Hochburg, Hachberg

Burg Hochburg, Hachberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg des Monats

Burg Hochburg, Hachberg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats März 2014" gewählt.
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Burg Hochburg liegt auf einem einzelnen Berggipfel an einer strategisch wichtigen Stelle in der Rheinebene. Aus der kleinen Burg aus dem 12. Jahrhundert, die ursprünglich zur Überwachung des Goldtransports errichtet wurde, entwickelte sich eine große, eindrucksvolle Festung. Von der Hochburg haben sich die Kernburg, die Bastionen, die Gräben und die äußere Wehranlage ruinös erhalten. Die Festung ist heute eine eindrucksvolle Ruine, die vor allem durch ihren großen Baubestand zum Erkunden und Verweilen einlädt.

Adresse

Burg Hochburg, Hachberg
Panoramastr.
79312 Emmendingen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 340 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:22-18:30 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjähirig
Außenanlage: offen
mehr
Eintrittspreise: frei
Spenden erbeten.
Kontakt: Verwaltung der Burg:
Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V.
Geschäftsstelle im Rathaus
Landvogtei 10
79312 Emmendingen
Tel: 07641 / 194 33
Website: Hochburg-Emmendingen.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Hochburg liegt auf einem Berggrat bei Emmendingen im Schwarzwald. Sie ist mit über 275m Seitenlänge neben Heidelberg die flächengrößte Burg Badens. Hochburg besteht aus einer Oberburg, einer Unterburg, einem langgezogenen Zwinger im Osten, dem Küferhof und einem Bastionsring.

Bastionsring
Der Bastionsring stellt die äußerste Verteidigungsanlage der Burg Hochburg dar. Im 17. Jahrhundert ließ Markgraf Friedrich VI. von Baden den Bastionsring errichten. Es sind sieben Bastionen, die in Form eines langgezogenen Sterns die Burg zu allen Seiten hin schützen. Im Westen liegt die Bastion Rötteln. Im Süden sind es Hachberg, Baden und Badenweiler. Die Ostseite wird durch die St. Rudolph und die Nordseite durch Diana und Sausenburg geschützt.
Von allen Bastionen zeugen heute nur noch Erdwälle. Die Mauern und Stellungen der Kanonen wurden durch die Franzosen gesprengt. Vor der Sprengung bestanden die Bastionen aus abfallenden Wehrmauern. In den Bastionen verliefen Kasematten, die sich heute teilweise noch besuchen lassen.
Der Zugang zur Burg erfolgt heute wie damals über das Rothgattertor auf der Westseite. Der Torbau bestand aus einer Wachstube und mindestens zwei Toren. Das Tor war im Wall eingelassen und ursprünglich überdacht, glich also einer Poterne.

Äußere Wehranlage
Hinter dem Rothgattertor beginnt die äußere Festungsanlage. Es eröffnet sich der Blick auf die eindrucksvolle Oberburg und ein Rundweg gibt die Möglichkeit die Bastionen vollständig abzulaufen. Vor der Entstehung der Bastionen wurde ein Festungsgraben angelegt, der sich von der Nordseite bis zur Südseite zieht und heute noch deutlich erkennbar ist. Er schützte sowohl die beiden Tore, wie auch die Burgmauern. Im Laufe der Jahrhunderte ist er stark verlandet und weist nicht mehr seine ursprüngliche Tiefe auf.
Von der Außenanlage führten zwei Tore in die Burg. An der Nordseite entstand zwischen den Bastionen Diana und Sausenburg ein Tor in den Küferhof. Der Haupteingang, der heutzutage von den Touristen benutzt wird, liegt an der Westseite in der Nähe vom Rothgattertor bei der Bastion Hachberg. Eine Steinbrücke, die ursprünglich im letzten Drittel aus einer Zugbrücke bestand, führt über den Festungsgraben zum Haupttor.

