Freckleben

Burg Freckleben

Deutschland / Sachsen-Anhalt

Freckleben steht auf einer sachten Anhöhe oberhalb des Tals des Flusses Wipper. Die Nutzung als Burg wird schon im 10., bzw. 9. Jahrhundert genannt. Die heutige Anlage errichtete man im 12. Jahrhundert und nutzte sie bis in das 16. Jahrhundert. Neben der Ringmauer und dem Bergfried haben sich mehrere Gebäudereste, sowie ein runder Turm erhalten. Die meisten Bereiche sind heute in Wohnhäusern verbaut, die privat sind und nicht besichtigt werden können. Besucher werden auf dem Hof geduldet. Die Umgebung der Anlage weist eindrucksvolle Erdwälle mit bis zu 15 Meter tiefen Gräben auf. Ein Schutz, der bei der sacht abfallenden Umgebung notwendig war.

Adresse

Burg Freckleben
Auf dem Schloss
06456 Freckleben
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Halbruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Privat
Lage: 151 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:20-19:20 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Die Burg ist zum Teil bewohnt und privat. Beachten Sie die Privatsphäre der Bewohner.
Burg Freckleben liegt inmitten einer imposanten Wallanlage, oberhalb des gleichnamigen Ortes. Die Anlage bestand ursprünglich aus einer weitläufigen Burg auf flachem Terrain, die durch Ringwälle mit mehr als 15m tiefen Gräben geschützt werden musste. Die einstige Siedlung von Freckleben befand sich im Mittelalter auf drei Plateaus, die innerhalb der Wallringe die Burg einrahmten. Auf den Wällen standen große Palisadenzäune, die den Feinden das Eindringen erschweren sollten. In der Mitte des vollständigen Grundstücks befindet sich die mittelalterliche Wehranlage Freckleben. Das Dorf liegt heute im Norden der Burg und ist zu einem kleinen Ort angewachsen. Die Plateaus, die einst die Siedlung beherbergten, stehen heute leer.
Die zentral gelegene Burg Freckleben hat die Jahrhunderte gut überstanden. Vor ihrem Eingang trifft man heute auf einen alten sakralen Bau aus der Zeit des Erzbistums von Magdeburg. Bis auf dieses Gebäude sind alle Bauten der Vorburg und des Dorfes verschwunden. Auch der innerste Graben vor dem Eingang zur Kernburg wurde zugeschüttet und lässt sich nur noch im Ansatz erkennen. Ein ebenerdiger Weg führt am ehemaligen Tor vorbei direkt in die Kernburg.
In der Burg stößt man auf mehrere private Gebäude im Osten, sowie auf spätmittelalterliche Bauten im Westen. Durch rege Umbauten im Mittelalter hat sich das Bild der Burg stark verändert. Ursprünglich befand sich die Oberburg im Osten. Zeuge aus dieser Zeit ist der runde, 17m hohe Bergfried. Er ist einer der ältesten Bauten von Freckleben und der einzig erhaltene Turm aus dieser Zeit. Ihm Gegenüber befand sich an der Nordostecke sein Nachfolger, der abgebrochen wurde und so spurlos verschwand. An seine Stelle trat in den 60ern eine Scheune. Im Spätmittelalter entstand der westliche Bergfried, der den Westteil der Anlage zur neuen Oberburg definierte. Er weist in der unteren Hälfte einen viereckigen Grundriss auf. Nach oben wird er dünner und geht in einen oktogonalen Bau über. Sowohl sein Eingang wie auch ein Aborterker lassen sich in hoher Höhe erkennen. Der alte Bergfried wurde durch ihn zum Wehrturm der Ostseite degradiert. Zu Füßen des neuen Bergfrieds stößt man auf alte, rekonstruiere Gebäude und auf den jüngsten Brunnen der Burg. Auch dieser weist zwei Vorgänger auf, die beide existent sind, aber noch nicht erforscht wurden. Genau wie der alte Bergfried sind sie nicht zugänglich und lassen sich nicht besichtigen.
Die jüngste Oberburg ist am besten erhalten. Sie weist den neuen Bergfried, sowie alte Kellergewölbe und alte Gebäudeelemente auf.
Durch die regen Bautätigkeiten und den damit verbundenen internen "Umzug" der Oberburg innerhalb der äußeren Wehrmauern sind viele Elemente der Burg verloren gegangen, bzw. lassen sich nicht zuordnen. Erhalten sind die äußere Wehrmauern, an dich sich zahlreiche Wohnbauten anlehnen, der jüngste und der älteste Bergfried, ein Brunnen, sowie einige Bauten, die heute bewohnt sind und sich nicht besichtigen lassen. Ein Besuch der Burg beschränkt sich somit nur auf den Hof, von dem sich Brunnen und Bergfried bewundern lassen. Außerhalb der Anlage lohnt sich ein Besuch der äußeren Wälle, da die in diesen Ausmaßen nur selten zu finden sind. Vom Fußweg zur Stadt lässt sich der anliegende Bau neben dem ersten Bergfried erkennen, der ursprünglich als Palas gedient haben soll.
Von der Atmosphäre her ist Burg Freckleben angenehm. Es sind keine klaren Grenzen zwischen den privaten und öffentlichen Bereichen gezogen, so dass der Besucher nicht weiß, welche Bereiche betreten werden dürfen und welche nicht. Die Zugänglichkeit des Hofes gibt dennoch die Möglichkeit alle erhaltenen Elemente von außen betrachten zu können.

