen dem äußeren Torturm und dem inneren Tor lag. Das innere Tor exisitert heute nicht mehr. Der Torzwinger mündet auf den großen Burghof, der bis auf die Südseite vollständig von Gebäuden eingerahmt ist.
An der Nordseite (rechts neben dem Zugang) befanden sich das Zeughaus, der Saal und die neuen Kasernen aus der Zeit von 1617 und 1649, die heute zum Teil der Christuskapelle gewichen sind. An der Stelle des Imbiss und Biergartens in der Südostecke lagen die 1649 entstandenen Wohnbauten des Kommandanten und weitere Kasernen. Die restlichen neogotischen Bauten wurden auf den Grundmauern mittelalterliche Gebäude errichtet und weisen ein idealisiertes, neogotisches Aussehen auf.
Das Innere der Burg Hohenzollern kann im Zusammenhang mit einer Führung besichtigt werden. Es werden Räume wie die Stammbaumhalle, der Grafensaal, die Bibliothek, die Markgrafenzimmer, das Bilderkabinett, der Blauer Salon und die Schatzkammer gezeigt und sehr detailliert erläutert. Einer der eindrucksvollsten Räume ist die Stammbaumhalle, in der die Namen der Ahnen die über 5m hohen Wände bis zur Decke zieren. In der Schatzkammer sind zahlreiche Kostbarkeiten aus der Zeit des Preußentums zu finden, die teilweise kunsthistorisch einzigartig sind. Zu erwähnen wäre die Schnupftabakdose Friedrichs des Großen, die in der Schlacht bei Kunersdorf eine Kugel abfing, die seiner Brust galt.
Burg Hohenzollern ist geschichtlich gesehen ein wahrer Schatz. Die Burg spiegelt vor allem die Zeit nach dem Mittelalter und die Zeit des Preußentums, sowie die idealistischen Vorstellungen des Mittelalters in der Neogotik wider. Führung und Erscheinungsbild von Hohenzollern legen dem Besucher die Zeit zwischen Barock und Preußentum nahe und lassen die Geschichte wieder aufleben.

Historie

Das Geschlecht derer von Hohenzollern wird das erste mal 1061 urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert teilt sich das Geschlecht in die schwäbische und die fränkische Linie. Die erste Erwähnung der Burg ist 1267. Durch die zahlreichen Bauaktivitäten sind heute keine Informationen über das Aussehen der ersten Burg bekannt. Voraussichtlich wurde sie in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut. In Urkunden wird sie als die Krone der schwäbischen Burgen bezeichnet. 1423 kommt es nach einer fast einjährigen Belagerung durch den Schwäbischen Bund zur Zerstörung.
Ab 1454 beginnt Niklas I von Zollern, nach Aufhebung des Wiederaufbauverbots durch Kaiser Friedrich III, den Bau der zweiten Burg an selbiger Stelle. Im Laufe der Zeit passt man die Anlage der jeweiligen Waffentechnologie an, so dass sie im Dreißigjährigen Krieg einer Festung gleicht. 1634 ist sie in württembergischem, 1635 bis 1637 in bayerischem, 1638 in hohenzöllerischem und 1639 bis 1650 in bayerischem Besitz. 1687 schloss Österreich mit Hohenzollern ein Traktat ab. Österreich stellte eine Besatzung und bezahlte die Unterhaltskosten der Burg. Im Österreichischen Erbfolgekrieg 1744 geht die Anlage kurzzeitig an Frankreich. Nach der Aufhebung des Traktats 1771 fehlen die finanziellen Mittel für die Unterhaltskosten und der Verfall beginnt zusehends, so dass sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur noch in Form einer Ruine erhalten ist.
Friedrich Wilhelm von Preußen entschließt sich 1819 die Stammburg derer von Hohenzollern wieder aufzubauen. 1850 beginnen die Bauarbeiten und der Wiederaufbau im neogotischen Stil. Unter den königlichen Architekten Friedrich August Stüler und seinem Nachfolger Karl Friedrich Schinkel erhält Hohenzollern sein heutiges Aussehen. Die interessante Eingangssituation stammt von dem preußischen Festungsbaumeister Moritz Karl Ernst von Prittwitz. Am 3. Oktober 1867 wird sie von König Wilhelm I von Preußen eingeweiht.
Prinz Louis Ferdinand von Preußen begann 1952 historisch und künstlerisch wertvolle Gegenstände der Preußen aus der Zeit zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert in der Burg zu sichern. 1953 wird in die Burg eingebrochen. Es werden kostbare Gegenstände gestohlen, die eingeschmolzen bzw. bei der Flucht in den Main weggeworfen werden.
1970 und 1978 wurde die Burg Hohenzollern durch Erdbeben stark beschädigt.

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Anfahrt

Die Burg Hohenzollern liegt an der B 27 und ist ab Höhe Hechingen ausgiebig ausgeschildert. Unterhalb der Burg gibt es mehrere gebührenpflichtige Parkplätze mit Schuttleservice zur Burg.

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Gastronomie

Auf der Burg gibt es mehrere Gastronomien.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- Darius Lenz, "Burgen in Baden-Württemberg- Die geographisch-topographische Ausbreitung zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert", VER Verlag, 2014, Karlsruhe, ISBN: 978-3-944718-01-9

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.03.2012

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