Unterburg
Die Unterburg, auch Unterer Burghof genannt, liegt zwischen dem Bollwerk und der Oberburg. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle der Halsgraben der mittelalterlichen Kernburg. Im 14. Jahrhundert begann man mit der Errichtung der Unterburg und baute sie in den darauf folgenden Jahrhunderten stetig weiter aus. Sie diente als Torzwinger zwischen dem Haupttor und dem Innentor.
Die Unterburg beherbergte in diesem Bereich nur wenige Gebäude. Die Schmiede stand direkt links hinter dem Tor. Der zweite Bau lag vis-a-vis des Innentors. Hier war in einem Bollwerksgewölbe eine Geschützgießerei untergebracht. Direkt neben dem Innentor lag die Torwache und das Gefängnis. Vor dem Innentor befindet sich ein weiterer Graben, der zeitgleich als Wasserreservoir, also als Wette diente. Direkt neben dem Innenohr führt ein Weg unterhalb der Gebäude an der Ostseite zum Küferhof.

Ostzwinger
Der Ostzwinger war Teil der Unterburg. Er verband die Oberburg mit der Unterburg und nahmen die gesamte Ostseite ein. Hinter dem engen Tor steht auf der linken Seite der ehemalige Schneckenkasten, der als Speicher, Kommandantenhaus und Herberge diente. Die rechte Seite des Zwingers, also die Ostseite wird durch die Überreste des Herbsthauses und der Burgvogtei eingenommen. Die beiden Gebäude weisen zusammen eine Länge von ca. 90 m auf und waren vollständig unterkellert. Das Erdgeschoss war über den Ostzwinger zugänglich, die Türöffnungen lassen sich noch erkennen. In dem Herbsthaus waren vor allem Wohnräume und Wirtschaftsbereiche untergebracht, die zur Versorgung der Soldaten dienten. Die Burgvogtei war der Verwaltungssitz des jeweiligen Burgvogts. Sie lag zur westlichen Angriffsseite hin.
Über die Jahrhunderte ist das Kellergewölbe eingestürzt. Heute zeugen nur noch die Ostfassade (Talseite) und eine gut erhaltene Giebelwand zwischen dem Herbsthaus und der Burgvogtei von einem zweistöckigen Gebäude mit hohem Dach.
Gegenüber der Burgvogtei beginnt die Treppe zur Oberburg, genannt Eselsritt. Sie wurde sehr flach gehalten und konnte von Pferden und Eseln begangen werden, daher der Name. Im gesamten Zwinger lässt sich noch das originale Kopfsteinpflaster erkennen.
Der Ostzwinger wird im Norden schmal und führt um die Nordspitze der Oberburg herum. Von hier aus eröffnet sich der Blick auf den Küferhof, der an der Nordseite des Zwingers lag.

Küferhof
Der Küferhof nimmt den kompletten nördlichen Bereich unterhalb der Oberburg und dem Ostzwinger ein. Dieser Bereich entstand im 15. Jahrhundert und diente der Rohstoffveredelung. Der Küferhof besaß ein eigenes Tor und war stark vom Rest der Burg abgetrennt.
Der Zugang erfolgte über ein kleines Tor mit Zugbrücke über den Festungsgraben, das durch den Gießübel (Nordostrondell) flankierte wurde. Das Tor hat sich nicht mehr erhalten. Nur die imposanten Außenmauern mit einer Höhe von über 9 m sind stehen geblieben. Zahlreiche Fundamente und Grundmauern zeugen von mehreren Gebäuden, die im Küferhof untergebracht waren. Ursprünglich stand links neben dem Tor der Lange Bau (Küfermeisterei). Direkt gegenüber, also rechts vom Tor stand ein Speichergebäude und daneben die Bäckerei. Vor der Bäckerei lag ein Brunnen und die so genannte Roßmühle. Hinter dem Herbsthaus, also gegenüber von dem Eingangstor, befand sich das alte Zeughaus.