Historie

Über die direkte Gründungszeit von Freckleben ist man sich nicht sicher. Der Ort wird 762 als Frekenlevo erstmals erwähnt. Wahrscheinlich stammen die Wallanlagen aus dieser Zeit. Vor der Burganlage existierte bis in das 9. Jahrhundert eine Wallanlage, dessen Reste heute noch gut zu erkennen sind. Am 22.10.973 bestätigt Kaiser Otto II. einen Tausch der Burg zwischen Erzbischof Adalbert von Magdeburg und Abt Werner von Fulda. Die mittelalterliche Burg stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde zum Schutz gegen die Slaven angelegt. Schon die frühere Wallburg kann eine Fliehburg für die Bevölkerung gewesen sein. Die mittelalterliche Anlage aus Stein wurde unter anderem als Fliehburg genutzt. Besitzer zu dieser Zeit waren die Markgrafen von Stade. Urkundlich erstmals erwähnt wird Freckleben mit einem "Rudolfus comes de Frackenlove" im Jahre 1233. 1166 ist von einem "castrum Freckenleven" die Rede, das gegen eine Burg am Rhein von Kaiser Barbarossa eingetauscht wird.
Die Burg aus Stein stammt wahrscheinlich aus der Zeit von 1100 bis 1150. Der ältere runde Bergfried im Osten weist auf eine romanische Herkunft hin und beherbergt neben einem Kamin auch einen Abort. Zu dieser Zeit war Udo IV. von Freckleben (ein von Stade) Besitzer der Burg. Er war mit einer Schwester von Albrecht dem Bären verheiratet, wodurch er den Eroberungszügen von Albrecht entging. Am 15. März wurde Udo IV. am Lindenhof in Aschersleben erschlagen. Das Gut war herrenlos, worauf Kaiser Lothar in Freckleben einzog. Laut Informationstafel vor Ort ging die Burg 1166 nicht an Kaiser Barbarossa, sondern wurde Eigentum des Erzbistums Magdeburg, unter deren Herrschaft der neuere Bergfried entstand. Bis in das 16. Jahrhundert unterlag sie verschiedenen Eigentümern. Zum Ende des Mittelalters hin war sie Domäne gewesen. Heute ist sie zum Teil privat und bewohnt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Über die A14 Ausfahrt "Könnern" auf der B6 durch Könnern, Mukrena und Schackstedt nach Mehringen. In Mehringen biegt man nach Freckleben ab. In Freckleben folgt man der Ausschilderung zur Burg.

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sonstige Bemerkungen

In dem älteren Bergfried befindet sich eine einmalige Drehspindelleiter von 1740.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 15.04.2007


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