Oberburg
Der heutige Zugang zur Oberburg führt über die Treppe Eselsritt. Diese Konstruktion wurde erst frühestens im 15. Jahrhundert errichtet. Hinter dem Tor, das unter dem Neuen Bau hindurchführte, eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der durch die im Nordwesten fehlende Wehrmauer sehr offen wirkt und dem Besucher eine wunderbare Aussicht offenbart. Im Mittelalter bestand Hochburg zum größten Teil nur aus der Kernburg. Diese lag auf einem behauenen Felsen und war von Westen her, also über den heutigen Hof aus erreichbar gewesen.

Mittelalterliche Kernburg
Der Ursprung der Burg Hochburg liegt im 11. oder 12. Jahrhundert in einer 30 × 30 m großen Burg mit schräg stehendem Bergfried, einen Palas und weiteren Gebäuden, die von einer Ringmauer umgeben waren. Im Süden hat man einen Halsgraben in den Felsen getrieben, um die Burg zur Hauptangriffsseite zu schützen. In dem Halsgraben entstand später die Unterburg. Noch im 13. Jahrhundert errichtete man vis-a-vis des alten Bergfrieds am Nordende der Kernburg einen runden Bergfried, dessen Grundmauern deutlich erhalten geblieben sind. Seine Entstehung ist der Teilung der Burg zwischen zwei Besitzern zu verdanken. Zeitgleich sind wahrscheinlich weitere Gebäude errichtet worden, die heute nicht mehr existent sind.

Oberburg (Renaissance)
Im Zuge der Renaissance kam es zwischen 1553 und 1577 unter Karl II. von Baden zum Ausbau der Kernburg zur heutigen Oberburg mit Renaissanceschloss und äußerer Festungsanlage.
Es entstand ein Gebäudekomplex, der miteinander verbunden war und eine recht einheitliche Hoffassade aufwies. Nach Fertigstellung bestand der Renaissancebau aus drei Wohnbauten im Norden mit anschließender Burgkapelle, einem mittelalterlichen Wohnbau und dem Neuen Bau im Süden. Der Küchenbau nahm die Südwestseite ein. Von ihm sind heute nur noch Fundamente erhalten (direkt neben dem Durchgang).
In den Gebäuden waren unterschiedliche Räumlichkeiten untergebracht. Zu erkennen sind noch die Kapelle, der Palas, einige weitere Wohnbauten und ein Abortschacht. Zahlreiche Fenster in der Hoffassade zeigen deutlich die Bauzeiten der Gebäude und sind von der Form und vom Baustil stark unterschiedlich. Im ehemaligen Großen Saal lässt sich noch ein mächtiger Kamin erkennen.

Bollwerk, Scharfes Eck
Im Süden der Kernburg stößt man auf der anderen Seite des ehemaligen Halsgrabens auf das sehr hohe und vor allem dicke Bollwerk, das die Kernburg vor eintreffenden Geschossen schützte. Der Zugang verläuft von der Kernburg über das ehemalige Haupttor, der andere Weg geht von der Burgvogtei im Zwinger hoch. Das eindrucksvolle Bollwerk bietet eine hervorragende Aussicht über das südlich anliegende Tal und lädt zum Verweilen ein. Deutlich zu erkennen ist die Nutzung des vorhandenen Felsens als Untermauerung und Fundament des Bollwerks. Vor der Entstehung der Bastionen Baden und Hachberg schützte es die Oberburg wie eine Schildmauer.

Fazit
Burg Hochburg ist eine der eindrucksvollsten Festungsanlagen Baden-Württembergs. Viele Wehrelemente, wie das Bollwerk oder der Festungsgraben wirken überdimensioniert und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Durch die verwinkelten Gänge, Gebäude und Mauern lädt die Anlage zum Entdecken und Verweilen ein. Durch ihre Größe und die gegebene Bewegungsfreiheit verteilen sich die Besucherströme. Immer wieder eröffnen sich schöne Aussichten auf die Rheinebene, das Brettenbachtal und die Burg. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Die Burg Hochburg ist in vier Bauperioden entstanden und so zu einer imposanten Festung gewachsen. Über die Herkunft des Namens gibt es zwei Theorien. Karl der Große soll einen Gefolgsmann mit dem Namen Hacho in dieser Region mit Gütern beschenkt haben. Eine Steintafel auf der Burg aus dem 16. Jahrhundert von Karl II. Markgraf von Baden (1529 bis 1577) erzählt von dieser Geschichte. Es ist aber wahrscheinlicher, dass sich ein Adelsgeschlecht nach der Burg benannt hat, die 1127 und 1161 mit dem Namen Castro Hahberc erwähnt wird.
Wahrscheinlich geht Burg Hochburg auf eine Holzburg zurück, die im 11. Jahrhundert unter Dietrich von Emmendingen, der sich später von Hachberg nannte, errichtet wurde. 1161 wird sie im Besitz derer von Baden genannt. In jenem Jahr unterzeichnet das Kloster Tennenbach einen Grundstückskauf auf der Burg. 1218 entsteht durch Heinrich I. Markgraf von Baden die Seitenlinien Baden-Hachberg. Hauptresidenz ist die Burg Hochburg.
Markgraf Otto I. von Baden-Hachberg stirbt 1386 auf dem Schlachtfeld bei Sempach. Herrschaftsgebiet und Burg werden unter Johann und Hesso von Baden-Hachberg aufgeteilt. Die Familie Baden-Hachberg verschuldet sich mit der Zeit, so dass Otto II. von Baden-Hachberg die Burg 1418 an Markgraf Bernhard I. von Baden verkauft. Die Hochburg wird 1424 im Oberrheinischen Städtebundkrieg und im Bauernkrieg 1525 angegriffen aber nicht eingenommen.
Karl II. von Baden baute die Festung zwischen 1553 und 1557 zu einem Renaissanceschloss um. Sein Nachkomme Markgraf Georg Friedrich von Baden errichtete den Bastionsring. Im Dreißigjährigen Krieg wird Hochburg 1634 bis 1636 belagert. Nach der Kapitulation 1636 kommt es zur Zerstörung und nach dem Dreißigjährigen Krieg 1660 - 1678 zum Wiederaufbau durch Markgraf Friedrich VI. von Baden.
1679 gehen Breisach und Freiburg an Frankreich. Die mächtige Festung war für die Franzosen eine Bedrohung, so dass man sich 1681 dazu entschied die äußeren Verteidigungsanlagen freiwillig zu zerstören. 1684 kommt es zu einem schweren Brand, der durch das Gesinde verursacht wurde. 1688 nehmen französische Truppen unter Ludwig XIV. die Ruine ein und sprengen sie. 1698 denkt man über einen Wiederaufbau nach, verwirft diesen Gedanken aber.
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts begann man die Ruine zu sichern und zu erhalten. Seit 1971 verwaltet ein Verein die Burg und betreut sie in ehrenamtlicher Arbeit. Seit 2007 hat der Verein die Burg gepachtet. Seit 1991 gibt es ein Burgmuseum in der Kernburg, das gegen eine kleine Spende besucht werden kann.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Über die A5 Ausfahrt "Teningen" nach Emmendingen. In Emmendingen der Ausschilderung zur Hochburg folgen. Über Windenreute und weiter den Ausschilderungen Richtung Osten. Auf dem Parkplatz am Bauernhof gegenüber von dem großen Steinrelief parken und dem Weg auf der anderen Straßenseite zu Fuß bergauf folgen.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag
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Sonstige Einrichtungen

Im Museum stößt man auf zahlreiche Ausstellungsstücke, wie Gefäße und Teller aus Ton, originale Dachziegel, Ofenkacheln und vieles mehr. Der Eintritt ist kostenlos. Man erbittet aber eine kleine Spende zum Erhalt der Burg.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- Alfons Zettler, Thomas Zotz, "Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau", Jan Tohrbecke Verlag, 2003, ISBN: 3-799573-6X-X
- Darius Lenz, "Burgen in Baden-Württemberg- Die geographisch-topographische Ausbreitung zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert", VER Verlag, 2014, Karlsruhe, ISBN: 978-3-944718-01-9

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.06.2013

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